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Kleine Kosmetik-Packungen im Minimarkt

Mein letzter Post aus Bangkok! In den vergangenen beiden Wochen habe ich ausgiebig die asiatische Kosmetik-Welt erkundet und konnte damit wenigstens ein bisschen am weiblichen Alltag einer mir fremden Kultur teilhaben. Ich beobachte grundsätzlich gern den Alltag von Menschen, um etwas Einblick in andere Lebensstile und Verhaltensweisen zu bekommen.

Ein paar Beispiele für meine kosmetischen Beobachtungen gefällig? In meinem ersten Artikel aus Bangkok habe ich schon von den vielen Körper- und Gesichtspudern in den Regalen der Geschäfte berichtet. Außerdem steht das Thema Whitening sowohl bei der dekorativen als auch pflegenden Kosmetik stark im Fokus.

Am Sonntag Nachmittag ist mir aufgefallen, dass auch die Shopping-Gewohnheiten anders als in Deutschland sind: Die wichtigsten Promotions von teuren Kosmetikmarken wie Chanel oder Laneige finden bevorzugt am Sonntag statt. Dies betrifft überwiegend wohlhabende Käuferinnen, die schicke Shopping-Center wie das Siam Paragon oder Central World frequentieren.

Im kleinen „Minimart“ in meiner Nachbarschaft an der Skytrain-Station am National Stadium (siehe Foto oben) konnte ich ganz andere Beobachtungen machen. Jeden Tag kaufte ich nach meinen Spaziergängen und -fahrten durch Bangkok zwei Wasserflaschen in dem kleinen Laden ein. Die Inhaberin kennt mich also nur in erledigtem Zustand 😉 .

Selbstverständlich habe ich auch dort das kleine Kosmetiksortiment angesehen. Es bietet Standard-Produkte für die tägliche Körperpflege aus dem günstigen Drogeriemarkt-Bereich.

Interessanter fand ich die schmale Seite eines Regals in der Nähe der Kasse, an der kleine Tütchen mit Creme-Sachets von verschiedenen Firmen befestigt sind. Leider habe ich mich nicht getraut, ein Foto davon zu machen. Dafür habe ich drei der Sachets gekauft, die ich euch auf meiner schönen Herzchen-Bettdecke präsentiere:

Die kleinen Cremetütchen mit Gesichtscremes stammen von Pond’s und Garnier, sie enthalten ungefähr 10 ml und sind meist mit einem Schraubverschluss ausgestattet. Sie kosten etwa 20-30 Cent und dürften für einige Tage ausreichen.

Zuerst dachte ich an Reisegrößen, die es bei uns im Drogeriemarkt auch gibt. Dann erinnerte ich mich allerdings an das Tropenmuseum in Amsterdam, in dem ein südamerikanischer Kiosk gezeigt wird. (Das Museum kann ich übrigens nur empfehlen, die Sammlung ist innovativ aufgebaut.)

In diesem Kiosk hingen ebenfalls eine ganze Reihe dieser Sachets mit Duschgel, Shampoo oder Cremes. Im Museum wurde erklärt, dass die kleinen Packungen für Menschen angeboten werden, die sich nur Tagesrationen leisten können. Da sie von der Hand in den Mund leben, ist eine größere Investition wie eine ganze Flasche Shampoo nicht möglich.

Ob das in meinem Fall auch zutrifft, weiß ich nicht. Reichtum und Armut liegen in Bangkok jedoch sehr eng beeinander. In großen Supermärkten wie dem Tesco Lotus habe ich diese Kleinstpackungen nicht gesehen, finanziell sehr schlecht gestellte Menschen würden dort auch eher nicht einkaufen.

Die Beauty-Welten in Bangkok dürften ein Abbild der hiesigen Gesellschaft sein: In den luxuriösen Departmentstores gibt es z.B. Pinsel von Suqqu für über 200 EUR , im etwa 700 Meter Luftlinie davon entfernten Minimarkt in meiner Nachbarschaft werden Sachets mit Cremes für etwa 30 Cent angeboten.

Morgen fliege ich wieder zurück nach Deutschland und habe nicht nur eine Menge asiatischer Kosmetik im Gepäck, sondern auch viele Gedanken und Inspirationen im Kopf. Bis bald!

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13 thoughts on “Kleine Kosmetik-Packungen im Minimarkt
  • Hach, da ist das auch schon wieder vorbei! ich wünsche Dir einen angenhemen Heimflug….sind ja ein paar Stunden. Ich habe richtig „Heimweh“ nach Thailand bekommen, wenn ich bei Dir lese…*snief*

    • beautyjagd sagt:

      Ich kann mittlerweile richtig gut verstehen, weshalb du so gern hier bist! Dabei war ich hier ja nur in Bangkok und nirgends anders. Nächstes Mal will ich gern mal in den Norden 🙂 .

  • keimonish sagt:

    Da haben sie bei den kleinen Verpackungen wenigstens daran gedacht, dass die Entnahme bei Wiederverwendung nicht“so verschmiert“ ist wie bei den Sachets bei uns, wenn sie dann doch etwas mehr enthalten als nur für einen Tag.

    Sonntags ? ist da nur Promotion (wie bei uns in Autohäusern) oder auch Verkauf ?

    Da hattest Du ja die ganze Zeit eine herzliche Nachtruhe 😉

    Im Tropenmuseum waren wir nicht als wir in Amsterdam waren….schade, sieht interessant aus.

    Guten Rückflug und liebe Grüße

    • beautyjagd sagt:

      Sonntag haben hier auch sehr viele Geschäfte geöffnet, gerade in den Shopping Centern ist dann richtig viel los.
      Und ich bin euch fünf Stunden voraus, den Artikel heute habe ich nach dem Frühstück gepostet 🙂 .

  • calichino sagt:

    Also wirklich, sind zwei Wochen schon wieder um? Die Zeit vergeht so schnell. *kopfschüttel* In jedem Fall ist Bangkok weiter in meinen Urlaubsfokus gerückt und es war schön dich zu begleiten auf deiner Beautyjagd. 😉 Viele Grüße, Cali

  • Angie sagt:

    In einigen Teilen der Welt, auch in manchen Teilen Europas, ist es selbstverständlich Sonntags einkaufen zu gehen. Ich hatte einmal einen japanischen Studienkollegen. Er erzählte, dass er andauernd halbverhungert rumläuft, weil er immer Sonntags losgeht um einzukaufen (so wie er es von zuhause gewohnt war), und dann leider feststellen muss, dass alle Läden zu haben. Irgendwie fiel es ihm total schwer sich da umzustellen. 😉
    Nochmal danke für Deine faszinierenden Reiseberichte Julie und ich freue mich auf Deine Rückkehr.

    • beautyjagd sagt:

      Das kann ich mir gut vorstellen, in England haben am Sonntag ja auch die meisten Geschäfte geöffnet – auch die Supermärkte. Wenn man sich daran gewöhnt hat, am Sonntag alle Einkäufe zu erledigen, dann ist das schon eine Umstellung.

  • In Japan war Sonntags auch sehr viel los in den Geschäften. Gab es in Bangkok auch so viele unterirdische Shoppingstraßen? Ich habe mich in Tokyo öfter in den labyrinthartigen Gängen verirrt.

    • beautyjagd sagt:

      Unterirdische Shoppingstraßen habe ich hier nicht gefunden, aber oberirdisch gibt es durchaus labyrinthartige Gassen, die marktartig gestaltet sind und in denen man sich verlieren kann.

  • Kann mich gut erinnern, habe mal in Singapur versucht mir Selbstbräuner fürs Gesicht zu kaufen, die Verkäuferinnen haben mich angeguckt als hätte ich sie nicht mehr alle…und mir dann zu whitening Produkten geraten, denn wer wolle denn bitte braun im Gesicht sein….so ist das eben, man will immer das, was man nicht haben kann. Ich möchte schön braun im Gesicht sein, die Asiatinnen schön weiß….

    • beautyjagd sagt:

      Hihi, Selbstbräuner habe ich hier keinen einzigen gesehen 🙂 . Es stimmt schon, man will immer das, was man nicht hat – aber die weiße Hautfarbe scheint grundsätzlich auf der ganzen Welt die erstrebenswerte Hautfarbe zu sein. In der thailändischen Cosmpolitan habe ich z.B. keine einzige Modestrecke mit einem asiatischen Model gefunden, das fand ich schon den Hammer.

  • kommentar sagt:

    In Amerika ist Sonntag auch ein „Hauptshoppingtag“. In der Woche sind einige Malls recht verwaist, aber am Sonntag geht es richtig ab. Julie, du hast durch deinen Blog schon geschafft, dass ich an dich denke, wenn mir ein neues unbekanntes „Organic – Body – Beauty – Item“ begegnet … Deinen Reisebericht fand ich auch sehr informativ und habe es mir Freude gelesen. Sehr spannend was du da so machst.

    • beautyjagd sagt:

      Dein Kommentar freut mich wiederum sehr 🙂 !
      Falls alles klappt, gucke ich mir im Frühling noch den Hauptshoppingtag in New York an 😉 .