Duft, Inspiration

Aromatherapie im 18. Jahrhundert: Brûle-parfum aus Gotha

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Ich wäre wahrscheinlich nicht gleich auf die Idee gekommen, um was für einen Gegenstand es sich bei dem Objekt oben auf dem Foto handelt – vielleicht auch deswegen, weil der Deckel fehlt: Es ist ein Duftkocher (französisch: Brûle-parfum) aus dem 18. Jahrhundert. Hergestellt wurde er um 1775 von der Porzellan-Manufaktur Gotha in Thüringen. Tja, sieht doch etwas anders aus als die modernen elektrischen Kaltverdampfer von Primavera, Farfalla, Taoasis oder Florame 😉 .

Das Prinzip dieses Duftkochers erinnert mich stark an meine erste Duftlampe mit Teelicht, die ich mit Anfang 20 gekauft habe: Auf der unteren Standplatte des Brûle-parfum befindet sich der Spirituskocher, darüber kommt dann die Terrine, in die man das Duftwasser füllt. Der (fehlende) Deckel hatte wahrscheinlich Öffnungen, die das Ausströmen des verdampfenden Duftwassers regulierten. Der hübsche Dekor mit Schmetterlingen und Insekten wurde auf die 14 cm hohe Duftlampe aufgemalt.

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Interessant finde ich auch, dass in diesem Kocher offenbar Duftwässer verdampft wurden. Sie wurden aus Paris oder Montpellier nach Deutschland gebracht. In einer damaligen Zeitung wurden einige „wohlriechende französische Wasser“ zum Kauf angeboten, z.B. ein Eau à la Bergamotte oder Eau à la Pompadour. Diese hat man nicht nur für den Körper, sondern eben auch für die Raumbeduftung verwendet. Hach, so etwas würde ich ja zu gern auch heute kaufen – ich kann nur vermuten, dass das wohl Hydrolate mit höheren Anteilen an ätherischen Ölen waren…?

Wer sich für historische Parfümflakons interessiert: Hier geht es zu meiner Serie Duftende Schönheiten, die ich im Frühjahr letzten Jahres auf dem Blog gezeigt habe. Zu dieser Sammlung gehört auch der obige Brûle-parfum. 

Um meine Erkältung weiter zu vertreiben, werde ich gleich auf das Eukawohl-Spray von Primavera zurückgreifen – und nicht auf ein Eau à la Pompadour, das sicher glamouröser duften würde 😉 !

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