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FAQ: Na, wie ist er so, der 6. Blog-Geburtstag?

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Ja, wie fühlt es sich an, wenn man seit sechs Jahren bloggt? Und warum mache ich das eigentlich? Gute Fragen, über die ich ständig nachdenke. Zum 6. Blog-Geburtstag gibt es hier nun ein spontanes Selbstinterview mit Fragen, die mir immer wieder in Gesprächen oder Mails begegnen. Wie es genau zu meinem Blog kam, das habe ich bereits an den vorigen Blog-Geburtstagen beschrieben, z.B. hier vor vier Jahren. In einem Satz: Mein Blog ist auf einer Reise in England entstanden, als ich auf der Suche nach einem neuen Leben war (klingt so etwas dramatischer als es war 😉 ).

♦ Wie hat sich Dein Leben seit dem Start Deines Blogs verändert?

Ich habe lange Jahre angestellt in einer großen Firma gearbeitet – mit allen Vor- und Nachteilen. Dank des Blogs habe ich dann den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und festgestellt, dass mir das sogar liegt! Das wusste ich bis dahin nicht, denn ich komme nicht unbedingt aus einem Umfeld, in dem Selbstständigkeit eine berufliche Option ist. Das heißt, dass ich auch mit vielen inneren Widerständen zu kämpfen hatte, bis ich mich das getraut habe. Deswegen: Ja, mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht! Im Alltag bedeutet das, dass ich nicht mehr in ein Büro mit KollegInnen gehe, sondern sehr viel Zeit allein am Schreibtisch verbringe. Ich bestimme selbst, wann ich auf Reisen gehe, mit wem und wann ich Termine mache, wieviel ich arbeite. Es gibt keine Stempeluhr und Anweisungen vom Chef, aber auch keinen klassischen Urlaub, keine günstige Krankenversicherung oder keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Ich merke durchaus, wie mich das alles in den letzten Jahren verändert hat. Ich bin viel unternehmungslustiger geworden und gehe Dinge stärker selbstinitiativ an. Vielleicht hat im persönlichen Bereich sogar die größte Veränderung in meinem Leben stattgefunden: Ich übernehme viel mehr Verantwortung und mache mir jede Menge Gedanken, wie ich die zweite Hälfte meines Lebens verbringen möchte.

♦ Kann man denn mit einem Blog reich werden?

Reich ist natürlich immer eine Frage der Definition. Wenn man nicht so sehr in der Nische – wie ich – unterwegs ist, geht das wahrscheinlich schon. Denn Estée Lauder oder Opel haben natürlich mehr Werbebudget als ein mittelständischer Naturkosmetikhersteller… Aber selbst für die „mainstreamigeren“ konventionellen Bloggerinnen dürfte es natürlich nicht so einfach sein, viel Geld zu verdienen, denn auch hier sind jede Menge Einsatz und Zielstrebigkeit gefragt. Es gibt eben nicht nur die superreichen Influencer und die unkommerziellen alternativen Blogger, sondern auch einigen Raum dazwischen. Für mich kann ich sagen: Festangestellt könnte ich sicher mehr Geld verdienen und ein komfortableres Leben führen, vor allem wenn ich meine vielen Arbeitsstunden umrechne…

♦ Und warum hast Du Dich dann trotzdem für den Blog entschieden?

Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass ich mein Leben mittlerweile als mein Kapital betrachte. Da gibt es Investitionsphasen und Erntephasen, die sich abwechseln: Ohne Investition in die Zukunft und Hingabe wird es keine Ernte geben (und den Begriff „Ernte“ meine ich nicht nur finanziell, sondern insbesondere was die persönliche Entwicklung angeht). Ich glaube nicht mehr an ein Leben ohne jegliches Risiko – und habe die tiefe Überzeugung, dass der Blog mich weiter dahinführen wird, wo meine Zukunft ist.

Außerdem würde mir als angestellte Produktmanagerin (oder was auch immer ich tun würde) wohl mittlerweile die Freiheit fehlen, die ich am Selbstständigsein über alles liebe. „Selber!“ rief ich schon als kleines Mädchen und wollte möglichst früh lernen, meine Haare selbst zu frisieren, um unabhängig von den Eltern zu sein 😉 .

Über die Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit bin ich mir sehr bewusst, ich möchte hier keinesfalls das Selbstständigsein glorifizieren. Ich arbeite immer noch an der Balance zwischen Freiheit und Sicherheit, Arbeit und Pausen! Fällt mir nicht so leicht. Aber auch das tägliche Dazulernen gehört zu meinem Beruf – und das mag ich ebenfalls sehr, denn ich liebe Lernen! Und wer weiß, vielleicht führt mich mein Weg auch mal wieder „in“ eine Firma hinein, ich schließe nichts aus.

♦ Wie hält man es durch, so lange einen Blog zu schreiben?

Ich bin ein zäher Lappen, sage ich immer zu dieser Frage 😉 ! Wenn ich mir wirklich etwas in den Kopf gesetzt habe, dann habe ich eine hohe Frustrationstoleranz. Die ist echt wichtig, also nicht entmutigen lassen, wenn etwas nicht klappt oder nicht so läuft wie gedacht.

Das geht in meinen Augen aber nur, wenn man eine richtig gute innere Vision hat, wo man im Leben hin will – und man dazu am besten noch mit einer Leidenschaft beschäftigt ist. Bei mir sind das sowohl das Schreiben an sich (eine Bekannte sagte mal zu mir, ich sei publikationswütig 😉 – ja, das stimmt irgendwie, ich liebe es, mir ständig neue Textideen auszudenken) und dann natürlich die Themen: Kosmetik fesselt mich schon seit meiner Teenagerzeit, und beim Reisen bekomme ich so viele Inspirationen wie sonst nie. Selbst wenn es mir nicht so gut geht, halten mich meine Beautyfunde und Reisepläne bei der Stange. Mit den eigenen Kräften hauszuhalten gehört übrigens ebenfalls zum Durchhalten dazu, wie auch sich seiner eigenen Leistungsgrenzen bewusst zu werden.

Und einen letzten Punkt finde ich auch noch wichtig: Veränderungen zulassen und sogar fördern, ihnen also ein gutes Flussbett bereiten. Sonst wird es einem nach einiger Zeit langweilig und man verliert dann die Energie für das Bloggen oder das Thema an sich. Alles Sachen, an denen ich ständig dran bin, ich halte mich da nicht für Superwoman 😉 .

♦ Was machst Du am liebsten beim Bloggen, was weniger?

Ich mag die Abwechslung! Deswegen finde ich es toll, dass ich mich nicht nur mit einer Sache, also dem Konzeptionieren und dem Schreiben von Blogposts sowie dem Fotografieren beschäftige. Wobei das ja auch schon zwei oder mehr Jobs wären 😉 . Aber ich bespiele ja auch noch meine Social Media-Kanäle, mache die Sales (also den Verkauf von Bannern, Anleiern von Kooperationen etc.), schreibe für andere Medien, entwickle Ideen für Sponsored Posts oder andere Konzepte, halte auch mal einen Vortrag über Beautytrends, gehe auf Messen oder mache Firmenbesuche und vieles mehr. Auch die Buchhaltung muss ja erledigt werden. Am allerliebsten aber reise ich und gehe auf eigene Faust auf Beautyjagd. Wenn ich dann einen tollen Fund mache und darüber auf dem Blog berichte, das macht mich richtig glücklich und froh. Am wenigsten gern arbeite ich mein ständig volles Emailpostfach ab… da brauche ich auf Dauer wohl eine tatkräftige Hilfe.

♦ Jetzt sag aber mal: Ein Beauty-Blog ist ganz schön oberflächlich, oder? Wozu hast Du denn dann eigentlich studiert?

Oberflächlich finde ich das Thema nun gar nicht, weder das Bloggen noch Beauty! Gerade wenn man die unterschiedlichen Beauty-Gewohnheiten weltweit miteinander vergleicht, kann man spannende Einblicke in die Gesellschaft machen. Das ist dann schon fast soziologisch, manchmal auch historisch. Deswegen lautet der Claim meines Blogs ja auch Beauty&Travel, eben weil ich diesen Blickwinkel auf das Thema Kosmetik so spannend finde. Damit hat ja auch alles angefangen, genau heute vor sechs Jahren: Mit Berichten über Beauty-Produkte, die ich in England und Paris gefunden habe. Mittlerweile suche ich auf all meinen Reisen nach der interessantesten Naturkosmetik – und halte die Augen für alle Trends offen, eine weitere Leidenschaft von mir.

Und apropos Studium: Klar mache ich nichts mehr mit meinen Fachkenntnissen, die ich mir damit erworben habe. Aber ich profitiere von der Methodik, wofür ich tatsächlich täglich dankbar bin (an dieser Stelle mal ein kleiner Shoutout für die angeblich „weniger nützlichen“ Geisteswissenschaften – von wegen!). Und meine beruflichen Erfahrungen vor dem Blog schätze ich übrigens auch sehr.

Das waren die sechs Fragen – glatt würden mir noch einige mehr einfallen! Vielleicht mache ich irgendwann mal noch ein anderes Frage- und Antwortspiel. Und jetzt tadaaa, sechs Jahre Beautyjagd!! Auf ins siebte Jahr! Darauf gleich ein paar Sprühstöße Parfum 🙂 !

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