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How to use a beating net oder: Ich bin eine Schaumschlägerin

mein bad in tokyo

In meinem kleinen Bad in Tokyo hängen mittlerweile eine ganze Reihe an japanischen Tools für die Gesichts- und Körperreinigung herum. Den Badeschwamm mit dem Gesicht ganz rechts auf dem Foto habe ich aus dem 100 Yen-Shop, auf der linken Seite finden sich sowohl ein Konjac Sponge in Herzform als auch das Reismehl-Säckchen von Makanai, von dem ich bereits in den Beauty-Notizen berichtet habe.

Am Wochenende habe ich nun noch eine weitere Methode der Gesichtsreinigung ausprobiert. Für viele Japanerinnen ist Schaum bei der Gesichtsreinigung unverzichtbar, weil die Haut keinerlei mechanischen Belastungen während des Reinigens ausgesetzt werden soll. Auch die Finger dürfen die Haut nicht berühren, nur der Schaum.

Diesen Schaum erzeugt man meist mit einem Beating Net (manchmal habe ich auch den Begriff Foaming Net gelesen). Ich habe mein Netz bei Muji für etwa 1 Euro gekauft, eine größere Auswahl bieten die Drogeriemärkte oder Kosmetikgeschäfte.

Ein Beating Net besteht aus einem feinen Netz aus Kunststoff, das an einem Ende von einem Ring zusammengehalten wird. Und so funktioniert die Schaumschlägerei damit:

beating net in meiner hand

Zuerst macht man das Beating Net mit Wasser nass, dann legt man es in die Handfläche. Das Ende des Netzes mit dem Ring wird zwischen den Fingern festgehalten.

seife aufschaeumen im net

Nun folgt der Einsatz der Gesichtsseife (oder des sonstigen schäumungsfähigen Reinigungsprodukts). Ich habe hier eine japanische Gesichtsseife in Stiftform von Ruam Ruam verwendet – es funktioniert aber mit Seifenstücken genauso gut. Man reibt die Seife ein bisschen über das nasse Netz, dabei entsteht schon der erste Schaum.

beating net durchziehen

Danach legt man die Seife wieder aus der Hand und zieht das Netz am Ring durch die eng aneinanderliegenden Finger.

schaum aus dem net

Am Ende des Beating Nets sammelt sich nun der Schaum.

seifenschaum

Mit diesem kleinen Schaumberg streicht man nun über das Gesicht, das meist bereits mit einem Cleansing Oil vorgereinigt wurde (als zweiter Schritt des Double Cleansing). Die Seife wird dann mit Wasser wieder abspült. Die von mir verwendete Gesichtsseife von Ruam Ruam ist rückfettend, so dass meine Gesichtshaut danach nicht gespannt hat.

Das Beating Net spült man schließlich mit Wasser aus und hängt es auf, es ist innerhalb von wenigen Minuten trocken. Durch das Aufschäumen der Seife braucht man übrigens wesentlich weniger des Produkts – außer man übertreibt es mit der Größe des Schaumbergs. Auch das dürfte ein Aspekt der schonenderen Reinigung sein.

Kanntet ihr solche Beating Nets? Wie macht ihr das mit der Gesichtsseife, reibt ihr damit direkt über die Haut? Ich hoffe, der Einblick in eines der  japanischen Hautpflege-Rituale hat euch Spaß gemacht, demnächst werde ich auf das Thema Lotion eingehen.

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36 thoughts on “How to use a beating net oder: Ich bin eine Schaumschlägerin
  • Petra sagt:

    Wow wie toll, vor allem für uns peelingfixierten Okzident.
    So ähnlich wird in Westafrika Karité-Seife benutzt. Traditionell wird Seife mit einer Art Pad aus Kokosfasern, heute meist mit einem Kunststoffnetz aufgeschäumt. Mit dem Schaum werden dann Gesicht und Haare mit den Händen kräftig abgerubbelt. Mit dem Netz wird dann der Körper komplett eingeschäumt und danach kräftig abgerubbelt. Die Männer rubbeln sich täglich so ab, die Frauen meist nur 1-2 x pro Woche. In der Anwendung zwar wesentlich robuster als in Japan, aber mit ähnlicher Schaumschlägerei 😉

    Die Tools finde ich übrigens klasse, solche Rituale und die zugehörigen dos und don’ts oder sogar Tabous sind immer spannend. Die Ruam Ruam-Seite ist übrigens sehr hübsch, zumindest optisch.

    • beautyjagd sagt:

      Peelingfixiert ist wirklich das richtige Wort! ich in einigen japanischen / englischen Blogposts gelesen, dass die Japanerinnen darauf schwören, weniger Falten zu haben, weil sie mit ihrer Haut so zart umgehen.
      Interessant, dass in Westafrika die Seife auch erst aufgeschäumt wird. Ich habe bei meinen Tests festgestellt, dass man wirklich viel weniger von der Seife braucht, weil sie sich leichter verteilen lässt.
      Die Seifensticks von Ruam Ruam sind wirklich originell und duften sehr gut, ich habe eine Packung mit fünf unterschiedlichen Düften gekauft.

      • Petra sagt:

        Hihi, hätte ich mir ja denken können. Ich fand die alle hübsch auf der Seite, besonders den roten – preislich sind die Stifte ja auch noch ok. Und dieses Töpfchen mit Deckel und Spatel ist sehr sophisticated.
        Das mit der guten Haut finde ich gar nicht so abwegig. Seit ich mit Milch reinige und weder Seife noch Peelings benutze, ist meine Gesichtshaut ruhig und frei von Unreinheiten – und das, obwohl ich mich nie „richtig“ sauber fühle.

        Aufschäumen ist nicht ganz der richtige Ausdruck! Die schwarze Haut ist eigentlich nicht mehr zu sehen, du siehst nur einen großen Schaumberg und oben schaut der Kopf heraus 😉 Geschrubbt wird, bis die Haut quietschtsauber ist.

      • beautyjagd sagt:

        Leider gab es bei Loft (wo ich die Seifenstifte entdeckt habe) nicht das gesamte Sortiment von Ruam Ruam, sondern eben nur diese Sticks.
        Und vielleicht verträgt die Haut ein bisschen „Schmutz“ besser als das ständige Rubbeln und Superreinigen – den Gedanken hatte ich in letzter Zeit auch schon öfter.

  • Julia sagt:

    Sowas habe ich noch nie gesehen, es sieht aber richtig toll aus! Die Idee die Haut dadurch nicht so zu reizen ist wirklich interessant 🙂
    Ich nutze beim Reinigen eigentlich meistens einfach die Hände und Schäume das Reinigungsprodukt leicht auf, manchmal nehme ich aber auch einen kleinen Reinigungsschwamm dazu 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Ich kannte die Beating Nets vorher schon, aber mir war nicht klar, was man damit macht bzw. weshalb man sie verwendet. Da musste ich jetzt unbedingt mal eines ausprobieren!

  • Ela sagt:

    Vielen Dank für den Einblick! Das Beating Net kannte ich bis jetzt noch nicht. Ist eine interessant Methode, Schaum zu erzeugen. Ich verwende meistens meine Hände, um die Seife aufzuschäumen. Im Moment habe ich eine Salzseife in Gebrauch, bei der würde das Beating Net wahrscheinlich nicht viel bringen :).

    • beautyjagd sagt:

      Manche Japanerinnen schäumen dien Seife auch mit der Hand auf, habe ich gelesen – aber es soll deutlich mühsamer sein. Leider habe ich keine Salzseife dabei, aber zu Hause werde ich das Beating Net unbedingt mal damit ausprobieren.

  • Fayet sagt:

    Sehr interessant! Spannend fand ich auch deine Auswahl an Produkten, die da bei Dir im Bad herumhängen. Der Herz-Schwamm ist ja wirklich „herzig“ und der Schwamm mit Gesicht.. niedlich!

    Von einem „Beating Net“ hatte ich vorher noch nie gehört, danke für das bebilderte Tutorial! Obwohl ich ein großer Schaumfreund bin wäre das aber eher nichts für mich, die Struktur des Netztes gefällt mir nicht so sehr. Allerdings erinnert sie etwas an den allgegenwärtigen „Duschpuschel“, der funktioniert ja auch so ähnlich. Meine Gesichtsreinung schäumt übrigens dank Heilerde wirklich gar kein bißchen.. 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Meine normale Reinigungsmilch schäumt natürlich auch gar nicht! Hier in Japan werde ich erst mal weiter mein Reismehlsäckchen aufbrauchen und dann die Gewsichtsseifen verwenden, damit ich die Gelegenheit habe, Schaum zu schlagen. Und ja, der Duschpuschel funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Übrigens gibt es hier in Japan die unterschiedlichsten Beating Nets mit feinen oder auch gröberen Maschen, manche haben auch kleine Minischwämmchen im Netz.

  • MissLife sagt:

    Wirklich interessant, davon habe ich noch nie gehört ^^
    MissLife kürzlich veröffentlicht..s-he quick eyelinerMy Profile

  • anitaswelt sagt:

    Intuitiv kann ich sagen, dass mir diese Methoden viel mehr zusagen, als – wie oben so treffend formuliert – was uns im peelingkonzentrierten Okzident so als gut verkauft wird.

    Ich liebe es minimalistisch.
    Ich liebe es unmechanisch.
    Ich liebe es natürlich.

  • Birgit sagt:

    Meine Gesichtsseife schäume ich meist mit den Händen auf, neulich habe ich es mit dem Pinsel gemacht, ist mir aber zu aufwendig. Die Seife berüht nie mein Gesicht, frage mich gerade warum, am Körper seife ich direkt mit der Seife, komisch.
    Wenn ich Salzseife benutze, die nicht schäumt, dann packe ich sie in ein Organzasäckchen, vom Prinzip her wie das Netz. Leider neigen einige Organzas dazu recht schnell an den Nähten aufzugehen.
    Die Seife im Stift, wunderbar, exotisch, haben will *grins*. Ich hätte ich mir auch gleich ein Fivepack gekauft.

    • beautyjagd sagt:

      Seife im Stift, da musste ich auch sofort zugreifen 🙂
      Und so ein Organzasäckchen ist wirklich ganz ähnlich vom Prinzip her. Pinsel geht natürlich auch, die Wash Brushs werden hier ja auch zum Aufschäumen eingesetzt. Bin ja nun seit letzter Woche auch stolze Besitzerin von einer 🙂

  • Julchen sagt:

    Das Verfahren mit dem Beating Net hört sich sehr interessant an, mir wäre es aber wahrscheinlich zu aufwändig. Verwende ich Seife im Gesicht, dann schäume ich sie ganz einfach zwischen den Händen auf. Ich kann auf Schaum bei der Gesichtsreinigung mittlerweile übrigens ganz gut verzichten.
    Julchen kürzlich veröffentlicht..Großer Haul: Maienfelser Naturkosmetik, RMS beauty, Mahlenbrey & GeschenkeMy Profile

    • beautyjagd sagt:

      Das Aufschäumen mit dem Netz ist übrigens nicht aufwändig, dauert maximal 15 Sekunden (außer man macht Fotos dabei 😉 ).

  • Deedee sagt:

    Oh, das sieht ja toll aus!
    Hm, dann kauf sich in Japan wohl keiner Gesichtsreinigungsbürsten… auch nicht von Shiseido 🙂
    Wie Julchen steh ich nicht so auf Schaum im Gesicht. Milch ist mir lieber. Neulich hab ich ein Pröbchen KK-Reinigungsgel benutzt, das war eine Schaumparty!
    Hast Du einen Tip zur Beautyjagd in der Schweiz? Ich fahre Ende der Woche nach Genf…
    Viele liebe Grüße,
    Deedee

    • beautyjagd sagt:

      Doch, Gesichtsbürsten oder -pinsel werden ebenso zum Aufschäumen der Seife eingesetzt! Man fuhrwerkt aber nicht im Gesicht damit herum, sondern verwendet sie nur zum Aufschäumen. Edit: Ich habe heute mal geguckt, es gibt im Drogeriemarkt Sundrug eine Gesichtsbürste, die man im Gesicht verwendet – bei Aknehaut und großen Poren. In der Hinsicht gibt es also doch auch in Japan eine Art Peeling.
      In der Schweiz war ich noch nicht auf Beautyjagd, aber es gibt einige Schweizer Leserinnen hier auf dem Blog. Une Beauty gibt es auf jeden Fall dort, vielleicht interessant, sowie andere französische Marken. Und bei Migros soll es auch eine Bioeigenmarke geben, die nicht schlecht ist.

    • Sonny sagt:

      Bezüglich Beautyjagd in der Schweiz:

      Grundsätzlich:
      Marken, an die du auch in Deutschland problemlos rankommst, in D. kaufen.
      Es sei denn, dir sind die teils massiv höheren Preise egal.
      Was das Angebot an Bioläden etc. in Genf betrifft, würde ich mal googeln.

      -UNE ist bei Manor erhältlich, je nach Filiale gibts auch andere NK Marken dort anzutreffen.
      – Ein besonderes Augenmerk beim googeln würde ich (bei Interesse) auf Couleur Caramel legen, da die Marke hier teils auch in Bioläden verkauft wird.
      -Die bekanntesten Schweizer NK Marken sind farfalla und Biokosma, sowie die von Beautyjagd erwähnte NK-Linie der Migros-Eigenmarke I am (natural cosmetics).
      -Biokosma ist u.a. bei Manor, teils bei Coop City, sowie bei Müller hier erhältlich (www.biokosma.ch für Infos).
      -Bei i am natural cosmetics musst du aufpassen: die normale i am-Kosmetiklinie ist KK! Nur i am natural cosmetics ist echte NK und auch zertifiziert. Hier darauf schauen, dass du eine grössere Migros-Filiale (mindestens 2 M oser am besten 3M) erwischst, die ganz kleinen führen die NK Linie allenfalls nicht, oder nur teilweise.

      Ich weiss nicht auswändig wo er ist,aber allenfalls ist der Shop von http://www.green-shop.ch in der Nähe von Genf. Green Shop verkauft online u.a. Couleur Caramel und Zao Make Up.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen!

      Viel Spass in Genf 🙂

      • Deedee sagt:

        Wow!!!
        Vielen lieben Dank für die ganzen Tips!
        Bin mal auf die Preise gespannt; habe aber schon ein paar Fränkli zum Shoppen beiseite gelegt 🙂

  • Ursl sagt:

    ich finde die ritualisierte form der reinigung interessant. und schaum ist immer super. ich schäume nicht selbst, hänge im moment aber sehr an meinem himalaya herbals reinigungsschaum.

    • beautyjagd sagt:

      Die Reinigung (und Gesiochtspflege insgesamt) in Japan ist wirklich ein Ritual, das kann man so sagen!

  • Petra sagt:

    Eigentlich reinige ich ja immer mit der Hauschkamilch, aber der Reinigungsschaum von Sóley reizt mich schon länger… Ich benutze das afrikanische Netz aus chinesischer Herstellung ja nur am Körper, aber im Gesicht benutze ich sehr selten mal schäumende Reinigung mit dem Konjac-Schwamm, das gibt dann auch so schön viel seidenweich-fluffigen Schaum. Da habe ich dann alles – japanisch-isländische Schaumreinigung mit koreanischem Schwamm für afrikanisch inspiriertes Schrubberlebnis um mein deutsches Peelingbedürfnis modifiziert für empfindliche Haut zu befriedigen 😉

    Richtig interessant finde ich übrigens, dass bei den japanischen Reinigungsprodukten und -tools offenbar weiß und beige dominiert. Deine Badeinrichtung spricht auch dafür, in modernen japanischen Filmen sind die Bäder auch immer weiß 😉

    • beautyjagd sagt:

      Das ist dann wirklich ein globales Pflegeritual 🙂
      Und ja, es scheint tatsächlich so zu sein, dass viele japanische Reinigungsprodukte eher hellbeige bis weiß verpackt sind – ich werde in den nächsten Tagen mal verstärkt gucken, ob diese Theorie so zutrifft! Shampoos gint es allerdings in allen Farben.

  • Oh wie cool, die Methode kenne ich so auch noch nicht 🙂 Aber eigentlich ist das Prinzip mit dem Schaumschlagen ja ähnlich, wie bei diesen bunten Duschschwämmen. Die produzieren mit wenig Duschgel auch Schaumberge…

    Liebe Grüße
    KleinesGehopse kürzlich veröffentlicht..Weleda Sole Zahncreme [Review]My Profile

  • Johanna sagt:

    Leider sind selbst sanfte Seifen für meine Gesichtshaut zu austrocknend, aber wenn ich sie benutzen könnte, würde ich das immer mit diesem Schaumnetz machen. Das kann man sicher richtig bewusst zelebrieren, sowas mag ich 🙂
    So benutze ich eben immer Reinigungsmilch.

    • beautyjagd sagt:

      Ich verwende auch am liebsten Reinigungsmilch, mag meine Haut am liebsten. Gerade bin ich aber experimentierfreudig und verwende öfter aufgeschäumte Seife und das Reismehlsäckchen 🙂

  • Shannen sagt:

    Kann man eine Seife auch direkt in das Säckchen stecken? Ich habe schon von solchen Seifen Säckchen gehört, die in der ehemaligen DDR sehr beliebt waren. Perligran Seifenbeutel haben die geheißen. So etwas suche ich, weil ich auch gerne Duschjelly da reinstecken möchte.

    Wo bekommt man denn Reismehlsäckchen und Seife in Stiftform? Hört sich auch sehr interessant an.

    • beautyjagd sagt:

      Ich fürchte, Reismehlsäckchen und Seife in Stiftform bekommt man nur in Tokyo, und hier auch nur in speziellen Beauty-Geschäften wie Loft oder Tokyu Hands.
      Und soweit ich es verstanden habe, packt man die Seife in Japan nicht ins Säckchen, den es ist oben auch verschlossen. Man reibt nur mit der Seife über das Netz und produziert dadurch Schaum.