Duft, High End

Parfumerie Générale: Hyperessence Matale No. 12


Ich trinke jeden Morgen ein Kännchen Tee. Dieses Ritual liebe ich, ich kann nicht ohne. Und weil ich Tee so gerne mag, habe ich mir heute aus meiner Testreihe den Duft „Hyperessence Matale N0. 12“ von der Parfumerie Générale ausgesucht. Er ist einer von insgesamt drei Teedüften im Programm des französischen Parfümeurs.

Die Parfumerie Générale wurde 2002 von Pierre Guillaume, einem jungen Chemiker gegründet. Er entwickelte schon seit seiner Jugend eine Leidenschaft für Parfüms und wurde dabei von seinem Vater, einem Weinliebhaber inspiriert. Wie ich selbst schon ein paar Mal festgestellt habe, ist das Wein-Vokabular dem von Parfümbeschreibungen tatsächlich nicht unähnlich.

Mittlerweile hat Pierre Guillaume eine ganze Menge Parfüms komponiert, die er in mehreren Kollektionen untergebracht hat. Es gibt die „Numbered Collection“ mit 24 Düften, eine limitierte Edition sowie eine „Private Collection“, die man nur erwerben kann, wenn man ein registrierter Kunde ist.

Seine Parfüms werden grundsätzlich als modern, komplex und interessant beschrieben, gleichzeitig sollen die Düfte tragbar sein. Er arbeitet mit ätherischen Ölen und setzt sie teilweise der UV-Strahlung aus. Durch dieses Verfahren sollen die Düfte eine Patina erhalten. Die Parfümöl-Konzentration der einzelnen Düfte liegt zwischen 10% und 16%.

Alle Düfte der Parfumerie Générale sind in einem schlichten eckigen Flakon verpackt, der mit schwarzer Farbe beschriftet ist.

„Hyperessence Matale No. 12“ gehört zur „Numbered Collection“ und wurde 2005 lanciert. Pierre Guillaume bezeichnet ihn als Unisex-Duft. Außerdem soll er die intensivere Version des „L’Eau Rare Matale No. 6“ sein. Matale ist übrigens eine Stadt in Sri Lanka, die inmitten eines Plantagengebiets liegt und für ihren kräftigen Schwarztee bekannt ist.

Jetzt aber zum Duft selbst. Direkt nach dem Aufsprühen kommt mir intensiv Zitrone entgegen, sowohl der Saft als auch die Schale. Erst nach einer Weile lässt die Dominanz der frischen Zitrusfrucht nach und eine rauchige Note klingt zart an. Irgendwie vermischt sich dies für einige Minuten sogar zu einem Geruch von Putzmittel. Meine Begeisterung für den Duft hielt sich bis zu diesem Zeitpunkt in Grenzen.

Dann aber, nach ungefähr einer Viertelstunde, verfliegt die scharfe Zitrone und eine interessante Rauchnote tritt deutlicher hervor. Sie erinnert mich an den Rauchtee Lapsang Souchong. Er hat einen speziellen Duft, da die Teeblätter leicht über harzhaltigem Holz geräuchert werden.

Diese Teenote wird von Bergamotte und etwas Blumigen (Jasmin?) begleitet. Der Duft beruhigt sich insgesamt, ich nehme auch Zedernholz wahr. Es riecht wie in einem geheimnisvollen, aber gut gelüfteten Kolonialwaren-Handel, in dem in dunklen Holzschubladen kostbarer schwarzer Tee gelagert wird. Der Duft ist jedoch auch in dieser Phase nicht schwer.

Nun kommt mir die „Hyperessence Matale No. 12“ nicht mehr belanglos, sondern elegant und prägnant vor. Es ist kein vorlauter Duft. Er dürfte Menschen gefallen, die gerne vom Hintergrund aus die Fäden in der Hand haben 😉 . Nach ca. drei Stunden wird der Duft immer dezenter. Ich kann zwar noch die zitronigen Teenoten wahrnehmen, aber sie fügen sich in den Geruch meiner Haut ein.

Falls ihr euch für Teedüfte interessiert, könnte euch auch „Tea for Two“ von L’Artisan Parfumeur, „L’Eau Rare Matale No. 6“ oder „Harmattan Noir No. 11“ der Parfumerie Générale gefallen. Von L’Occitane gab es ebenfalls mal einen Tee-Duft, er hieß „Thé Bergamotte“.

Für das Protokoll hier die Angabe der Duftnoten, die ich der Homepage von „Aus Liebe zum Duft“ entnommen habe:

  • Kopfnote: Zitrone
  • Herznote: Jasmin, Zedernblätter, Pfeffer
  • Basisnote: Moschus, Hölzer, Schwarztee

Die Inhaltsstoffe habe ich leider nicht finden können, da ich den Originalflakon nicht besitze. Pierre Guillaume setzt ätherische Öle ein, aber ich gehe nicht davon aus, dass er das auschließlich tut.

Erhältlich ist „Hyperessence Matale No. 12“ in ausgewählten Parfümerien wie z.B. Harald Lubner in Hamburg oder bei Aus Liebe zum Duft. Ein Flakon mit 50 ml kostet 92 EUR.

Den ersten Duft („Côte d’Amour“ von L’Artisan Parfumeur) aus meiner Testreihe findet ihr hier.

Mein Fazit: Eine Liebe auf den zweiten Blick. Fasziniert schnuppere ich immer wieder an meinen Handgelenken. Die von Bergamotte und Blüten abgerundeten rauchigen Teenoten in Kombination mit dem Zedernholz finde ich sehr interessant. Das Bild von der Frau, die diesen Duft trägt, gefällt mir. Ob ich es bin, weiß ich noch nicht 😉 .

Kennt ihr diesen oder einen anderen Duft der Parfumerie Générale? Wie gefallen euch Teedüfte? Was tragt ihr bei sommerlichen Temperaturen?

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17 thoughts on “Parfumerie Générale: Hyperessence Matale No. 12
  • Aorta sagt:

    Parfumerie Générale ist ein Haus, dessen Düfte mich ebenso interessieren. Ich kenne bisher nur deren „Brûlure de Rose“, ein außergewöhnlicher Rosenduft, eine Mischung aus Rose und Karamell, aber irgendwie auch dunkel – nicht unbedingt ein Sommerduft. Riecht auf meiner Haut am besten, wenn die Basisnote einsetzt. Bisher konnte ich mich noch nicht überwinden, den sehr stolzen Preis dafür auszugeben, aber der Duft hat mir immerhin so gut gefallen, dass ich mir noch ein zweites Pröbchen bestellt habe.

    Was Teedüfte betrifft: Ich hätte gerne mal einen Duft, der so riecht wie Chai-Tee mit Milch, also nach Gewürzen, aber nicht zu stechend und scharf. Über sachdienliche Hinweise würde ich mich freuen.

    Heute trage ich einen ganz tollen und günstigen Überraschungsfund des letzten Jahres: Das „Natural Spirit Vitalizing Spray“ von Alterra. Mit Naturdüften hab‘ ich ansonsten eher durchwachsene Erfahrungen gemacht, da sie nur ganz schlecht auf meiner Haut haften, aber das Alterra-Spray ist spritzig-leicht und dennoch für einige Stunden präsent. Sehr sommertauglich. Es riecht auch nicht nach Putzmittel, das Problem hab‘ ich nämlich ebenfalls ganz oft mit Zitrusnoten :-).

    • beautyjagd sagt:

      Brûlure de Rose könnte im Herbst/Winter auch was für mich sein, denn meine Rosenphase ist bei mir ja die Winterzeit. Ich werde ihn auf jeden Fall mal testen. Und den von Alterra auch, wenn er nicht nach Putzmitteln riecht 😉 .
      Mit einem Chai-Duft kann ich spontan nicht dienen, aber ich halte die Augen bzw. die Nase offen 😉 . Wenn mir mal was begegnen sollte, melde ich mich hier 🙂 .

  • Ute Maria sagt:

    Von Bulgari gibt es auch einen tollen Duft „Thé vert“ in grünem Flakon mit grünem Tee und Zitrusnote.

    • beautyjagd sagt:

      Ja richtig 🙂 , die haben auch einen Teeduft, danke für die Ergänzung! Ich habe ihn vor längerer Zeit mal geschnuppert. Eine Rauchnote hat er nicht, soweit ich mich erinnern kann, aber das hat der von Occitane auch nicht.

  • Fayet sagt:

    Das klingt herrlich, und ein wenig so, als ob das mein Parfum sein werde. Da ich aber Düfte nicht im Internet bestelle, und mir der Preis des ganzen Flakons wohl zu heftig sein wird, werde ich den Tipp von „Ute Maria“ oben mal ausprobieren und an „Thé vert“ von Bulgari schnuppern. Von L’Occitane gibt es auch einen Duft namens „Thé vert“, den ich im Sommer als solid perfume nutze – ich bin gespannt auf den Bulgari Duft! Da muss ich gleich mal zur Pafumerie stiefeln.

    • beautyjagd sagt:

      Ich glaube, dass die beiden Düfte eher den Fokus auf „frisch“ haben. Das ist der von der Parfumerie Générale auch, aber diese Rauchnote macht ihn noch aparter. Bei Aus Liebe zum Duft kann man übrigens auch sehr bequem Pröbchen bestellen, man muss da also nicht die Katze im Sack kaufen 😉 . Aber teuer ist die Hyperessence leider …

  • keimonish sagt:

    Meine Begeisterung für den Duft hielt sich bis zu diesem Zeitpunkt in Grenzen….

    :-D…lustig 🙂

    Wieder sehr schöne Duftbeschreibung, die mir sagt, dass Du es schon ganz schön umsetzen kannst, auf die „kleinen Dinge des Lebens“ zu achten 🙂 und Deine Sinne werden dabei geschärft. Ich liebe Düfte…. aber so detailliert wie Du, kann ich sie nicht wahrnehmen bzw. beschreiben:-) Schön !, gefällt mir.
    Ich habe letztens entdeckt, dass ein kleiner Laden mit Produkten von L’Occitane eröffnet hat und ich hab mal ein bisschen gestöbert. Da werde ich nochmal hingehen und nach Teedüften schnuppern 🙂

  • Jana sagt:

    Julie (ist das dein Name?), ich will sie alle haben, schon jetzt! Ich will alle Proben, die du dir mit schlafwandlerischer Sicherheit ausgesucht hast. Meine Güte, das sind ja richtige Flaschengeister! Kaum kommen sie raus, entfalten sie eine ganze Welt voller Bilder Geschichten.

    • beautyjagd sagt:

      Ja, Julie ist richtig 🙂 . Und vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar! Ich freue mich echt sehr, wenn die Bilder, die mir einfallen, auch bei dir im Kopf welche auslösen. Bin selbst schon gespannt auf den nächsten Duft 🙂 .

  • Andreea sagt:

    Zu meinem Entsetzen bin ich süchtig nach einem bestimmten grünen Tee: Lebensabum Earl Grey grün. Dieser Duft, die herben Noten, die Bergamotte, ich habe keinen Ersatz dafür gefunden. Und auch keinen ähnlichen Duft.

    Ich habe mir allerdings Sublime Balkiss gerade selbst geschenkt und empfhele jedem Chypre Fan und jedem Bergamotte Fan den Duft zu versuchen. Sehr modern und sehr schlank und sehr bravourös.

    Als Probe gab es Th#e d’Éte von LAP und ich glaube, der ist was für Teefans die eher leichte Noten bevorzugen, mit Jasmin. Der Tea for two von LAP ist eher süss (schwarzer Tee).

    Ich komme auf den Teegeschmack, und bin gespannt auf weitere deiner Rezensionen – Rose suche ich auch noch 😉

    • beautyjagd sagt:

      Sehr gutes Geschenk an Dich selbst! Ich kenne den Duft nur von Beschreibungen, aber ein Chypreduft von Celine Ellena klingt gut 🙂 . Werde ich auf jeden Fall auch mal testen. Und ich liebe Earl Grey-Tee auch sehr.

  • Anna sagt:

    Ich habe jeweils ein Pröbchen von Tonkamande und Pralines de Santale. Wenn ich dran schnuppere, finde ich sie gar nicht so toll. Sie entwickeln sich aber so schön auf meiner Haut, dass ich nicht aufhören kann, meine Handgelenke zu schnuppern. Ich bin am überlegen, mir einen der beiden zu kaufen. Allerdings weiß ich nicht welches und wenn ich an 95€ für ein Parfum denke, bekomme ich Bauchschmerzen. 🙁

    • beautyjagd sagt:

      Die Preise sind schon sehr teuer. Aber ich mag spannende Parfüms mit einer Entwicklung auch viel lieber als die gängigen Düfte. Dazu passt ja auch deine Erfahrung mit dem Schnuppern am Tester und dann aufgetragen an den Handgelenken. Vielleicht könntest Du dir einen davon zum Geburtstag wünschen? Liebe Grüße

  • Anna sagt:

    Danke für Deine Antwort. 🙂 Mein Geburtstag ist leider erst im Dezember und die Gefahr, dass das Parfum dann vergriffen sein wird, ist relativ groß. Es handelt sich um eine limitierte Edition, von der in Dtld, Ö, und der Schweiz insgesamt nur 120 Stück existieren. Vermutlich werde ich mir das Parfum aber zu meinem Auszug im August gönnen…und dann nur zu Geburts- und Feiertagen tragen. 😉

    Es wird übrigens Tonkamande. Hach, ich bin verliebt. Und ich wollte die Probe erst gar nicht mitbestellen…. 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Das hört sich ja gut an, bis August ist es nicht mehr lange hin 🙂 ! Und die Duftbeschreibung von Tonkamande klingt auch gut. Bestimmt trägst Du ihn öfter, und wenn er dir so gut gefällt, dann rentiert sich auch der Preis 🙂

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