Branche, Hintergrund, Inspiration, Naturkosmetik

Großzügigkeit macht schön

In meinem kurzen Abriss des Naturkosmetik Branchenkongresses hatte ich bereits erwähnt, dass mich einige Punkte des Vortrags von Prof. Dr. Michael Braungart zum Nachdenken angeregt haben.

In der leicht chaotisch gestalteten Rede stellte der Keynote-Sprecher das von ihm zusammen mit dem amerikanischen Architekten William McDonough erdachte „Cradle to Cradle“-Prinzip vor.

Grundsätzlich versteht man unter diesem Begriff, dass jedes Produkt immer wieder in den Öko-Kreislauf geführt wird, ganz nach dem Vorbild der Natur, die alles auf vielfältigste Weise wiederverwertet. Wer mehr dazu erfahren möchte (auch kritische Einwände), dem empfehle ich diesen Artikel in der Zeit.

Braungart ist dafür bekannt, dass er in seinen Vorträgen immer ein paar unbequeme Gedanken auf Lager hat. So rief er z.B. dazu auf, die Naturkosmetik-Branche in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Er schlug vor, dass sich die Branche als NGO (Nichtregierungsorganisation) zusammenschließen solle, und so Verantwortung für einen gesellschaftlichen Wandel übernehmen könne. Es würde nicht genügen, sich ausschließlich Ziele wie z.B. „den Verkauf um 3% steigern“ zu setzen. Ich glaube, an dieser Stelle des Vortrags haben einige Teilnehmer etwas geschluckt 😉 .

Noch spannender als das eigentliche Thema fand ich jedoch die Nebenbemerkungen von Braungart. Sie ließen mich öfter zu meinem Stift greifen, denn einige Gedankengänge musste ich mir unbedingt notieren. Einen davon möchte ich mit euch teilen, denn er spukt mir seitdem im Kopf herum.

Ausgangspunkt dafür waren Braungarts Überlegungen, dass Naturkosmetik eher nicht mit Angst  zu bewerben sei (wie bei „kein Paraben“ etc.), sondern besser die positiven Elemente in den Vordergrund stellen solle.

Eine Kultur der Angst oder des Misstrauens hält er nicht für den richtigen Weg, Naturkosmetik zu verkaufen – und er meint das natürlich auch gesellschaftlich. Menschen seien nur dann raffgierig und geizig, wenn sie unter Druck stünden und Angst hätten. Selbst weniger wohlhabende Menschen würden stets mit anderen Menschen teilen, wenn sich diese in Not befänden.

Dem Gedanken Braungarts folgend ist die Natur wie auch der Mensch grundsätzlich großzügig veranlagt – eine Kultur der Großzügigkeit fördere Entwicklungen und Innovationen, und sei damit letztlich auch entsprechend rentabler.

Ich musste an meine eigenen Ängste denken, die mich schon manchmal davon abgehalten haben, großzügig zu teilen. Das meine ich nicht materiell, sondern im übertragenen Sinn und betrifft „Dinge“ wie Wissen oder Gefühle. Im Nachhinein kann ich mich nicht erinnern, letztlich je einen Vorteil davon gehabt zu haben. Schenken macht so viel Freude, und sorgt bekanntlich nicht nur beim Beschenkten für Glücksgefühle und Herzenswärme.

Ich habe mir vorgenommen, zukünftig noch mehr darauf zu achten, in welchen (kleinen) Situationen mich meine eigenen Ängste und Unsicherheiten davon abhalten, großzügig (im umfassenden Sinn) zu sein. Auf dass meine Herzens-Projekte florieren und gedeihen – und natürlich auch alles Drumherum noch schöner wird!

Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken einigermaßen nachvollziehbar beschreiben. Kennt ihr das Phänomen auch? Habt ihr schon mal einen Vortrag von Prof.Dr. Braungart gehört?

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22 thoughts on “Großzügigkeit macht schön
  • Schneizel sagt:

    Lange nicht so oft zustimmend genickt. Angst ist ein schlechter Ideengeber, Panikmache als Marketingmittel ist unredlich und widert mich immer mehr an. Ganz gleich, ob es dabei um die pösen Alterungserscheinungen der Haut, die pöse Cellulite, das pöse Bauchfett oder um die pösen Konservierungsstoffe/Parabene/Silikone/Duftsstoffe etc pp geht. Geiz und Kleingeistigkeit sind sehr menschlich, aber doch auch sehr korrigierenswert bei sich selbst. Großzügigkeit ist ein wunderbares Ideal.

    Ansonsten höre ich von dem Herrn hier zum ersten Mal und hoffe doch sehr, dass nicht nur seine Nebenbemerkungen interessant sind.

    • beautyjagd sagt:

      Natürlich waren nicht nur seine Nebenbemerkungen interessant 😉 Das Konzept Cradle to Cradle war mir in groben Zügen schon vorher bekannt, deswegen fand ich die dahinterliegenden Gedankengänge umso spannender, denn damit hatte ich gar nicht gerechnet bei einem Vortrag mit dem Titel „Ökö-effektives Verpackungsdesign“.

  • Rea sagt:

    Aha. Das muss ich jetzt erst mal sacken lassen. …

    …Hm, ja, also Unrecht hat der Mann denke ich nicht. Aber auf diesen Gedanken gekommen wäre ich nun wirklich nicht – weder auf die NGO noch auf das Teilen 😉 Jetzt wo du’s aber erwähnst bzw. weiterträgst: diese „Kein [potentiell schädlicher Stoff]“-Aufkleber/Aufschriebe verbreiten tatsächlich ein ungutes Klima. Ich finde, sie blasten vor allem Diskussionen darüber, welche Nachteile ein Stoff hat – es heißt dann sofort „aber das ist doch schädlich!!!“, und fertig aus. Produktiv ist das nicht.
    Und wenn man das dann im größeren Rahmen betrachten will… hmhhh…

    • beautyjagd sagt:

      Ich bin auch noch nicht fertig mit dem Sackenlassen! Deswegen fand ich den Vortrag auch so anregend, weil er mir viel Stoff geboten hat, den ich erst mal stückweise verdauen muss. Ich mag es ja, wenn man Themen mal aus einem ganz anderen Blickwinkel beleuchtet, denn manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

  • Hmm … also ich finde das ist immer eine Gratwanderung.

    Natürlich versuchen wir keine Panikmache zu betreiben und stellen lieber die positiven Eigenschaften der Naturkosmetik (bzw. Natur- und Bioprodukte allgemein) dar. Es geht ja darum die Werte von Naturkosmetik zu vermitteln und zu zeigen, dass (bei einigen Herstellern) mehr dahinter steckt als einfach nur ein paar hübsche Produkte ins Regal zu stellen.

    Aber in der Beratung kommt man eben auch auf die Unterschiede zwischen konventioneller Kosmetik und Naturkosmetik zu sprechen. Und hier lässt es sich nicht vermeiden zu sagen, dass Letztere eben keine XYZ enthalten; bzw. frei sind von XYZ (was definitiv die bessere Formulierung ist). Einfach nur zu sagen „dieses Produkt enthält nur natürliche Inhaltsstoffe“ reicht eben nicht.

    Einschub: „natürlich“ ist schon ein sehr weicher Begriff und daher verwende ich diesen eigentlich nie. Problem: mit dem Begriff „zertifizierte Inhaltsstoffe“ können viele Leute nichts anfangen und er ist auch je nach Zertifizierer verschieden; und von Inhaltsstoffen ausschließlich aus kbA kann ich eben auch nur sprechen, wenn dies der Fall ist. Argh!

    Und dann landet man eben wieder dabei zu erklären welche Stoffe nicht enthalten sein dürfen (ja nach Zertifizierer) und versucht dabei a) nicht zu weit zu verallgemeinern und b) nicht zu sehr ins Detail zu gehen, da sonst das Gespräch einfach in die falsche Richtung geht.

    Also unterm Strich finde ich die Gedanken von Herrn Braungart sehr gut und halte es für lobenswert, wenn man die Grundidee in seinen Alltag einfließen lässt (wie ich es selbst seit Jahren versuche ohne zu wissen, dass der gute Herr die so prägnant auf den Punkt gebracht hat). Nur leider kommt man nicht immer drum herum. Wobei ich nun wirklich nicht prominent auf den Verpackungen „kein So-und-so“ prominent stehen haben möchte. Und wenn ich mir die Produkte in meinem Laden so anschaue finde ich diesen Hinweis auch nicht oder nur sehr dezent (auf der Rückseite) angebracht. Also ist zumindest ein Teil der Branche auf dem richtigen Weg. 🙂

    Viele liebe Grüße aus Mainz
    Die Naturdrogerie

    • beautyjagd sagt:

      Ja, ein Teil der Branche ist auch für mich auf dem richtigen Weg – ein anderer Teil befindet sich in allerlei Hinsichten auf merkwürdigen Wegen, darüber schreibe ich demnächst vielleicht auch noch was (wenn ich mutig/in der Laune dazu bin 😉 ).

      Ich finde, dass man durchaus auch sachlich darüber berichten kann, was in einem Produkt nicht enthalten ist oder eben doch – aber als plakatives Angst-Marketing-Instrument mag ich es nicht im Einsatz haben. Mit der moralischen Keule habe ich es ja auch nicht, eher mit der Lust und Verführung 😉 zu schönen Produkten mit guten Inhaltsstoffen.

  • Schleivogel sagt:

    Sehr interessante Denkanstöße, muss ich sagen. Das Werben mit Negativ-Schlagworten findet sich ja auch massenweise in der Lebensmittelbranche (ohne Konservierungsstoffe, ohne künstliche Geschmacksverstärker, etc.). Nur was sagen solche Schlagworte eigentlich über das Produkt aus? Weiss ich nun als Konsument was darin enthalten ist? Nein, bestenfalls weiss ich, was nicht enthalten ist. So manch anderes, was ich ablehne, kann trotzdem enthalten sein. So ähnlich sehe ich das auch bei der (Natur-)Kosmetik. Wer die Inhaltsstoffe aufmerksam studiert, braucht diese Schlagworte nicht, aber habe ich dafür immer die Zeit? Wer sich nur auf solche großgedruckten Versprechungen verlässt, kann durchaus auch herbe enttäuscht werden, was die anderen Zutaten oder Inhaltsstoffe betrifft.
    Mehr mit den positiven Bezeichnungen zu werben, ist sicher ein guter Ansatz, aber auch das wird es mir niemals abnehmen können, mich selbst im Detail schlau zu machen. Letztlich ist das eben eine Marketingstrategie und kein Unternehmen kann (und will) auf die Gewinnmaximierung verzichten. Das halte ich für blauäugig. Daher kann ich nur sehr begrüßen, dass es überhaupt Hersteller gibt, die Produkte aus Bioanbau verwenden, aus Fairtrade und insgesamt ein möglichst nachhaltiges Konzept verfolgen. Ich finde, dass ist schon sehr viel! Es liegt doch am Konsumenten diese Firmen durch den Kauf ihrer Produkte zu unterstützen.Die weiterführenden Gedanken des Herrn Braungart sind sicher löblich, aber auch realistisch umsetzbar? Die Zukunft wird es wohl zeigen, aber mir scheint der Weg noch sehr weit ….

    • Ja, man muss sich selbst informieren (und die Möglichkeit dazu haben).
      Ja, der Ausschluss bestimmter Inhaltsstoffe verrät nicht was im Produkt enthalten ist.
      Ja, Firmen mit einer nachhaltigen Philosophie sind unterstützenswert!

      (Wobei ich zugeben muss, dass „nachhaltig“ für mich immer noch ein verbranntes Wort ist und ich es daher kaum gebrauche.)

      Nein, Gewinnmaximierung ist nicht das Ziel jedes Unternehmens.

      Selbstverständlich strebt jedes Unternehmen in der Naturkosmetikbranche (und anderswo) einen Gewinn an (mit Ausnahme von Wala*), da es sonst irgendwann nicht mehr da ist. Die Gewinnmaximierung ist aber sicher nicht das Ziel aller NK-Firmen. Diese Behauptung tut den Überzeugungstätern der Branche Unrecht und zum Glück gibt es genügend Positivbeispiele die diese Aussage leicht widerlegen.

      Wenn man nur auf die „schwarzen Schafe“ verweist, handelt man der Grundidee von Herrn Braungart direkt zu wider. Es ist auch hier besser die „Guten“ zu nennen und hervorzuheben als nur den Zeigefinger zu erheben und alles „Schlechte“ anzukreiden. Auch hier sind wir mit Negativbeispielen schnell zur Hand und leider bleiben diese auch noch im Gedächtnis besser haften als die positiven, da dies der menschlichen Natur entspricht. Es erfordert beständige Anstrengung es anders zu machen.

      Liebe Grüße aus Mainz
      Die Naturdrogerie

      *) Keine Gewähr auf Vollständigkeit, aber hierbei bin ich mir sicher.

      • Winterweiss sagt:

        Ich habe den Vortrag von Baumgart auch gehört und musste einige Male herzlich lachen. Vorallem über die irritierten Zuhörer – vor der Mittagspause war das echt erfrischend. Aber in vielen Dingen hat er wirklich recht. Ich denke, dass die Naturkosmetik-Branche schon ziemlich gut zusammenarbeitet und Vieles gemeinsam erreicht hat z.B. das unabhängige NATRUE Siegel für sichere Kosmetik. Da ich bei zwei Unternehmen der Branche gearbeitet habe bzw. arbeite, hab ich ein bisschen Einblick darin. Daher finde ich es auch sehr interessant, dass du, liebe Naturdrogerie sagst, dass Wala keinen Gewinn machen will. Wie kommst du denn darauf?

      • beautyjagd sagt:

        Ja, der Vortrag tat sehr gut vor der Mittagspause – und bot dann ja auch genügend Gesprächsstoff beim Essen 😉 . Ich mag es, ein bisschen irritiert zu werden, aber ich habe auch Zuhörer beobachtet, denen das sichtlich zu wüst war.

      • OK – gar nicht gewinnorientiert ist vielleicht falsch ausgedrückt. Wala gehört zu 100% einer Stiftung und Stiftungen sind allgemein nicht gewinnorientiert (oder haben zumindest keine per Gesetz verordnete Gewinnerzielungsabsicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewinnerzielungsabsicht ). Ein Unternehmen ist in Deutschland also zu einer Gewinnabsicht „gezwungen“, da es sich sonst dem Verdacht der Liebhaberei aussetzt.

        Bezüglich Wala kann man das auch gut hier nachlesen: http://www.wala.de/unternehmen/wala-stiftung/

        Ein ähnliches Konstrukt ist mir sonst nur noch bei Sonett begegnet, die aber vor allem Wasch- und Putzmittel herstellen und eher weniger Naturkosmetik-Produkte.

        Viele Grüße aus Mainz
        Die Naturdrogerie

      • Sun sagt:

        Vor Kurzem habe ich gehört, dass IN auch ähnlich wie eine NPO agiert, da der Gewinn zu großen Teilen gespendet bzw. in (soziale, nachhaltige? – ich weiß es leider nicht mehr genau) Projekte investiert wird. Das funktioniert wohl, weil der Gründer Horst Rechelbacher mit dem Verkauf der Marke Aveda finanziell ausgesorgt hat. Fand ich interessant.

      • beautyjagd sagt:

        Ja *zustimm*, das habe ich auch gelesen, aber mich noch nicht näher damit befasst.

    • beautyjagd sagt:

      Ich glaube auch, dass der Weg weit ist – aber ich finde es trotzdem super, wenn jemand Visionen hat. Denn ohne diese verändert sich letztlich gar nichts, kleine Schritte sind auch schon was! Und jemanden zum Nachdenken zu bringen, finde ich auch schon wertvoll. Übrigens ist Herr Braungart nicht konsumfeindlich eingestellt, er plädiert interessanterweise sogar für Verschwendung, aber auf gescheite und „nachhaltige“ Art. Über diesen Aspekt muss ich noch nachdenken.
      Mich ärgert es übrigens auch sehr, wenn auf einem Produkt „ohne Parabene“ steht, und dann wurden stattdessen halorgenorganische Verbindungen eingesetzt – juhu (Ironie). Letztlich kommt man nicht darum herum, sich selbst zu informieren.

      • Sun sagt:

        Dass er für Verschwendung plädiert, empfinde ich als einen der interessantesten Punkte.

        Wenn es um Nachhaltigkeit und „die Rettung unseres Planeten“ geht, dann hört man von Forschern und Experten ja auch schon mal, dass die Globalisierung rückgängig gemacht oder das Wirtschaftswachstum ein Ende haben muss. Eine solche Veränderung des „Systems“ ist meiner Meinung nach aber nicht möglich. Auch bewusste Konsumverringerung ist im großen Stil (also global gedacht) nur machbar, wenn die Menschen weniger Geld zur Verfügung hätten und sich schlicht und ergreifend nicht mehr so viel kaufen könnten.

        Aus diesem Grund finde ich Braungarts Idee der Verschwendung gut. Die Globalisierung rückgängig zu machen ist nicht möglich. Auch ist es kaum denkbar, dass die Weltbevölkerung freiwillig auf steigenden Wohlstand und Konsum verzichten möchte – mal von einer vergleichsweise kleinen und idealistischen Gruppe abgesehen. Würden Produktionsprozesse nachhaltig umgestellt und quasi kaum mehr oder gar keine Belastung für den Planeten darstellen, könnte weiter wie bisher konsumiert werden. Es ist für den Menschen einfach ein attraktiveres Angebot, als sich selbst einzuschränken und daher (im Gegensatz zur Umkehrung der Globalisierung) theoretisch machbar.

      • beautyjagd sagt:

        Das hast du einfach ganz wunderbar zusammengefasst und erklärt! Braungart geht ja auch hier davon aus, dass die Natur das Vorbild ist – diese ist verschwenderisch, aber eben in sinnvoller Weise. Ich denke weiter darüber nach 🙂 , für mich ist das auch ein sehr spannender Punkt.

  • Emma sagt:

    Sehr interessanter Beitrag!!! Dabei erstaunt es mich dass oft die `ärmeren` Menschen mehr teilen und großzügiger sind als viele anderen die es besser haben.

    • beautyjagd sagt:

      Ja, das ist eigentlich erstaunlich – der Mensch ist anscheinend doch nicht nur der Wolf des Menschen…

  • Jana sagt:

    Den Gedanken mit der Angst als Marketing-Instrument drehe und wende ich auch gerade, dank deiner Überlieferung. Ich nehme solche Hinweise wie „ohne xy“ schon gar nicht mehr ernst, sondern suche sofort die Inhaltsstoffliste und filtere so die für mich wichtigen Informationen heraus. Einen Teil dieser Listen verstehe ich auch auf Anhieb, und wenn ich mir unsicher sein sollte, gucke ich lieber zuhause nochmal nach. Aber so wichtig sind die INCIs, befürchte ich, den wenigsten Kunden. Wenn man weniger gut informiert ist und einem gute Inhaltsstoffe eher wurscht sind, dann begnügt man sich vielleicht mit einem „ohne Parabene“, das einen auf der Verpackung anspringt, weil’s das Gewissen beruhigt oder man sich in Sicherheit wiegt. Wenn das Produkt dennoch minderwertig ist, finde ich dieses Anpreisen irreführend für eben solche Kunden.

    Zum Glück gibt es Marken (überschaubar in der Anzahl), denen ich blind vertraue und daher theoretisch gar nicht erst gucken müsste, ob was Ungutes drin ist. Dr.Hauschka steht da für mich an erster Stelle 🙂
    Wenn ich jetzt mal überlege, dann geht Dr.Hauschka z.B. großzügig mit Zeit um. Denn viele der Ingredienzen werden ja über eine lange Zeit verarbeitet oder rhythmisiert, wie man es dort bezeichnet. Ist das nicht auch eine Art von „Verschwendung“? Und wenn’s wirkt, dann umso besser 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Mein erster Blick gilt ja auch immer den INCIs, egal was draufsteht. Meistens ist mir dann sofort klar, wien ernst es das Unternehmen mit bio wirklich meint.
      Und den Gedanken mit der Zeit-Verschwendung, den finde ich sehr schön (und entspricht sicher auch dem Konzept von Braungart).

  • […] nehme mir mittlerweile in einigen Dingen die Natur zum Vorbild, der inspirierende Vortrag von Prof. Dr. Michael Braungart auf dem Naturkosmetik Branchenkongress hat mich darauf gebracht. Bei persönlichen Fragen, die ich […]

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