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Meine Entdeckungen: Bio- und Naturkosmetik aus den Cevennen

Cevennen

Wunderschön fand ich es in den französischen Cevennen, ich habe es schon in meinen Beauty-Notizen vom Freitag geschrieben: Die Landschaft ist waldig oder ganz karg (in den so genannten hochgelegenen Causses) – einsam ist es dort in beiden Fällen.

Natürlich habe ich in den Cevennen auch nach regionaler Naturkosmetik Ausschau gehalten. In einigen Spezialitäten-Läden oder auch kleinen Biomärkten wurde ich fündig: Meist handelt es sich dabei um ätherische Öle, Hydrolate oder auch mal einen Balm mit Bienenwachs. Zwei Marken sind mir aufgefallen, die über diese „Basisprodukte“ (ich nenne sie mal so) hinausgehen: Plantes des Cévennes und Belesa.

Plantes des Cevennes

Plantes des Cévennes

In Florac habe ich im Maison des Paysans fast das gesamte Sortiment der Naturkosmetikmarke Plantes des Cévennes gefunden. Das Familienunternehmen hat seinen Sitz in Sainte Croix Vallée Française (im Department Lozère). In den Produkten kommen die Pflanzen aus eigenem Anbau zum Einsatz. Neben Kräutertees sind die selbst hergestellten Pflanzenwässer die Bestseller von Plantes des Cévennes. Begehrt war im Laden in Florac aber auch die Kosmetiklinie für empfindliche Haut mit Kamille. Als großer Kamillen-Fan musste ich da natürlich zuschlagen! Ich kaufte mir das Huile de Soin Démaquillant Camomille et Jojoba: ein Auszug der Kamillenpflanzen in Olivenöl, dazu kommt noch ein wenig Jojobaöl. Ich habe das Öl nicht zum Abschminken, sondern als Gesichts- und auch Körperöl verwendet. Auch der wasserfreie Baume Peau Sensible Camomille Romaine basiert auf einem Kamillenauszug in Olivenöl, der mit Sheabutter und Bienenwachs ergänzt wird. Beide Produkte der Linie kommen ohne ätherische Öle aus.

Als ungewöhnlich für eine kleine Manufaktur empfand ich das Angebot an Emulsionen von Plantes des Cévennes: Die Crèmes kann man auch als Serum verwenden, sie werden als 2in1-Produkt beschrieben. Die Serum 2en1 Crème de Jour Peaux Sèches Camomille-Avocat für trockene Haut basiert auf Kamillenwasser, danach folgen in der INCI der Kamillen-Olivenöl-Auszug sowie Avocadoöl. Schön finde ich die befeuchtende Textur, die geschmeidig und unfettig, jedoch auch nicht zu leicht ist – ein pflegendes Serum im besten Sinn! Es duftet nach Kamille, die hier auch als ätherisches Öl enthalten ist. Das Serum 2en1 Crème de Jour hat um die 18 Euro gekostet.

Meine drei Produkte ergeben so zusammen eine schöne Cévennen-Pflegeroutine: Das Gesicht kann man mit dem Öl reinigen; Feuchtigkeit spendet das 2in1 Serum bzw. Tagescreme; Schutz bietet der Balsam (und auch das Öl).

Belesa, made in Cévennes

Über die Marke Belesa, made in Cevennes habe ich schon mal auf dem Blog berichtet. Erstmals ist mir in einem Pop Up-Store in Paris das Maronen-Peeling Gommage Douceur La Petite Cévenole Amarouno von Belesa ins Auge gefallen. Im letzten Jahr habe ich mir dann in Südfrankreich das Serum Été Éstiu der jungen Marke gekauft.

Im Mittelpunkt der regionalen Naturkosmetik steht die Marone, der Extrakt soll befeuchtend, mineralisierend und antioxidativ wirken. Die traditionelle Verwendung der Maronen kannte ich bisher nur aus der Region Ardèche, aber auch in den Cévennen sind die Bäume überall sichtbar. Im Deutschen werden sie auch als Edelkastanie bezeichnet, die stacheligen Früchte werden im Oktober geerntet. Mit einer guten Maronencreme kann man mich ja immer locken, aber das nur nebenbei 😉 . Belesa bezieht die Kastanien für ihre Produkte von einem Bauernhof in Lézan im südlichen Teil der Cevennen.

Die beiden Gründerinnen von Belesa, Amandine Colle Gascon und Caroline Picard, arbeiteten beide in der Kosmetikindustrie und stammen aus den Cévennen – und wollen mit ihrer Marke die Region der Cevennen wertschätzen.

Belesa Cevennes

Ich habe mir in der Boutique Nimoise in Nimes (liegt nicht in den Cevennen, aber auch nicht so weit davon entfernt) die Bodylotion und die Tagescreme von Belesa gekauft. Beide gehören zur Gamme essentielle, der täglichen Feuchtigkeitspflege für die Haut.

Ich muss zugeben, dass meine Erwartungen an die Crème Visage Eslcaire erst mal nicht so hoch waren – gerade kleine Firmen verwenden ja oft standardisierte Formulierungen von Lohnherstellern. Doch das ist hier nicht der Fall, was wahrscheinlich daran liegt, dass eine der Gründerinnen auf die Erstellung von Kosmetikrezepturen spezialisiert ist. So ist die neben Wasser auf Maronenextrakt und verarbeiteten Ölen basierende Creme erstaunlich gut befeuchtend: Fast wie bei einer koreanischen Sleeping Cream wird hier ein unfettiger, unklebriger und geschmeidiger Film auf der Haut gebildet, der die Feuchtigkeit in der Haut bewahrt. Gluconolactone unterstützen die gute Hydratisierung der Haut dazu. 15,5% der Inhaltsstoffe stammen aus den Cevennen (darunter natürlich die Marone, aber auch Olivenöl, Hanföl, Honig oder Apfelsaft). Gekostet hat die Crème Visage Esclaire um die 30 Euro.

Die Cremo fresco Crème Corps Intégrale hat meiner Meinung nach eine ähnlich aufgebaute Emulsion wie die Gesichtscreme: Die leicht nach Monoi duftende Bodylotion befeuchtet die Haut nachhaltig – was ich gerade dann merke, wenn ich viel draußen in der Sonne oder im Wasser bin und meine Haut dadurch stetig trockener wird. Amandine weiß eindeutig, wie man eine wirkungsvolle Emulsion aufbaut! Nach Wasser folgt in der INCI bereits das Kokos-Monoi-Öl, das den zarten Duft bestimmt. Glycerin, Marone und Wilde Malve (einer meiner liebsten Pflanzenwirkstoffe) befeuchten und beruhigen die Haut zusätzlich. Die Bodylotion zieht schnell ein und hinterlässt einen zarten, unfettigen Film auf der Haut. 14,3% der Inhaltsstoffe stammen aus den Cevennen. Ich habe 27,50 Euro für die Crème Corps Intégrale bezahlt.

Dass ich nächstes Jahr wieder in die Cevennen möchte, steht jetzt schon fest 🙂 . Und ich hoffe, dass sich gerade eine Marke wie Belesa auch außerhalb der Cevennen durchsetzen kann – fast alle Verkaufsstellen befinden sich bisher tatsächlich in der Region. Glücklicherweise gibt es ja immerhin noch das Internet, falls ich vorher Nachschub benötige…!

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