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Hinter den Beauty-Kulissen… Protec Ingredia GmbH Proudly Presents: Beim Algenbauern

Protec

Here you can find an English version of this article.

In Zusammenarbeit mit ProTec Ingredia // Zeitig bin ich an diesem Morgen aufgestanden. Und das nicht nur, um den Sonnenaufgang über der Bucht in Saint-Malo in der französischen Bretagne nicht zu verpassen. Sondern weil es gleich morgens nach dem Frühstück ins Dörfchen Saint-Suliac geht. Es liegt malerisch direkt am Meer, in der Nähe von Saint-Malo, nicht weit weg vom berühmten Mont-Saint-Michel. Dort fließt der Fluss Rance in den Ärmelkanal, die typischen bretonischen Steinhäuschen säumen den Quai.

Was bisher geschah: Im Prolog meiner ‚Beauty-Soap‘ habe ich bereits geschildert, dass ich in Kooperation mit ProTec Ingredia GmbH eine Beauty-Fortsetzungsgeschichte für den Blog entwickelt habe. Sie führt mich zu den Ursprüngen der Kosmetik – denn ohne Roh- und Wirkstoffe könnte es keine Cremes oder andere Kosmetikprodukte geben. Mein kosmetisches Abenteuer startet mit dieser ersten Folge in der Bretagne.

Birgit Haemel von ProTec Ingredia und ich warten am Quai von Saint-Suliac auf unser Boot und blicken dabei aufs Meer. Die Gezeiten sind hier in der Region stark ausgeprägt und betragen oft über 12 Meter Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut. Während die Fischerboote in vielen Häfen bei Flut auf dem Wasser schaukeln, verändert sich das Szenario bei Ebbe komplett: Die Strände vergrößern sich, die Algen liegen frei, in vielen Buchten liegen die Schiffe seitlich am Boden auf. Genutzt wird der hohe Tidenhub übrigens auch für die Stromversorgung mit dem örtlichen Gezeitenkraftwerk.

Da braust auch schon Gabrielle Moro mit ihrem Kleinwagen heran, sie ist die Marketingleiterin des französischen Kosmetik-Rohstoffherstellers Codif, der sich auf marine Inhaltsstoffe spezialisiert hat. Mit ihr gehen wir heute auf eine Schiffstour in der Mündung der Rance: Dort werden ausgewählte Algen für die Roh- und Wirkstoffe von Codif angebaut. Dafür arbeitet Codif mit Jean-François Arbona zusammen, der nicht nur Algen kultiviert, sondern auch Meeresbiologe ist – und Algen liebt.

Protec Algen

Zu dritt steigen wir in das kleine Boot, auf dem uns Jean-François bereits erwartet. Wir fahren hinaus, dorthin, wo das Meer und der Fluss zusammen kommen. An dieser Stelle hat Jean-François in den 80er Jahren eine private Konzession von der örtlichen Gemeinde erworben, um Algen anbauen zu können. Es ist hier ruhiger als auf dem offenen Meer, der stetige Wasseraustausch ist jedoch durch den Fluss gegeben. Boote und Fischer sind hier nicht erlaubt, rundherum gibt es keine Industrie. Manchmal sind sogar Delphine zu sehen.

Der Algenanbau

Neugierig blickte ich vom Boot aus auf das Wasser: Im 15-17 m tiefen Wasser hat Jean-François mit seinem Team zwischen großen Blöcken dicke Seile in mehreren Reihen gespannt. Im Oktober setzt er daran die jungen Algenpflänzchen an, die er zuvor an einer geschützten Stelle aufgezogen hat. Entlang der Seile entsteht so ein Algenwald, den man auch als eine Art Riff bezeichnen könnte. Die Meeresbewohner bevölkern es sofort: Kleine Garnelen lieben die Algen, die wiederum von Fischen gern gegessen werden. Jean-François stellte in den letzten Jahren fest, dass sich die Biodiversität durch die von ihm gebauten Algenbänke in der Flussmündung erhöht hat. Oben auf dem Foto seht ihr eines der Seile mit den Algen, die er für uns aus dem Wasser geholt hat.

Mehrere unterschiedliche Algensorten kultiviert er hier im zertifizierten Anbau: Die unter dem Namen Wakame bekannte Braunalge Undaria pinnatifida, den Zuckertang Saccharina latissima, den Flügeltang Alaria esculenta sowie den Fingertang Laminaria digitata. Nicht jede Alge eignet sich für den Anbau – denn sie muss stark genug sein, um sich gegen andere Meerespflanzen auf der Algenbank durchsetzen zu können.

Als wir vor Ort waren, konnten wir nur noch einige Wakame sehen, die anderen Algen waren bereits geerntet. Die Ernte der Algen findet meist bis Ende Juni statt, Jean-Françcois ernet mit seinem Team pro Jahr etwa 45-50 Tonnen Algen – die nicht nur in Kosmetik, sondern auch in Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Wichtig ist ihm, dass die Algen schonend in Handarbeit geerntet werden. Dafür hat er spezielle Boote entwickelt, die für die Ernte der Algen geeignet sind. Nach der Ernte werden die 5 km langen Seile der Algenbänke übrigens auf (zu dieser Zeit gerade nicht bewirtschafteten) Feldern in der Umgebung getrocknet, sie machen ganz nebenbei den Boden fruchtbarer.

Protec Algen Codif

Algenbauer und Meeresbiologe

Ich frage Jean-François, wie er darauf gekommen ist, Algen anzubauen. Er lächelt verschmitzt und erzählt mir, dass er als junger Mann Ende der 70er Jahre seinen Lebensstil hinterfragt hat. Im Rahmen seines Studiums entdeckte er die Algen für sich und erhielt 1982 ein Stipendium in Südkorea. In Busan erforschte er die dortige Algokultur und begann in Frankreich, die ersten Algen zu kultivieren – was in Europa damals eher ungewöhnlich war. Heute ist der Anbau von Algen durchaus weiter verbreitet und wird auch von der EU gefördert.

Apropos EU: Gerade ist Jean-François an einem EU-Projekt beteilligt, in dem das Wachstum bestimmter Algen in unterschiedlichen Klimata erforscht wird. Diese Kombination aus körperlicher und geistiger Arbeit schätzt er in seinem Beruf sehr. Im Frühjahr und Sommer widmet er sich meist seinen Algenbänken, im Winter hat er Zeit für Forschung und besucht Kongresse oder arbeitet an Forschungsprojekten – schließlich ist er ja auch Meeresbiologe.

Er bezeichnet sich selbst als eine Art kreativer Tüftler, der Herausforderungen beim Anbau der Algen oder auch der Erntemethoden durch viele Versuche und Irrtümer löst. Oft startet er mit einer traditionellen Methode und entwickelt diese dann weiter. Lachend ergänzt er, dass er eigentlich ein „Museum der Erfindungen“ zu Hause eröffnen könnte.

Algen-Wirkstoffe

Algen sind faszinierende Pflanzen, die man grob in Mikroalgen und Makroalgen unterteilen kann. Sie enthalten viele Nährstoffe in unterschiedlicher Zusammensetzung, die sie aus dem Wasser aufnehmen. Selbstverständlich werden die Algen auf Rückstände geprüft, bevor sie weiter verarbeitet werden. Weiter oben auf dem Foto hat Jean-François eine Wakame für uns aus dem Wasser geholt. Direkt hier über dem Abschnitt seht ihr einen Fingertang, das Foto hat Gabrielle einige Wochen vor unserem Besuch gemacht (war bereits abgeerntet, als ich da war).

Selbstverständlich wollte ich wissen, in welchen Kosmetik-Wirkstoffen von Codif die Wakame Undaria pinnafidita oder der Fingertang Laminaria digita stecken:

  • Die braune Makroalge Wakame (Undaria pinnatifida) findet sich bei Codif z.B. im Wirkstoff Matrigenics.14 G. Der Extrakt enthält neben Mineralien und essentiellen Aminosäuren auch sogenannte Wakame-Ester; er regt die Hyaluronsäure-, Kollagen- und Elastinsynthese an. Im Wirkstoff Wakapamp sorgt die Wakame für eine verbesserte Wasserspeicherungsfähigkeiten der Dermis.
  • Aus dem auch als Kombu-Alge bezeichneten Fingertang (Laminaria digita) werden verschiedene Extrakte mit unterschiedlichen Wirkungen von Codif hergestellt: Der Wirkstoff Actibiome unterstützt die Mikroflora; Phycojuvenine ist zellschützend.

Klimawandel

Auf der Rückfahrt von den Algenbänken kommt das Gespräch auf den Klimawandel, dessen Auswirkungen auch Jean-François bzw. seine Algen bereits zu spüren bekommen. Schon ein Grad Erwärmung der Durchschnittstemperatur hat große Auswirkungen auf die Natur. Im vergangenen Jahr war das Frühjahr in der Bretagne für zwei Wochen ungewöhnlich warm, so dass sich eine spezielle Meeresschnecke massiv ausbreiten konnte und sich über seine Algenbänke hergemacht hat. Glücklicherweise war das in diesem Jahr nicht der Fall. Die erhöhte Wassertemperatur führt auch dazu, dass Jean-François die jungen Algenpflänzchen immer später ausbringen kann: Denn andere Wasserpflanzen, die wärmere Temperaturen mögen, verdrängen dann seine Algen, die kaltes Wasser brauchen. „Der Klimawandel ist keine entspannte Angelegenheit,“ sagt Jean-François, während unser Schiff sich langsam wieder dem kleinen Hafen in Saint-Suliac nähert.

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, beschließen Birgit und ich zusammen am Meer Mittag zu essen. Was ich dabei alles erfahre – davon mehr in der nächsten Folge der ‚Beauty-Soap‘ im November!

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