Dekorative Kosmetik, High End

Giorgio Armani Mascara: „Eyes to Kill“ – die gefährliche Wimpernwaffe?


Die schwarze Umverpackung der Mascara ist nicht ganz so perfekt, wie ihr vielleicht auf dem Foto sehen könnt (wenn euch die Spiegelung meines Fotoapparats nicht zu sehr ablenkt, sorry). Und nein, es liegt nicht an meiner Schlamperei oder dem Gewicht meiner Einkäufe, die auf den Umkarton der Mascara gedrückt haben 😉 .

Im Kaufhaus „Bon Marché“, in dem ich die Mascara erworben habe, wurde ich unter allerlei Geheimnistuerei der Damen des Armani-Counters hinter den selbigen gezogen und mir dort vertraulich bekannt gegeben, dass ich die Mascara etwas günstiger haben könnte, wenn ich den neuen und selbstverständlich ungebrauchten Tester erwerben würde.

Ich war sehr verwirrt und nach ein paar Nachfragen meinerseits dachte ich mir, warum eigentlich nicht. Wenn es nicht mehr als ein leicht ramponierter Umkarton ist, den ich in Kauf zu nehmen habe. Wahrscheinlich teilen sich die drei Schönheiten vom Counter jetzt den Gewinn,  gehen einen Kaffee trinken und essen Macarons dazu. Ist euch das auch schon mal passiert? Was haltet ihr davon, Tester zu verkaufen?

Wahrscheinlich ist es ein ganz übliches Verhalten, das ich hier zufälligerweise mitbekommen habe. Ein Exkollege von mir, dessen Frau in einer Parfumerie arbeitete, veranstaltete immer einmal im Jahr einen großen Parfum-Tester-Verkauf. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie es dann in seinem Büro zuging…

Die Giorgio Armani „Eyes to Kill“-Mascara gibt es seit ca. zwei Jahren. Ich schwöre auf Lancôme-Mascaras, weshalb ich erst mal nicht bereit war, 30 EUR für die neue „Wimpernwaffe“ von Armani auszugeben. Und das, obwohl Wimperntusche bei mir zur Basis-Grundausstattung im Schminktäschchen gehört und ich ganz wild darauf bin, neue Mascaras auszuprobieren.

Die Wimperntusche von Armani verspricht, eine „Mascara für gefährlich verführerische Augenblicke“ zu sein und Länge und Volumen zu zaubern. Im Weihnachtstrubel beim „Bon Marché“ war ich dann wohl endlich weichgekocht und kaufte mir das gute Stück, das es übrigens nur in der Farbnuance Schwarz gibt.

Die Inhaltsstoffe waren wie erwartet unspektakulär und natürlich keinesfalls bio (Paraffinwachs, Parabene etc.):

Der erwünschte Effekt scheint also eher durch das Bürstchen gezaubert zu werden, das nicht allzu riesig, aber mehrseitig mit verschiedener Bürstchenstruktur aufgebaut ist:

Das Bürstchen liegt schwergewichtig in der Hand, weil die metallische Verpackung der Wimperntusche sehr hochwertig gestaltet wurde. Meiner Meinung nach wurde dabei aber etwas über das Ziel hinaus geschossen, das müsste nicht sein. Das Gewicht behindert fast die leichte Handhabung, die man beim Tuschen der Wimpern braucht.

Ich war sehr gespannt, wie sich die Mascara so schlagen würde. Ich verlange von einer guten Mascara, dass sie schnell viel Volumen gibt und ich nicht erst stundenlang tuschen darf, bevor man etwas sieht. Außerdem möchte ich, dass alle Härchen erfasst werden und habe natürlich auch nichts gegen eine Verlängerung der Wimpern einzuwenden. Starkes Verklumpen mag ich gar nicht, aber zu große Dezentheit und lediglich getrennte Wimpern können bei mir keine Killerblicke hervorrufen.

So sehen meine Wimpern komplett ohne Schminke (und ohne Wimpernzange) im Naturzustand aus:


Ich würde sagen, meine Wimpern sind absolutes Mittelmaß, nicht zu kurz, aber auch nicht superlang, nicht zu wenig, aber auch nicht superviele Härchen. Aber sie sind definitiv viel zu hell!

Nach einer Schicht mit der „Eyes to Kill“ sah es dann so aus:

Ich hatte schon während des Tuschens das Gefühl, dass die Wimpern sehr starr werden. Von geordneten Wimpern kann außerdem nicht die Rede sein, einige der Wimpern biegen sich kreuz und quer zu den anderen.

Ich trage Wimperntusche immer in zwei Schichten auf. Deswegen hier erst das endgültige Ergebnis, einmal von unten…

…und einmal in Frontalansicht:


Das Ergebnis ist definitiv nicht schlecht, aber die Mascara trocknet etwas zu schnell für die von mir angewendete Layertechnik. Die Wimpern werden dadurch sehr schnell unflexibel. Positiv sind das erreichte Volumen und die Verdichtung der Wimpern, ich hatte fast den Eindruck, zum äußeren Augenwinkel hin eine Art Wimpernbusch zu haben 😉 . Fliegenbeine entstehen auch bei der 2. und 3. Schicht nicht, das finde ich sehr gut, hängt aber natürlich mit dem schnellen Starrwerden der Wimpern zusammen.

Die Mascara hält übrigens den ganzen Tag sehr gut und schmiert nicht auf meinen Augenlidern. Definitiv ein weiterer Pluspunkt!

Die „Eyes to Kill“-Mascara gibt es in ausgewählten Douglas-Filialen und online bei douglas.de für 30 EUR.

Mein Fazit: Für mich spielt sie in einer Liga mit anderen Luxus-Mascaras. Sie ist nicht besser, aber auch nicht schlechter als meine Lancôme-Wimperntuschen. Im Gegensatz zu manchen günstigen Wimperntuschen ist das Ergebnis natürlich hervorragend. Der Unterschied wird vor allem in der Handhabung spürbar: Bei mir muss es schnell gehen und das Ergebnis zuverlässig sauber sein!
Aber der Preis liegt mit 30 EUR schon arg hoch. Und ihr wisst ja: An den Bestandteilen der Tusche liegt es nicht (eher schon am neuentwickelten Bürstchen), vor allem aber an der Verpackung und dem Marketing! Der Name ist zugegebenermaßen sehr cool und verführerisch. Ein Ausprobieren ist die Mascara insgesamt wert, auch wenn man die Erwartungen nicht zu hoch hängen darf, eine Wunderwaffe ist sie sicher nicht. Ich werde meine Wimperntusche auf jeden Fall weiter verwenden, aber nicht nachkaufen. Es gibt bis dahin sicher wieder eine neue Wimperntusche auf dem Markt, die ich ausprobieren muss… 😉 .

Benutzt ihr die „Eyes to Kill“-Mascara auch? Wie findet ihr sie? Ist sie ihr Geld wert? Probiert ihr auch so gerne neue Mascaras aus wie ich? Und was haltet ihr von dem Verkaufen von Testern? Habt ihr das schon mal gemacht? Kennt ihr diese Verkaufspraxis?

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