Naturkosmetik, Pflegende Kosmetik

Heymountain Cosmetics: Citizen Cake, Bella Rosa und überhaupt

Ich habe im Frühjahr zum ersten Mal bei „Heymountain Cosmetics“ bestellt. Und weshalb? Weil ich die Schwäbische Alb toll finde. Von der Abgelegenheit dieser wunderschönen Gegend darf man sich nicht täuschen lassen, denn im Umkreis der Schwäbischen Alb befinden sich äußerst innovative Unternehmen wie z.B. „Weleda“ und „Dr. Hauschka“, die schon sehr lange eine ausgeprägte Firmenphilosophie pflegen und mittlerweile international erfolgreich sind.

Wer Produkte von „Heymountain Cosmetics“ vorstellen möchte, kommt ebenfalls gar nicht daran vorbei, über die Philosophie des Unternehmens zu sprechen.

„Heymountain“ ist ein junges Unternehmen, es wurde erst 2009 gegründet. Die beiden Gründer, Rainer und Diana Krautter, waren einige Jahre deutsche Geschäftsführer bei „Lush Cosmetics“ und das merkt man dem wirklich großen Produktportfolio ihrer neuen Firma „Heymountain“ auch an. Es gibt Badekugeln, Massagebars, solide Parfums, Seifen, Körperbutter oder Gesichtspflege, also Produkte die denen von „Lush“ ähneln. Es gibt jedoch einige feine, aber entscheidende Unterschiede.

Zuerst einmal betrifft das die Düfte, die anders sind, vor allem aber die Inhaltsstoffe der Kosmetik. Parabene als Konservierungsstoffe wie bei Lush-Produkten findet man hier nirgends. Shampoos und Duschgels werden auf Basis von Zuckertensiden hergestellt. „Heymountain“ ist laut eigener Aussage keine zertifizierte Naturkosmetik, sondern arbeitet naturnah. Wer sich die Inhaltstoffe näher anguckt, kann das bestätigen. Die Produkte werden in Deutschland im eigenen Betrieb frisch fabriziert und sind handgemacht.

Der zweite große Unterschied besteht in der Firmenphilosophie. Von klassischem Marketing halten Diana und Rainer nichts. Sie möchten keine Presseanfragen, schalten keine Werbung. Im Web sind sie allerdings schon aktiv, denn wie könnte man sonst von „Heymountain“ erfahren?

Anders als bei „Lush“ (und vielen Firmen) ist das Unternehmensziel von „Heymountain“ nicht die Profitmaximierung, sondern ein gesundes Wachstum. Die Geschäftsleitung hat dazu eine Stiftung gegründet hat, in die die erwirtschafteten Überschüsse der Firma fließen werden. Welche Ziele die Stifung „Peannats“  im Bereich Umweltschutz, Gesellschaft und Tierschutz genau hat, wird man der ab 2011 online gehenden Homepage entnehmen können.

Insgesamt grenzt sich „Heymountain“ in seinen Aussagen deutlich von „Lush“ ab, vielleicht, weil auch so viele Ähnlichkeiten bestehen. Wahrscheinlich ist Heymountain das, was Lush eigentlich mal war und jetzt nur noch marketingtechnisch propagiert, weil die Firma zu groß und zu erfolgreich geworden ist: Ein kleines, leicht chaotisches, sympathisches Unternehmen mit flachen Hierarchien und einem Querdenker an der Spitze.

Apropos Querdenker. Natürlich kenne ich Rainer nicht, aber seinen Newslettern, die ich sehr gerne lese, kann ich entnehmen, dass er eine durchaus streitbare Person ist. Er sagt seine Meinung zu Themen (wie z.B. Stuttgart 21) frei heraus und hält manchmal wenig von Diplomatie. Ein Charaktertyp mit starker Persönlichkeit, so meine Ferndiagnose. Etwas weniger „Lush“-Bashing (auch wenn es indirekt ist) fände ich noch besser, schließlich hat „Heymountain“ das doch gar nicht nötig.

Großartig finde ich übrigens die Idee von „Heymountain“, als Verpackungsmaterial Heu zu verwenden, das vom benachbarten Bauern geliefert wird. Es duftet herrlich, wenn man das Paket öffnet und erinnert mich daran, wie schön die Schwäbische Alb so ist.

Wenn nur das Design der Verpackungen etwas geschmackvoller wäre. Ich finde die Schriftart scheußlich, wenn ich ehrlich bin. Auch die Namen der Produkte sind zwar originell, aber weisen manchmal schon daraufhin, dass die Geschäftsleitung ihre Jugend wohl eher in den späten 70er/ frühen 80er Jahren erlebt hat 😉 .

Jetzt aber endlich zu den Produkten, die ich bestellt habe.

Die „Citizen Cake„-Serie ist bestimmt eine der beliebtesten Produktreihen bei „Heymountain“, schätze ich. Ich habe davon das Duschgel, die Körpercreme, das Schaumbad und das limitierte Solid Perfume ausprobiert. Alle Produkte dieser Reihe riechen nach Apfelkuchen mit Vanillesauce, so die Eigenbeschreibung, die für mich aber auch genau hinhaut. Ein Gourmand-Duft wie er sein soll, nicht zu kuchenwürzig, nicht zu fruchtig, nicht zu vanillig, sondern ausgewogen und äußerst appetitlich. Ich liebe ihn im Winter.

Das Duschgel finde ich nicht so überragend, die Pflegewirkung ist mittel. Es ist etwas dünnflüssiger als Duschgels aus dem Drogeriemarkt, woran man sich aber gut gewöhnen kann. Enttäuscht war ich vom Schaumbad, das duftete mir viel zu wenig. Richtig toll finde ich aber die locker fluffige Körpercreme. Sie zieht gut ein und pflegt trotzdem gut. Der Duft ist nicht zu aufdringlich, aber noch länger gut riechbar. Das Solid Perfume ist eine schöne Ergänzung dazu, die Paste in dem kleinen Aludöschen ist schön weich und lässt sich leicht auf den Handgelenken verstreichen.

Hier die Preise der genannten Produkte:
Duschgel Citizen Cake (200 ml): 10,50 EUR. Body Creme Citizen Cake (150ml): 14,95 EUR. Limitiertes Solid Perfume Citizen Cake (10 ml): 9,95 EUR.

Die Inhaltsstoffe der einzelnen Produkte werden auf der Homepage aufgeführt, hier deswegen nur beispielhaft die des Citizen Cake-Duschgels:

Meine persönliche Liebe des Produkt-Programms von Heymountain habe ich in der „Bella Rosa“ Hand- und Fußcreme gefunden. Ich verwende sie als etwas reichhaltigere Body Creme für den Körper, die bei meiner tendenziell eher trockenen Haut gut einzieht. Der Geruch ist das Gegenteil dessen, was einem häufig als Rose verkauft wird. Die Creme riecht frisch, rosig und zugleich etwas kräuterig, als ob ich meine Nase in einen Heckenrosenbusch hineinhalte. Dazu passend gibt es das Duschgel „Give my love to Rose„. Auch hier ist die Pflegewirkung nicht so überragend, aber der Duft beim Duschen macht bei mir alles wett.

Preise der genannten Produkte:
Bella Rosa Hand-und Fußcreme (150 ml): 11,95 EUR. Give my love to Rose-Duschgel (200 ml): 10,50 EUR.

Exemplarisch wieder die Inhaltststoffe des Duschgels, die der Körpercreme findet ihr detailliert auf der Homepage:

Als letztes Produkt möchte ich noch die Bananen-Bodycreme „Josephine“ vorstellen. Sie riecht nach grüner frischer Banane und hat nichts von den künstlichen Bananendüften, die es manchmal im Drogeriesortiment gibt. Die kräuterige Note begleitet den Bananenduft perfekt.

Preis:
Body Creme Josephine (150 ml): 13,95 EUR.

Die Inhaltstoffe sind auf der Homepage aufgeführt.

Alle vorgestellten Produkte sind für mich Nachkaufprodukte. Natürlich finde ich nicht alle Sachen von „Heymountain“ so gut, denn die persönlichen Präferenzen sind eben unterschiedlich. Dank der großen Auswahl bei „Heymountain“ werden sowohl Produkte mit etwas konventionelleren als auch ungewöhnlicheren Düften angeboten.

Zum Schluss muss ich noch ein Wort über die Preise verlieren, die nicht ganz günstig sind. Preise für Kosmetik sind ein Kapitel für sich, das ich grundsätzlich einmal an anderer Stelle abhandeln werde. Es gibt natürlich immer noch viel teurere Kosmetik als „Heymountain“ auf dem Markt, die auch noch billigere Inhaltsstoffe beinhaltet. Auch „Lush“ als direkter Konkurrent dürfte mittlerweile in Deutschland durchschnittlich höhere Preise verlangen.
Ich bin kein Verfechter von billig (ganz im Gegenteil!), aber an manchen Stellen scheinen mir die Preise von „Heymountain“ schon etwas hoch zu sein. Auch wenn ich mitberechne, dass man selbstverständlich die frische Herstellung auf der Schwäbischen Alb sowie die vielen Goodies und Proben, die man dazu bekommt, mitbezahlen muss.

Erhältlich sind die Produkte von „Heymountain“ ausschließlich online und werden mit DHL verschickt. Die Versandkosten betragen innerhalb Deutschlands 5,95 EUR. Der Versand lief bei mir immer reibungslos ab, innerhalb von etwa drei Tagen nach Bestellung war mein Päckchen da. Die Auswahl der beiligenden Proben ist wirklich großzügig bemessen. Wenn man die Parole des Newsletters bei der Bestellung angibt, bekommt man noch ein Goodie dazu.

Mein Fazit: Die Düfte von Heymountain sind definitv eine Schnupperreise wert. Wer sich auf die Düfte einlässt und auch mal Vorurteile über Bord wirft, kann interessante Entdeckungen machen. Einige der Düfte haben meiner Meinung nach allerdings mehr Charakter als Eleganz, wenn ich das mal so wie in einer Weinbeschreibung üblich zusammenfasse. Aber das passt ja auch gut zur Unternehmensphilosophie! Ich bin sehr gespannt, wie sich „Heymountain“ weiter entwickelt und welche Produkte in 2011 lanciert werden. Zum Ausprobieren kann ich nur raten!

Kennt ihr „Heymountain“? Was sind eure Lieblingsprodukte?

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