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Nagellacke erklären Portugal 3: Fado

Fado heißt Schicksal auf Portugiesisch. Vor allem ist es aber ein Musikstil, der in den armen Vierteln in Lissabon entstanden ist. Er stammt aus den Kneipen der Mouraria, wurde aber bereits im 19. Jahrhundert salonfähig. Die bekannteste Sängerin dürfte Amália Rodrigues (1920-1999) sein, nach der auch eine bekannte CD-Handlung in Lissabon benannt ist.

Nach diesem Musikgenre ist also der dritte Inocos-Nagellack meiner Sommer-Serie „Nagellacke erklären Portugal“ benannt: „Fado“. Die dunkle und nächtliche Farbe passt zu der Grundstimmung der Lieder, die meist melancholisch sind und von Sehnsucht, Verlust und Schmerz erzählen (es gibt aber auch ein paar fröhliche Lieder).

Die Sängerin (oder der Sänger) wird bei einer Darbietung in einem Lokal von einem oder zwei Gitarristen begleitet. In Lissabon werden Abende für Touristen mit anerkannten Sängern organisiert, die nicht billig sind. Es gibt aber auch noch den Fado Vadio, den Amateur-Fado, bei dem sich die Gäste (also die Einheimischen) beteiligen können.

Aus welchen musikalischen Einflüssen der Fado entstanden ist, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Auf jeden Fall finden sich darin arabische, brasilianische und afrikanische Elemente. Seemanslieder könnten auch eine Rolle bei der Entwicklung gespielt haben. Übrigens kann man auch in einigen Liedern von Nelly Furtado Elemente des Fado heraushören.

Der Nagellack „Fado“ hat eine tiefdunkle, lila Farbe. In der Nacht wirkt er fast schwarz. Das Finish ist cremig. Auftrag und Haltbarkeit sind insgesamt in Ordung.

Die Inhaltsstoffe sind wieder die gleichen wie bei den anderen Lacken von Inocos und enthalten Toluene:

Der Nagellack „Fado“ kostet 3,80 EUR und enthält 9 ml. Bisher ist er nur in Portugal zu kaufen.

Zum Schluss möchte ich euch noch ein Hörbeispiel verlinken. Die CD der Sängerin Ana Moura, die 1979 geboren ist, habe ich bei diesem fahrbaren Fado-CD-Handel im Stadtteil Chiado gekauft. Die stimmungsvolle Musik schallte durch die ganze Straße. Der Verkäufer hat mir besonders das Lied Leva-Me Aos Fados empfohlen. Viel Spaß beim Anhören 🙂 !

Den allgemeinen Teil zur Sommer-Serie „Nagellacke erklären Portugal“ findet ihr hier. Teil 1 zum Thema Bairro Alto wurde vor zwei Wochen veröffentlicht, Teil 2 stellte Alfarroba vor.

Mein Fazit: Die Farbe passt perfekt zum Fado – bei wenig Licht wirkt sie fast schwarz. Ideal also dafür, bei einem Fado-Abend in Lissabon getragen zu werden.

Kennt ihr Fado-Musik? Mögt ihr melancholische Stimmungen? Tragt ihr dunkle Nagellacke?

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13 thoughts on “Nagellacke erklären Portugal 3: Fado
  • Anajana sagt:

    Dunkle Nagellacke sind eher nicht mein Ding. Schwarz oder anthrazit finde ich tatsächlich eher morbide. Dunkles rot ist das höchste der Gefühle, es muss aber noch als rot erkennbar sein, also nicht rotschwarz, mit aubergine oder lila schmücke ich nur meine Füße.
    Und in meinem CD-Sortiment habe ich tatsächlich noch eine CD von Dulce Pontes gefunden (Lagrimas) und eine CD-Box mit 3 CDs „gemischte Werke“ Fado. Habe ich ewig nicht gehört, bin eher selten in melancholischer Stimmung, aber wenn dann höre ich auch sehr Fado gerne .
    Werde mir zumindest Dulce Pontes aber direkt gleich noch mal anhören. 🙂 Danke für dein Post und die Anregung!!

    • beautyjagd sagt:

      Dulce Pontes kenne ich auch 🙂 Sie ist ja auch sehr bekannt in Lissabon. Fast hätte ich mir ihre CD auch gekauft, aber ich habe mich dann für Ana Moura entscheiden, weil der Verkäufer sie mir so empfohlen hat.

      • Anajana sagt:

        Dulce Pontes hat mir heute Nachmittag sehr gute Gesellschaft geleistet. 🙂 Wie schön, dass du mich mit deinem Post an sie erinnert hast.
        Falls mich demnächst mal eine melancholische (oder vielleicht auch nur eine gaaaanz ruhesuchende) Stimmung ereilt, werde ich mir dann auch die anderen Fado-CDs noch mal anhören.

  • Kim sagt:

    Ich finde den Nagellack schön, aber schade, dass er nur in Portugal erhältlich ist.

  • adela ka sagt:

    von fado habe ich vorher noch nie was gehört 😀 ist auch eher nicht meine musik.. aber für dunkle nagellacke und melancholische stimmung lebe ich!
    kann man den nagellack vielleicht auch irgendwo online bestellen, und wenn ja, lohnt sich das trotz der zusätzlichen kosten (zoll)?

    • beautyjagd sagt:

      Bisher gibt es die Lacke ja auch nur an wenigen Stellen in Portugal, weil die kleine Firma ihren Vertrieb erst aufbaut. Bestimmt gibt es sie zukünftig auch online, aber bis jetzt habe ich noch keine Stelle dafür gefunden 🙁 . Zoll wäre in dem Fall ja nicht das Problem, weil Portugal ja EU ist 🙂 .

  • keimonish sagt:

    Leva-Me Aos Fados- Lied erinnert mich an die argentinische Sängerin Mercedes Sosa. Sie hat auch so melancholische Lieder gesungen, die mir, je nach Stimmungslage gefallen 🙂 Die Stimme ist auch ähnlich.
    Und wieder ist es eine schöne Beschreibung des Nagellacks, zu dem eine Geschichte gehört, die gut passt 🙂
    Mir gefallen so dunkle Nagellacke auch sehr.Ich habe 1 Nagellack aus dem Drogeriebereich, der dieser Beschreibung entspricht (der eine von Glöckler) und einen von Rimmel, der liladunkelbraun ist also nur etwas ähnlich.(Ich finde übrigens, dass Rimmel auch so ähnlich breite Pinsel hat wie Dior)
    Liebe Grüße

    • beautyjagd sagt:

      Mercedes Sosa ist wirklich toll! Und sie hat ja auch eine Haltung verkörpert, die mir sehr gefällt. Ich muss auch mal wieder ein paar Sachen von ihr hören, danke für die Anregung 🙂
      PS: Die Rimmel-„Profi“-Pinsel mag ich auch sehr gern!

  • Ich trage dunkle Nagellacke sehr gerne.
    Und ich mag deine Berichte über internationale Kosmetik und deine Eindrücke darüber sehr.
    LG Petra

  • […] Den allgemeinen Teil zur Sommer-Serie „Nagellacke erklären Portugal“ findet ihr hier. Teil 1 hatte das Bairro Alto zum Thema, Teil 2 stellte Alfarroba vor und vor einer Woche gab es den Lack „Fado“. […]

  • […] drückt Saudade kein negatives Gefühl aus, sondern wird im Fado durchaus herbei gesungen. Wie in der Musik kommt der Begriff ebenfalls in der Literatur vor. Der […]