Körperpflege, Naturkosmetik

Dr. Bronner’s Magic Soap in Lavendel

Die Bronners scheinen eine sendungsbewusste und auch ein wenig exzentrische Familie zu sein. Seit über 150 Jahren ist die Seifensiederei ihr Geschäft – aber nicht nur: Auf dem Programm steht auch die Weltverbesserung via Seife.

Begonnen hat diese Tradition mit Emanuel Bronner, der Ende der 20er Jahre aus Süddeutschland in die USA emigrierte. Er nutzte jeden noch so kleinen Platz auf seinen Seifenverpackungen, um darauf seine Lebensphilosophie zu erläutern, die er All One God Faith nannte.

Auch heute befinden sich auf den Seifen-Flaschen noch Zitate aus dem Moralischen ABC, dem Manifest des Gründers. Dieses wurde z.B. von christlichen und jüdischen Schriften oder auch vom Dichter Rudyard Kipling inspiriert.

Die jüngere Generation der Bronners steht dem Gründer nicht nach: Vor einigen Wochen habe ich in der Washington Post gelesen, dass David Bronner bei einem Protest für den Hanfanbau in den USA von der Polizei festgenommen wurde. Außerdem führen die Bronners seit Jahren einen juristischen Kampf gegen Firmen, die naturnahe Produkte als „organic“ verkaufen.

Wie könnte die flüssige Seife also anders heißen als Magic Soap – so philosophisch ist sie aufgeladen. Angeboten wird sie in sieben unterschiedlichen Duftsorten. Ich habe schon länger die Seife mit Rosenduft in Gebrauch, in England habe ich im Mai ein Angebot im Supermarkt Waitrose genutzt und mir eine Flasche mit Lavendelduft für 5 Pfund gekauft.

Die Seife ist dünnflüssig und laut Dr. Bronner für 18 Einsatzgebiete geeignet. So kann sie z.B. bei der Rasur, zum Wäsche waschen, Säubern von Tieren, für die Reinigung von Gemüse und in verdünnter Version auch als Pestizid für Pflanzen verwendet werden.

Ich nehme die flüssige Seife zum Duschen, manchmal zum Haare waschen und wöchentlich für die Reinigung meiner Pinsel. Jana von Oui ça me plaît hat sich damit sogar die Zähne geputzt, so mutig war nicht.

Die Seife reinigt gut, meine trockene Körperhaut muss ich jedoch nach dem Duschen eincremen. Die Seife ist nicht überfettet und wirkt deshalb nicht pflegend. Wie bei jeder anderen Seife wäre ich beim Waschen von blondiertem Haar vorsichtig: Seife wirkt alkalisch und raut damit die Schuppenschicht auf.

Bei der Magic Soap handelt es sich nicht um ein Duschgel mit Zuckertensiden (= nichtionisches Tensid), sondern um verseifte Öle (= anionisches Tensid). Im Fall der Lavendel-Seife sind das Kokosöl, Olivenöl, Hanföl und Jojobalöl, die aus Bio-Anbau stammen und nach Fair Trade-Maßstäben hergestellt wurden. Die Inhaltsstoffe wurden von dem amerikanischen Siegel USDA zertifiziert:

Eine Flasche Magic Soap von Dr. Bronner enthält 237 ml und kostet etwa 8,50 EUR. Erhältlich ist die Seife in Deutschland bei diesen Händlern. Es gibt auch kleine Fläschchen zum Probieren für 3,50 EUR.

Weitere Reviews der Magic Soap findet ihr bei Loving Fair, Biotiful und Pura Liv. Edit 7.8.2014: Auf der Vivaness 2014 hatte ich die Gelegenheit, beim Enkel des Gründers von Dr. Bronner nachzufragen, was es mit den Zitaten aus dem Moralischen Abc auf sich hat.

Mein Fazit: Dr. Bronner’s Magic Soap ist eine gute klassische flüssige Seife, die aus Bio-Ölen hergestellt wurde. Ich muss zugeben, dass mich das Moralische ABC etwas verwirrt – aber die Familiengeschichte und die Tradition der Bronners finde ich sehr interessant.

Kennt ihr die Seifen von Dr. Bronner?

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28 thoughts on “Dr. Bronner’s Magic Soap in Lavendel
  • Roxy sagt:

    Klingt sehr spannend und ich würde auch gerne mal dran riechen 🙂

    Die Verpackungsgestaltung ist so sicher einmalig 😀 Ich finde das äußerst interessant und so hat man beim Duschen auch mal was zu lesen 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Der Lavendelduft ist super, abe auch die anderen Sorten gefallen mir. Mandel riecht z.B. richtig deutlich nach Mandelaroma. Und ja, man hat immer was zu lesen dabei, wenn man sich mit Dr. Bronners duscht 😉 .

  • Klaine sagt:

    Ich habe eine große Flasche mit Lavendel, eine kleine Flasche in Babymild und dann hatte ich mal eine große Flasche mit Pfefferminz. Besonders wenn ich für kurze Zeit verreise, nehme ich die Seifen gerne mit, weil man sie eigentlich für alles verwenden kann.
    Meine Zähne habe ich damit auch schon zweimal geputzt, aber es schmeckt eben nach Seife und dementsprechend gar nicht gut.
    Ganz liebe Grüße!

    • beautyjagd sagt:

      Für Reisen finde ich besonders die kleinen Flaschen sehr praktisch. Das mit dem Zähneputzen ist meine Sache auch nicht, ich habe einfach keine Lust auf Seife im Mund.
      Liebe Grüße 🙂

  • Beautybaerchi sagt:

    Ich stand im Müller jetzt schon öfter davor und werde mir wohl demnächst die mit Mandelduft kaufen. Für mich riecht sie nämlich sehr lecker nach Marzipan 😀 Und ich liebe Marzipan :). Ich denke das mit dem Zähneputzen werde ich auf jeden Fall testen 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Marzipan passt ja auch zu Mandel 🙂 – ich fand den Duft am ungewöhnlichsten von allen Dr. Bronners Seifen.
      PS: Zähneputzen mit Marzipan ist auch nicht schlecht 😉 😉

  • Birgit sagt:

    Die Zitrus Orange habe ich mal geschenkt bekommen, fand ich ganz nett, aber der Wow-Effekt hat mir gefehlt. Vielleicht sollte ich mal Lavendel und Mandel schnuppern gehen.

    • beautyjagd sagt:

      Von Wow-Effekt würde ich bei meiner Seife auch nicht sprechen, es ist eben eine klassische flüssige Seife 🙂 .

  • Daniela sagt:

    Hatte neulich netterweise von Ingy von http://amazingy.com/de/ eine Probe von Dr.Bronner´s Lotion Lavendel-Kokosnuss bekommen, die wunderbar duftet, leicht ist, aber dennoch pflegend ist (hatte sehr glatte Haut davon). Ich werde mir wahrscheinlich zum Herbst endlich eine Lotion&Seife zulegen.

    Kann mir jemand etwas zum Pfefferminzduft sagen? Riecht der wirklich minzig oder künstlich oder nach etwas anderem?

    • beautyjagd sagt:

      Ich habe an der Pfefferminzseife geschnuppert, und habe sie so in Richtung Spearmint in Erinnerung (hoffentlich trügt mich meine Erinnerung nicht).
      Von der Bodylotion habe ich auch noch ein Pröbchen, werde ich bald probieren 🙂 .

  • Jana sagt:

    Danke fürs Verlinken 🙂 Seit meinem Post habe ich meine Zähne nur noch mit herkömmlicher Zahnpasta geputzt. Es war ein Erlebnis, das ich nicht nochmal haben muss, außer im äußersten Notfall. Es ist ja gut zu wissen, dass man sie für die Zähne nehmen KÖNNTE, wenn man sich mal in einer zivilisationfreien Zone verirrt und zufällig ein Fläschen Magic Soap dabei hat (Wenn sie wirklich magic wäre, würde sie sich in meine Hände zaubern wenn ich sie bräuchte).

    Zum Kücheputzen mag ich den Eukalyptusduft, ça change un peu des produits au citron 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Im Notfall würde ich mir damit auch die Zähneputzen, aber nur dann 😉 . Da ich Eukalyptusduft sehr gern mag, könnte ich die Seife damit auch mal testen.

  • franca sagt:

    von rudyard kippling inspirierte lebensweisheiten? der mann war rassist, sexist und kolonialromantiker. so gut können die seifen gar nicht sein, dass ich sie mir kaufen könnte… *börks*

    • beautyjagd sagt:

      Ich kenne mich mit Rudyard Kipling nicht gut aus *zugeb*, aber kann mir den „Rasierwasserstil“ (so nenne ich das) der damaligen Zeit schon denken.

      • franca sagt:

        so wie ich das verstehe, fahren sie die schiene ja weiter, oder? das das „damals“ so war, o.k. – das ist ja aber kein grund, das ungefiltert weiter zu reproduzieren…

      • beautyjagd sagt:

        Da hast du recht. Gerade habe ich nochmal den von Rudyard Kipling inspirierten Text („adapted by Bronner“!) auf meiner Flasche durchgelesen, für mich liest sich das alles ziemlich abgedreht (vielleicht kenne ich mich auch nur nicht gut aus). Ich weiß schon, warum ich oben geschrieben habe, dass mich diese Zitate verwirren und etwas ratlos zurücklassen- deine Bedenken fügen sich irgendwie in das Bild ein.

      • franca sagt:

        wie das aus dem zusammenhang gerissen kommt, kann ich nicht beurteilen… seine kurzgeschichten sind auf alle fällte ein post-kolonialer alptraum – rand dicht von der konstruktion der „unzivilisierten, wilden anderen“ und zum schluss triumphiert immer das moralisch und ethisch überlegene „abendland“. übel. auch wenn das jetzt mit lecker oder nicht lecker richten wenig zu tun hat – für mich passt das dann halt nicht zum restkonzept, das als bio-kosmetik ja auch immer einen gewissen ethischen ansprucht hat.

  • Louisa sagt:

    Ich kenne die Seifen von Dr. Bronner nicht, die Marke an sich aber schon. Interessant was so hinter mancher Marke steckt (und dafür liebe ich die ganzen Leser hier, die noch mehr Informationen liefern).
    Nach der Lavendel-Seife werde ich vielleicht mal gucken. Die Handseife von Alverde wurde ja leider aus dem Programm genommen.

    Interessant, dass die Seifen u.a. bei American Apparel erhältlich sind. Find ich jetzt nicht so passend. War aber auch nicht immer so, oder?

    • beautyjagd sagt:

      Ich fand die Recherchen zu Dr. Bronner sehr spannend, auch wenn ich von einigen Sachen nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Die Vertrieb über American Apparel gehört ebenfalls dazu, seit einem Jahr ist das mindestens schon so.

  • Jammin sagt:

    Ich kenne die Marke und habe sogar einen Lippenpflegestift davon. Mit dem bin ich sehr zufrieden. Die Seifen habe ich bisher noch nicht ausprobiert, ich finde sie aber auch recht teuer, dafür dass es „nur“ Seife ist und ich sie wohl auch nur als solche benutzen würde.

    • beautyjagd sagt:

      Einen Lippenpflegestift hatte ich auch mal, ebenso wie einen der Balms im Schiebedöschen – der hat mir besonders gefallen.

  • Patricia sagt:

    Ich habe viel von der Seife gehört und auf diversen blogs gelesen. War auch einmal kurz davor mir eine Miniversion zu kaufen, aber da hatte ich schon die Rosmarinseife von Sonnett für mich entdeckt. (mittlerweile hat sie Gesellschaft von der Rosenseife von Sonnett bekommen 😉 )

    Was mir gut gefällt, ist die, nun leider abgeschmetterte, Klage gegen fälschlicherweise angepriesene Produkte als „organic“. Die Verwendung von Ökolabels sollte weltweit sowieso stärker kontrolliert und vereinheitlicht werden. Schade, dass Dr. Bronner’s damit nicht durchgekommen ist. Wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gewesen.

    Allerdings, was mir ganz und gar nicht gefällt, ist, dass das Unternehmen anscheinend mit American Apparel zusammenarbeitet. Für mich ganz persönlich ein Auschlußgrund die Seife zu kaufen.

    • beautyjagd sagt:

      Irgendwie sind die Bronners ein bisschen widersprüchlich, das gehört wohl zu ihrer Tradition dazu 😉 . Das mit AA findeich auch nicht so toll, was sie wohl dazu bewogen hat?
      Die Rosmarinseife von Sonett ist meine absolute Lieblingsseife, der Duft ist einfach herrlich!

  • Silke sagt:

    Ich selbst habe die Sorten Lavendel (hmm, ich liebe Lavendel in jeder Form…) und Teebaum (wollte Eukalyptus, habe mich vertan- mag Teebaum eigentlich nicht, riecht aber gar nicht schlimm, ist sogar verhältnismäßig angenehm)…. ich finde sie sehr gut. Habe sie bei Amazingy bestellt, da gibt es aber leider nur die Mini und die „Kleinen“ Flaschen, werde mir aber dann die ganz großen Flaschen woanders kaufen müssen… schnief………..
    Ich finde sie durch die flüssige Form sehr ergiebig,, man braucht nur geringe Mengen für`s Gesicht (ja, seltsamerweise vertrage ich sie ganz gut im Gesicht, habe sonst große Probleme……….) unter der Dusche und zum Hände waschen. Angenehme Schaumentwicklung. Trocknet bei mir nicht aus, für meine Haut ist die Pflege durchaus in Ordnung!!! Zum Haare waschen finde ich die Seifen nicht geeignet, zumindest bei mir. Die Haare waren total stumpf und glanzlos, als wären noch total viele Rückstände drin gewesen (was definitiv nicht der Fall war), ich habe lange, aufgehellte Haare, also nix für mich. Die Zähne habe ich auch zweimal damit geputzt- ööööhhhhhhhhhh nööööööööööööööö- ich bezweifel das man sich daran gewöhnen kann!!! :o( Ansonsten, Wäsche und Abwasch- alles super! Die Flasche selbst finde ich vom Styling her niedlich, macht was her- irgendwie Retro. Diese Merkwürdigen Zitate beachte ich nicht weiter… ich gehe jetzt mal ganz naiv davon aus, das sie die nur abdrucken weil sie nostalgisch sind und nichts verändern wollen…. ich unterstelle ihnen mal keine böse Absicht, somal das restliche Konzept doch ganz gut ist. Einzig der Kunderservice der Internetseite finde ich beschämend (nicht Amazingy sondern Dr. Bronner selbst), ich habe da mal eine E-Mail hingeschickt mit zwei Fragen und einem Vorschlag, es kam rein gar nix zurück. Echt arm……..

    • beautyjagd sagt:

      Oh ja, mit langen blondierten Haaren sollte man von Haarseifen/seife im Haar Abstand halten. Ich mag das Retro-Design der Flaschen auch, aber manche Spürche sind für mich schon sehr unverständlich und verwirrend… Aber dadurch unterscheidet sich die Seife natürlich auch deutlich von anderen, und bietet Gesprächsstoff. Ergiebig finde ich die Seife auch, ich komme sehr lange mit einer Flasche aus.
      Schade, dass der Kundenservice nicht reagiert, das ist echt ein Armutszeugnis.

  • keimonish sagt:

    Klingt interessant und sehr engagiert von den Bronners . Eine Seife für soooo viele Einsatzgebiete ? Klingt auch sehr spannend. Ich habe auch schon unterwegs mal aus Verzweiflung Seife zum Zähneputzen verwendet, war schon ein sehr „spezielles“ Gefühl 😉
    (hab aber auch schonmal zu Hause aus Versehen Hautcreme statt Zahnpasta erwischt….das war dann doch eher schlimm 😉 )

    Morgen gehe ich mit meiner Enkelin zum Seifensieden in unserem Spinnrad. Mal sehen, ob es uns gefällt 🙂 Hab ich mich bis jetzt noch nie dafür interessiert. Vermutlich wird es eher auch nur ein Spaß, als dass ich es zu Hause nachmachen werde.

    • beautyjagd sagt:

      Seifen habe ich noch nie gesiedet, da würde mich auch mal ein Workshop interessieren – denn darüber lesen ist ja die eine Sache, aber es selbst mal zu machen, die andere. Viel Spaß dabei 🙂 !

  • […] meinem Post über die bekannte Magic Soap von Dr. Bronner’s habe ich die Hintergründe des Unternehmens bereits geschildert: Gründer Emanuel Bronner […]