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Beauty-Blogs, Feminismus und Nerds

Über Jahre habe ich mich nicht getraut, einen Beauty-Blog zu eröffnen. Trotzdem habe ich fast jeden Tag zum Thema Kosmetik im Internet recherchiert, in Foren und auf Blogs gelesen, Seiten wie Pink Melon oder Cosmoty verfolgt.

Ich habe im Grunde also nichts anderes getan als heute: Auf Reisen hatte ich Beauty-Produkte im Visier, und zu Hause bin ich LEs  nachgejagt. Meine Funde zu bebloggen, das konnte ich mir jedoch nicht vorstellen.

Grund für mein passives Verhalten war eine Art Scham, über die ich mich mittlerweile nur wundern kann. Ich hatte immer den Gedanken im Kopf, dass sich eine fortschrittlich denkende und moderne Frau doch nicht so sehr für Beauty interessieren darf. Sollte ich mich nicht eher den Themenfeldern Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Kultur widmen?

Erst auf einer längeren Reise, mit etwas  Abstand zu meinem vorigen Leben, konnte ich mich überwinden und habe diesen Blog gestartet. Seit über einem Jahr blogge ich nun wie wild und stehe zunehmend zu meiner Leidenschaft.

Hochgezogenen Augenbrauen und skeptischen Nachfragen begegne ich nun mit Schwung und Begeisterung, so dass den meisten Menschen nichts anderes übrig bleibt, als ihre Vorurteile (zumindest für kurze Zeit) über Bord zu werfen.

Mittlerweile habe ich festgestellt, dass mich eine geschlechter- und gesellschaftsspezifische Bewertung von Themen daran gehindert hat, das zu tun, was mir persönlich gefällt. Es ärgert mich, wenn ein Interesse an Technik oder Wirtschaft generell höher als ein Faible für Beauty eingeschätzt wird.

Entgegen dem allgemeinen Vorurteil geht es in vielen Beauty-Blogs nicht um eine oberflächliche Beschäftigung mit dem Thema Kosmetik. Wer z.B. Magis detaillierte Posts über Lidschatten oder Highlighter liest, bemerkt, dass hier ein Profi am Werk ist, der tief in seinem Hobby versenkt ist.

Für mich weisen gut gemachte Beauty-Blogs ein Merkmal auf, das in unserer Gesellschaft anscheinend eher mit Männern verbunden wird: Ich würde die Macherinnen als Nerds bezeichnen (den Begriff meine ich positiv! Schließlich gehöre ich auch dazu ;) .)

Es geht vielen Bloggerinnen eben gar nicht darum, sich aufzuhübschen und Männern zu gefallen (das kann natürlich ein netter Nebeneffekt sein). Sondern es geht um ein wunderbares Hobby, über das man Gleichgesinnte trifft, eine Fachsprache entwickelt, in verschiedene Rollen schlüpfen und ein wenig spielen kann.

Ich bin generell davon überzeugt, dass ein intensiv gepflegtes Hobby vor Langeweile und Stress im Leben schützt. Leidenschaft für ein Thema hält Menschen nicht nur lebendig, sondern stärkt auch bei (emotionalen) Krisen. Es ist toll, etwas nur für sich zu tun und daraus Befriedigung zu erfahren.

Zudem betrachte ich das Thema Beauty nicht losgelöst von politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Fragen. Das geht gar nicht anders, denn mein Interesse für das Thema Beauty ist schließlich nur eine meiner vielen Facetten, die mich erst alle zusammen ausmachen.

Nach all diesen Gedanken verknüpfe ich Beauty-Bloggen nun nicht mehr automatisch mit einem rückständigen Frauenbild. Eher im Gegenteil. Ich werte nicht mehr ab, was mir und anderen Frauen (sowie einigen Männern) sichtlich Spaß macht. Denn wie sollen andere Menschen sonst meine Leidenschaft – und damit mich – ernst nehmen?

Ich möchte hier noch zwei Posts verlinken, die mich zum Nachdenken angeregt haben. In Doofe Schminktussi oder was beschreibt Jettie bildlich die Vorurteile, die Beauty-Bloggerinnen regelmäßig begegnen. Im weiteren Sinne hat mich auch Pseudoerbses Post Wege und Ziele zu meinem Statement hier inspiriert.

Nun interessiert mich eure Meinung zum Thema Feminismus und Beauty-Blogs! Wie reagiert euer Umfeld darauf, dass ihr Beauty-Blogs lest (oder selbst schreibt)? Könnt ihr dieses Schamgefühl verstehen, das mich so lange verfolgt hat? Und hat sich jemand mit Gender Studies auseinandergesetzt und kann dazu was sagen?

  

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Beauty-Notizen 15.3.2013
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89 thoughts on “Beauty-Blogs, Feminismus und Nerds
  • Ich kann deine Fragen zwar nicht beantworten, da ich selbst erst seit kurzem ein Beauty-Blog verfolge und mich in dem Kreis nicht sehr auskenne. Trotzdem muss ich sagen, dass ich dein Blog sehr gut finde, deine Beiträge gerne lese und gerade deine Gedanken in diesem Post sehr gut nachvollziehen kann! Gut, dass du dein Schamgefühl über Bord werfen konntest und dir egal war, was andere denken. Mir fällt letzteres oft schwer, aber ich übe fleißig daran :)

  • vrenivren sagt:

    Ich kann dich auch absolut verstehen, da es mir oft ähnlich geht. Die meisten meiner Bekannten wissen nicht, dass ich einen Blog habe, in dem es (auch) um Beauty – Themen geht, da ich keine Lust auf große Diskussionen und schiefe Blicke habe, wenn es um das Thema “Hobbies” geht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man eben schnell als “doofe Tussi” abgestempelt wird, die nichts anderes kann und im Sinn hat, als sich die Nägel zu lackieren. Für viele scheint es unvereinbar, intelligent zu sein und sich aber gleichzeitig für Beauty und Co. so zu interessieren. Mir ist das aber egal :) Ich gehe habe mich vur kurzer Zeit dazu entschlossen, meinem Hobby trotzdem nachzugehen und mich nicht dafür zu rechtfertigen. ;) Toller Artikel jedenfalls, konnte mich komplett in dich hinein versetzen.

  • Schneizel sagt:

    Ich bin erstaunt, dass man heute diesen Vorurteilen begegnet – ich nehme meine Umwelt ganz anders wahr, nämlich eher von Äußerlichkeiten und einem gnadenlosen Perfektionismus, was das Äußere angeht, geprägt. Das nehme ich grade bei jüngeren Frauen wahr. Welche dann andere Frauen ebenso gnadenlos begutachten wie die eigene Erscheinung. Und akribische Beschäftigung mit Kosmetik gehört da geradezu dazu.

    Nun bin ich auch schon fünfzig… unsere Generation urteilte eher so wie das, was du beschreibst. Ist das nicht inzwischen durch? Ich finde eher, dass es inzwischen eine anti-intellektuelle Tendenz unter Frauen gibt. (Aber nicht nur unter Frauen) Bloß nicht zu ernsthaft sein, nicht zu viel lesen, in der Schule bloß kein Streber sein und so weiter. Ich kenne eher ein Schamgefühl, weil ich eben *nicht* so perfekt zurechtgemacht bin, da mir das Handwerk fehlt…

    • beautyjagd sagt:

      Oh ja, den Druck optisch perfekt sein zu müssen, den kann ich auch feststellen! Interessanterweis führte dieser Äuérlichkeitswahn wahrscheinlich in meinem Umfeld dazu, dass man alles, was mit Schminke und Pflege zu tun, ablehnte. Die Diskussion, ob “richtige” Feministinnen sich eigentlich schminken “dürfen”, passt ebenfalls dazu. Ich plädiere dafür, dass jede Frau selbst entscheidet, was sie möchte – und sich nicht von gesellschaftlichen Bildern beeinflussen lässt – weder in der einen, noch in der anderen Richtung.
      PS: Deinen Kommentar werde ich auch zum Anlass nehmen, demnächst etwas über das Thema Schönheit/Perfektion/Frauenbild/Selbstbewusstsein etc zu schreiben *Notiz ist gemacht*

      • Schneizel sagt:

        Oh, ich freue mich auf den angekündigten Post und kriege einen knallroten Kopf… Und klar haben wir auch das Recht dazu, ungeschminkt rumzulaufen, ohne dass wir doof angesehen werden, wäre ja noch schöner…

  • schneevante sagt:

    Mit diesem Posting sprichst du mir aus der Seele.
    Ich habe selbst einen Nagellack-Blog, und das hat in meinem Kopf schon immer nicht gut zu meiner wissenschaftlichen Karriere an der Uni gepasst.

    Dann ist es mir beim Rumspielen an den Einstellungen einmal passiert, dass plötzlich mein neuestes Blogposting auch auf meinem privaten Facebook-Account gepostet wurde – alle meine “Real-Life-Freunde” konnten plötzlich sehen, was ich die letzten 2 Jahre recht erfolgreich verheimlicht hatte.

    Nach einem kurzen Schweißausbruch entschied ich mich, das Posting auf Facebook zu lassen und fühlte mich befreit. Die meisten Reaktionen auch von meinen Wissenschafts-Kollegen waren viel positiver, als erwartet.

    Das ging sogar so weit, dass eine Kollegin mir “beichtete”, dass sie auch ein Faible für Lidschatten hat.

    Trotzdem hänge ich mein Hobby nach wie vor nicht an die große Glocke, schäme mich in manchen Situationen davor und das alles genau aus den Gründen, die du so schön beschrieben hast.

    Aber ich bin froh, dass ich es jetzt zumindest nicht mehr verstecken muss, und rate allen, die in einer ähnlichen Situation sind, es auch nicht zu verstecken.

    Vielen Dank für diese tolle Gedanken-Anregung!

    • beautyjagd sagt:

      Ja, vielleicht ist es genau das: In einem akademischen Umfeld traut man sich es nicht so schnell, mit so einem “oberflächlichen” Hobby hausieren zu gehen. Schließlich will man ja als Wissenschaftlerin ernst genommen werden. Ich denke übrigens auch, dass das Verstecken einer Leidenschaft auf Dauer zuviel Energie kostet.

  • icyece sagt:

    Beauty-Blog ist ja auch nicht gleich Beauty-Blog. Einige meiner Lieblingsbloggerinnen in dem Bereich (da gehörst du auch dazu ^^) zeigen bereits durch Ihre Ausdrucksweise, dass was geschrieben wird auch kritisch durchdacht ist. Da steckt auch sehr viel redaktionelles Talent dahinter und setzt natürlich eine gewisse Reife und Intelligenz voraus. Es ist einfach eine runde Sache. :) Schwer zu beschreiben.. Der Mehrwert liegt also nicht unbedingt darin, dass ihr über Beauty berichtet, sondern darin, WIE ihr berichtet, dass es auch für Leute wie mich interessant wirkt.

    Du könntest jetzt auch über komplett andere Dinge schreiben und ich hätte Gefallen daran :p

    Anders sieht es aus, wenn von Bloggern einfach “immer dasselbe” gepostet wird. Ein neuer Nagellack mit einem verkrüppelten Satz dazu. Oder manch Fashion-Blogs, wo ich wenig Selbstreflektion sehe oder Zeichen von Interesse an ganz anderen wichtigen Gebieten gänzlich fehlen. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache…

    Allerdings finde ich es schon “lobenswerter”, wenn jmd mehr Interesse an Technik, Kultur usw. zeigt. Denn die Bildung in Deutschland ist ja eh schon mau und ein bisschen weniger “Oberflächlichkeit” in der Gesellschaft ist ja auch nicht verkehrt. Gut geschminkt sein und schöne Kleidung anziehen kann ein Hobby sein, aber sollte vielleicht nicht zum Maßstab für Selbstständigkeit, Erfolg und Glück sein… bzw generell sooo erstrebenswert.

    • beautyjagd sagt:

      Danke natürlich erst mal für das Kompliment, dass ich auch über andere Dinge schreiben könnte, und du es lesen würdest ;) :) . Wahrscheinlich trifft genau diese Aussage den Nagel auf den Kopf: Ich nehme das Thema Beauty und beschreibe damit meine Sicht der Dinge.

    • Klara sagt:

      DANKE – perfekt in Worte gefasst, was mich auch hier hält und Julies tägliche Posts erwarten lässt…. *g*
      womit sich wieder zeigt: jemand, der etwas gerne macht – mit Leidenschaft – macht es automatisch gut.
      Egal ob Mann oder Frau. *g*

  • Birgit sagt:

    Ich kann Dich sehr gut verstehen.

    Die Beautyszene der Frauen lässt sich vielleicht ein ganz klein wenig mit der Autotuningszene bei Männern vergleichen. Damit will ich niemanden beleidigen, es geht mir um die Vorurteile, denen beide Bereiche ausgesetzt sind. Ganz egal ob berechtigt oder nicht.

    Auch wenn ich kein Blog habe, so bin ich durch meine Kosmetikleidenschaft im Familien- und Bekanntenkreis vielen Anfeindungen oder zumindestens abfälligen Bemerkungen ausgesetzt.
    Und dann ständig das Argument der Kosten. Was soll das? Rechne ich hoch wieviel andere für Tennisschläger, Markenklamotten, Zigaretten, Skiurlaub oder künstliche Fingernägel ausgeben? Nein, mache ich nicht.

    Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, daß ich schon eine gute Bekannte anlässlich Ihrer Hochzeit schminken durfte. Endlich mal Bestätigung.

    Ich habe das zwar schonmal geschrieben, hier aber gerne nochmal:

    Dein Blog ist eine große Bereichung, gerade wegen des großen Naturkosmetikanteils. Der kommt bei den hunderten anderer Blogs meist zu kurz.

    • beautyjagd sagt:

      Jaaa, der Vergleich ist super ;) :) ! Sicher gibt es auch unter den Autotunern Männer, die nicht auf den Kopf gefallen sind. Und eigentlich wäre es schade, wenn man “nur” wegen Vorurteilen nicht seinen Neigungen nachgehen würde – denn das würde ja genau dazu führen, dass die Beauty-Szene (und die Tuning-Szene ;) ) nur von den Leuten betrieben wird, die ins das Klischee passen.
      Und vielen Dank für deine nette Worte zu meinem Blog :)

      • Birgit sagt:

        Gern geschehen.

        P.S.:
        Und ich bekenne mich schuldig, manchmal Autotuner ein klitzekleines bißchen zu belächeln.

  • Schneizel sagt:

    PS. Ich habe kein eigenes Blog, lese aber täglich ganz viele, und wer davon erfährt, findet das eher interessant und gut als irgendwie verwerflich. Habe noch nie eine negative Reaktion gehört. Nicht ein einziges Mal. Weder von Männern noch von Frauen.

    Allerdings gibt es auch Tussen und dumme Nüsse, sogar unter den Beautybloggerinnen, und das gar nicht mal selten. Nun ja, die les’ ich dann einfach nicht. Weil ich mich sonst ärgere, dass die Klischees manchmal wahrer sind als das Leben selbst.

  • Go, Beauties, go! :-)

    Etwas ernsthafter: wofür sollten sich diejenigen schämen die ein Hobby haben, dass ihnen Spaß macht und bei dem sie auch noch gut aussehen? Klar gibt es immer noch Männer, die mit dem ganzen “Kram” nichts anfangen können. Aber andererseits sollten die mal ihr eigenes Frauenbild überarbeiten. ;-)

    Ich finde die Beschäftigung mit Beauty und Co. (insbesondere Naturkosmetik) zeugt von Reife und Selbstreflektion. Das mögen hochtrabende Worte sein, aber es geht doch darum: es ist einem nicht egal wie man aussieht und wie man auf andere wirkt. Ergo: der soziale Mensch kümmert sich um sein Aussehen. Das sollte eigentlich das natürlichste der Welt sein.

    Und wenn man sich mit einem neuen Lippenstift/Lidschatten/was-auch-immer gut/besser fühlt: super! Und wenn man dann noch nette Leute kennenlernt die dieses Hobby mit einem teilen: umso besser! Manche (Männer) müssen sich dafür ein neues Auto kaufen – das kann _ich_ nicht nachvollziehen. :-D

    Also hört auf Euch zu schämen. Dafür gibt es keinen Anlass.

    Viele liebe Grüße aus Mainz
    Die Naturdrogerie

    • beautyjagd sagt:

      Es sind ja gar nicht nur Männer, die mit dem Kram nichts anfangen können. Auch Frauen finden das manchmal lächerlich – aber wie gesagt, das Vorurteil, dass ich doof bin, nur weil ich einen Beautyblog führe, entkräfte ich mittlerweile ziemlich schnell ;) :) .

      • Ja, mein Kommentar kam vielleicht etwas einseitig rüber. Streichen wir einfach “Männer” und ersetzen es in dem Satz durch “Leute”. ;-)

        Vorurteile sind eh doof. Auch wenn wir alle nicht frei davon sind.

        Liebe Grüße aus Mainz
        Die Naturdrogerie

        PS [extrem Offtopic]: Endlich kam die Auftragsbestätigung von Florascent. *freu*

      • beautyjagd sagt:

        *zustimm* Selbstverständlich bin ich auch nicht frei von Vorurteilen, aber mir ist bewusst, dass man durch zu viele Schranken im Kopf viele tolle Dinge verpasst.
        (OT weiter: Juhu, auf die japanischen Düfte freue ich mich schon sehr)

  • Ich erkenne mich da voll wieder*Speiegel vorhalt* Ich habe mich anfänglich sogar geschämt…und in meinem Freundeskreis &Familienkreis nichts erzählt. Es ist mein Mann, der meinen Blog fleißig bewirbt, sogar bei Arbeitkollegen…Männer!!! Die haben widerum begeistert reagiert und sich den Blog auf der Abeit angekuckt mit dem Kommentar: Muss ich meiner Frau unbedingt mal zeigen. *hahaha* ich glaube es nicht.

    Selbst meiner besten Freundin habe ich es nicht erzählt…sie hat es auch von meinem Mann erfahren, da dieser auf seinem (Reise) Blog mich verlinkt hat., wovon ich nichts wußte. Ich glaube sie war zuerst ziemlich geschockt, weil sie mir niemals einen Beautyblog zugetraut hätte, jedes andere Thema, ja. Nun liest sie wohl regelmäßig und gelegentlich kommen dann so Liebkosungen, wie mein Glitzergirl :-) ….dabei bin ich das gerade gar nicht und das weiß sie auch, aber vielleicht genau deshalb*lol*

    • beautyjagd sagt:

      Mir hätte man wahrscheinlch auch alles, aber keinen Beautyblog zugetraut. Schon seltsam. Ich kann dich also sehr gut verstehen und finde es toll, dass dein Mann so begeistert davon ist.

  • sati sagt:

    Hallo liebe Julie,
    normalerweise bin ich nicht groß im Kommentieren, aber hier stimme ich so sehr aus vollem Herzen zu, dass ich mich auch mal zu Wort melden muss. Ich hatte erst am Wochenende eine Diskussion zu einem ähnlichen Thema und bin in diesem Zusammenhang nochmal auf folgenden Artikel gestoßen, den ich vor einigen Monaten entdeckt hatte, und den ich jetzt auch mal mit Dir teilen möchte:
    http://freethoughtblogs.com/greta/2011/09/02/fashion-is-a-feminist-issue/
    Es geht hier nicht explizit um Beauty, sondern um Mode – die Argumentation lässt sich aber denke ich genauso auch auf Kosmetik anwenden.
    Liebe Grüße aus Berlin,
    sati

    • beautyjagd sagt:

      Der Artikel ist toll, und die sich darunter anschließende Diskussion auch! Deswegen vielen Dank fürs Teilen :)

    • Andreea sagt:

      Liebe Sati, danke für diesen Link!

      ich zitiere hier:
      “So again: Fashion is one of the very few forms of expression in which women have more freedom than men.

      And I don’t think it’s an accident that it’s typically seen as shallow, trivial, and vain.

      It is the height of irony that women are valued for our looks, encouraged to make ourselves beautiful and ornamental… and are then derided as shallow and vain for doing so. And it’s a subtle but definite form of sexism to take one of the few forms of expression where women have more freedom, and treat it as a form of expression that’s inherently superficial and trivial. Like it or not, fashion and style are primarily a women’s art form. And I think it gets treated as trivial because women get treated as trivial.”

      Das muss frau schon fast nicht mehr ergänzen…

      • beautyjagd sagt:

        Der letzte Satz aus diesem tollen Zitat ist ein Gedanke, der mich in letzter Zeit öfter beschlichen hat.

      • sati sagt:

        Sehr gerne! Genau die Passage, die du hier zitierst, schicke ich inzwischen auch einfach per email als Nachtrag zu Diskussionen um solche Themen…

  • Jo sagt:

    Ich bin auch Beautybloggerin und hab mich auch oft mit dem Thema auseinandergesetzt-zugegeben “schäme” ich mich bei manchen Leuten ein wenig für meine Leidenschaft, weil ich mir oft viel zu viele Gedanken mache was diese Leute über mich denken, ich möchte nicht mit einer oberflächlichen Klischeetussi assoziiert werden, die sich mit Begeisterung Schminke ins Gesicht spachtelt.

    Aber eigentlich ist das völlig bescheuert. Make-up ist halt meine Leidenschaft und mein Hobby geworden und das Beautybloggen gehört nun zu mir- es gibt so viele andere Hobbys, für die man so viel Zeit und Geld mit Vergnügen aufopfert.
    Es ist einfach eine Art kreativ zu werden, Leute zu verschönern, einige Mackel zu korrigieren oder man kann sogar ein wenig in den maskenbildnerischen Bereich gehen :)
    In der Bloggercommunity fühlt man sich schnell wohl, da man unter anderen Beautynerds ist und der Austausch Spaß macht und man doch auch gerne gelobt wird, wenn einem das Make-up gelungen ist. Bei meinen Freundinnen bin ich auch immer “Beraterin” wenn es um Kosmetikfragen geht und ich durfte schon einige von ihnen für besondere Anlässe schminken, was mich wirklich freut :)

    Wer Spaß an Make-up hat ist nicht gleich eine oberflächliche, unterbelichtete Tussi- vorallem viele der “großen” Bloggerinnen studieren oder sind beruflich erfolgreich. In vielen von ihnen stecken auch kleine Künstlerinnen, bei dem was sie aus sich und anderen holen können :)
    Ich finde es schade, dass man so schnell damit abgestempelt wird, wenn man sich für Kosmetik interessiert- das sind halt die Gründe warum es mir bei bestimmten Menschen (besonders Kerlen) schwerfällt dazu zu stehen.

    So genug zugetextet ;)
    Liebe Grüße
    Jo

    • beautyjagd sagt:

      Mir ist es auch nicht leicht gefallen, zu meinem Faible für Beauty zu stehen. Aber irgendwann fand ich es seltsam, dass das, was mich über Jahre (Jahrzehnte) so beschäftigt, nur wenigen Menschen aus meinem Umfeld bekannt war. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht so schnell schräg angesehen wird, sobald man mit Selbstbewusstsein zu sich (und seinem Hobby) steht. Liebe Grüße :)

  • Fayet sagt:

    Hatten wir so eine Unterhaltung nicht mal per PM..? Ich erinnere mich dunkel. Jedenfalls wiederhole ich gerne, was ich auch damals gesagt habe: Ich lese deinen Blog vorwiegend, weil Du eine intelligente Frau bist, die einen intelligenten Blog über ein interessantes Thema schreibt. So.

    Es ist ein altes Klischee, das schöne Frauen nicht klug sind und aufgebrezelte Frauen sich nur für Männer anmalen. Hatten wir alles schon. Leider hat sich daran wenig geändert. Gerade in Wissenschaftskreisen ist es ja beinahe schon verwerflich, sich die Nägel zu lackieren oder ein dezent geschminktes Auge vorzuführen. Warum? Wenn ich es wüßte. Vielleicht hat “man” zuviel Angst vor klugen und schönen Frauen?

    Gräßlich allerdings das Klischee der Feministin in der lila Latzhose. Feminismus kann und darf sexy sein, finde ich.

    Ich freue mich auf den Artikel zum Thema Schönheit..

    • beautyjagd sagt:

      Ja, wir hatten das Thema auch mal in unseren PMs angesprochen, es beschäftigt mich ja schon eine ganze Weile. Danke schön für das Kompliment, das höre ich auch gern ein zweites Mal ;) :) !
      Vielleicht sind in auch wissenschaftlichen Kreisen noch immer zu viele Männer unterwegs und bestimmen deswegen die Spielregeln, also auch das Äußere?

  • Babusch sagt:

    Sehr schöner Text und interessante Kommentare, habe ich gerne gelesen und finde es sehr gut, dass Du das mal geschrieben hast!

  • Ich schminke beruflich, bei mir ist also vermutlich kaum mit vollständigen Sätzen zu rechnen… ;-)

    „Schönheit“ ist durchaus kein oberflächliches Thema, ganz im Gegenteil, ein großer Teil des individuellen Selbstwertgefühls wird durch das Aussehen einer Person definiert. Und Aussehen ist auch wiederum etwas, worüber uns andere definieren, man denke nur an die (optische) Zugehörigkeit zu einer bestimmten Szene (Gothic, Nerd, Öko, Tussi, Fetisch etc.)

    Schade, dass irgendjemand sich schämt, weil er/sie mit Spaß, Leidenschaft und Begeisterung und unter Einsatz persönlicher Ressourcen eine Sache tut, die niemandem schadet, sondern ganz im Gegenteil die Welt zu einem (im wahrsten Sinne des Wortes) schöneren Ort macht.

    Ich finde es toll, dass es Mädels wie euch (und mit „Mädels“ meine ich sämtliche Altersklassen) gibt, die sich mit so viel Verve über Produkte, Hersteller, Inhaltsstoffe, Farben, Texturen etc. auslassen! Ich bin sehr dankbar dafür, denn wenn man sich beruflich täglich mit Make-up beschäftigt (und beschäftigen muss), ist das sehr hilfreich! :-)

    @Sati: Ein sehr lesenswerter Artikel, ich würde die gleiche Stelle zitieren wie Andreea, besonders diesen Absatz: “It is the height of irony that women are valued for our looks, encouraged to make ourselves beautiful and ornamental… and are then derided as shallow and vain for doing so.”

    Ach, und eins noch: Wer Sätze sagt wie sie Jettie beschreibt („Schminke ist dein Hobby? Kannst du auch was anderes? Hat es nicht für mehr gereicht? Bist du doof? Wieso liest du nicht ein Buch stattdessen? Wer liest denn so einen Scheiß?“) offenbart damit doch nur den eigenen ein wenig beschränkten Horizont… ;-)

    • beautyjagd sagt:

      Ha, dafür hast du aber viele Sätze zustande gebracht ;) !
      Irgendwie ist es schon irre, dass einerseits in der Gesellschaft ein bestimmtes Aussehen gefordert wird, es aber andererseits wiederum abgelehnt wird, dass Schminken/Kleidung eine Art des Ausdrucks von sich selbst ist – was man eben an den von dir aufgelisteten Gruppen wie Gothic/Öko/etc gut sehen kann.

  • Erst mal Kompliment für den Beitrag! Ich finde es super, mal einen Schritt zurückzutreten und zu gucken, was man da eigentlich so macht.

    Ich kann dein “Schamgefühl” auf jeden Fall nachvollziehen, ich stehe dem Thema “Beauty” auch mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits ist es für mich eine Form von Selbstausdruck mir Farbe ins Gesicht zu malen. Ich kann mich damit selbst gestalten und dieser ganzen Idee von angeblich so “natürlicher” Schönheit einfach mal entgegenlaufen; also quasi Mutter Natur austricksen. ;-)
    Andererseits muß man sich schon klar sein, daß man damit beim allgegenwärtigen “Spieglein-Spieglein an der Wand”-Spielchen mitmacht. Weibliche Identität wird immer noch zu einem sehr großen Teil über Attraktivität definiert, während andere “Tugenden”, z.B. etwas zu “können” männlich konnotiert sind. Wenn man so will bewegt man sich mit einem Beautyblog also innerhalb eines klassischen Genderverhältnisses.

    Nun muß man ja nicht völlig negieren, daß man sich als Frau fühlt, als Frau sozialisiert ist. Man sollte nur m.E. kritisch reflektieren, wie weit man sich auf die Klischees einlassen will (und von mir aus ein Leben als Carrie Bradshaw-Kopie leben) und wie sehr man versucht, diese vorgefertigte Bahn von Schuh-, Handtaschen- und Lippenstift-Begeisterung zu verlassen und eine “gebrochenere” Herangehensweise für sich zu entwickeln.

    Damit einher geht ja auch überhaupt eine kritische Einstellung zu Körpernormativität. Es gibt so viele Frauen, die sich unzulänglich fühlen, weil sie glauben körperlich mangelhaft zu sein (zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, zu groß- oder kleinbrüstig, die Liste ist endlos.)
    Dazu auch empfehlenswert ist der Film “Killing us softly” – ich such gleich noch mal den Link dazu raus.

    In a nutshell: Ich glaube die Frage ist einfach ambivalent und daher ist es auch gut, nicht zu versuchen, das in eine Richtung – also entweder gut oder böse – aufzulösen. (So Konflikte auszuhalten liegt eben in der Sache selbst.)

    Nebenbei: Sich mit Inhaltsstoffen zu beschäftigen fällt IMO z.B. schon aus dem üblichen Bild von Kosmetikbegeisterung raus, weil es eine Aneignung von Grundkenntnissen der Chemie voraussetzt.

  • PS: Hier noch der Link zu “Killing us softly”: http://youtu.be/E4-1xCf3I7U

    • beautyjagd sagt:

      “Gebrochene Herangehensweisen” werden für mich immer mehr zum Weg, in dieser Ambivalenz sogar eine Chance zu sehen. Je mehr ich mir meiner eigenen Freiheit bewusst werde, um so mehr ist es mir auch möglich, das Thema Beauty auf dem Blog nicht nur in vorgegebenen Bahnen zu beleuchten (und z.B. auch mal das Thema Körpernormativität zu sprechen.) Danke für den Link, Jean Kilbournes Vortrag ist sehr erhellend, wenn es um die mediale Darstelllung der Frau geht.

  • Andreea sagt:

    Es wurde schon alles gesagt, aber nicht von jeder :-)

    Im Ernst: Ich bin ein Nerd.

    Und ich sch***e auf Leute, die mich für dumm halten.
    Generell gilt:
    Ich gelte lieber als arrogant; ich gelte lieber als oberflächlich; ich gelte lieber als dumm als eben zu viel darauf zu geben, was Leute denken können, die mich nicht interessieren brauchen.

    Im Bezug auf Beautyblogs: Na und? …ich habe durch mein Hobby Geld verdient, Jobs bekommen und bin berühmt. Klar gibt es im Bezug auf Beauty keine Anerkennung und schon gar nicht als Social Change Agent der frau potentiell ist, aber hey, mir muss niemand erlauben zu tun, was ich tue.

    ABER:
    Ich sehe jedoch zunehmend eine Gefahr für die intellektuellen BloggerInnen (die wenigen, oder wie sehe ich das?!), namentlich dass sie vergessen dass der Blog in erster Linie eine Möglichkeit der Kommunikation und des Ausdrucks ist, und der sollte nun mal allen gegeben sein, auch denen ohne Bildung, Hirn, Schamgefühle oder Rechtschreibung.

    Denn das macht es eben wahrhaftig aus, und man sollte sich der Gefahr der Selbst-Überschätzung gelegentlich mal gegenwärtig sein. Ich nehme mich hiervon nicht aus *schnieff*

    • beautyjagd sagt:

      Deinen letzten Absatz verstehe ich leider nicht ganz. Meinst Du damit, dass nicht nur “gebildete/intellektuelle” Frauen bloggen sollen? Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit, denn unterschiedliche Ansätze machen die Bloggerwelt doch erst bunt und vielfältig.

      • Andreea sagt:

        Ich meine, dass wir studierteren ?! gebildeteren und älteren BloggerInnen nicht arrogant werden dürfen. Klar sind die “Kiddies” manchmal arg naiv, klar ist hier und da der Wunsch jemanden zu sagen: Dein Kind ins Netz zu stellen ist das Allerletzte, oder: Lies mal ein Buch.

        Alle sollen dürfen, ob sie es gut oder schlecht machen :-)

      • beautyjagd sagt:

        Gut oder schlecht würde ich noch nicht mal sagen, eben unterschiedlich! Die Bedürfnisse der Leserinnen sind ja schließlich auch verschieden, deswegen gibt es für jeden Anspruch auch unterschiedliche Blogs :) .

  • chezmatze sagt:

    Sehr schöner Artikel und ganz spannendes Thema. Was ich verblüffend finde: Die “konservative” Herangehensweise akzeptiert sehr wohl bei jungen Frauen die Beschäftigung mit der (eigenen) Schönheit. Zumindest so lange, bis der Beschäftigungszweck erfüllt ist, sprich der richtige, anständige, konforme, gut gestellte Mann damit erfolgreich becirct wurde. Wahrscheinlich ist dieser Ansatz für die Mehrheit der Frauen auf der Welt immer noch gültig, genau wie für den Mann immer noch gültig ist, dass er genügend Geld verdienen muss, um seine Rolle entsprechend ausfüllen zu können. Allerdings gibt es in allen Gesellschaften Abweichler (= Nerds), und verblüffenderweise dienen sie ja sogar der Stabilität der konformen Mehrheit (tolles Buch dazu übrigens von Henry Hemming, “In Search of the English Eccentric”).

    Dass dieser Nerdismus bei Männer eher als bei Frauen akzeptiert wird, könnte daran liegen (ist jetzt nur so eine Vermutung), dass man annimmt, die Frau sei allgemein ein sozialeres Wesen als der Mann. Das bedeutet, dass der Mann, der als Nerd seinen verstärkten Hobbies nachgeht, “nur” die soziale Komponente ein wenig vernachlässigt, die man bei ihm ohnehin nicht stark bewertet.

    Lustigerweise finde ich, dass gerade das Bloggen zeigt, wie man als Nerd nach draußen gehen und virtuellen Austausch haben kann, ohne dass das die Umgebung mitbekommt. Das ist so eine neue Nerd-Sorte, Nerd light sozusagen. Früher sind sich die Nerds immer nur alle Jubeljahre bei Märklin H0-Treffen und Ähnlichem begegnet. Gibt es für Euren Beauty-Nerdismus eigentlich eine echte Plattform, wo Ihr Euch austauschen könnt? Ich meine jetzt keine Messen, bei denen man nach Geschäftskontakten sucht, sondern so eine freie Nerd-Zusammenkunft.

    • beautyjagd sagt:

      Die freie Nerd-Zusammenkunft (hihi) wäre wahrscheinlich sowas wie das Fashion-Camp in Wien nur unter dem Fokus Beauty. Bisher laden ja nur die Firmen zu Beauty-Bloggertreffen ein, oder ein paar befreundete Bloggerinnen treffen sich mal. Aber so ein richtiges Beauty-Camp wäre schon eine feine Sache. Und eine interessante Theorie, weshalb noch immer eher Männer als Nerds akzeptiert werden.

  • Irit sagt:

    Ein schöner Beitrag (witzigerweise habe ich mir gestern auch Gedanken zum Bloggen an sich gemacht, kommt aber erst demnächst).

    Ich gehe sehr offensiv mit dem Thema um und meine gesamte Umgebung kennt mein Hobby. Ich arbeite in einer männerdominierten Branche, aber spätestens wenn ich unsere Zugriffszahlen erwähne, ist Schluss mit hämischen Kommentaren. Und dann habe ich festgestellt, dass so einige Männer “heimlich” mitlesen, sei es, um das passende Geburtstagsgeschenk zu finden oder sich mal so ganz allgemein zu informieren…

    Naja, und ganz ehrlich: wer mir dumm kommt, ist einen Kopf kürzer :-)

    • beautyjagd sagt:

      Ich glaube, dass einige Menschen erst bei den Zugriffszahlen von Beautyblogs klar wird, dass es sich nicht um ein lächerliches und nicht relevantes Hobby handelt. Deine selbstbewusste Einstellung finde ich sehr gut. Und ich freue mich schon auf deinen Post, da muss wohl gerade was in der Luft liegen :) !

  • Sun sagt:

    Hallo Julie,

    ein schöner Beitrag. Ich kann viele deiner Gedanken nachempfinden. Bevor ich die endgültige Entscheidung getroffen habe zusammen mit Mia über Beauty zu bloggen, habe ich mir Zeit gelassen darüber nachzudenken. Mia war damals eine der wenigen Person in meinem Freundes- und Bekanntenkreis mit der ich mich ausführlich über Kosmetik unterhalten habe. Inzwischen ist das ganz anders. Seit viele meiner weiblichen Freunde und Kommilitonen wissen, dass ich mich mit NK beschäftige, erzählen sie auch von selbst viel häufiger über Kosmetik oder befragen mich nach Inhaltsstoffen. Ich fühle mich manchmal schon regelrecht als Opinion-Leader^^
    Daher und auch weil bloggen (trotz des großen Aufwandes) so ein wunderbarer Stresskiller ist, bin ich inzwischen sehr froh mich für das Schreiben über NK entschieden zu haben.

    Die Reaktionen hängen (wie du es selbst auch schon erwähnt hast) unmittelbar damit zusammen wie man von seinem Hobby berichtet. Ich erzähle eigentlich immer recht selbstbewusst davon und dementsprechend sind die Reaktionen.
    Nur einer meiner männlichen Freunde hat anfänglich etwas merkwürdig reagiert. Er hatte mir (wie auch viele andere Bekannte) wohl eher einen Blog zu z.B. Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder Bio-Lebensmittel zugetraut. Er selbst schreibt einen Blog zu seiner (sportlichen) Freizeitbeschäftigung. Als ich ihm von unseren Klickzahlen berichtet habe, schlief ihm fast das Gesicht ein^^ Inzwischen findet er den Blog aber auch gut :)

    Trotz dieser allgemein eher positiven Reaktionen, würde ich zum Thema Beauty nicht unter meinem Klarname schreiben. Ich habe nämlich keine Lust darauf, dass ein Personaler später meinen Namen bei Google eingibt und dann auf dem Blog landet, um sofort vorurteilsbehaftet meine Bewerbung zur Seite zu legen. (Schade, dass man überhaupt erst über so eine Möglichkeit nachdenken muss.) Deine Variante mit dem Scann finde ich daher sehr gelungen. Gehe ich richtig in der Annahme, dass auch deine Gedanken in diese Richtung gingen als du deine Kontaktdaten eingescannt hast?

    Andererseits sehe ich den Blog auch als berufliche Chance. Wenn alles so klappt wie ich es mir vorstelle, dann werde ich später häufiger Texte formulieren müssen. Früher habe ich mich immer schwer getan und bin schnell in einen wissenschaftlichen und steifen Stil abgerutscht. Das Bloggen hilft mir schneller und routinierter kurzweilige Texte zu verfassen. Da ich es zudem nicht ausschließe (oder sogar bevorzuge) in der Bio- oder NK-Branche zu arbeiten, dienen meine Texte und mein Wissen eventuell sogar als wertvolle Referenz. Schließlich ist es bei der Bewerbung bzw. beim Einstellungsgespräch immer gern gesehen wenn man sich auch für die entsprechende Branche begeistern kann und sich sogar in seiner Freizeit damit auseinandersetzt :)

    Liebe Grüße
    °Sun

    • chezmatze sagt:

      Ich finde es interessant, dass Du nicht mit Deinem Klarnamen auftreten willst. Und zwar nicht etwa, weil Dich dann irgendwelche Hater nerven könnten, sondern weil ein Personaler Dich ablehnt.

      Ich muss zugeben, dass ich durch meine Dusseligkeit (mit meiner Yahoo-Mail) und durch ein argloses Forum es geschafft habe, dass mein Klarname mit meinem Blog verbunden wird, wenn man nur einigermaßen recherchiert. Ein Journalist hat mir dann gesagt, das müsste ich sofort stoppen und zu erklären versucht, wie das technisch geht.

      Ich habe darüber erst mal eine Weile nachgedacht – und es dann sein gelassen. Warum? Weil ich mich gefragt habe, worüber ich mich denn schämen müsste bei meinem Blog. Weil er qualitativ schlecht ist? Nein, da bin ich selbstbewusst genug. Weil ein Personaler eventuell… (Deine Befürchtung halt). Tja. Wenn ich ein Personaler wäre, würde ich diese Person gerade deswegen einladen, weil sie eventuell interessante Gedankenansätze hat, weil sie zeigt, dass sie eine Leidenschaft für etwas besitzt. Und warum sollte das im Beruf dann anders sein? Ein Unternehmen, das mich von seiner Auswahlliste streicht, weil ich mich intensiv für eine bestimmte Sache interessiere, zu dem hätte ich garantiert sowieso nicht gepasst. Ich würde dort nur unglücklich werden.

      Mit anderen Worten: Von selbst hätte ich meinen Namen und meinen Blog sicher niemals in Kombination gesetzt. Und einscannen würde ich den Namen beim Impressum vor allem wegen der ganzen Werbungs- und sonstigen Spam-Geschichten. Aber nicht wirklich, weil es mir peinlich ist. Nicht mehr.

      Ich glaube sogar, dass der Beautyblog-Bereich erst dann eine wirkliche Aufwertung erfährt (und entsprechend ernst genommen wird), wenn ein paar Protagonisten offensiv und mit echtem Namen als Beauty-Bloggerinnen auftreten. Okay, das soll jetzt kein persönlicher Aufruf sein ;). Aber vielleicht mal eine Anregung, wie man die Szene aktiv von Vorurteilen über sie befreien kann.

      • Sun sagt:

        Guten Morgen chezmatze :)

        Danke für deine Anregungen.
        Hm, nein – peinlich sind mir meine Beiträge sicher nicht. Wie erwähnt ist der Blog für meine Zukunft vielleicht sogar förderlich.
        Aber das muss eben auch ein Personaler so sehen. Da entscheidet ein einzelner Mensch (und eben leider nicht das ganze Unternehmen) darüber ob ich eingeladen werde oder nicht. Wenn genau dieser Mensch nun solch eine engstirnige “Beauty-Bloggerin = Schminktussi” Einstellung hat, dann bin ich im Prinzip schon aus dem Rennen, obwohl der Job eventuell super zu mir gepasst hätte und ich perfekt qualifiziert wäre. Ich würde dann auf eine Thema reduziert werden und das möchte ich gern vermeiden.

        Wenn ich unter einem Synonym schreibe, habe ich immer die Möglichkeit den Blog zusätzlich zu meinem Klarnamen anzugeben. Schreibe ich unter meinem Klarname, ist mir diese Wahl verwehrt.

        Liebe Grüße
        °Sun

      • beautyjagd sagt:

        Ich kann eure beiden Ansätze sehr gut verstehen! Ich persönlich bewege mich mittlerweile dahin, dass ich mehr und mehr auch als Bloggerin unter meinem Klarnamen auftrete. (Beim Wort Klarname habe ich immer so eine Agentenfilm-Assoziation ;) .) Das liegt aber auch daran, dass ich aus meiner Tätigkeit als Bloggerin etwas Berufliches machen will.

      • Andreea sagt:

        Mache ich. hat mir einen “echten” Job außerhalb des Kontextes eingebracht!

        Klar werde ich nun auch gefragt wie das denn geht, eigentlich geht es nicht in meiner Position einen pinken!! Blog zu haben, aber viele verstehen eben nicht dass dieses Land noch Persönlichkeitsrechte unterstützt. Ich darf, also tue ich es.

        Ich stehe auch dazu, öffentlich, denn es ist egal womit man sich qualifiziert auseinandersetzt, eine Struktur aufzubauen, die Technik zu bedienen, sich immer wieder zu evaluieren sind Skills, von denen die meisten nur etwas in ihren CV reinschreiben, aber nicht nachweisen können.

        Ich werde ganz klar belächelt. Spätestnes wenn es um Zahlen und Fakten geht, heben sich die Augenbrauen. Und wenn ich dann von Einladungen, Jobangeboten und Presseberichte und von meinem dazugehörigen Unternehmen erzähle, ist das Thema durch. Aber dazu kommt frau oft nicht ;-)

        Jaja, intellektuell ist natürlich nur, wer sich mit Theater, Philosophie oder Kunst beschäftigt. Gähn! Die bürgerlichen Wertvorstellungen habe ich satt. Ich interessiere mich zwar für alle diese Dinge, und auch für lukullisches und auch für Golf und blab bla bla aber hey, damit gehe ich auch nicht hausieren.

        Was viele nicht begriffen haben – Meinungsfreiheit ist das, wo es anfängt und wo es aufhört.

  • Jana sagt:

    Sehr schöner Artikel, habe die Kommis alle durch :)

    Ich habe mich eigentlich nie als Schminktussi wahrgenommen, habe mir zu Anfang gar nicht den KOPF darüber zerbrochen, dass andere Leute mich als solche betiteln würden, denn, die Schminktussis, “das sind die anderen”, die sich geschmacklos mit Produkten zuknallen UND sich noch dazu affig aufführen. DAS sind für mich die oberflächlichen Damen, denen es irgendwie an einem Gefühl für Schönes fehlt und die ich dann (wahrscheinlich auch nicht vorurteilsfrei) als Tussen abstempel.

    Und obwohl ich mich mit meinem Hobby pudelwohl fühle und mich auch nicht als oberflächlich einschätze, empfinde ich zumindest in manchen Augenblicken Scham zuzugeben, dass ich mich mit Beautyzeug beschäftige. Es ist halt nichts Weltbewegendes, nicht, was die Menschheit rettet. Aber hey, Männer haben mehr Menschenleben auf dem Gewissen Dank ihrer weltbewegenden, bedeutenden Tätigkeiten.

    Zurück zum Thema Schminktusse: Viele Männer sagen, dass sie “geschminkte Frauen” nicht mögen – für die meisten Männer bedeutet “geschminkt” nämlich Bordsteinschwalben-Look. Bis sie dann mal auf eine hübsch und gekonnt geschminkte Frau treffen und dann sicher noch nicht mal merken, dass sie geschminkt ist. Und für ganz viele Menschen ist eben der Begriff “Beauty” leider mit den ganzen oberflächlichen Eigenschaften belegt.

    Für mich zählt, dass ich für mich weiß, dass meine Hobbies mich erfüllen und ich kratze nach fast zwei Jahren Beautybloggen und noch mehr Jahren privater Beautyerfahrung bestimmt nicht mehr nur an der Oberfläche der Domäne. Kenntnisse auf dem einem Gebiet sind nicht weniger wertvoll als Kenntnisse auf einem anderen Gebiet, ist alles ne Frage von Nachfrage und Blickwinkel.

  • franca sagt:

    bin bekennende kosmetik-fetischistin und liebe es mich zu pfelgen – weil’s spass macht und mich entspannt :-) aber stimmt, in feministischen kreisen komme ich mir manchmal komisch vor, weil ich es liebe, meinen liedschatten farblich auf meinen lippenstift abzustimmen und meine schals auf meine pullis – kann aber nicht genau sagen, ob das jetzt mein ding ist, oder mir das auch konkret entgegen schlägt… (und sorry, falls das jetzt schon 10 mal geschrieben wurde – hab nicht alle kommentare druchgelesen). mein fazit ist aber: ich werd mich nicht verbiegen sondern tun was mir gefällt – aber nachdenken tu ich darüber schon ;-)

  • elissah78 sagt:

    Zu diesem Thema gibt es eine passende Umfrage:
    http:/www.pollphin.de/poll/Lifestyle-Sch%EF%BF%BDnheit-Kosmetik/Empfindest-du-Frauen-die-sich-viel-mit-ihrem-Aussehen-besch%EF%BF%BDftigen-beruflich-undoder-privat-als-4611847?confirmVote=1&cid=189468

  • Hallo Beautyjagd, KLASSE POST! Doch, ich kann deine Gedanken vollkommen nachvollziehen. Als Jugendliche wollte ich Kosmetikerin werde, aber meine Mutter war voll dagegen. Ich habe einen technischen Beruf studiert, und habe einen tollen Job, den ich sehr gerne mache. Aber die Kosmetik, Haut, Pflege, Schminke, Schönes interessieren mich um so mehr, ich liebe es, es ist zu meinem Hobby geworden :) Vor kurzem habe ich mein eines Blog gestartet, es macht Spass… und ab Frühling lasse ich mich nebenberuflich zur Kosmetikerin ausbilden – für mich – weil es mich interessiert, weil es mir Spass macht, und wiel ich einfach kein Gründe finden kann, warum ich das nicht machen sollte! :-) Ich finde es toll, dass man im Internet auf viele “gleichgesinnte” trifft :-)) Nicht alle meine Freundinnen und Bekannt können nachvollziehen, WARUM man so viel Geld für diese Sachen ausgibt.

    Das Leben ist schön! Mädels, es ist schön dass es euch Beauties gibt!!! :-)

    LG an alle,
    Beauty-Kiss-a

    • beautyjagd sagt:

      Das finde ich toll, dass du nebenher noch eine Ausbildung zur Kosmetikerin machst. Wer weiß, vielleicht fügt sich irgendwann mal alles zusammen, in einem Beruf, in dem du alle Fähigkeiten einsetzen kannst :) !

  • beautybaerchi sagt:

    Alles was in diesem Post steht und auch vieles in den kommentaren treibt auch mich um. Ich blogge zwar nicht, aber schon der Besitz von zu viel Beautykram oder die Beschäftigung damit führt ja leider zu Vorurteilen :-(. Trotzdem gehe ich offensiv damit um. Die Beschäftigung mit Beauty, INCis und Co. macht mir eben Spaß und ich stehe dazu! Oft haben die Leute, die mich nicht so gut kennen ein noch größeres Problem wenn sie erfahren was ich beruflich mache bzw. nach dem baldigen Ende meines Studiums machen werde. Da kommen dann so Kommentare wie: Aber das hast du doch nicht nötig, als angehende Bibliothekarin! Hä???? Muss ich das Graue-Mäuschen-Bild erfüllen?? ;-)

  • Claudia sagt:

    Beauty Blogs sind die romantischen Frauenfreundschaften des 21. Jahrhunderts…

  • beautyjagd sagt:

    Danke euch allen für die tolle Diskussion!! Ich habe in den letzten Tagen noch viel zum Thema nachgedacht und trage nun einige neue Einsichten mit mir herum, die mich sehr inspirieren :)

  • Angi sagt:

    Ich finde es immer interessant, dass so viele Leute ihre Meinung von einer “Headline” ableiten: Beautyblog = Schminke, Hardcore-Shopping, Geldverschwendung, tussig, oberflächlich, dumm – eben typisch Frau!? Schlußvolgerungen dieser Art bin ich schon oft begegnet – nicht unbedingt mich od. das Thema Beauty betreffend. Diese alltägliche, subjektive Be(Ver)urteilung des Tuns anderer Menschen, ohne auch nur eine Sekunde darauf zu verschwenden “hinter die Kulissen” zu gucken… dabei offenbaren sich uns Backstage meist ganz neue Blickwinkel. Das Bloggen zB eröffnet uns die Möglichkeit Skills in Social Media, Webdesign, Journalismus, Fotografie, usw. zu erlangen… ganz zu Schweigen vom Fachwissen, dass man sich in seinem Blogthemenbereich aneignet.

    Ich denke jeder Mensch hat das Recht, für ein Tun in das er sein ganzes Herzblut steckt, gewertschätzt zu werden … und zwar unabhängig davon, wie meine subjektive Meinung zu seinem Schaffen ausfällt.
    :-)

    • beautyjagd sagt:

      Viele Menschen urteilen ganz schön schnell, und wenn sie etwas nicht kennen, dann noch schneller ;) . Und du hast absolut recht, man lernt beim Bloggen ganz schön viel, unabhängig vom Sujet. Ich achte jetzt z.B. deutlich mehr auf meine Worte, den Satzbau oder die Aussage eines Satzes. Danke für deinen schönen Kommentar :) !

  • Klara sagt:

    ich komm seit 2 Tagen nicht dazu, mich ausführlich zu diesem Thema zu melden… daher einfach mal als Zwischenruf: DANKE DANKE DANKE
    nicht nur für Dein Ausgangspost, liebe Julie, sondern für alle Antworten und Folgeposts, das ist so toll, so interessant, so ermutigend zu lesen. Und straft jedes Klischee Lügen, würd ich sagen!!! *g*

  • Andreea sagt:

    So, ich bin jetzt das erste Mal im beruflichen Umfeld dazu angesprochen worden (negativ) – von einer Frau. Nicht böse gemeint, sie hat es einfach hinterfragt (gut, sie hat auch einige tech Komponenten nicht begriffen aber okay).
    Kann ich mit meinem Konterfei denn gleichzeitig auch jemand sein, der eine Institution vertritt?
    Ist eine Institution denn eine Institution? Nein, es sind Menschen -eine Firma besteht aus Menschen und da haben 2 bis 3 was zu sagen, der Rest muss kuschen. Also – das nicht personifizierte Etwas namens Arbeitgeber ist immer eine Person.

    Aber da kommen wir in andere Debatten rein.

    Ich bin stolz drauf Deutschlands älteste Beautybloggerin zu sein, unabhängig zu sein (auch technisch!) und trotzdem sämtliche Vorurteile nicht! zu bedienen (ich bin weder tussig noch überschminkt noch nach dem letzten Trend gekleidet). Ich bin aber trotzdem eine Beautybloggerin und meinetwegen Tussi und ich stehe zu :-)

  • [...] Themen kommen. Vor wenigen Tagen habe ich bei Beautyjagd einen Artikel mit dem Titel “Beauty-Blogs, Feminismus und Nerds” gelesen, der mich seitdem sehr beschäftigt. Es geht darum, dass man als mode- und [...]

  • [...] als Ausdruck eines “rückständigen Frauenbildes? Vielmehr als Spielart des Nerdism: informiert, reflektiert und [...]

  • Sandra sagt:

    Es gibt immer unterschiedliche Reaktionen von den Menschen in meiner Umgebung, wenn es um meinen Beautyblog geht. Die einen finden es toll, die anderen ignorieren es konsequent wie zum Beispiel eine gute Freundin von mir die mich NOCH NIE darauf angesprochen hat.Und ja, sie weiß von meinem Blog.Auch interessiert sie sich für Styling und Mode, aber wohl nicht für meinen Blog. Oder sie kann sich vielleicht nicht dazu überwinden, mir ein Lob auszusprechen? Ich habe keine Ahnung.
    Mit dem Bloggen bin ich angefangen, weil ich mich zu dem Thema einfach gerne mitteile und auch gerne andere Blogs lese und verfolge. Beruflich läuft es außerdem nicht so, wie ich es mir vorstelle. Aber in dem Blog kann ich all meine Leidenschaft und Energie einfließen lassen. Ich kann Dinge dazulernen und anderen gute Tipps geben, die mir selbst geholfen haben. Mein Beautyblog soll nicht nur andere Schminkbegeisterte ansprechen, sondern auch Frauen die wie ich, so ihre Problemzonen haben und nicht wissen wie sie das Beste aus sich herausholen. Und es ist doch wundervoll, wenn man andere Frauen inspirieren kann. Gerade in der heutigen Zeit wo es nur noch stark retuschierte Aufnahmen von Frauen gibt ist es doch toll ein paar “echte” Gesichter zu sehen, echte Meinungen zu Produkten und Firmen zu lesen. Ja, mir ist auch klar dass es ein paar “gekaufte” Meinungen gibt. Aber ich rede hier einfach nur von meiner Meinung.

    So genug von mir:)
    Ich bin durch Facebook auf diesen Artikel gestoßen und wollte meinen Senf dazu abgeben.Ein wirklich toller Beitrag, der mir aus der Seele spricht:) Vielen Dank!

    • beautyjagd sagt:

      Manche Menschen wissen gar nicht so genau, was ein Blog ist und wie schön es ist, sich mit anderen zu vernetzen und auszutauschen. Vielleicht geht es deiner Freudnin so? Ich wurde gerade am Anfang meines Blogs öfter gefragt, was ich dann damit wollen würde und musste erst mal viele Dinge erklären. Liebe Grüße

  • calichino sagt:

    Ich finde auch, dass der Beitrag sehr schnell und klar eine weitere Seite des Beautyhypes aufdeckt, die oft übersehen wird. Das ist toll und ich unterstütze diese Art von Kreativität, Freiheit und meinetwegen Nerddasein voll und ganz. Weiter so und viele Grüße Cali

  • Wurde gerade von Jettie auf deinen Beitrag aufmerksam. Ich hab mir auch schon Gedanken dazu gemacht, besonders seit ich von einer Kollegin einen wirkich guten Buchtipp erhalten habe: “Wie Frau sein?” von Michele Rothen.
    Sie ist eine Schweizer Journalistin und das Buch ist wirklich lustig geschrieben.
    Ich hab auf meinem Blog auch einen Beitrag dazu geschrieben, vielleicht darf ich ihn verlinken?
    http://www.swissmakeupblog.ch/?p=4597

    (Ansonsten einfach Link rauslöschen).

  • Toxic sagt:

    Ich habe Deine Eintrag eben erst gefunden. Ich blogge noch nicht lange, kann dazu also noch nichts sagen. Aber ich habe so meine Erfahrung mit Feminismus, Feministinnen und Makeup gemacht. Ich sehe mich selbst als Feministin, nicht mehr so hardcore wie früher, aber immer noch wortstark, diskussionsbereit und nicht jemand, der die Klappe hält, wenn es um Gleichbrechtigung geht.

    In den letzten Jahren habe ich angefangen mich mehr mit Makeup zu beschäftigen und mich auch stärker zu schminken. Eine Freundin von mir (Feminsitin und absolut gegen Makeup und ähnliches) hat mir dann mal unterstellt, dass ich das nur für die Männer mache, keine Feministin mehr bin und ein falsches Frauenbild unterstütze. Ich bin schier vom Stuhl gefallen. Und hab ihr dann mal versucht zu erklären, dass sie gerade nicht besser ist als alle, gegen die sie sonst so wettert, da sie mir gerade vorschreibt, wie ich mein ‘Frausein’ ausleben soll. Und sie unterstellt mir Dinge, ohne überhaupt nach der eigentlichen Motivation oder den Gründen zu fragen.

    Andere Freundinnen hingegen kommen jetzt zu mir, um sich beraten zu lassen oder Tips einzuholen. Also eine sehr gemischte Reaktion. Eine Freundin fand meinen Entschluß jetzt auch unter die Beauty-Bogger zu gehen sehr positiv.

    Dieses abtuende Gehabe findet man leider oft bei sogenannten “Frauenthemen”. Strickblogs werden auch oft so abgetan und als unwichtig und Frauenzeugs bezeichnet im Gegensatz zu den “wichtigen” Technikblogs von Männern. Dabei sind manche dieser Blogs wirklich beeindruckend im Hinblick was die Frauen an Techniken beherrschen, Design entwickeln, nicht nur stricken oder häkeln sondern auch Wolle spinnen und färben. Echte Woll-Nerds. Ähnlich wie wir Beauty-Nerds sind.

    Und Frauen, die über Technik schreiben, müssen leider weitaus mehr als Männer mit sexistischen Sprüchen, Belästigungen, Anfeindungen und Bedrohungen rechnen. Bei der deutschen Impressumspflicht keine schöne Situation. Ich finde den Link leider nicht mehr, aber es gab dazu mal einen sehr interessanten Artikel.

    • beautyjagd sagt:

      Dein Blog-Name ist ja cool :) !
      Bei Magi gab es vor einiger Zeit eine Diskussion auf dem Blog, ob man sich nur für Männer schminkt. Im Grunde wurde klar, dass Männer meist gar nicht wahrnehmen, wer wirklich geschminkt ist und wer nicht. Das zum Thema, dass man sich nur für Männer aufhübscht…
      Mir gefällt es auch nicht, wenn ausgerechnet Frauen abwerten, was vielen Frauen Spaß macht. Meiner Meinung nach kommt man grundsätzlich bei vielen Themen nicht weiter, wenn man nur mit Schwarz-Weiß-Bewertungen arbeitet (gut/schlecht, richtig/falsch etc).
      Das Wort Woll-Nerds gefällt mir, ich halte Hobbies und Interessen für sehr wichtig im Leben.

  • Klara sagt:

    das muss ich jetzt noch schnell an dieser Stelle loswerden: gerade hab ich die sehenswerte Doku auf Arte gesehen (kam schon vor über einem Monat, hatte sie auf Festplatte): *Der Puderkrieg* über Elizabeth Arden und Helena Rubinstein – sie hatten anscheinend wesentlichen Anteil daran, dass Kosmetik, vor allem Dekorative Kosmetik, für Amerikanerinnen selbstverständlich wurde. Obwohl sie bis Anfang des 20. Jhd als *nuttig* galt – hat mich gleich an den Thread hier erinnert und passt mE gut zum Thema. Noch zu sehen auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=44r-44-a3lg (falls der Link ok ist? sonsten einfach dort eingeben: puderkrieg…)

  • Kaddi sagt:

    ich wollte schon so lange was zu diesem tollen beitrag schreiben, und jetzt versuchs ich einfach mal: ich sehe mich als stylischen nerd, bzw arbeite darauf hin und bin eine feministin im besten sinne (keine kampfemanze). gerade der nerd-aspekt reizt mich an der beautyblogosphäre (im gegensatz zur fashion blogosphäre) total. das produkt und weniger die selbstdarstellung steht im vordergrund, wohingegen ich bei fashionbloggern oft das gefühl habe, das ganze ist ein einziger egotrip und zielt vielmehr aus lifestyle ab (nicht dass ich das verteufeln würde!). mode hat vll auch allgemein bei kunstaffinen menschen einen höheren stellenwert als cremes und tigelchen.
    dass kosmetik ein richtiges hobby sein kann und mehr als nur mittel zum zweck, spiegelt die ganze scheinheiligkeit unserer gesellschaft zum thema schönheit wieder. frau soll bitte immer gut aussehen, und das, ohne etwas dafür zu tun, bzw heimlich in ihrem kämmerlein. mein exfreund fand es zb sehr befremdlich als sich auf einmal die lidschatten stapelten, und meinte stets “du siehst doch auch so gut aus, wozu so viel, ein mascara reicht doch” etc. den spielerisch-künstlerischen und für mich auch wissenschaftlichen zugang dazu (über hintergründe, inhaltsstoffe) begriff er erst nach und nach und respektiterte dies dann auch. ich denke make up ann viel mehr, als ein werkzeug zum erreichen eines konventionellen schönheitsideals sein. deshalb fand ich auch magis “oben ohne” aktion so cool, das hatte für mich eine fast schon philosophische komponente.
    in meinem freundes- und bekanntenkreis löst meine leidenschaft verschiedene reaktionen aus. witzigerweise habe ich beobachtet, dass die naturwissenschaftler, ihreszeichens ja gerne an verschrobenen dingen interessiert, der sache sehr aufgeschlossen sind und mich mittlerweile nach rat bei pflegeprodukten fragen. die geisteswissenschaftler reagieren schon mal entsetzt, dass ich mich für etwas derart oberflächliches interessiere und nicht jede woche ins theater gehe. irgendwie scheint mit bei letzteren die heuchelei und der zwang zu “intellektuell wertvollen” hobbies weitaus ausgeprägter. viele geisteswissenschaftler haben zb auch andere “uncoole” hobbies wie zb zocken aus coolnessgründen zum studienbeginn abgelegt – reden aber mit einem enthusiasmus über frühere starcraft matches! (davon abgesehen finde ich games eine coole sache, weil für mich ein zukunftsweisendes kunst-genre). diese scheinheiligkeit wird eigentlich nur noch von ausgewiesenen hipstern überboten, die sehr viel zeit auf ihren “ich tu so als ob’s mir egal ist wie ich ausseh”-look verwenden.
    in diesem sinne, steht zu euch und eurem hobby! liebe grüße

    • beautyjagd sagt:

      Danke für deinen schönen Kommentar :) .
      Ich finde den Gedanken mit den Fashion-Blogs interessant, denn eigentlich müsste es da ja auch Nerds geben, aber solche Blogs habe ich auch noch nicht entdeckt (aber auch nicht intensiv gesucht). Ich beobachte wie du, dass gerade kunstaffine Menschen (bin ja viel in solchen Kreisen unterwegs ;) ) das Thema Beauty im Gegensatz zum Thema Mode eher abschätzig behandeln. Das finde ich schade, aber ich arbeite daran, dass sich diese Vorurteile verflüchtigen ;) . Die Oben Ohne-Aktion von Magi hat mir übrigens auch sehr gefallen. Liebe Grüße

  • Klara sagt:

    @kaddi: *applaus*

    ist das nicht die wahre Errungenschaft der Emanzipation, dass sich auch Frauen aussuchen könne, wofür sie sich interessieren – ohne einen Pups darauf zu geben, ob das jetzt gesellschaftlich akzeptiert oder dem allgemeinen Rollenbild entsprechend ist? *g* darf ich mich als Geistes- oder Sozialwissenschaftlerin – oder als Nichtakademikerin denn nicht für Inhaltsstoffe, Herstellungsweisen und Nachhaltigkeit interessieren?
    Wann ist eine Frau eine Frau? Und: wer bestimmt das, wenn nicht jede von uns für sich selbst. Jeden Tag aufs Neue!

    ich musste übrigens auch vor Kurzem wieder an diesen wundervollen Thread denken, als ich, angestachelt durch den Puderkrieg, den ich oben schon erwähnte, ein Buch über “L’Oréal” und “Helena Rubinstein” – zum einen die Entwicklungsgeschichte beider Konzerne, dann die Übernahme von Rubinstein, inklusive aller Nazi-Skandale bei L’Orèal (wusste ich alles echt nicth…). Parallel dazu aber auch sehr ausführlich immer das Schönheitsideal der jeweiligen Zeit – es geht ja Anfang des 20. Jhdts los mit Rubinstein – und vor allem eben das Frauenbild, das da auch immer dahintersteht. Sehr sehe spannend.
    oh, das Buch heißt *Ugly Beauty* von Ruth Brandon….

    • beautyjagd sagt:

      Das Buch ist wirklich sehr interessant, ich habe es vor einiger Zeit auch gelesen. Die Nazi- und die neueren Bettencourt-Skandale machen einem den L’Oréal-Konzern nicht gerade sympathisch :( . Das Thema Frauenbild fand ich im Buch auch spannend.

    • Kaddi sagt:

      vielen dank für dein feedback und auch für den buchtipp! den “puderkrieg” habe ich mir vor einiger zeit auf youtube angesehen, das mit den naziverstrickungen von L’O höre ich da serste mal, aber wundern tut es mich nicht. kannte bisher nur die bettencourt-affäre. werde mir das buch mal zulegen!

  • anita sagt:

    Guten Morgen!

    Danke danke und nochmals danke für DIESEN Post. Du sprichst mir aus der Seele, ich habe mich in so vielem wiedererkennt und bin dankbar und erleichtert nicht alleine zu sein. Deinen Blog hab ich gleich auf meinem Bloglovin Profil gespeichert, so dass ich Deine Posts auch in Zukunft verfolgen kann.

    Alles Liebe und wir lesen uns!
    Anita

    • beautyjagd sagt:

      Ich freue mich immer sehr über neue Leserinnen! Gleich werde ich mal deinen Blog angucken :)
      Und ja, seitdem ich den Text geschrieben habe, bin ich viel selbstbewusster geworden was meine Tätigkeit als Beautybloggerin angeht. Die vielen tollen Reaktionen haben mich sehr bestärkt. Liebe Grüße

      • anita sagt:

        das glaube ich Dir gerne! Ich hab auch immer gedacht, näääää, das darfste ned, da kannst dich doch nicht dafür interessieren. Gerade als Frau in einer beruflichen Männerdomäne und mit eher maskulinen Hobbies geht das doch nicht. Ha, weit gefehlt! Wenn ich nämlich die Perspektive hab, dass das verbindende Element aller gegensätzlichen Hobbies, Interessen, Eigenschaften etc. ich selbst bin, dann passt das sehr wohl zusammen. Das nennt man dann wohl erwachsen werden und den eigenen Stil finden :)
        Ui sehr gerne, ich würde mich sehr freuen, wenn Du Dich bei meinem Blog mal umguckst. Noch ist er jung und nicht so voll, doch das soll sich im laufe der Zeit ändern. Liebe Grüsse

      • beautyjagd sagt:

        Deine schönen Sätze und das mit dem verbindenen Element unterschreibe ich direkt, mir gings ja genauso!

  • Sandra sagt:

    Ich war gerade mit meinem Schatz bei meinem Bruder zu Besuch und schaute mit meiner 13-jährigen Nichte Reni und Daaruum auf Youtube. Kommentar: wir sollen etwas anderes schauen, sonst kauft meine Nichte auch noch so viel sinnlose Kosmetik wie ich. Klar, ist ja auch ansteckend. Ich habe davon gehört. ;) Sich für Kosmetik zu interessieren wird wahrscheinlich von den meisten belächelt. Schade…

    • beautyjagd sagt:

      *seufz* Meist sind solche Reaktionen ja auch “gut” gemeint – es ist ja auch tatsächlich nicht schlecht, noch etwas anderes als Kosmetik im Kopf zu haben, aber diese Abwertung des Themas ist schon nervig.

  • ally sagt:

    ich finde absolut richtig, dass jeder seiner leidenschaft nachgehen sollte. das tut gut!
    tatsächlich gibt es einige frauen, innerhalb und außerhalb von blogs, die man wirklich als “doofe schminktussi” bezeichnen könnte und weit weg davon sind, eine freie und selbstbewusste frau zu sein.
    das darf man aber nicht verwechseln mit blogs wie deinem, denn schönheit und kosmetik ist ein komplexes thema. gerade als frau kommt man in unserer gesellschaft nicht daran vorbei, sich mit schönheit zu beschäftigen. auch “fuck you vogue, mein hintern bleibt jetzt so” gehört in einen beautyblog und ist feministisch. zu dem thema gehören auch felder wie umweltschutz, marketing-verarsche usw. und das hat mit “doofer schminktussi” nix mehr zu tun.

    • beautyjagd sagt:

      Ich freue mich immer über jeden Kommentar zu diesem Post, ist ja einer meiner eigenen Lieblingsartikel ;) . Ich denke weiter viel über das Thema nach – ich persönlich bin mit mir mittlerweile im Reinen als Beautybloggerin, aber thematisch gibt es im Beautybereich schon viele Themen, die mich zum beschäftigen. Vor einiger Zeit habe ich zB The Beauty Myth von Naomo Wolf gelesen, daran kaue ich noch immer herum.

  • […] Warum? | Warum überhaupt noch einen Blog starten, mit einem grünen Thema, ein bissel Kosmetik, ein bissel Ernährung, ein bissel Minimalismus-Konsum-Kritik? Man kommt ein wenig in Rechtfertigungsdruck (und wenn auch nur vor sich selbst). Jetzt bloggst du auch noch? Und dann ausgerechnet noch über Lifestyle-Themen? (Dazu gibt es etwa auf der Beautyjagd einen sehr stichhaltigen selbstreflexiven Beitrag zum Thema “Beautybloggen”.) […]

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