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Das verflixte siebte Bloggerjahr?

In den Beauty-Notizen am Freitag habe ich es schon erwähnt: Am 21.11.2017 ist mein Blog sieben Jahre alt geworden! Und jedes Jahr werde ich ein bisschen nostalgisch und erinnere mich an die Zeit im November 2010, die ich in England verbracht habe. Darüber, wie mein Blog entstanden ist und wie er mein gesamtes Leben verändert hat, habe ich schon an den vorigen Blog-Geburtstagen beschrieben, z.B. in meinem Selbstinterview vor einem Jahr.

Wie sich das siebte Bloggerjahr für mich anfühlt? Ich würde es als ein Jahr des Lernens bezeichnen. Selbstverständlich lerne ich bei jeder Recherche für einen Blogpost dazu, aber in den vergangenen 12 Monaten hat das nochmals eine andere Dimension angenommen. Insgesamt empfand ich es deshalb als nicht ganz unanstrengendes, aber letztlich eben auch als sehr bereicherndes Jahr.

Da waren zunächst die Messen InCosmetics in Seoul und die Cosmoprof Asia in Hong Kong, die beide hervorragende Begleitprogramme geboten haben. Für mich waren diese Kongresse, Seminare und Symposien wie Fortbildungen, die mir ganz andere Sichtweisen auf den Naturkosmetik-Markt beschert haben. Auch meine Reise nach Los Angeles war ein Invest, der mir neue Horizonte eröffnet hat: Die Start-Ups im Bereich Naturkosmetik sind dort zahlreich und gehen beherzt voran. Dazu habe ich in Kenia das Thema Social Entrepreneurship hautnah kennengelernt, was einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Dank Firmenbesuchen, Auftragsarbeiten und auch Kooperationen konnte ich mich intensiv mit Inhaltsstoffen, Hautpflege-Konzepten und Formulierungen auseinandersetzen. Oder auch vieles über Marketing und Vertrieb lernen – und in Japan wird mir jedes Mal vorgeführt, was höchster Kundenservice bedeutet. Nun liegt es an mir, was ich aus meinen angesammelten Eindrücken und meinem Wissen mache!

Das hört sich nun vielleicht alles ziemlich glorreich an 😉 , aber nicht alles lief so glatt, wie es vielleicht von außen aussieht: Von einem Projekt, das mir (und auch dem Blog) nochmal eine ganz neue Perspektive hätte bieten können, musste ich mich leider verabschieden, weil es – trotz ganz schön viel investierter Arbeit – eben doch nicht zu mir passte. Mein Learning daraus: Bevor Du Dich in ein größeres Projekt stürzt, denke genau darüber nach, welche Art von Projekt wirklich in Dein Leben passt. Und höre dabei auch immer gut auf Dein Bauchgefühl.

Für alle Projekte, aber auch für mein Privatleben, habe ich mir deswegen vorgenommen, zukünftig mehr auf meinen Energie-Haushalt aufzupassen und jeden meiner Schritte mit Bedacht zu setzen. Ich möchte mich stärker fokussieren und nicht gleichzeitig an allen Fronten voran gehen, wie ich das allzu häufig in den letzten Jahren gemacht habe. Wahrscheinlich hört sich das banal an, aber mir wurde das in seiner vollen Konsequenz erst in den letzten Wochen klar.

Ich habe schon so einige Ideen im Kopf, die ich im kommenden Jahr angehen möchte. Große Lust habe ich z.B. auf eine Art „Werkstück“, in dem ich meine gesammelten Erfahrungen, mein Wissen und meine Freude an der Naturkosmetik einsetzen kann… Natürlich ist alles erst noch in der Ideenphase in meinem Kopf 🙂 . So ein Projekt würde ich zu gern auch hier auf dem Blog begleiten und euch daran teilhaben lassen.

Trotz all des Engagements im Hintergrund hat sich aber auch im siebten Bloggerjahr auf Beautyjagd etwas getan: Im Februar habe ich mit der Serie 7 Tage, 7 Masken ein Blogprojekt durchgeführt, das mir großen Spaß gemacht hat. Ein bisschen Design hat seinen Weg im gelegentlichen Design-Dienstag auf den Blog gefunden. Und richtig aufregend ist für mich der Beauty-Podcast Wilde Rosen, den ich vor einigen Wochen gestartet habe und den ich weiter ausbauen möchte!

Nostalgisch werde ich übrigens an Blog-Geburtstagen auch deswegen ein bisschen, weil die Blogwelt vor sieben Jahren noch eine ganz andere war. So vieles hat sich weiter entwickelt, ist dazugekommen – oder auch weniger geworden. Nicht, dass früher alles besser war! Aber manche neuere Entwicklungen betrachte ich mit etwas mehr Distanz, Stichwort Filterblase oder Förderung des Schwarz-Weiß-Denkens. Beides wird durch Algorithmen und Häppchen-Lektüre begünstigt, während umfassende Abwägungen, die längere Texte und eine tiefergehende Recherche benötigen, dadurch in den Nachteil geraten.

Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie ich den Blog weiter attraktiv halte, ohne zu mainstreamig werden zu müssen, um bei Google oder in den Social Medien „gut gerankt“ zu werden. Auch Häppchen-Lektüre und Scrollen durch Instagram fressen letztlich ganz schön viel Zeit – aber wann hat es mich schon mal so richtig weitergebracht oder mir eine neue Perspektive beschert? Auch das ist so eine Einsicht, die mich in den letzten Wochen erreicht hat.

Diese Gedanken gehen mir also an meinem 7. Bloggeburtstag durch den Kopf – vor allem aber, dass dieser Blog und ihr Leserinnen mir einen neuen Weg aufgezeigt habt, meine berufliche Laufbahn komplett zu verändern und meine Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Ich bin so gespannt, wo mich das alles noch hinführen wird – und was ich wohl in einem Jahr schreiben werde!

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