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Auf der Suche nach dem Speik

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In den letzten Wochen wandelte ich gleich zwei Mal auf den Spuren des Spei(c)ks: Im Sommer besuchte ich die Naturkosmetikfirma Speick in der Nähe von Stuttgart, die den Namen der Heilpflanze noch in der älteren Schreibweise mit „ck“ trägt. Und nun durfte ich vor kurzem ein Wochenende in den Kärntner Nockbergen verbringen, auf denen der Speik wächst – ich berichtete davon schon kurz in den Beauty-Notizen.

Als ich im August das Firmengebäude in Leinfelden-Echterdingen betrat, umhüllte mich gleich der typische Duft der Speick-Produkte. Die Firma ist noch immer ein Familienunternehmen und wurde vor 87 Jahren gegründet. Begonnen hat alles mit einem lachsrot eingefärbten Seifenstück, das es bis heute gibt – ein Bestseller! Wie in allen anderen Produkten von Speick steckt auch in der Seife ein wenig der namensgebenden Speik-Pflanze drin: Speick-Gründer Walter Rau war von der Pflanze so fasziniert, dass er sie in den Mittelpunkt seiner Firma stellte.

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Im Eingangsbereich des neuen Gebäudes hängt ein Glasbild, das noch aus dem vorigen Firmensitz in Stuttgart-Möhringen stammt und den Speik von der Wurzel bis zur Blüte zeigt: Der botanische Name für die Pflanze lautet Valeriana Celtica, sie gehört zur Gattung der Baldriane. Da der Speik über Jahrhunderte ein hochgeschätzes Pflänzchen war und wegen der großen Nachfrage fast ausgerottet wurde, steht er seit 1936 unter Naturschutz – und geriet damit immer mehr in Vergessenheit. Mit nachgezüchtetem Speik wurde die Firma Speick jedoch nicht glücklich, weswegen sie in den 80er Jahren ein Naturschutzprojekt in Kärnten initiierte und seitdem eine exklusive Sondergenehmigung für die kontrollierte Wildsammlung der Speikpflanzen besitzt.

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Inmitten der Kärntner Nockberge fühlt sich der Speik am wohlsten, er wächst dort nur in hochalpinen Gegenden von 1800 m bis zu 3000 m und mag die kalkarmen und sauren Böden. Die Natur- und Kulturlandschaft Nockberge ist mittlerweile ein von der UNESCO geschütztes Biosphärenreservat, in dessen Zentrum die nachhaltige Bewirtschaftung steht.

Zusammen mit den Gewinnerinnen der Verlosung der Zeitschrift Vital und Jenny von naturalbeauty.de ging es also am vorletzten Wochenende von Bad Kleinkirchheim aus hinauf zur auf 1990m hoch gelegenen Oswalder Bockhütte, die ihr oben auf dem Bild sehen könnt.

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Na, hättet ihr das kleine Pflänzchen entdeckt? Es befindet sich genau in der Mitte des Fotos, ist also ziemlich unscheinbar. Deutlich erkennbar sind die lanzettförmigen und sich bereits gelb färbenden Blätter, das Köpfchen der Blüte ist cremeweiß. Geerntet wird die Pflanze von Mitte August bis Mitte September, wir waren also eher am Ende der Erntezeit vor Ort – die Pflanzen werden etwa 5 bis 15cm hoch.

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Unsere Bergführerin hat hier ein fridsch gepflücktes Speick-Pflänzchen in der Hand. Wenn man etwas fester an der Wurzel des Speiks reibt, werden die ätherischen Öle freigesetzt, die sich vor allem in der Wurzel der Pflanze befinden. Und ja, ich fand, dass dieser frisch „gepresste“ Duft dem der Speick-Produkte schon ganz schön nahe kommt! Übrigens durften wir keine der Pflanzen pflücken oder mitnehmen, denn der Speik steht weiter unter strengem Naturschutz.

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Ernten dürfen den Speik lediglich zwei lizenzierte Almbauern, von denen wir einen besucht haben. Nach einer köstlichen kräftigenden Jause demonstrierte er uns exemplarisch (er brachte ein Stück Wiese mit), wie er den Speik erntet: Er löst die Pflanze mit der Hand aus seinem lockeren Verband aus der Erde heraus. Nur alle fünf Jahre wird an der gleichen Stelle geerntet, so dass sich der Bestand erholen und weiter ausbreiten kann.

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Wie wichtig der Speik in der Gegend ist, bemerkt man auch daran, dass man sowohl auf der Almhütte (siehe das Foto mit dem Schränkchen) als auch in unserem Hotel Kirchheimerhof Produkte von der Firma Speick kaufen kann. Großartig fand ich natürlich, dass die im Hotel angebotene Kosmetik – sowohl im Zimmer als auch im Welllnessbereich – ebenfalls von Speick stammt.

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Der Firmeninhaber von Speick, Wikhart Teuffel, fährt einmal im Jahr nach Kärnten, um die geernteten Speikpflanzen eigenhändig in Empfang zu nehmen. Die kostenbaren Pflänzchen werden dann schonend etwa drei Wochen lang getrocknet und dabei immer wieder gewendet. Im Labor von Speick konnte ich die letzten vier Jahrgänge davon bestaunen.

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Aus den getrockneten Pflanzen werden verschiedene Auszüge mit Glycerin, CO2 und Alkohol sowie das ätherische Öl hergestellt. In den Produkten kommt dann der Speik in der passenden Form zum Einsatz, ein alkoholischer Auszug würde sich z.B. nicht für das Body Active Oil eignen.

Und was kann und macht der Speik eigentlich so mit uns Menschen? Er wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und zugleich anregend auf das vegetative Nervensystem, entspannt und belebt also zugleich. Traditionell wurde er sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. An dieser Stelle lasse ich nun Leserin Theo zu Wort kommen, die ihr sicher von den Kommentaren kennt. Sie hat sich archäobotanisch mit der Pflanze auseinandergesetzt:

„Der echte Speik (Valeriana celtica) findet sich – wie der lateinische Name zu Recht vermuten lässt – in ausgegrabenen Kochecken keltischer Siedlungen (1. vorchristliches Jahrhundert).  Wie er verarbeitet worden ist, weiß man nicht genau, Mikropflanzenreste deuten auf alle Fälle auf die Verwendung der Wurzel hin. Durch den Handel mit den Römern gelangte der Speik auch nach Syrien und Ägypten, wo er hauptsächlich zur Körperpflege eingesetzt worden ist: Aufzeichnungen aus der Umgebung des der Kleopatra abgeneigt bis feindlich gesonnenen Octavian (späterer Kaiser Augustus) beschreiben, ‚dass die luxussüchtige Metze nicht nur in Essig aufgelöste Perlen schlürft, sondern auch noch geheimnisvolle Kräuter aus den fernen Alpen nutzt, um ihren Magen für diese Sucht gestärkt zu halten.‘ Das mit den Perlen ist ein zwar Gerücht wie so viele, die der Königin Kleopatra von römischer Seite im Zuge antiägyptischer Propaganda angedichtet werden, die Verwendung des Speik in Ölen und Salben zur Hautberuhigung und -straffung jedoch nicht. Demotische Texte erwähnen die Verwendung des Speik als äußerlich verwendetes Schönheitsmittel.

In Europa hingegen wird die Pflanze eher aus medizinischen Gründen, so z.B. zur Magenberuhigung verwendet. Caesar berichtet in seinem ‚De Bello Gallico‘ von mit Speik versetztem Olivenöl, das die Soldaten nach zu schwerem Essen (musste gleich an Obelix‘ Wildschweinereien denken 🙂 ) und besonders Cervisia- und Weingenuss zu sich genommen haben.

Die Verwendung hauptsächlich als inneres und äußeres (Massage, heisse Wickel und Bäder) Magenheilmittel zieht sich durch die gesamten europäischen Jahrhunderte und war so wirksam, dass Kaiser Friedrich III. Lizenzen für den Anbau und Vertrieb an sog. ‚Speickgräber‘ erteilte. Im 15. Jahrhundert nennt der italienische Arzt Pietro Andrea Matteoli Speik als Magenheilmittel, aufzulösen in warmem Wein, ‚dass die Medicina die Säfte reinige und ausgleiche‘ (P. A. M., Kreutterbuch). Zeitgenossen spotten, dass das Mittel wohl eher wegen seiner Grundlage geschätzt würde.

Ausgrabungen ergaben, dass die Pflanze bis zum Anbruch der Völkerwanderung in Frauengräbern an den Gürtelgehängen zu finden ist. Der Gürtel war sozusagen die It-Bag der Frauen, woran man alles, was man so brauchte (Kräuter, Amulette, Messerchen, Zangen, Löffel, später Schlüssel etc.), verstaute und mit sich führte. Immer dabei: ein Beutelchen mit gesammeltem Kräutergut. Mit der Völkerwanderungszeit und des daraus resultierenden Schwundes der endogenen Kultur(en) verschwindet auch die Verwendung des Speiks aus dem allgemeinen Gebrauch und zieht sich in die eng begrenzte Alpenregionen zurück, bis er im späten Mittelalter wiederendeckt und nun massenverwertbar angebaut wird (siehe oben zu Kaiser Friedrich III.). Dieser Anbau ist räumlich allerdings sehr begrenzt und nur auf geeignetem Boden möglich.“

Außerdem erwähnt die geschätzte Theo, dass der Speik äußerst wertvoll war und schon im römischen Heer nur den Offizieren und nicht dem Fußvolk zur Verfügung stand. Auch heute ist der Speik noch immer sehr kostbar, nach Aussagen von der Firma Speick ist das ätherische Speiköl sogar teurer als Rosenöl. Danke für diesen Exkurs an Theo!

speick-produktion

In jedem der mittlerweile über 100 Speick-Produkte ist – in geringer Menge – ein bisschen Speik enthalten. Als ich zu Besuch im Speickwerk war, wurde gerade das Natural Aktiv Duschgel abgefüllt, ich durfte mir zum Andenken eines davon mitnehmen (und habe es schon in den damaligen Beauty-Notizen gezeigt).

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In Stuttgart kann man das Vollsortiment der Firma nicht nur direkt im Shop am Werk in Leinfelden-Echterdingen kaufen, sondern auch in der Innenstadt: Dort hat 2014 die Speick-Welt eröffnet, ein sehr ansprechend gestalteter Flagship Store.

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In der Speick-Welt sind nicht nur die Klassiker erhältlich, sondern z.B. auch die Speick Thermal-Serie, die auf Wasser aus Bad Schlangenbad basiert. Sondereditionen wie die Speick-Duft-Kerze lassen sich dort ebenfalls finden. Der Shop gehört ab jetzt zu meinem Pflichtprogramm, wenn ich in Stuttgart bin 🙂 .

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei Speick bedanken, dass ich diese tollen Einblicke bekommen konnte – sowohl in Kärnten als auch im Speickwerk bei Stuttgart!

Here you can find an English version of this article.

Wusstet ihr, dass der Name Speick auf eine Pflanze zurückgeht? Kanntet ihr den „Alpenbaldrian“? Wart ihr schon mal in Kärnten? Und welche Sachen kennt oder mögt ihr von Speick?

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47 thoughts on “Auf der Suche nach dem Speik
  • Elisabeth sagt:

    Das war bestimmt ein toller Ausflug! Danke für den Einblick. Von Speick überzeugen mich am meisten die Deo-Roller, die für mich definitiv zu den wirkungsvollsten NK-Deos gehören.

  • Lara sagt:

    Von einer Pflanze namens Speik habe ich noch nie was gehört.
    Ich wandere aber auch nie in den Bergen.
    Zu dem Bericht stellen sich mir ein paar Fragen.
    Wenn die Pflanze so selten ist und nur alle 5 Jahre an deselben Stelle und auch nur von 2 lizenierten Bauern geerntet werden darf, wie schafft es die Firma, genug für die ganze Produktion zu haben? Und ist in den 4 Gläsern die jeweilige ganze Jahresernte?
    Sind dann nur hömöopathische Dosen in den Produkten? Oder ist alles ganz anders als ich das verstandenhabe.
    Fragen über Fragen 😉

    • beautyjagd sagt:

      Doch doch, Du hast das richtig verstanden! Die Menge in den Produkten ist sehr gering. Ich würde sagen, dass der Duft des Speiks auch besser gering dosiert wird, weil er sonst doch etwas arg intensiv bis nicht mehr so ganz angenehm ist 😉 . In den Gläsern ist allerdings nicht die ganze Ernte, das ist doch schon mehr – das sind nur die Rückstellungen im Labor, damit man vergleichen kann.

  • Danke für diesen ausführlichen und interessanten Bericht! Wo ich ich die Bilder sehe bekomme ich Lust wandern zu gehen 😉
    Bisher habe ich den Produkten von Speick keine große Beachtung geschenkt. Woran das genau liegen mag, kann ich gar nicht so genau sagen. In einer NK-Beautybox war eine Tagescreme drin, die mir ganz gut gefiel.
    Liebe Grüße
    Nicole

  • Noemi B. sagt:

    Dass die Pflanze so heisst, hab ich auch nicht gewusst, ich dachte das sei ein Firmenname mit Bezug zum Grüder, oder so ähnlich. Der Alpenbaldrian beantwortet wohl schon die Frage nach dem Duft… unsere Katers wären sicher begeistert 😉
    Danke Theo für den historischen Exkurs – das bringt echt Nähe zum Produkt.
    Leider wird die Marke sicher öfters mangls Detailwissen und wegen des altmodischen Designs gemieden.

    • Theo sagt:

      Sehr gerne, liebe Noemi!

      hat mir Spass gemacht, auch wenn es nur ein kurzer Anriss sein konnte. Leider ist nicht gesagt, worin denn nun der äußere Effekt besteht. Die Quellen sprechen von Hauterfrischung und -glättung, auch ‚Jungbrunnen‘ und beruhigender Wirkung. Da die Pflanze ein bisschen zickig in Standortwahl und Ernteertrag ist, hatte selbst Karl d. Grosse keine guten bzw. weitgreifenden Erfolge mit ihr und liess auf andere Pflanzen (Magen: Baldrian) ausweichen.

      Wie oben schon von einer Leserin bemerkt wurde, kann die Pflanze in heutigen Produkten wirklich nur in sehr niedrigen Mengen eingebracht werden. Insofern frage ich mich auch, wieviel von ihr eigentlich wirklich in den Speick-Produkten vorhanden ist. Bei den INCI musste ich ziemlich weit unten gucken, um fündig zu werden. Na ja, da Homöopathie ja auch bzw. gerade in den höchsten Potenzierungen wirkt, besteht bei den Speick-Produkten ja noch Hoffnung 🙂

      LG,
      Theo

      • Noemi B. sagt:

        Liebste Theo, ich glaube für alle sprechen zu können: es wäre echt schön, wenn du dich hier öfters blicken lassen würdest! Es fehlen einfach deine erlesenen Texte mit dem spritzigen-bissigen und immer treffenden Humor! Es ist immer ein Lese-Leckerbissen 🙂

        BITTE tauch doch öfters aus deine archäologischen Grabungen auf, zu uns, in die niedrigen Beautygefilde 🙂 wir vermissen dich!!!
        LG Noemi

    • beautyjagd sagt:

      Ich habe das mit dem Speik als Pflanze auch erst begriffen, als ich mich in den letzten Jahren näher mit Naturkosmetik auseinander gesetzt habe. Davor kannte ich eben die Seife von meinen Großeltern und hielt das wie Du für einen Familiennamen/Markennnamen.

  • Ulrike sagt:

    Ein toller Einblick, vielen Dank, Julia. Und da ich auch noch in Kärnten geboren bin und sehr gerne wandere gibt es viel persönlichen Bezug 😉 Den Speik kenn ich aus meiner Jugend…

  • Jenny sagt:

    Es war wirklich ein toller Ausflug in die Berge und ich habe den Speick, der seit langem zu meinen liebsten Inhaltsstoffen gehört, von einer ganz eigenen Seite kennengelernt. Ich fand es faszinierend wie Mensch und Natur bei der Ernte zusammenspielen und die Pflanze sich dank der teilweisen Entnahme der Wurzeln sogar noch besser vermehrt, als ließe man sie unberührt… Schön, wenn man jetzt beim täglichen Cremen die Bergluft quasi noch im Gesicht spürt 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Ja, das ist wirklich toll, dass durch die achtsame Zusammenarbeit von Albaumbauer und Natur sich der Speick erst so richtig gut wieder ausbreiten mag. Das ist ein Ansatz, den ich sehr gut finde, auch in anderen Bereichen (zB Wein oder Lebensmittel).

  • Hanne sagt:

    In meinem Elternhaus gibt es bis heute die orangefarbene Speick-Seife zum Händewaschen und Duschen. Sie hatte in meiner Kindheit eine gewisse Monopolstellung bei uns zuhause 🙂 und noch heute kann ich mich genau an den typischen Duft erinnern sowie an den Schriftzug „Walter Rau“, der auf der Oberfläche zu lesen war, solange die Seife noch ganz neu war.

    • beautyjagd sagt:

      Gerade mal nachgesehen: Auf der klassischen Speick-Seife steht noch immer Walter Rau drauf, das ist wirklich schön, dass das so beibehalten wurde.

  • Anne sagt:

    Spannend, vielen Dank für den Einblick. Ich wusste zwar, dass der Speik eine Pflanze ist, aber hatte das irgendwie immer als Lavendelart im Kopf. Danke fürs Schließen dieser Wissenslücke!

    • Sonny sagt:

      Ich auch irgendwie. Ich dachte, man nennt ihn auch Speik-Lavendel. Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. 😉

    • beautyjagd sagt:

      @Anne: Es gibt ja auch einen Speiklavendel, vielleicht hattest Du den im Kopf (eine Lavendelsorte, deren ätherisches Öl aber anders als das des klassischen „Lavendel fein“ ist).

  • Sonny sagt:

    Vielen Dank für den tollen Einblick und die wunderschönen Fotos! Jetzt kann ich mir definitv mehr unter der Pflanze vorstellen. Ich glaube, ich gehe heute Abend noch zum Müller gucken, ob die neuen Deosticks endlich da sind und evt. auch das Körperöl. 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Ich hatte die neuen Deosticks neulich schon in einem Laden gesehen, nur fällt mir jetzt gerade nicht mehr ein, wo das war… vielleicht war es sogar der Naturshop im Müller *grübel*

  • Gila sagt:

    Mich hat sofort fasziniert, daß die Firma Wasser aus Bad Schlangenbad verwendet, ein viel zu wenig bekanntes Heilwasser bei Hautproblemen. Mich irritiert immer sehr, wenn Firmen, die anspruchsvolle und teure Kosmetik herstellen, als Grundlage schlichtes Leitungswasser benutzen, dessen Problematik (Chlor, Rückstände von Medikamentenund andere unschöne Dinge mehr) ja wohl bekannt sein dürfte. Ich habe mir heute die Incis im Geschäft angesehen, daraus geht für mich nicht klar hervor, ob der Wasseranteil ganz oder nur teilweise aus Schlangenbad kommt. Eine Auskunft der Firma hierzu würde mich sehr interessieren.

    @Theo danke, daß du uns an deinem Ausflug in die Geschichte des Speik teilnehmen läßt.
    Besonders amüsiert hat mich die It-bag aus grauer Vorzeit. Wie gut haben wir es doch zumindest in dieser Hinsicht heute. Handtaschen in Hülle und Fülle mit attraktivem Inhalt, der Kosmetikindustrie sei Dank.

    • Theo sagt:

      Sehr gerne, liebe Gila! Da gibt es noch mehr, aber das würde hier den Rahmen sprengen.
      Es sind immer die Grabbeigaben oder Siedlungsfunde, die mich mit Hilfe entsprechender Kollegen, hier: eine Archäobotanikerin, weiter schauen lassen. Es ist durchaus nicht so, dass nur Frauen Kräuter gesammelt und verwendet haben, sondern wohl auch Männer, die sie dann bei ihren Tätigkeiten als Medizin einsetzten (Kriegshandwerk, Siedlungsbau etc. Man hat sich wohl schon damals den Hammer auf den Daumen geschlagen, Obi am Limes lässt grüssen.) In vielen Männergräbern finden sich Kräuter, das ist bei früheren Forschungen wenig bis nicht beachtet worden. Ob diese selbst gesammelt oder von den Frauen mitgegeben wurden, ist nicht klar. Auf alle Fälle handelt es sich um Krieger (Waffenbeigaben), nicht (nur) um Heiler/ Schamanen.

      Diese Tradition der Medizin-à-porter hat sich ähnlich bis heute gehalten: Erste-Hilfe-Kasten im Auto (Auto: modernes, aus den antiken Kriegswagen entwickeltes Imponier- und Streitgerät besonders der männlichen zivilen Bevölkerung zum Einsatz in bürgerlichen Nahkampfstätten wie Straße, Parkhaus, Ampel, vor Schulen und gerne auf den eigens dafür erstellten Autobahnen)

      LG,
      Theo

    • beautyjagd sagt:

      Das mit dem Wasser aus Bad Schlangenbad finde ich auch toll! Ich werde mal nachfragen, ob bei Speick Thermal nur Wasser aus Bad Schlangenbad zum Einsatz kommt.
      Und über die It-Bag habe ich mich auch köstlich amüsiert, aber so treffend!

      • Gila sagt:

        Wenn die Leserinnen dieses Blog zur damaligen Zeit gelebt hätten, wäre wohl mindestens ein Doppelgürtel erfunden worden. Ich vermute Ellalei als erste Anwärterin auf den Dreifachgürtel.

      • beautyjagd sagt:

        Hihi 🙂 ich bräuchte den Dreifachgürtel sicher auch 🙂

      • beautyjagd sagt:

        Also, ich habe schon die Antwort von Speick: Das gesamte Wasser/wässriger Anteil in den Thermalserie-Produkten stammt aus Bad Schlangenbad!

      • Gila sagt:

        Das ist für mich ein Grund, die Thermalreihe mal näher anzusehen!
        Alkohol als Inhaltsstoff stört mich gar nicht im Gegensatz zu Annamo.
        Danke für die schnelle Antwort.

  • Ruth sagt:

    Na, das ist ja einmal ein interessanter Post! Tolle Kooperation –vielen Dank auch an Theo für den historischen Exkurs. Ich weiß von der Pflanze, würden sie aber unter Latschen und Kräutern wohl nicht erkennen. Ich bin allerdings in solchen Dingen überhaupt unbegabt – Schwammerlsuchen detto. Die müßten Glöckchen tragen, damit ich sie fände 🙂 Ich liebe jedenfalls den Speikduft und folglich auch viele Produkte von Speick. Das Produktdesign finde ich zweckmäßig, aber nicht häßlich. Die Shampootuben machen sich sogar recht schick in meiner Dusche. Danke, dass Du uns auf diese herbstliche Wanderung mitgenommen hast. Ich kenne diese Region nur vom Skifahren im Winter.

    • beautyjagd sagt:

      Dass Theo was zum Speik geschrieben hat, das hat mich auch sehr gefreut – und passte so gut in diesen Post 🙂
      Skifahren ist in der Region definitiv ein großes Thema, in den Dörfern gabs überall Skiverleih, und im Hotel sogar eine Wärmeflasche im Bad – da musste ich auch an winterliche Aktivitäten denken.

    • Theo sagt:

      @ Ruth und Julie

      Sehr gerne, es war mir ein Vergnügen!

      LG,
      Theo

  • Petra sagt:

    Dass ich die Firma Speick und auch den Signaturduft sehr mag, habe ich ja schon öfter erwähnt. Das Verpackungsdesign ist nicht gerade preisverdächtig, aber es hat Wiedererkennungswert – genau wie der Duft. In dem Preissegment erwarte ich aber gar keinen handgeklöppelten Spitzenbesatz. Mein Lieblingsprodukt ist übrigens ebenfalls das Deo. Ich finde den Duft super für ein Deo, leicht, frisch und unprägnant, dazu wirkt es absolut zuverlässig. Übrigens lag bei uns an den Handwaschbecken auch immer die rosa Seife und wenn ich mich richtig erinnere, hatte mein Vater auch immer so einen Rasierseifenstick. – wie bei so vielen hier also ein gutes Stück Kindheitserinnerung, so dass ich auch etwas „Heimat“ mit dem Duft verbinde.

    Das Blümchen kenne ich sogar, mein Vater hatte eines gepresst in einem Album, noch aus seiner Jugend. Aber auf der Wiese hätte ich es nicht gefunden, höchstens vielleicht am Duft. Aber wozu es alles gut ist, wusste ich natürlich nicht.

    Liebe Theo, Applaus Applaus, ich habe mich mal wieder köstlich amüsiert über deinen Exkurs. Bitte beehre uns doch mal wieder mit deiner illustren Anwesenheit, dann hätten wir sicher noch mehr zu lachen und würden dabei auch noch etwas anständiges lernen. Mein persönliches Highlight war übrigens nach einem Tag im Berliner Stadtverkehr deine Definition des Wortes Auto 😉

    Ich hege die leise Hoffnung auf mehr Gastbeiträge bzw. Exkursionen von dir und winke mal dezent mit dem Brückenpfeiler in deine und Julies Richtung!

    • Theo sagt:

      Ich werde mich bemühen, liebe Petra! Im Moment ist mein Leben ein wenig unruhig, aber Beiträge hier wären möglich und eine Ehre.

      Mein Vater hatte auch etwas Speickiges, weiß aber leider nicht mehr, was es war, höchstwahrscheinlich aber auch die Seife.

      Ihr lobt das Deo. areicht es von der Wirkung an die konventionellen Deos heran? Ich hatte ja das Primavera, aber irgendwann wirkte es micht mehr, und meine Achseln passten sich olfaktorisch dem in der Berliner S-Bahn vorherrschenden Duft an. Im Moment benutze ich einen schnöden Nivea-Stick, Schande über mich.

      LG,
      Theo

    • beautyjagd sagt:

      So einen Rasierstick gibt es nun auch wieder von Speick, er wurde mir im August gezeigt. Und die Preise von Speick sind sehr ok, da kann man absolut nichts sagen.
      @Theo: Die Speick-Deos können zwar bei körperlichen Aktivitäten und im Sommer nicht ganz mit den Deocremes von Wolkenseifen/Vegane Pflege mithalten (die wirken bei mir einfach sehr gut, mindestens so gut wie konventionelle Deos), aber die Speick Deos mit Langzeitwirkung (so heißen die) sind auch gut dabei. Gerade teste ich den neuen Stick, vielleicht wäre der mal einen Test bei dir wert – Du kannst ihn ja erst mal verwenden, wenn Du nicht auf einer Grabung bist und gucken, wie er sich macht.

      • Theo sagt:

        Liebe Julie,

        vielen Dank, werde ich dann doch mal ausprobieren. Über meine Unterarm-Aluminiumbombe – die alubefreiten Deos taugen bisher nix – bin ich nämlich gar nicht glücklich.

        LG,
        Theo

      • beautyjagd sagt:

        Und hast Du Dich schon mal an Deos mit Natron gewagt? Die wären sicher auch einen Test wert. Nur so falls das mit dem Speick nicht klappen sollte.

      • Ulli sagt:

        …und falls das nicht klappt…über die Zuverlässigkeit des neuen Madara Deorollers hab ich bislang nur Gutes gehört.

      • Ulli sagt:

        Ach, Mensch, tschuldigung, ich seh grad ist Potassium alum drin!

      • beautyjagd sagt:

        In der alten Variante von Madara ist Alaun drin, in der neuen nicht 🙂

      • Theo sagt:

        @Ulli, @Julie
        danke für Eure Tipps! Ich werde gleich mal Julies Einträge nebst Diskussionen zu Deos durchsuchen. Ich finde etwas, auch zum Natron, das wurde ja gross besprochen, wenn ich mich recht erinnere.

        LG,
        Theo

  • Annamo sagt:

    Gleich am Morgen ein so schön fotografierter Ausflug in die Natur, herrlich! Und dann noch höchst interessantes Futter für’s Hirn von Theo! Das macht doch umgehend die Ausgabe der BILD im Briefkasten wieder wett…Danke Theo!

    Dass es sich bei dem Firmennamen um eine Pflanze handelt, wusste ich- da hört’s dann aber auch schon auf. Speick-Produkte kenn ich wie so viele auch seit meiner Kindheit (> die orangene Seife). Meine Erfahrungen beschränken sich bis jetzt auf den Deoroller und die Gesichtscreme medium aus der Biobox, die ich sehr mochte. Den Deostick, also der mit der dunkelblaugrünen Farbe (???), hatte ich mir auch mal gekauft, aber den Duft fand ich so penetrant und alles übertünchend, dass ich ihn tatsächlich nach zweimaliger Benutzung entsorgt habe 🙁

    Beim Lesen der „Ernte-Modalitäten“ ging mir die gleiche Frage durch den Kopf wie Lara – wie kann ein so überschaubarer Ertrag für ein so umfangreiches und vielerorts erhältliches Sortiment reichen? Wurde ja aber auch gleich beantwortet 🙂

    Den Toner aus der Thermal-Reihe hab ich mir mal näher angeschaut; wenn ich mich recht erinnere, hab ich ihn wieder zurück ins Regal gestellt, weil Alkohol recht weit vorne bei den Inci’s war, schade.

    Vielen Dank für den Beitrag und vor allem für den Exkurs durch die Gastdozentin!

    • Theo sagt:

      🙂

      LG,
      Theo

    • beautyjagd sagt:

      Haha, die Bild hatte ich gestern schon im Briefkasten und hatte ganz ähnliche Gedanken 😉
      Dieser klassische dunkelgrüne Deo-Stick von Speick (den es ja auch im dm gibt) wird ja von einigen geschätzt, aber die neuen Sticks Men und Thermal sind zertifiziert. Der Thermal-Duft ist auch viel zurückhaltender, gefällt mir gut.

  • Ursula sagt:

    Hallihallo!
    Zunächst einmal möchte ich richtig stellen, daß Hieratisch kein „Ägyptisch in griechischer Schrift“ ist und mit Griechisch nichts zu tun hat. Es handelt sich bei der hieratischen Schrift um die (wenn man so will) Schreibschrift der Hieroglyphen.
    Wahrscheinlich ist, da hier Texte aus der Zeit Kleopatras erwähnt werden, daß diese in Demotisch abgefasst waren.

    Da das eh so ’ne Sache mit den ägyptischen Pflanzenbezeichnungen ist und erst recht mit der Identifizierung derselben (und zwar eine sehr heikle), würden mich mal die äg. Primärquellen interessieren, die den Speik als Schönheitsmittel nennen, und ob tatsächlich Pflanzenreste in irgendwelchen Kosmetikpötten nachgewiesen werden konnten 🙂

    Viele Grüße,
    Ursula

    • Theo sagt:

      Liebe Leserinnen,

      die Kritik ist korrekt und absolut berechtigt. Es handelt sich natürlich um das Demotische, und Ich bitte Sie/ Euch um Entschuldigung für diesen groben Fehler, der ganz und gar nicht dadurch besser wird, dass ich mich schlicht verschrieben habe. So etwas darf einfach nicht passieren.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Theo

      • beautyjagd sagt:

        Dann bessere ich das mal aus mit Demotisch, oder ? 🙂
        Ich finde es wirklich toll, wie viel Wissen hier auf dem Blog zusammen trifft!!

      • Waldfee sagt:

        Mich stört der kleine Ausrutscher nicht, Theo😀 Für mich sind das böhmische Dörfer und ich könnte schon jetzt den Satz nicht wiederholen, obwohl ich ihn gerade gelesen habe. Irren ist menschlich😇

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