Reise

Tokyo Tagebuch 11: Seitenstraßen

street in tokyo

Wenn ich an Tokyo denke, dann habe ich nicht nur Hochhäuser und nachts grell-bunt erleuchtete Straßen vor Augen. Als besonders tokyotisch bzw. japanisch empfinde ich die Seitenstraßen, die von niedrigeren Bauten und den wilden Konstruktionen der Stromleitungen bestimmt werden. Ruhiger geht es dort zu, in den Häusern befinden sich im Erdgeschoss kleine Geschäfte oder Restaurants.

Ich mag es jeden Tag gern, abends von der Bahnstation nach Hause zu laufen – durch eine dieser Straßen. Normalerweise suche ich dann noch einen Convenience Store (kurz „Konbini“ genannt, eine Art Tante Emma-Laden) auf und kaufe mir dort ein Onigiri (Reisball) und ein Getränk. Ein klein bisschen fühlt sich das für mich schon nach zu Hause an.

Habt einen schönen Ostersonntag! Hier haben heute wie immer fast alle Geschäfte auf, österliche Gebäcke und Schokoladeneier bieten nur einige französische Patisserien.

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27 Kommentare

  1. Ellalei sagt am 20. April 2014

    Liebe Ostergrüße nach Tokyo aus der brandenburger Provinz!

    Diese Seitenstraßen mit den abenteuerlichen Stromleitungen und kleinen Lädchen kenne ich so auch von meiner Chinareise vor zig Jahren kurz nach dem Abi. Eine sehr schöne Erinnerung, die du mit deinem Foto auffrischst: Damals empfand ich es als befremdlich und höchst faszinierend zugleich, wie viele Menschen sich den ganzen Tag über draußen aufhielten, am Straßenrand hockten, auf Barhockern Passanten die Haare schnitten oder gerupfte Hühner auf Wäscheleinen gespannt zum Verkauf anboten (die von vielen Händen betätschelt wurden). Dazwischen standen in Bambus eingerüstete Häuser und offene Stromleitungen hingen von Haus zu Haus. Es roch immer nach Gewürzen, Reis und Fleisch und die Garküchen dampften… das waren meine stärksten Eindrücke (neben dem fantastischen Essen!), die mich nachhaltig prägten. Seitdem träume ich von einer Rückkehr 😉

    Hab Dank für diese Erinnerungsreise! Japan bzw. Tokyo scheint mir da etwas aufgeräumter und moderner als die Großstadt (nur für unsere Verhältnisse) im chineischen Zentrum. Dort ging es in den Nebenstraßen fast dörflich zu. Gegensätze gehören für mich zu meinem Asienbild einfach dazu.

    Liebe Grüße

    • beautyjagd sagt am 20. April 2014

      Deine China-Reise hört sich hochinteressant an! Ich glaube auch, dass Tokyo moderner und aufgeräumter ist, aber es kommt sicher auch darauf an, wo man in China ist (dort war ich noch nie).

  2. Petra sagt am 20. April 2014

    Das hört sich ja fast so an, als würdest du über eine Verlagerung deines Lebensmittelpunktes nachdenken…

    Solche Nebenstraßen finde ich übrigens in jeder Stadt besonders spannend, denn nur abseits der Touristen- und Shopperströme findet man das echte urbane Leben und bekommt einen Eindruck davon, was es ausmacht, in einer solchen Stadt zu leben. Deshalb laufe ich mit meinen Besuchern auch so gerne auf dem Heimweg einmal nachts am Potsdamer Platz rum – absolut trostlos, da absolut tot. Da sieht man ganz schnell, dass das alles nur Fassade für die schnelle Mark bzw. den schnellen Euro ist. Urbanes Leben gibt es da nur für die Stadtratten.

    Sehr charmant, dein kleines Heimweg-Sträßchen, und vor allem erstaunlich aufgeräumt und sauber (von den Stromleitungen mal abgesehen). Besonders fasziniert bin ich ja, dass tatsächlich alle Fahrräder im Fahrradständer stehen! 😉

    • beautyjagd sagt am 20. April 2014

      Verlagerung vielleicht nicht, aber öfter hierherkommen, das möchte ich schon!
      Die Fahrräder stehen tatsächlich im Ständer, aber die Fahrweise der Fahrradfahrer hier erinnert mich ein bisschen an den rabiaten Stil der Fahrradfahrer in Amsterdam 😉 .

      • Petra sagt am 20. April 2014

        À propos, heute habe ich auf Spiegel Online einen grafisch vereinfachten U-Bahn-Plan von Tokio gesehen, vielleicht wäre das ja was für dich zum runterladen und ausdrucken.

      • beautyjagd sagt am 21. April 2014

        Danke für den Tipp, muss ich mir gleich mal angucken! Mittlerweile komme ich auch schon gut mit dem normalen Plan klar, man gewöhnt sich einfach dran 🙂

    • Queenie sagt am 22. April 2014

      Ja, gell, das mit der Verlagerung habe ich mir auch gedacht, als ich es gelesen habe!

  3. Ranunkel sagt am 20. April 2014

    ありがとう
    Arigatō, für deine schönes Berichte liebe Julie.
    Und ein frohes Osterfest für dich und deine Lieben.

  4. Ranunkel sagt am 20. April 2014

    イースター、おめでとう
    Īsutā, omedetō,
    Ratet mal, was das heißt…

    • Petra sagt am 20. April 2014

      Frohe Ostern!

      Ein frohes Osterfest wünsche ich natütlich auch allen, und hoffentlich bei so schönem Wetter wie in Berlin!

    • beautyjagd sagt am 20. April 2014

      Hatte mir noch gar nicht überlegt, dass man das auch auf Japanisch sagen kann, hihi.

  5. Kerstin sagt am 20. April 2014

    Danke Dir für den Einblick in eine Tokioter Seitenstrasse, die Wege abseits der Touristenpfade sind oft die spannendsten und authentischsten.

    Ich wünsche Dir noch eine gute Zeit in Japan & einen schönen Ostersonntag Euch allen! 🙂

    PS: Onigiri gibt es übrigens auch in Berlin, in der U-Bahn-Station Schönleinstrasse ist unten am Gleis ein Onigiri-Kiosk, der seit Neuestem auch die Biocompany Filialen beliefert.

    • beautyjagd sagt am 20. April 2014

      Von dem Onigiri-Kiosk in Berlin habe ich schon gelesen, ich finde das so eine tolle idee! Danke für die Info, dass es sie auch bei Biocompany gibt 🙂 Muss ich unbedingt probieren, wenn ich mal wieder in Berlin bin.

    • Ellalei sagt am 20. April 2014

      Au ja, den muss ich auch mal besuchen fahren! Vereinzelt habe ich diese großen Dreiecke auch schon gesehen, bei LPG am Backstand galube ich. Nur gekauft habe ich noch keinen, wird nun nachgeholt wenn ich die Osterschlemmereien meiner Mama verdaut habe… Feiertage sind ja immer eine Völlerei vor dem Herren.

  6. Schön solche Abseits-vom-Mainstream Fotos zu sehen! Man erkennt einfach, so leben die „normalen“ Leute dort!

    • beautyjagd sagt am 21. April 2014

      Ja, ich erkunde auch immer gern das normalere Leben auf meinen Reisen!

  7. Annamo sagt am 22. April 2014

    Schöne Eindrücke sind das! Für mich ist es auch immer am spannendsten, den Alltag in einem fremden Land kennenzulernen; sogenannte Sehenswürdigkeiten interessieren mich meist wenig bis gar nicht.
    Es braucht natürlich auch etwas Mut, sich in Seitenstraßen zu begeben (bei einem Urlaub in den Staaten wär das mal fast ziemlich schief gegangen). Fühlst du dich sicher in Tokyo? Klingt zumindest so, wenn es sich schon ein bißchen nach zu Hause anfühlt 🙂

    • beautyjagd sagt am 22. April 2014

      Ich glaube, Tokyo ist eine der sichersten Großstädte der Welt. Hier fühle ich mich total sicher, auch in den Seitenstraßen (ich gehe allerdings auch nicht ins Rotlichtviertel oder so). Und ich interessiere mich auch sehr für den Alltag auf Reisen, deswegen wohne ich hier auch lieber in einem Mini-Appartment als im Hotel.

  8. Queenie sagt am 22. April 2014

    Ich lerne ganz schnell noch viel mehr Japanisch, dann darf ich das nächste Mal vielleicht als Dolmetscherin mit! 🙂

    Toll, was Du alles erlebst und berichtest. Das ist für mich ein klein wenig wie selber dort sein. Danke dafür!

    • beautyjagd sagt am 22. April 2014

      Eine Dolmetischerin hätte ich an einigen Stellen gebrauchen können – ich muss dringend Japanisch lernen bzw. meine Bruchstücke mehr reaktivieren 🙂

  9. Petrina sagt am 22. April 2014

    Meine Beitraege kommen heute troepfchenweise, da ich nebenher arbeite 🙂

    Es gibt doch kein schoeneres Kompliment fuer ein Land, das der Urlauber, Besucher angekommen ist und sich wie Zuhause und dazugehoerig fuehlt. Sicher liegt es auch an dir, da du dich unter die Menschen mischt, mitlebst und der Mentalitaet anpasst.

    Ich weiss gar nicht wie lange du bleibst, wuensche dir noch eine schoene Zeit dort!

    • beautyjagd sagt am 23. April 2014

      Leider nur noch 2 Tage, die Zeit rast – wie immer, wenn es sehr interessant ist.

  10. Fayet sagt am 22. April 2014

    Schön, diese Reisebilder – ich bin ja bekanntermaßen ein großer Fan deines Reisetagesbuchs aus Tokio. Die kleinen Nebenstraßen haben mich damals auch am meisten beeindruckt. Wir haben uns in manches kleines Lokal dort verliebt und dort schöne Abende verbracht, die zwar mitunter etwas abenteuerlich waren, aber immer zu herrlichen Erinnerungen wurden.

    Danke für’s Teilen! 🙂 Hast Du so ein österliches Patisserie-Ding probiert? Was gibt es dann da so? Die Japaner kommen ja manchmal auf die lustigsten Ideen..

    • beautyjagd sagt am 23. April 2014

      Ich habe zB eine Art Creme Brulee mit Matcha in einem Ei (aus Kunststoff) gegessen – die meisten anderen Patisserien sind jedoch echte französische Patisserien aus Paris, die klassische Ostersüßigkeiten anbieten (also von Pierre Herme, JP Hevin etc).

      • Fayet sagt am 23. April 2014

        Stimmt, ich habe damals auch viele dieser französischen Patisserien gesehen. Vor allem in den Foodcourts der Department Stores sind sie ja weit vertreten. Die japanisch-französischen Patisserien habe ich auch in Erinnerung (in Korea gab es auch so massiv viele davon, daran hat mich Tokio erinnert). WIr haben damals Erdbeertorte in einem skandinavischen Cafè gegessen, es war sehr skurril. Und das einzige Mal, das wir uns etwas derartig überteuertes gegönnt haben.. wir waren in Japan leider chronisch pleite) Creme Brulee mit Matcha klingt toll! 🙂

        Jetzt muss ich wohl in den nächsten Tagen in Frankfurt ins „Imori“ gehen, einer japanischen Patisserie in der Innenstadt. Das tröstet mich über das Fernweh hinweg..

      • beautyjagd sagt am 23. April 2014

        Oh, in Frankfurt gibt es eine japanische Patisserie, muss ich mir gleich mal merken! Und war das skandinavische Café, war das vielleicht Andersen? Das ist mir hier nämlich auch aufgefallen.

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