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Ein beliebtes Andenken aus Deutschland

… ist interessanterweise Naturkosmetik geworden.

Ich hatte davon schon mal im Internet oder in Magazinen gelesen, und ein französischer Naturkosmetik-Händler hatte mir ebenfalls von diesem Phänomen erzählt. Deutsche Naturkosmetik gilt als ernsthaft, da viele Marken schon seit Jahrzehnten auf dem Markt sind.

Richtig klar geworden ist mir aber erst, was das bedeutet, als ich im Sommer in Rothenburg ob der Tauber war. Auf dem Foto seht ihr den Marktplatz mit dem Rathaus. Das kleine Örtchen ist weltbekannt für seine mittelalterliche Alstadt und wird zu jeder Jahreszeit von Touristen aus aller Welt besucht. Besonders Asiaten, Amerikaner und Italiener lieben die Stadt an der romantischen Straße.

Natürlich geht es ein bisschen zu wie in Disneyland, aber es gibt tatsächlich auch schöne und ruhige Ecken (wie überall abseits der ausgetrampelten Pfade 😉 ).

In der Altstadt gibt es fast nur Andenkengeschäfte oder Restaurants – und eben gleich mehrere Läden, die Naturkosmetik anbieten. Damit hatte ich nicht gerechnet. Denn Rothenburg hat nur 11.000 Einwohner und kann damit nicht gerade als große Stadt gelten.

In der Rödergasse 7 findet man bei Natural Beauty alle gängigen deutschen Naturkosmetik-Marken (Dr. Hauschka, Lavera, Weleda, Sante, Logona, Martina Gebhardt, SensiSana, i+m, Primavera, Lakshmi, Speick, Melvita, Farfalla, CMD, Pharmos, …). Außerdem ist die Inhaberin eine Dr. Hauschka-Naturkosmetikerin und bietet in ihrem angeschlossenen Kosmetikstudio Behandlungen nach den Konzepten von Martina Gebhardt, Dr. Hauschka und Primavera an.

Der Organic Shop Lovely befindet sich am Grünen Markt in der Nähe der Jakobskirche. Im Gegensatz zu Natural Beauty ist dieses Geschäft klein und vollgestopft. Der Laden lädt direkt zum Stöbern ein.

Das Sortiment umfasst auch Marken, die nicht ganz so gängig sind: CMD, Yokumi, Regulat Beauty, Alva, Safea, Styx, Omoye, Michel Droste-Laux, Bioturm, Schoenenberger, aber auch Dr. Hauschka, Weleda, Lavera oder Logona. Von diesen Marken gibt es selten das Vollsortiment, sondern eher einzelne Stücke oder Serien.

Schon am teilweise auf japanisch geschriebenen Ladenschild wird sichtbar, dass asiatische Kunden die Zielgruppe des Organic Lovely-Shops sind.  Die Homepage ist übrigens ausschließlich in japanischer Sprache verfasst. Die Inhaberin ist selbst Japanerin, spricht aber natürlich deutsch.

Im Bioladen Vreiman in der Galgengasse gibt es ebenfalls ein kleines Sortiment an deutscher Naturkosmetik. Hier kaufen aber wohl eher die Rothenburger selbst ein.

Das Reformhaus Reingruber in der Georgengasse 5-7 präsentiert im Schaufenster direkt große Plakate von Dr. Hauschka, der wahrscheinlich begehrtesten und bekanntesten Naturkosmetik-Marke aus Deutschland. Ich nehme an, der Verkauf der Rosencreme wird ausgezeichnet laufen.

In einem Geschäft in der Hafengasse, das Yankee Candles verkauft (leider weiß ich den Namen des Ladens nicht), habe ich das Sortiment von Burt’s Bees entdecken können.

Falls ihr nach Rothenburg kommt, wisst ihr jetzt auch gleich, wo ihr hin müsst. Wart ihr schon mal dort? Und habt ihr auch schon beobachtet, dass deutsche Naturkosmetik (allen voran Dr. Hauschka) zum Exportschlager avanciert ist?

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17 thoughts on “Ein beliebtes Andenken aus Deutschland
  • beautybaerchi sagt:

    Also jetzt muss ich mal mein erstaunen äußern: ich hatte keine Ahnung, dass deutsche NK so ein Exportschlage ist. Es gibt ja schließlich auch einige v.A. französische NK Marken die durchaus bekannt sind. Natürlich habe ich mich nicht mit deren Geschichte befasst und weiß nicht, ob die ses Firmen schon immer/länge Nk herstellen (das scheint es ja zu sein, was die deutschen Firmen auszeichnet).
    Heißt das denn ich Umkehrschluss, dass ich die NK aus anderen Ländern nicht „ernst“ nehmen kann? D.h. wirklich noch genauer auf die Inhaltsstoffe achten muss? (Trotz z.B. Natrue Zertifizierung?)
    Aber ansich gut zu wissen ;-). Der nächste Besuch bei Freunden/Verwandten im Asuland komtm bestimmt und dann braucht man ja auch „Gastgeschenke“ ;-).

    • beautyjagd sagt:

      Klar gibt es auch tolle französische oder andere ausländische NK-Marken! Die kann man natürlich auch ernst nehmen 🙂 .
      Aber z.B. Weleda und Dr. Hauschka gab es schon weit vor der ersten Biowelle Anfang der 80er Jahre. Außerdem hat Dr. Hauschka z.B. ein ausgefeiltes Pflegekonzept mit der fettfreien Nachtpflege – nicht nur einfach die konventionelle Pflege in natürliche Zutaten übersetzt.

  • Naekubi sagt:

    In Rothenburg o.d.T. war ich schon einmal, ist allerdings Jahre her. Dein Artikel ist wirklich sehr interessant! Ich wusste zwar, dass deutsche Naturkosmetik im Ausland immer beliebter wird, aber dass die Produkte zu einem Souvenir avanciert sind, finde ich sehr spannend!

    Da weiß ich ja, was ich verschenke, sollte ich irgendwann wieder ins Ausland fahren 😉

  • Der „German Standard“ zieht halt. Man muss aber auch ehrlich sagen, dass sich viele der deutschen NK-Marken auf Top-Niveau bewegen – und das zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Bei den amerikanischen Hauschka-Preisen kämen deutschen Kunden die Tränen. 😉

    Deutsche NK-Marken sind auch besonders; etwas wie Hauschka oder Martina Gebhardt gibt es meines Wissens nur aus Deutschland. Wissen, Technik und Genauigkeit (Pedanterie). Das schätzen doch andere so an den Deutschen; und manchmal macht es sie auch wahnsinnig. 😀

    Hinzu kommt das (berechtigte?) Misstrauen amerikanischer Verbraucher über die dort üblichen Zertifizierungen und den Herstellern insgesamt. Da rauft sich seit einiger Zeit eine wütende Verbraucherfront zusammen, die sich nicht mehr vergiften lassen möchte und daher alles unter Generalverdacht stellt ( http://safecosmetics.org/ ).

    Viele liebe Grüße aus Mainz
    Die Naturdrogerie

  • Liv sagt:

    Dass Nk gerade in Asien und vor allem in Japan der totale Hit ist habe ich auch schon gelesen. Dort ist aber eher die auch von mir geliebte Dr.Hauschka Gesichtsmilch der Renner. Da es in Japan sehr schwül ist stehen die Japanerinnen nämlich eher auf leichte Fluids und lotions 🙂
    Rothenburg sieht übrigens sehr nett und gemütlich aus! Schade nur, dass es so weit weg ist!
    Lg liv

  • Klara sagt:

    dasjamanding! nein, das wusst ich nicht, dass *made in germany* anscheinend doch noch seinen Wert hat; und freut mich, dass die deutsche NK so gut ankommt, nicht nur hier sondern auch als Exportschlager – da sage noch einer, nachhaltiges Produzieren schaffe keine Arbeitsplätze!
    hätte mir eigentlich shcon zu denken geben sollen, als Weleda groß ankündigte, in Japan einen Flagship Store zu eröffnen, soweit hab ich damals gar nicht gedacht.
    und mal wieder danke an beauty für die ausführliche Recherche vor Ort – jetzt *muss* ich da wohl doch mal hin! *g*

  • Sun sagt:

    Oh wie schön – ich liebe solche kleinen Läden 🙂

    Dass die deutschen Marken im Ausland gut ankommt war mir zwar irgendwie klar (immerhin exportieren gerade die größten und ältesten Firmen in viele Länder), aber dass es auch so ein beliebtes Mitbringsel ist, wusste ich nicht.
    Ich habe irgendwann mal gelesen, dass Julia Roberts die Dr. Hauschka Produkte nutzt und als dies öffentlich wurde, gab es wohl einen regelrechten Hype darum. Diese Info ist allerdings schon ein paar Jahre alt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es nicht zuletzt auch an solchen prominenten Nutzerinnen liegt, dass die deutsche Naturkosmetik so gern als Geschenk mit nach Hause genommen wird 🙂

    Liebe Grüße
    °Sun

    • beautyjagd sagt:

      Das stimmt, gerade gestern habe ich auf Facebook bei Dr. Hauschka gelesen, dass Jennifer Lopez die Rosencreme auch verwendet. Wie Dr. Hauschka es nach Hollywood geschafft hat, ist wirklich phänomenal! Liebe Grüße 🙂

  • Hihi, die Menge an NK-Läden in R. ist ja geradezu phänomenal. Dein Artikel macht richtig Lust, die Stadt zu besichtigen und in den Läden zu stöbern.
    Weleda und Dr. Hauschka wurden tatsächlich viel in franz. Zeitschriften erwähnt.
    LG, Umeko

    • beautyjagd sagt:

      In Paris gibt es doch mittlerweile auch die Espace Weleda und das angesagte Maison Dr. Hauschka. Darüber habe ich auch schon viel in zeitschriften gelesen. Liebe Grüße 🙂

  • Andreea sagt:

    Ich musste schon mal zeugs ins Ausland schmuggeln 🙂 Alverde, hauschka, jaja… ich kann es verstehen. Zusätzlich zu Gummibärchen!

  • Kaddi sagt:

    kann ich absolut bestätigen, viele touris decken sich in D mit hauschka und co ein. und in asien ist nk wirklich sehr trendy. logona und sante, die hier ja eher ein etwas verschlafenes image haben, machen ihen hauptumsatz zb in asien. mir kommt der deutsche markt im gegenzug ja immer sehr konservativ vor, auch bezüglich des preises. die deutsche nk konsumentin ist anscheinend (noch) nicht bereit, parfümerie preise auszugeben. dafür haben wir private label nk wie alverde, das ist schon ziemlich einzigartig.

    • beautyjagd sagt:

      Logona, Lavera und Sante werden in den USA auch geschätzt, vielleicht weil es exotisch ist? Geht mir ja auch manchmal so 😉 . Denn ich empfinde diese Marken auch eher als langweilig. Und günstigere Drogerie-Preis-NK habe ich auch noch nirgends außerhalb von Deutschland (und Österreich) gesehen.

  • […] Dass Naturkosmetik ganz offensichtlich ein beliebtes Andenken für Touristen ist, habe ich schon in einem Post vor zwei Jahren […]