Reise

Tokyo Tagebuch 19: Konbini

konbini tokyo_beautyjagd

Here you can find an English version of this article.

Ja, es ist denn möglich, dass ich den unzähligen Tante Emma-Läden in Tokyo noch keinen eigenen Eintrag in meinem Tokyo Tagebuch gewidmet habe? Man findet sie an jeder Ecke, in Tokyo soll es über 7.000 Stück davon geben. Sie versorgen die Menschen in der naheliegenden Umgebung mit allem Notwendigen – und das 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Hier kommt nun meine Liebeserklärung an diese Lädchen, die ich mindestens einmal täglich aufsuche!

Der Name Konbini rührt vom englischen Wort Convenience Store her, die dreisilbige Abkürzung lässt sich auch für Japaner besser aussprechen. Am bekanntesten dürften die Filialketten Seven Eleven, FamilyMart (siehe Bild oben), Lawson, Sunkus und Circle K sein. Das Sortiment ist gar nicht so klein und abgestimmt auf die jeweilige Nachbarschaft: Es umfasst Snacks, Süßigkeiten, Getränke, Zeitschriften, Eis, Drogeriewaren, Schreibwaren (z.B. von Muji!), eine Kühltheke mit Reisdreiecken, Fertiggerichten und Milchprodukten, Desserts, Gebäck, Obst und etwas Gemüse, Schirme, Unterwäsche und Socken sowie einige Snacks in einer Heißtheke. Außerdem befindet sich in einem Konbini meist ein Kopiergerät, ein Geldautomat, eine Annahmestelle für Post, eine Kundentoilette und manchmal gibt es dazu noch kostenloses Wifi.

Ich gehe meist abends nach einer größeren Beautyjagd durch Tokyo in „meinen“ Konbini und kaufe mir dort noch ein Onigiri oder eine andere Kleinigkeit für das Frühstück am nächsten Morgen. Wenn beim Betreten des FamilyMarts dann die typische Melodie erklingt (natürlich hat auch der FamiliyMart eine Erkennungsmelodie, wie z.B. die Bahnlinien oder Elektronikmärkte), fühle mich schon fast wie zu Hause angekommen 🙂 !

Alle bisherigen Teile des Tokyo-Tagebuchs finden sich hier.

Geht ihr oft in Kioske oder Spätis? Was ist euer Ritual, wenn ihr nach einem langen Tag zu Hause angekommen seid?

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21 Kommentare

  1. Katje sagt am 7. April 2016

    Wow, ganz schon viel was der Laden anbietet. Da braucht man kaum noch einen Supermarkt. Aber schön, dass man dort alles findet, und sich vielleicht auch über die Nachbarschaft austauschen kann. Mich wündert, dass es alles Amerikanische oder Ausländische Firmen zu sein scheinen. Brauchten die Japaner früher den keine Konbini?

    LG und ich freue mich sehr über solche Posts. Ich lerne gerne so Land und Leute besser kennen. 🙂

    • Katje sagt am 7. April 2016

      Hi Julie,

      Ich lese hier gerade bei Zeit online dass es jetzt auch Igelcafés gibt wo man mit Igel küscheln kann. Hast du auch schon sowas gesehen? LG
      Ps. Ich finde Igel auch Kawaii

      • beautyjagd sagt am 7. April 2016

        Igelcafé, das ist mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen (Katzencafés klar, Hasencafés ebenso, und auch von Eulencafés habe ich gelesen)! Habe ich also noch nicht gesehen, ich halte mal die Augen offen 🙂

      • Katje sagt am 8. April 2016

        Ein Eulencafé! Das wäre sowas vfür mich, ich liebe Eulen. 😀

    • beautyjagd sagt am 7. April 2016

      Ich glaube, dass diese Konbini doch überwiegend sehr japanisch sind, trotz der englischen Namen! FamilyMart und Lawson sind zB ein japanische Unternehmen, Seven Eleven wurde zwar in den USA gegründet, aber dann in den 80er Jahren von Japanern übernommen.

  2. Petra sagt am 7. April 2016

    Hehe, ich musste sofort an den Berliner und SEINEN Späti denken… Allerdings sind das ja Spätis de Luxe, hier gibt es zwar meist ein Fax und einen Kopierer, aber keinen Nankomaten und auf gar keinen Fall eine Kundentoilette!!!

    • beautyjagd sagt am 7. April 2016

      Ja, ich musste natürlich auch an die Spätis in Berlin und Kioske in Köln denken – aber eben die Luxusversion davon 🙂

  3. Konbinis sind einfach super! Ich wünschte, so etwas gäbe es hier auch. Spätis kommen da einfach nicht ran. Im Übrigen kann man in Konbinis auch Einkäufe über Amazon Japan (vielleicht auch von anderen Webseiten?) bezahlen. Einfach beim Onlineeinkauf Zahlen vor Ort im Konbini auswählen, Code im nächsten 7/11 vorzeigen und bar bezahlen. Super wenn man kein japanisches Konto hat 🙂
    Viele Grüße!
    Nieve

    • beautyjagd sagt am 7. April 2016

      Von dieser Bezahlmöglichkeit hatte ich auch gelesen, das ist echt superpraktisch! Und man sieht daran auch gut, wie sich die Konbinis einfach immer weiter entwickeln und den Bedürfnissen anpassen.

  4. Waldfee sagt am 7. April 2016

    Ich kenne sowas gar nicht. Ich wohne ja auf dem Land und habe mich dran gewöhnt, vorausschauend einzukaufen. Ich bin ja sowieso jeden Tag zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten mit dem Auto unterwegs und kaufe dann alles nötige ein. Ansonsten hole ich die Eier vom Nachbarbauern. Der hat auch Gemüse, Wurst in Gläsern, Honig… Und alles Bio. Mit Kasse des Vertrauens. Das Geld wird in den Briefkasten geschmissen.
    Ich wünsche dir weiter viel Spaß in der asiatischen Fremde. Das war ja nicht so meins, ich stehe mehr auf orientalisch. Hatte ich glaube ich auch schon 500 Mal erwähnt☺️

    • beautyjagd sagt am 7. April 2016

      Geld im Briefkasten auf Vertrauen, und zu jeder Tages- und Nachtzeit, dann ist das ja quasi auch ein Konbini 🙂

  5. Anajana sagt am 7. April 2016

    Spontan fällt mir dazu nur ein:
    Un dann stonn se en d’r Kaffeebud un schödden sich de Kaffe in d’r Kopp…..

    Ich kenn es also als Büdchen. Und auch die gibt es natürlich in unterschiedlichster Qualität. Ich habe es als Kind geliebt ins Büdchen zu gehen und mir für 10 Pfennig Lakritz und für 20 Pfennig Brausebonbons etc. zu kaufen. In der vorherigen Wohnung hatten wir nicht nur eine Eisdiele (zu verführerisch) sondern auch ein Büdchen direkt nebenan, da bin ich schon mal am Feierabend rein und habe mir eine Zeitschrift gekauft und dann noch schnell ein kleines Eis aus der Eisdiele. Ansonsten gehe ich relativ selten ins Büdchen, mein Mann schon mal regelmäßiger (Raucher leider).
    So ein großes Repertoire wie dein Konbini haben allerdings die wenigstens würde ich sagen. Meist beschränkt es sich auf Süßigkeiten, Zigaretten, Eis, Getränke, Zeitungen und Zeitschriften, Kaffee, Brötchen, ggf. Lotto, Fahrkarten, ein minimales Sortiment an Lebensmitteln, wenn überhaupt.

    Mein Lieblingsbüdchen ist wohl das „Schmitze Büdche“ in Köln-Rath, ohne das eine Fahrradtour fast keine richtige Fahrradtour ist. Manchmal fahren wir im Sommer auch nur bis dahin und essen ein Eis, wenn es eine Mini-Fahrradtour sein soll. Für diesen Sommer muss ich mir aber erst wieder ein neues Rad zulegen, nachdem sie mir meins im September aus dem Keller geklaut haben Grrrr…..darüber bin ich echt immer noch sauer.

    Ein festes Ritual nach einem langen Tag habe ich eigentlich nicht. Außer, dass ich mir als allererstes was gemütliches anziehen muss. Wenn es noch nicht allzu spät ist, gibt es ne Tasse Kaffee. Aber ansonsten sind meine Feierabende so unterschiedlich, dass ich das gar nicht so genau sagen kann. Wenn ich vom Einkaufen komme, wird ja erstmal alles weggeräumt. Wenn ich spät Feierabend habe und noch kochen möchte, leg ich gleich in der Küche los. Wenn ich spät vom Training komme, duschen, Schlumpilook, ab auf die Couch (auf die Terrasse), je nach Jahreszeit. Also das einzige Ritual ist tatsächlich erstmal etwas Gemütliches anzuziehen.

    Wenn mein Mann und ich auf Reisen sind ist es aber auch so, dass wir nach einem anstrengenden Sightseeing oder auch einem Strandtag erstmal eine gemütliche Tasse Kaffee, einen Capuccino oder so etwas zu uns nehmen. Das ist eigentlich egal wo wir sind.

    • beautyjagd sagt am 7. April 2016

      Das mit dem Schlumpi-Look ist auch so ein Ritual von mir 🙂
      Und natürlich habe ich auch an die Kölner Kioske gedacht, die ich in Nürnberg ja sehr vermisse. Auf dem Ring in Köln kenne ich auch so eine Luxus-Version davon, die fast einen japanischen Konbini rankommt. Aber die meisten sind ja doch eher kleiner. Cool finde ich ja, dass das Büdchen in Rath ein richtiges Ausflugsziel ist 🙂

      • Anajana sagt am 7. April 2016

        Ausflugsziel ist vielleicht zuviel gesagt, aber Treffpunkt für Radfahrer, die ins Bergische fahren wollen (und die weniger Ambitionierten).
        Die Bude hat viele Höhen und Tiefen erlebt, wurde geschlossen, sollte abgerissen werden, dann gab es eine Kampagne „Rettet die Schmitzebud“ und gerade eben hab ich es noch mal gegoogelt, jetzt soll eine Pizzeria (mit?) eingezogen sein. Das kommt mir jetzt was seltsam vor. D. h. ich muss also dringend mal vor Ort schauen, was da Sache ist……oder meine Cousine fragen, die wohnt in der Nähe. *wink*
        Ach so, und das war mir auch neu, an der Stelle gibt es seit 1898 (!) ein Büdchen. Hieß allerdings nicht immer Schmitzebud. Mann, da soll noch mal einer sagen, Blogs würde nicht bilden. 😉

  6. Sophie mit Blau sagt am 7. April 2016

    Zu den Konbinis fällt mir ein: Irgendwann im September ist im Ruhrgebiet der „Erste Tag der Trinkhallen“, an dem Büdchen, Buden, Trinkhallen, Kioske oder wie man sie auch nennen mag mit verschiedenen Aktionen gefeiert werden sollen. Man kann auch sein Lieblingskiosk vorschlagen, ich bin schon gespannt ob „meins“ auch dabei ist 😉
    Genieß deine Reise weiterhin!

  7. Fayet sagt am 8. April 2016

    Oh ja, die Konbinis waren toll – perfekt auch um sich als Reisender mit kleinen Einheiten von Proviant zu versorgen (und etwas weniger beängstigend als so mancher japanischer Supermarkt außerhalb von Tokio, durch den ich mit hektischem Blick auf das Wörterbuch geirrt bin.. ). Es gab ja wirklich alles, was man brauchte. An sowas kommen die hiesigen Einrichtungen einfach nicht ran, auch wenn die Berliner und Kölner da ja anderer Meinung sind. Meine Wohnung in Köln hatte gleich vier von diesen Dingern in der Nähe, die ich allerdings nicht betreten habe. Dafür hatten wir in Hamburg um die Ecke den tollsten Kiosk aller Zeiten, der Biomilch aus dem Alten Land und Sonntags frische Brötchen verkaufte. Das waren noch Zeiten..

  8. Noemi B. sagt am 17. April 2016

    Jetzt in Thailand stolpern wir dauernd über und in solche Lädchen, meist um etwas zu Trinken zu holen, ein Eis, oder nur um sich für ein paar Minuten abzukühlen!!! Welch Wohltat!
    An ehesten sind es Family Mart oder 7/11. Das Sortiment bestaune ich immer sehr gern ?

    • beautyjagd sagt am 18. April 2016

      Ich liebe es auch, das Sortiment dieser Lädchen durchzuschauen! In Seoul gibt es nicht ganz so viele, aber schon auch 🙂

  9. Svenja sagt am 26. Mai 2016

    Hallo liebe Julie,

    Deinen Blog verfolge ich bereits seit Jahren, aber bei Tokyo-Tagebuch und Co. habe ich mich immer nur achtlos durchgeklickt.
    Das Foto von „Moshi Moshi“ erregte aber aus irgendeinem Grund meine Aufmerksamkeit und ist bereits ausgelesen. Manchmal fand ich die Übersetzung etwas rumpelig, aber gefesselt hat es mich so, dass ich mir nicht nur weitere Bücher von Yoshimoto angeeignet habe, sondern als erstes alle vorher verschmähten Blogeinträge las.
    Und muss sagen: Ich bin verzückt! Bücher und Blog haben ein plötzlich aufkeimendes Japan-Interesse gestärkt.

    Ich freue mich schon darauf, mich weiter darin zu vertiefen und irgendwann wieder von Dir zu lesen!

    • beautyjagd sagt am 27. Mai 2016

      Oh, Dein Kommentar freut mich ja total! Es ist manchmal wirklich ganz erstaunlich, weshalb man auf einmal auf ganz neue Dinge stößt, das geht mir oft genau so… und wer weiß, was sich daraus entwickelt? Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß beim Entdecken der neuen japanischen Bücherwelt von Banana Yoshimoto! Moshi Moshi fasst für mich unglaublich gut zusammen, was Japan (für mich) ausmacht, ein tolles Buch.

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