Dekorative Kosmetik, High End, International, Naturkosmetik

Dekorative Kosmetik von Inika

Inika ist eine australische Kosmetikmarke, die ich erst durch die Beilage in der englischen Marie Claire richtig wahrgenommen habe. Eco-Glam heißt das Stichwort, das die Marke beschreibt. Was bedeutet, dass die Produkte schick verpackt sind, hohen Anwendungskomfort bieten wollen und dementsprechend nicht billig sind.

Gegründet wurde Inika von zwei Frauen. Miranda Bond und Jenni Williams mussten sich aus gesundheitlichen Gründen viel mit Inhaltsstoffen von Kosmetik auseinandersetzen. Deswegen wird in den Produkten von Inika konsequent auf Talkum, Parabene, synthetische Dufstoffe, PEG-Verbindungen oder Paraffine verzichtet.

Das Sortiment von Inika wurde sowohl von einer australischen Behörde als „organic“ zertifiziert als auch vegan und ohne Tierversuche hergestellt. Außerdem wurden die Produkte vom australischen „Federation Council of Islam“ als 100% halal eingestuft und sind somit auch für den wachsenden muslimischen Kosmetikmarkt attraktiv.

Inika ist ein Wort auf Hindi und heißt so viel wie „kleine Welt“. Dieser Begriff bezeichnet einerseits das Konzept der beiden Gründerinnen, das auf die enge Vernetzung und den Austausch von Frauen untereinander setzt. Außerdem weist er darauf hin, dass die Ressourcen der Welt endlich sind und man deswegen achtsam damit umgehen muss.

Bisher bietet Inika nur dekorative Kosmetik an. Ich habe vier Produkte getestet, zwei stammen aus der Marie Claire. Alle Produkte von Inika stecken in einer schwarzen Umverpackung aus Karton. Die Produkte selbst kommen in einer matt-schwarzen Verpackung aus Kunststoff mit goldener Aufschrift.

In der Juni-Ausgabe der Marie Claire lag entweder ein loser Lidschatten oder ein Kajal von Inika bei. Da mich beide Produkte interessierten, habe ich mir die Ausgabe gleich zwei Mal gekauft.

Inika bietet eine Auswahl von dreißig Mineral Eyeshadows. Sie sind in kleinen Döschen mit Siebeinsatz verpackt. Meine Nuance trägt die Bezeichnung „Gun Metall 06“. Sie ist mittel bis stark pigmentiert und dementsprechend dramatisch aufbaubar.

Die Farbe würde ich als ein metallisch schimmerndes Anthrazit bezeichnen, das je nach Lichteinfall Silber- oder Dunkelgrau aussieht. (Swatch folgt weiter unten.) Die Pigmente sind fein und lassen sich gleichmäßig mit dem Pinsel auftragen. Die Haltbarkeit ist durchschnittlich, nach vier Stunden rutscht der Lidschatten ohne Base in die Lidfalte.

Der Mineral Eye Liner trägt den Namen „Graphite 05“ und ist eine von acht Nuancen, die Inika anbietet. In der Kappe ist ein Spitzer integriert, was ich sehr praktisch finde. Leider hält die Kappe nicht gut auf dem Stift, sie löst sich sehr leicht.

Die Textur des Kajals ist buttrig-weich, die Farbe überträgt sich spielend auf das Lid. Allerdings ist sie nicht antrocknend und lässt sich leicht verwischen. Die Haltbarkeit ist durchschnittlich. Die Farbe würde ich als ein metallisch schimmerndes, dunkles Anthrazit beschreiben.

Auf dem Swatch seht ihr links den Lidschatten, rechts den Kajal:

Hier die Inhaltsstoffe des Mineral Eyeshadows, die ich als klassisch bezeichnen würde …

… und die des Mineral Eye Liners:

Der Mineral Eyeshadow enthält 1 gr und kostet in Deutschland 13,49 EUR. Der Mineral Eye Liner enthält 1,2 gr. und kostet ebenfalls 13,49 EUR.

Auf die Teint-Produkte von Inika war ich besonders gespannt, gerade weil ich in letzter Zeit so viele Mineralfoundations getestet habe. Ich habe sowohl die lose pudrige Mineralfoundation als auch die „Liquid Mineral Foundation“ ausprobiert.

Die lose „Mineral Foundation“ wird in acht Nuancen angeboten, was für eine Foundation dieser Art nicht gerade üppig ist. Für richtig dunkle Haut gibt es keine passenden Farben. Die Farbe „Nurture“, die ich genommen habe, ist die beliebteste Nuance und passt zu hellen bis mittleren Hauttönen. Sie ist in einer runden Dose mit schwarzem Deckel und Siebeinsatz verpackt.

„Nurture“ ist ein Beigeton, der neutral bis leicht gelblich getönt ist. Die Deckkraft ist leicht bis maximal mittel. Die Foundation lässt sich gut mit einem Kabuki verteilen. Mich stört allerdings das Finish etwas, denn in der Foundation sind feine Schimmerpartikel enthalten. Für trockene Haut ist das ein schöner Effekt, aber bei meiner momentanen Mischhaut ist dieser Glow leider nicht ideal.

Die „Liquid Mineral Foundation“ schaffte es 2010 unter die Finalisten des renommierten Prix de la Beauté, der jährlich von der Zeitschrift Marie Claire vergeben wird. Deswegen waren meine Erwartungen an die Foundation ziemlich hoch.

Sie ist in einer schwarzen Tube mit Pumpspender verpackt. Das hört sich praktisch an, ist es aber nur bedingt. Gerade die ersten paar Mal musste ich die Foundation richtig heraus quetschen, mittlerweile funktioniert es besser. Die Foundation riecht intensiv blütig nach ätherischen Ölen.

Leider stehen nur vier Nuancen zur Auswahl. Ich habe mich für „Beige“ entschieden, ein Ton für mittlere Hauttöne. Leider ist er etwas zu dunkel für mich. Da die Deckkraft aber ziemlich leicht ist, passt sich die Farbe ganz gut an den individuellen Hautton an.

Die „Liquid Mineral Foundation“ würde ich nicht als flüssige Foundation beschreiben, sondern als cremig. Sie lässt sich gleichmäßig verteilen, die mineralischen Pigmente sind fein. Das Finish würde ich als durchscheinend bezeichnen. Anfangs wird die Haut mattiert, nach knapp drei Stunden lässt diese Wirkung nach. Die Haltbarkeit ist dementsprechend nicht so hoch. Die Deckkraft der Foundations von Living Nature ist um einiges höher, und deren pudriges Finish sieht auf meiner Mischhaut schmeichelnder aus.

Hier folgen noch die Swatches der beiden Mineralfoundations. Links die „Liquid Mineral Foundation“ in „Beige“, rechts die hellere Nuance „Nurture“ der losen „Mineral Foundation“:

Abschließend hier nun die Inhaltsstoffe der losen „Mineral Foundation“…

… und die der „Liquid Mineral Foundation“. Sie scheinen kürzlich überarbeitet worden zu sein, da sich die INCI-Liste auf einem Aufkleber befindet. Die Foundation basiert auf Aloe Vera und Jojobaöl:


Die lose Mineralfoundation enthält 8 gr und kostet 29,49 EUR. Die „Liquid Mineral Foundation“ enthält 30 ml und kostet 33,79 EUR.

Edit Oktober 2015: Bitte beachten, dass sich die Inhaltsstoffe bei einigen Produkten verändert haben!

Erhältlich sind die Produkte von Inika in Deutschland bisher bei ecco-verde.de oder Vegane Pflege. In England ist die australische Marke häufiger vertreten. Ich nehme an, dass der Vertrieb in Deutschland in nächster Zeit noch weiter ausgebaut wird.

Mein Fazit: Das Konzept von Inika spricht mich an. Die Aufmachung der Marke und die vielen Zertifizierungen machen die Produkte für unterschiedliche Zielgruppen attraktiv. Auch an den Inhaltsstoffen gibt es nichts auszusetzen, die Preise sind jedoch nicht ganz günstig. Die „Liquid Mineral Foundation“ ist für mich das interessanteste Produkt, auch wenn ich eigentlich deckendere Foundations lieber mag.

Kennt ihr Inika? Findet ihr es nicht auch erstaunlich, wieviel australische und neuseeländische Bio-Kosmetik-Marken auf den Markt kommen? Wie gefällt euch das Konzept? Wie deckend muss eine Foundation für euch sein?

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14 thoughts on “Dekorative Kosmetik von Inika
  • Hallo,

    ich kannte Inika nicht. Danke für die Vorstellung. Ich wusste ebenfalls nicht, dass Bio in Australien offenbar sehr angesagt ist.
    Ich mag lieber mittel deckende Foundations. Zukleistern mag ich mich nicht, aber eine gewisse Deckkraft muss (leider) sein.

    Wenn Du tatsächlich im „La Gavotte“ ißt, dann würde ich mich freuen, wenn Du einen Kommentar schreiben könntest, wie Du es fandest :).

    Lg, Umeko

    • beautyjagd sagt:

      Für mich müssen Foundations auch eine mittlere Deckkraft haben, so wie z.B. die von Living Nature. Und klar, wenn ich La Gavotte essen sollte, schreibe ich dir, wie es war! Liebe Grüße 🙂

      • Ich finde es auch schade, dass sich hier Anspruch („Eco-Glam“ mit hohem Anwendungskomfort) und Preis offenbar nicht mit den tatsächlichen Produkten decken. Dabei klang das Konzept hochinteressant.

        Organic Glam scheint ja eine ähnliche Richtung einzuschlagen. Hast Du (@beautyjagd) schon mal etwas von dieser Marke probieren können? Das ist auf jeden Fall ein Kandidat für unser Sortiment, aber ich bin mir sowohl was Anwendungskomfort als auch Inhaltsstoffe (ich konnte bisher keine Volldeklaration ausfindig machen) anbelangt unsicher.

        Viele Grüße aus Mainz
        Die Naturdrogerie

      • beautyjagd sagt:

        Ich habe mir neulich einen Nagellack von Organic Glam gekauft. Er hat 17 EUR gekostet, was ich leider auch ziemlich teuer finde. Die Farbauswahl hat mir aber gefallen, die Qualität war ok. Die anderen Sachen habe ich mir nur im Geschäft angesehen und es hat mich nicht gerade umgehauen (soweit ich mich erinnere, auch die INCIs nicht). Vor allem bei den Preisen, die Foundation sollte 42 EUR kosten. Aber ich teste nochmal genauer, dann kann ich dazu bestimmt auch genaueres sagen.
        Und die Sachen von Inika sind ja nicht schlecht, aber nur bio rechtfertigt in meinen Augen nicht jeden hohen Preis. Edit: auch wenn das Firmen natürlich machen dürfen, nur ich mache dann nicht mit 😉 . Liebe Grüße aus Nancy 🙂

  • Andreea sagt:

    Aha, nett, aber nett ist ein bisschen wenig. Und für nett ja auch wieder zu teuer, wohl wahr.

    Organic Galm sieht toll aus, ist aber os teuer dass ich nichts gekauft habe. Es hätte auch Sante oder Hauschka sein können – in schickeren Verpackungen. Keine INCI. So kann ich über die Quali natürlich wenig sagen, aber von den Fraben her – NK wie alle anderen.

    Denke bei den Fraben muss was geschehen und auch bei den Texturen. Wenn Hauschka kann (und LN?!), müssen es andere auch können!

    • beautyjagd sagt:

      Ich habe nur die Foundation von Organic Glam getestet und war nicht bereit, 42 EUR dafür auszugeben. Auch deswegen, weil Glycerin (glaube ich) ziemlich weit vorne in der INCI-Liste anzutreffen war. Und *zustimm*, bei den Preisen muss es mehr als nett sein, das gilt nicht nur für NK.

  • Marta sagt:

    Mir gefällt das Design der Puderdose… schlicht und elegant für mich… doch wenn die Foundation glitzert ist sie nichts für mich.
    Ich bevorzuge ein matte Finish und setze dann glitzernte Akzente lieber selbst oder dann eben auch nicht.
    GLG Marta

    • beautyjagd sagt:

      Das Design ist echt gelungen, das finde ich auch! Aber ich bevorzuge so wie du ein mattes Finish und bestimme gern selbst, an welchen Stellen Glitzer angesagt ist oder nicht. Liebe Grüße 🙂

  • Erbse sagt:

    Hach. Danke für die tollen Eindrücke. 🙂
    Ich bin schon lange scharf auf einige Inika-Sachen… aber das liebe Geld. Man kennt das ja.
    Umso besser, dass du dazu beiträgst nicht komplett blind kaufen zu müssen.

    LG

    • beautyjagd sagt:

      Die Sachen sind leider sehr teuer, auch wenn das Konzept natürlich toll ist. Vielleicht breitet sich Inika ja aus, dass man mal die Gelegenheit hat, es vor Ort anzugucken. Liebe Grüße

  • Julienne sagt:

    Hallo,

    ich habe diesen Sommer Inika in London entdeckt (ich bin aus Basel, Schweiz) und habe mir den Pure primer zugelegt. Ich hatte zuvor nie einen benutzt, und wollte sehen ob das wirklich taugt. Ich hatte mich für Inika entschieden nachdem ich alle Inhaltsstsoffe recherchiert hatte und wirklich nur positives und ungefährliches dazu gefunden hatte. Das Design und Konzept hat mich total angesprochen, mir ist wichtig dass keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind und keine Tierversuche dran kleben.
    Günstig war sie nicht, ungefähr 34£ (ca. 42 Euro). Aber… Ich bin total zufrieden mit meiner ersten primer- Erfahrung!
    Duftet fein – fluide Konsistenz, leicht zu verteilen. Angenehmes Gefühl auf der Haut. Und vor allem: Abends beim Abschminken war deutlich mehr Make-Up auf den Watte-Pads drauf; also ging während des Tages nichts „verloren“.
    Auch konnte ich es als Augenkontur-Primer benutzen (auf dem Lid und unterhalb des Auges). Dort muss ich aufpassen da ich sehr empfindliche Augen habe. Aber mit diesem Produkt ging es ganz gut.

    Ich würde gerne mehr von dieser marke probieren, sie spricht mich, von der ethischen Seite her, sehr an und die Erfahrung mit dem Primer war sehr zufriedenstellend.

    Lieben Gruss
    Julienne 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Meine Sachen von Inika habe ich in der letzten Zeit ungerechtfertigterweise vernachlässigt, danke für die Erinnerung daran 🙂 ! Ich verwende meist keinen gesonderten Primer im Gesicht (suche jedoch händeringend einen für die Lider in NK-Qualität ) und achte „nur“ darauf, dass meine pflegende Unterlage gut mit der jeweiligen Foundation harmoniert. Nun habe ich mir den Primer von Inika näher im Internet angesehen, der sieht wirklich super aus, den werde ich mir mal auf meine Wunschliste schreiben 🙂 .
      Liebe Grüße 🙂

  • Sonja sagt:

    Hallo,

    INIKA habe ich bei ECCO-Verde kennen gelernt und auch mir sagen Qualität und Inhaltsstoffe sehr zu.
    Deshalb benutze ich bereits seit es INIKA bei ECCO-Verde gibt die Lidschatten – habe hier v. a. die helleren Töne und mische sie sogar untereinander.
    Bei mir heben sie ziemlich gut, aber natürlich sind sie beim Auftragen am markantesten.
    Die Mascara war eher durchschnittlich, jedoch nicht schlecht.
    Eyeliner war auch in Ordnung, doch benutze ich momentan keinen.
    Dann hatte ich noch die Vegan Lip Whips, welche sehr schön in den Farben und der Pflege sind.
    Hätte ich nicht zwischenzeitlich die Lipglosses von Intelligent Nutrients entdeckt (Purple Maize und z. Zt. Pink Hibiscus), welche nicht nur superlecker schmecken, beinahe wie ein Lippenstift (Pink Hibiscus) decken und absolut gut pflegen und halten – vorausgesetzt man ißt nichts, so hätte ich mir wahrscheinlich wieder welche bestellt.
    Übrigens habe ich erfahren, dass INIKA die Produkte überarbeiten wird und sie evtl. im Sommer neu präsentiert.

    Herzliche Grüße

    • beautyjagd sagt:

      Ah, da bin ich gespannt, wenn die Produkte von INIKA überarbeitet werden! Danke für die Info! Um die Lip Whips schleiche ich schon länger herum, die hören sich super an. Die Lipglosses von Intelligent Nutrients mag ich auch, über Purple Maize habe ich mal geschrieben, ich überlege immer, ob ich Pink Hibiscus noch „brauche“ 🙂
      Liebe Grüße