Gesichtspflege Naturkosmetik

Was, welche, wie: Manuelle Gesichtsbürsten

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Here you can find an English version of this article.

Ja, natürlich bin ich ein bisschen verrückt – wer braucht schon fünf Gesichtsbürsten? Und braucht man denn überhaupt eine, fragen sich bestimmt manche von euch. Ich habe bis vor einigen Monaten kaum Gesichtsbürsten verwendet, was vor allem daran lag, dass ich nur harte borstige Gesichtsbürsten kannte und meine Haut damit keinesfalls regelmäßig malträtieren wollte. Deswegen war ich übrigens auch vollkommen resistent gegen all die elektrischen Gesichtsbürsten von Clarisonic&Co, die seit einigen Jahren im Trend liegen (auch wenn es da mittlerweile weichere Bürstenaufsätze gibt).

In Japan bin ich dann schon vor einiger Zeit auf einen Gesichtswaschpinsel gestoßen, der mein Bild komplett verändert hat: Im Laden hielt ich ihn erst für einen ultraweichen Puderpinsel! Die Verkäuferin erklärte mir dann, dass man den Pinsel für die Reinigung einsetzt – deswegen auch die Ausstattung mit den synthetischen Haaren. Es hätte mich auch wirklich gewundert, wenn Japanerinnen etwas Kratziges an ihre Haut lassen würden…

Letztlich ähnelt das Prinzip dieser weichen Gesichtsreinigungspinsel einem Rasierpinsel: Dieser wird ja zum Aufschlagen des Rasierschaums und dann zum Aufbringen im Gesicht verwendet  wird. Der peelende oder massierende Effekt steht dabei eben gerade nicht im Vordergrund.

Auf meiner Reise in Shanghai im Oktober blieb mein Blick bei Miniso dann eher zufällig an einer Gesichtsbürste hängen, die ich aufgrund des günstigen Preises einfach mal mitnahm. Nach dem ersten Test kam dann so einiges ins Rollen: Ich beschloss, mir in Japan eine richtige gute Reinigungsbürste kaufen zu wollen (es wurden zwei 😉 ) . Und kaum war ich in Deutschland zurück, bekam ich von Binu Beauty eine weitere Bürste zugeschickt und entdeckte im Drogeriemarkt dm noch ein weiteres günstiges Exemplar.

Das Wort Bürste passt eigentlich zu keinem meiner fünf Stücke, die ihr oben auf dem Foto seht. Denn alle haben weiches bis sehr weiches synthetisches Haar – ich würde tatsächlich auch hier eher von einem Reinigungspinsel (Cleansing Brush) sprechen. Wichtig für die gute Leistung der Bürste ist es, dass das möglichst weiche Haar dicht gebunden ist und gut Wasser aufnehmen kann (um das Reinigungsmittel ein wenig aufzuschäumen). Es sind dabei verschiedene synthetische Materialen im Einsatz; alle Bürsten sind inklusive Griff übrigens gerade mal Handteller groß.

Wie das dann mit der Gesichtsbürste funktioniert: Wenn ich einen cremigen, geligen oder schaumigen Reiniger verwende, trage ich diesen zuerst auf meinem Gesicht auf. Mit der feuchten Gesichtsbürste gehe ich dann in sanften, kreisenden Bewegungen über mein Gesicht und spüle alles mit lauwarmen Wasser ab. Obwohl die Gesichtsbürste die Haut eher streichelt, übe ich keinen Druck aus. Ein ganz klein wenig wird die Mikrozirkulation der Haut natürlich schon angeregt und die Reinigungswirkung des Produkts mechanisch unterstützt.

Man kann aber auch erst die Bürste nass machen und direkt darauf das Produkt geben. Diese Technik eignet sich insbesondere für pulvrige Reiniger, aber auch bei Reinigungscremes und -gels. In der angefeuchteten Handfläche lassen sich dann die Produkte aufschäumen, bevor man sie mit der „Bürste“ auf die Haut gibt. Bei festen Seifen fahre ich mit der nassen Gesichtsbürste über das Stück und verteile dann mit der Bürste das Produkt auf dem Gesicht.

Meine Haut wird mit diesen weichen Gesichtsbürstenpinseln nicht strapaziert und fühlt sich danach gut an. Ein Nachteil der Gesichtsbürste ist es jedoch, dass man sie nach der Benutzung gründlich ausspülen muss. Da die Haare meist sehr dicht gebunden sind, dauert das durchaus ein Minütchen. Danach hängt man die Gesichtsreinigungsbürste an der Kordel auf, damit sie gut trocknen kann. Nach etwa einem Jahr in Gebrauch wird empfohlen, die Bürste auszuwechseln.

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Jetzt stelle ich euch hier noch meine fünf Gesichtsbürsten vor, die ich in den letzten Wochen miteinander verglichen habe.

♦ Das nicht zu fest gebundene und feine (50 Mikrometer) Haar der Facial Brush von Miniso hat eine noppig gestaltete Oberfläche. Damit wird die massierende Wirkung etwas verstärkt. Sie ist im Vergleich zu den anderen Bürsten hier im Vergleich etwas weniger weich. Made in China. Kostenpunkt: Etwa 4 Euro.

♦ Auf Blogs und Internetportalen habe ich gelesen, dass die beliebste japanische Gesichtsbürste die Rich Whip Brush von Sho-Bi ist. Sie trägt den Namen Provence, ist nicht zu fest gebunden und hat einen glatten Schnitt. Das 50 Mikrometer feine Haar ist ultraweich und sehr dicht: 400.000 Haare sind in der Bürste befestigt. Es ist eine Lust, sich damit über das Gesicht zu streichen. Made in Taiwan. Kostenpunkt: Etwa 20 Euro. Bezugsquelle: In japanischen Drogerien, in Asien in diversen gehobenen Supermärkten, auch online z.B. bei Ebay zu finden.

♦ Im Kaufhaus Loft in Nagoya habe ich dann noch die Facial Brush von Alty entdeckt, die mit einem unlackierten Holzgriff ausgestattet ist. Drei schmale Rillen in der Oberfläche struktieren die 290.000 Haare aus Taklon, die nicht ganz so dicht gebunden sind. Deswegen lässt sie sich auch leichter auswaschen. Sie ist ebenfalls sehr weich, ich mag den Holzgriff gern. Made in Japan. Kostenpunkt: Knapp 38 Euro. In Japan bei Loft, Tokyu Hands.

♦ Die Cleansing Brush von Binu Beauty wurde gerade erst neu lanciert, eine wie ich finde passende Ergänzung zu den bisher angebotenen drei Gesichtsseifen. Die 450.000 glatt geschnittenen Haare aus Carbonfasern sind sehr dicht gebunden, der Griff ist aus lackiertem Holz. Durch die Dichte wirkt die Cleansing Brush etwas fester, die Haare sind jedoch sehr weich. Made in China. Kostenpunkt: 12,90 Euro. Bezugsquelle online im Binu Beauty Shop.

♦ Beim Drogeriemarkt dm fiel mir dann noch die Gesichtsreinigungsbürste Sensitiv von Ebelin ins Auge (es gibt auch eine nicht-sensitive Bürste, die eher für die Massage geeignet ist). Auch sie hat die gleiche Form wie die anderen hier vorgestellten Bürsten, der Griff ist aus Kunststoff. Angaben zur Dicke des Haars habe ich ich nicht gefunden, auf der Verpackung steht jedoch „mikrofein“. Die synthetischen Haare sind relativ kurz und ist damit etwas weniger flexibel. Ein paar Haare hat sie zwischenzeitlich schon gelassen, aber alles im Rahmen. Ohne Angabe des Herstellungsorts. Kostenpunkt: 3,95 Euro. Bezugsquelle: Im Drogeriemarkt dm.

Es ist für mich schwierig zu sagen, welche meiner fünf Gesichtsbürsten nun die beste ist – denn die Ansprüche sind ja individuell unterschiedlich, die Preise ebenso. Sehr oft greife ich zu der Rich Whip Brush von Sho-Bi, die vielleicht die weicheste und seidigste Bürste in diesem Vergleich ist.

Grundsätzlich empfehle ich, nur mit ganz weichen Gerätschaften im Gesicht zu hantieren, die sich wie Pinsel anfühlen – eine echte Bürste mit Borsten würde ich auch weiter nicht an meine Gesichtshaut ranlassen. Ich verwende sie etwa zwei bis drei Mal die Woche, an den anderen Tagen kommen die tollen Miniwaschlappen von Les Tendances d’Emma dran. Frohes Gesichtsbürsten bzw. -pinseln wünsche ich 😉 !

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