Branche Naturkosmetik

Na, wie war es auf dem Naturkosmetik Camp 2016?

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Here you can find an English version of this article.

Mittlerweile kann ich schon fast von einer Tradition sprechen: Seit drei Jahren mache ich mich Ende Juni zum NaturkosmetikCamp in Richtung Süden und in die Berge auf – und läute damit meinen Sommer ein. 2014 und 2015 fand das NaturkosmetikCamp in Tirol statt, in diesem Jahr ging es am vergangenen Wochenende vom 24.6.-26.6.2016 ins Allgäu, genauer in das 1200m hoch gelegene Panoramahotel Oberjoch in Bad Hindelang.

hotel-panorama-oberjoch-zimmer

Übernachtet habe ich quasi vor einer alpinen Holzhütte mit Holzlege 😉 , ein schönes Detail meines Hotelzimmers. Am Freitag Abend startete dann das NaturkosmetikCamp mit einem ordentlichen Gewitter in den Bergen und der Vorstellungsrunde der rund 150 Teilnehmer, bei der jeder genau drei Stichworte über sich sagen durfte (schließlich wartete das Abendessen noch auf uns!).

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Am Samstag Morgen stand dann der Session-Plan fest: Von den 18 Sessions fanden jeweils drei parallel statt; wie bei einem BarCamp üblich hatten die Teilnehmer vorher über die zu behandelnden Themen abgestimmt.

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Die erste Session, die ich besuchte, war die von Uwe Schürmann von der Naturdrogerie, der fünf durchaus provokante Thesen zur Zukunft der Naturkosmetikbranche präsentierte – ohne das Augenzwinkern zu vergessen. Themen waren das noch zu stärkende Gemeinschaftsgefühl der Branche (siehe Bild oben), der Massenmarkt und der Nischenmarkt, fehlende Innovationen im Naturkosmetiksortiment und neue Einkaufswelten speziell für Naturkosmetik (online und offline). Noch ein schönes Zitat gefällig, das Uwe an die Wand warf? „Enten legen ihre Eier in Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt isst Hühnereier.“ (Henry Ford)

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In weiteren Sessions ging es z.B. um die digitale Kommunikation in der Naturkosmetikbranche (Barbara Böck und Stefanie Dietz von der Vivaness), um Naturkosmetik in Internet (Jenny Pohl von carl.com) oder die Entwicklung eines Leitbilds einer Marke (Hassaan Hakim). Mit ethischen Standards und Wachstum befassten sich Bianca Keyserlingk und Andrea Dahm von Primavera. Inez Linke von Oceanwell sprach über die Kraft der Algen und Franziska und Nicole Breisinger von AOT diskutierten über Wirksamkeitsstudien von pflanzlichen Ölen oder Buttern. Auf dem Foto oben erklärt Carolin Mündemann in ihrer Session über die kotzenden Keratinozyten gerade anschaulich mit Luftballons und Klebestreifen, wie die Hautbarriere funktioniert – Knalleffekt inklusive! Denn Keratinozyten kotzen nicht, sie platzen.

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Am Samstag Nachmittag bildete die Keynote von Hans-Martin Beck den Abschluss, er berichtete über das spirituelle Wissen der Inka. Mit dem Thema Beauty hatte der Vortrag vielleicht nicht direkt etwas zu tun, aber er passte gut zum diesjährigen Motto des NaturkosmetikCamps „In Balance bleiben“. Nach einer theoretischen Einführung ins Weltbild der Inka machte Hans-Martin eine Übung mit uns, die schwere Energie in leichte Energie umwandelte und die sich auch im Alltag gut anwenden lässt. Auf letztlich ganz „unverkopfte“ Weise können so Konflikte mit dieser Art „Energiearbeit“ angegangen werden.

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Ok, die Sessions am Sonntag Morgen hatten es nicht ganz leicht, denn das Gala-Dinner am Samstag Abend endete für die meisten nicht direkt nach dem letzten Essensgang, sondern wurde mit Live-Musik der Kerberbrothers und vielen Gesprächen fortgesetzt. Glücklicherweise gab es zum Schluss des NaturkosmetikCamps am Sonntag Mittag eine Zusammenfassung aller Sessions: Die Sessionleiter trugen dabei die fünf wichtigsten Thesen vor, wie hier oben im Bild Birgit Corall und Bettina Zagel von Cobicos, die sich mit dem Thema ökologische Verpackungen befasst haben. Man kann alle Thesen und Ergebnisse nun auch auf der Homepage des NaturkosmetikCamps nachlesen.

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Ach so, und war da eigentlich mal was über den Häusern? Bei der Abfahrt aus Oberjoch waren die Berge im Nebel verschwunden, man konnte nur das Läuten der Kuhglocken hören… Statt 30 Grad wie am Freitag Nachmittag hatte es nun nur noch 13 Grad!

Was mir persönlich am besten gefallen hat bei diesem NaturkosmetikCamp? Wahrscheinlich, dass man so unkompliziert und branchenübergreifend miteinander ins Gespräch kommen kann. Nennt sich dann auf neudeutsch netzwerken, es macht jedoch einfach Spaß, sich auszutauschen und natürlich auch endlich mal wieder ein Stündchen mit bekannten Gesichtern plaudern zu können 🙂 . Auf der Heimfahrt konnte ich das gleich fortsetzen, denn ich fuhr mit Ida von Herbs&Flowers bis nach Nürnberg mit – so ging die Fahrt ganz fix vorbei!

Zu was mich das NaturkosmetikCamp inspiriert hat und was ich mir fest vorgenommen habe: Mehr Zeit draußen in der Natur zu verbringen und mehr über die traditionelle Inka-Kultur zu erfahren. Bis zum nächsten Jahr beim vierten NaturkosmetikCamp!

An dieser Stelle werde ich weitere Blogposts zum NaturkosmetikCamp 2016 verlinken. Hier geht‘s außerdem zu meinen Berichten über das NaturkosmetikCamp 2014 und dem NaturkosmetikCamp 2015

Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes Wochenende! Wart ihr schon mal im schönen Allgäu? Auf einem BarCamp? Welcher Programmpunkt des NaturkosmetikCamps hat euch neugierig gemacht?

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61 Kommentare

  1. Mandy sagt am 28. Juni 2016

    Liebe Julia, ein echt schöner Bericht und ein wundervolles Hotelzimmer!Da bekommt man auch gleich richtig Lust einmal hinzufahren, scheint ein wundervoller Ort zu sein!Ich war leider noch nie im Allgäu, habe es mir aber fest für das nächste Jahr vorgenommen,da ich auch mehr Zeit in der Natur verbringen möchte, genau wie du und da scheint dieser Ort ein zauberhaftes Fleckchen dafür zu sein!Kannst du das Hotel und die nähere Umgebung empfehlen?Danke für den Einblick in dein Wochenende im Naturkosmetikcamp war schön zu lesen!

    Liebe Grüße Mandy❤️

    • Mandy sagt am 28. Juni 2016

      PS. Habe noch eine andere Frage, kannst du mir eine gute Mandelmilch empfehlen?
      Danke

      • beautyjagd sagt am 28. Juni 2016

        Puh, mit Empfehlungen für Mandelmilch bin ich etwas überfragt, weil ich noch nicht so viele getestet habe. Zuletzt hatte ich die von Provamel, die fand ich ganz ok. Aber da gibts bestimmt auf veganen Blogs gute Tipps! Erbse hat neulich hier darüber geschrieben, wie man sie sich selbst machen kann: http://www.bio-blog.de/2016/04/11/rohe-mandelmilch-selbst-machen/
        Und ja, das Allgäu ist super schön! Das Hotel ist natürlich nicht ganz günstig, bietet aber einen grossen Wellnessbereich. Leider hatte ich keine Zeit dafür, und auch nicht wirklich für die Umgebung – aber man kann da toll wandern (und im winter skifahren).

      • Mandy sagt am 28. Juni 2016

        Danke, Promavel habe ich auch hier, wird dann mal verkostet!Selber machen wollte ich sie auch mal, habe schon ein Rezept ist aber auf Dauer zu preisintensiv und unpraktisch, deshalb hätte ich halt gerne eine leckere, fertige Alternative!

        Das mit dem Wellnessbereich hört sich toll an, schade das du keine Zeit hattest ihn zu nutzen!Ist das Frühstück in dem Hotel schön frisch und vielfältig?

      • beautyjagd sagt am 28. Juni 2016

        Ich fand das Frühstück gut! Aber ich muss zugeben, dass ich nur Birchermüsli und ein Brot mit Rührei probiert habe (hatte nicht so viel Zeit 😉 ).

  2. Christine Raab sagt am 28. Juni 2016

    Das klingt schon ziemlich gut, ich hoffe ich schaffe es nächstes Jahr auch dorthin. Dieses Jahr hat mir mein Terminkalender leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. :/ Danke fürs Teilhaben lassen, ich freue mich schon auf die kommenden Berichte.

  3. Petra sagt am 28. Juni 2016

    Wow, das klingt spannend. Besonders inspirierend finde ich die Kommunikation auf Augenhöhe, das gibt nochmal ganz andere Impulse.

    Die Landschaft ist auch schön, nur die Berge stören ?, ich brauche einen eeiten Blick und Horizont ganz hinten. Vielleicht findet da NK-Camp ja mal im Norden statt, Nord- und Ostsee haben ja durchaus etwas zu bieten. So um Kiel rum wäre doch nett, Oceanwell ist ja auch immer dabei ?

    • beautyjagd sagt am 28. Juni 2016

      Kann durchaus sein, denn das SpaCamp hat ja auch schon mal an der Ostsee stattgefunden!

    • Ja, wir hatten auch sehr gute Erfahrungen mit dem SpaCamp im Norden – z.B. an der Ostsee 2014 oder jetzt in Brandenburg im Oktober 2016. Für spannende Tipps sind wir immer offen. Wichtig ist, dass das Hotel für 150 Teilnehmer Platz hat im Kongressbereich und parallele Workshopräume anbietet. Ja, rund um Kiel wäre durchaus spannend. 🙂

  4. anajana sagt am 28. Juni 2016

    Liest sich wirklich spannend. Ich kann mir vorstellen, dass der Austausch spannend und inspirierend ist. Ich finde auch die Mischung der Teilnehmer wirklich klasse. Ich werde mal auf der Seite des NaturkosmetikCamps nachlesen. Besonders interessant finde ich das Thema Ethische Standards und Wachstum, aber auch Entwicklung des Leitbilds einer Marke.

    • beautyjagd sagt am 28. Juni 2016

      Ja, die Mischung machts wirklich! Von der Naturkosmetikerin über die Produkmanagerin und Händler bis hin zur Presseagentur, Rohstoffhandel oder Zertifzierungsagentur sind alle dabei. Nur schafft man es leider nie, mal mit allen ins Gespräch zu kommen… dafür ist die Zeit einfach zu kurz.

  5. Julia sagt am 28. Juni 2016

    Das klingt nach einer sehr intensiven, aber schönen Zeit! Und das Zimmer sieht ja traumhaft aus 🙂
    Interessant, was sich in der NK-Welt gerade so tut, da geben die Themen ja einen guten Einblick. Bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt.

  6. Also ich bin jedenfalls froh, dass wir dank dem Beautyjagd-Blog (und anderen natürlich auch) nicht nur Neuigkeiten über Hühner-, sondern auch über Enteneier erfahren 😉

    Ansonsten kann ich mir auch gut vorstellen, dass vor allem die Gespräche vor und nach den Programmpunkten wichtig sind. Kontakte knüpfen, sich austauschen, netzwerken. Wenn es dazu noch Denkanstöße und interessante Diskussionen gibt, klingt das nach einem prima Event!

  7. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der gute Uwe Schürmann über einen äußerst interessanten Humor verfügt 😉
    Dein Hotelzimmer ist ja der Oberhammer, da hätte es mir auch gefallen.
    Meine persönliche Meinung zur Naturkosmetikbranche: Viele Fimen sind sehr verhalten was das Marketing auf Blogs angeht und nicht gerade wenige Naturkosmetikjünger vermitteln den Eindruck „etwas Besseres als der Rest sein zu wollen“. Diese Erfahrung durfte ich nun schon einige Male machen, was mir ehrlich gesagt die Branche etwas verleidet.
    Das Feuer ist eröffnet 🙂

    • Petra sagt am 28. Juni 2016

      Ich denke, Qualität setzt sich durch, das gilt auch in Bezug auf Blogs. Daher bewerte ich es eher als Position im Sinne der Nachhaltigkeit und der Qualitätssicherung, dass die meisten NK-Firmen ihre Pressesamples nicht wahllos in der Weltgeschichte an jeden verteilen, unabhängig ob der Empfänger dass überhaupt haben will oder nicht.
      Und gerade die Small-Batch-Manufakturen verfügen nun mal über begrenzte Budgets, die es dann sinnvoll zu verwenden gilt. Insofern bevorzuge ich es absolut, wenn dieses Budget für Kooperationen mit einem gewissen Niveau eingesetzt wird als wenn es im Gießkannenprinzip an Teenies mit zweifelhafter Selbsteinschätzung verteilt wird.

      • Über Petras letzten Satz musste ich jetzt echt lachen, aber es ist doch wirklich so, dass viele Blogs null Info bieten, sondern mehr den Eindruck vermitteln, dass da jemand scharf auf Gratisproben ist und dann mal eben zwei Sätze über das Produkt schreibt („Soooo tooooooooollll! Kann ich total empfehlen“).

        >>Testgitte – du bist damit natürlich nicht gemeint!!!

        Und eben: Kleine Firmen können es sich schlichtweg nicht leisten, zig Leute zu bemustern. Wer einen seriösen Blog betreibt, wird sich eh das meiste selbst kaufen oder eben darauf hinweisen, wann er/sie etwas zugeschickt bekommen hat oder wo eine Kooperation vorliegt.

        Und zum Thema „sich als was Besseres fühlen“: Das ist wohl mehr eine Typsache. Es gibt sicher viele Frauen, die sich für was Besseres halten, weil sie Luxuskosmetik à La Mer oder Sisley oder so verwenden. Denen ist halt nicht zu helfen – das gilt genauso für Luxus-NK. Und ja, es gibt auch Öko-Yuppies, die einem auf den Zeiger gehen können. Oder besonders Sendungsbewusste, aber in der Naturkosmetikbranche tummeln sich halt auch nur Menschen mit all ihren Schwächen – wie sie überall sonst in der freien Wildbahn auch vorkommen 😉

      • Nun ja, dem Teeniealter bin ich schon 3-4 Tage entsprungen 🙂 Und genau diese Art der Überheblichkeit die ich meinte, lese ich auch aus deiner Antwort heraus.

    • beautyjagd sagt am 28. Juni 2016

      @Testgitte70: Ja, Uwe hat Humor und hatte durchaus die Lacher auf seiner Seite während der Präsentation 🙂
      Und wegen des Blogmarketings in der Naturkosmetikbranche: Ich weiss jetzt nun leider nicht, was Du für „Naturkosmetikjünger“ meinst, die sich da als was besseres fühlen… deswegen verstehe ich nicht ganz, was Du genau meinst. Klar können kleine Firmen nicht einfach so Samples verteilen wie die Grosskonzerne oder mit allen zusammenarbeiten, sie müssen noch mehr auswählen, weil das Budget begrenzt ist. Vielleicht ist es manchmal aber auch einfach nur etwas Unsicherheit, die durchkommt – das ist ja öfter mal der Grund, wenn Menschen sich evtl. nach aussen hin etwas „unnahbarer“ zeigen…

    • Humor? Ich meine alles – wirklich ALLES – todernst! Ehrlich. Immer.

      Ich habe ein paar Themen angeschnitten, die provozieren und die ich mit Humor verpacken muss, weil es sonst nicht durchdringt. Leider ist es auch so nicht bei jedem angekommen.

      Julia hat das richtige Bild oben eingefügt. Es agieren Einzelkämpfer gegeneinander, statt einfach mal die Dinge aus einer Perspektive zu betrachten und kooperativ miteinander zu arbeiten. Den „Großen“ (aus der konventionellen Kosmetiksparte) kann das nur freuen. So entsteht keine ernstzunehmende Konkurrenz, gesetzliche Grundlagen kann man schön in die „naturnahe Richtung“ schieben und bei Bedarf kopiert man einfach das „Äußere“ einer glaubwürdigen NK-Marke.

      Von Lobbyarbeit und dem Internet haben die meisten Teilnehmer wahrscheinlich nicht mal etwas gehört/gelesen. Das ist alles ganz weit weg. Und ohnehin grundböse!

      Ich merke das immer, wenn ich diese Themen anschneide. Ich wurde z.B. bei meiner Session angegangen, dass ein „Erlebnisraum“ ja nur physikalisch (und am besten im SPA – wo sonst!?) geschaffen werden kann. Virtuell ist das ja gar nicht möglich! Meine vorherigen Ausführungen zum online vorbereiteten Kauf kamen offenbar nicht an.

      Julia und Petra sind ja schon auf das Budget eingegangen. Ich würde sagen, dass Zeit in diesem Fall oftmals ein noch knapperes Gut ist als Geld. Hinzu kommt noch, dass sich viele kleine Hersteller gar nicht an das unbekannte Neuland namens Internet heran wagen – und vielleicht auch einfach keine Kompetenzen in dieser Richtung haben. Und Agenturen, die das übernehmen kosten wieder, man muss trotzdem Zeit investieren und wie die Zusammenarbeit mit den Blogs aussieht, kann man dann gar nicht mehr abschätzen.

      Selbst „Große“ wie WALA haben sich da langsam herantasten müssen und haben sich anfänglich einige Schnitzer geleistet, die glücklicherweise keine Langzeitwirkung hatten.

      Trotzdem wünsche ich mir, dass die NK-Hersteller in Zukunft mehr Mut in dieser Sache haben.

      Aus unserer Sicht kann ich sagen, dass wir sehr restriktiv das Thema Blog-Kooperation angehen. Aktive Kooperationen machen wir nur mit ganz wenigen. Das hat nichts mit Hochnäsigkeit zu tun. Wir können einfach nur eine gewisse Anzahl an Dingen im Jahr machen und bezahlen. Blogs sind aus unserer Sicht auch keine „billige Alternative“ zu klassischer Werbung. Einen Blog zu betreiben kostet Zeit und Geld und ich möchte mit einer Kooperation einen Beitrag leisten.

      Für uns heißt es daher: knallhart aussieben. Und dann bleiben eben nur die Blogs übrig, die sich wirklich auf Naturkosmetik fokussieren und ordentliche Recherche betreiben. Und selbst bei dieser kleinen Gruppe, können wir nicht mit allen kooperieren. Es sei denn, der Tag hat 32 Stunden und das Bankkonto ein paar mehr Stellen vor dem Komma.

      Als weiteren Weg sehen wir daher Bloggertreffen. Das erste veranstalten wir in ein paar Wochen. Ich hoffe einfach, dass beide Seiten etwas davon haben.

      Ansonsten kann ich zu Deinem Eindruck nur sagen: Naturkosmetik will nicht etwas Besseres sein, sondern muss es! Ich weiß, dass Du eher auf das Ego mancher Individuen hinaus wolltest. Ich sehe es ein wenig globaler und bin der Überzeugung, dass Naturkosmetik nicht aus den Augen verlieren darf, dass man ein gute Alternative und Vorbild sein wollte. Es soll natürlich auch Spaß machen. Verbissenheit mag niemand.

      Beste Grüße aus Mainz
      Die Naturdrogerie | Uwe

      • Carmen sagt am 29. Juni 2016

        @Uwe
        Wir haben hier, glaube ich, erst einmal einen Austausch gehabt (denttabs), jedoch auch einmal telefoniert nach Shopumstellung und Schwierigkeiten, die ich beim LogIn hatte.

        Das Telefonat war sehr nett, zuvorkommend, wir haben uns auch über die Technik unterhalten usw. Das kostet auch Zeit und den Shop finde ich heute besser. Leider wohne ich nicht in der Nähe von Mainz, sonst wäre ich schon längst persönlich da gewesen. Deine/Eure fundierten Aussagen hier auf dem Blog lese ich sehr gerne. Das ist auch gelebte Nachhaltigkeit. Ich habe das Gefühl, hier steht jemand hinter dem, was er schreibt.

        Etwas das ich ganz allgemein an Bio, an Naturkosmetik, den Läden vor Ort, den Shops online und auch den Blogs schätze, ist die Tatsache, dass der „Anbieter“ hinter dem steht, was er mir/uns als Interessiertem/Kunden anbietet. Ich möchte auch über einen längeren Zeitraum sehen und lesen, welche Überzeugungen dahinter stehen.

        Beautyjagd als Blogbeispiel – und ich lese durchaus auch noch ein paar andere – zeigt ja sehr deutlich, warum Julie hier so erfolgreich ist. Manchmal hat sich eine Empfehlung hier für mich als nicht gut erwiesen, jedoch bin ich dann erwachsen genug zu erkennen, woran es liegt.

        Dies gilt auch für die Shops. Ich finde auch gut, dass es inzwischen luxuriöser wird, wenn Frau/Mann sich das leisten kann und will. Der Spass soll ja auch noch sein. Die Vielfalt an Anbietern inzwischen, die fast jeden von uns mit „seinen“ Produkten glücklich werden lassen, schätze ich sehr.

        Inzwischen entsteht da natürlich ein gigantischer Markt mit Begehrlichkeiten. Da die Ruhe zu haben, dass man einerseits seine Nische findet und andererseits trotzdem gemeinsam wachsen kann, erfordert schon ein gewisses Standing und sich Auseinandersetzen. Manchen Unternehmern (und nicht nur ;-)) würde ich da gerne Steven R. Covey und seine Sieben Wege empfehlen, soweit noch nicht bekannt.

        Auch für mich persönlich ist es eine Lebenseinstellung und soweit ich es umsetzen kann, tue ich das. Ich habe heute früh noch ein Interview gelesen, das mir gut gefallen hat. Jemand ist seit einiger Zeit Vegetarier und irgendwie schon auf dem Weg zum Veganer. Er ist sich jedoch auch bewusst darüber, dass es für ihn ein Privileg ist, Zeit zu haben, sich zu informieren und das Geld zu haben, dies so zu leben. Er brachte als Beispiel einen körperlich hart arbeitenden Familienvater, der es gewöhnt ist, jeden Tag sein Fleisch zu essen, um die harte Arbeit leisten zu können.

        Was er damit wohl sagen wollte und das sehe ich genauso, man kann niemandem mit der Brechstange zu etwas bringen. Vorleben mit Überzeugung und gerne etwas beisteuern, wenn ich gefragt werde. Das Naturkosmetikcamp ist da ein toller Baustein. Ich hoffe, auch ich als privater Mensch, darf mal dabei sein.

        Herzliche Grüsse
        Carmen

      • @Uwe @All

        aus meiner Erfahrung heraus sind es sogar eher die kleineren NK-Firmen, die kooperieren und zwar auf Augenhöhe! Die schlechten Erfahrungen habe ich eher mit den „großen“ Firmen. Und da geht es nicht darum, dass ich beleidigt bin, dass ich nicht bemustert werde, sondern dass ich einfach deren „Verteilersystem“ nicht nachvollziehen kann. Da werden Blogs bemustert, die mit Naturkosmetik soviel am Hut haben, wie ich mit Klapperschlangen. Auf eben diesen Blogs wird immer wieder darauf hingewiesen, wie sehr NK doch stinkt etc. und dann wird ein kostenloses NK-Produkt vorgestellt und davon „geschwärmt“! Da frage ich mich doch, wie manche NK-Firma ihre Auswahl trifft auch in Sachen Nachhaltigkeit. Da geht es doch rein um Linkaufbau und nicht um Fairtrade, Nachhaltigkeit, Recherche oder sonstwas.
        Zum anderen sprach ich ja nicht nur von Firmen, sondern teilweise auch von einigen NK-Bloggerinnen, die vor Arroganz und Überheblichkeit fast PLATZEN! Wie da teilweise anderen Bloggerinnen -ungefragt- vor den Karren gefahren wird *kopfschüttel*! Meine Güte, nicht jede Bloggerin hat bezügl. INCI die tiefgreifende Kenntnis von Julia von Beautyjagd und manch eine Leserin interessiert sich vielleicht auch nicht soooo sehr für das ganze Hintergrundgedöns, sondern sucht nach „einfacher Kost“ nach dem Motto: Creme hat bei mir gut gewirkt, Falten werden reduziert, Feierabend…… Wir sind ja schließlich Blogger und keine chemischen Labors oder Stiftung Warentest.. Wenn ich dann solche niveaulosen Kommentare wie von Petra bekomme, dann spüre ich noch mehr, dass manche NK-Nutzer viel intoleranter sind, wie die Ladys aus der konventionellen Kosmetik. Nichtsdestotrotz mag ich persönlich NK deutlich mehr als KK und hatte auch schon einige super schöne Kooperationen mit NK-Firmen.
        Mein Begriff „Naturkosmetikjünger“ hat für mich die Bedeutung „Naturkosmetikanhänger“ und war keinesfalls negativ belegt.

      • Anajana sagt am 29. Juni 2016

        Auf beautyjagd wird normalerweise ein höflicher Umgangston gepflegt, leider bist du diejenige, die sich hier im Ton vergreift. Das finde ich tatsächlich niveaulos.

      • beautyjagd sagt am 29. Juni 2016

        @Testgitte: Um mal ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich verstehe Deinen Frust durchaus (auch wenn ich Deinen konkreten Anlass nun nicht kenne), denn sei Dir sicher, auch Bloggerinnen wie ich, die sich mit INCI auskennen (behaupte ich einfach mal 😉 ) , hauptberuflich bloggen und Reichweite haben etc. , werden manchmal (nur manchmal, aber doch immer wieder) sehr „merkwürdig“ von Firmen und auch anderen Bloggerinnen behandelt. Tatsächlich betrachte ich meine relativ hohe „Frustrationstoleranz“ – neben meiner enormen Leidenschaft fürs Thema – als sehr wichtig, um am Ball zu bleiben und auch professionell zu bleiben. Ich glaube wirklich, wie Uwe oben auch schreibt, dass vielen Firmen/Shops das Thema Internet letztlich noch immer fremd ist und sie nicht verstehen, wie man die Auswahl an Bloggern gezielter angehen könnte. Und natürlich gibt es auch alle menschlichen Phänomene im Netz – wie im „Real Life“ – zu beobachten, die da zB heissen: Neid, Unfreundlichkeit, Unkollegialität, Unsicherheit (oft gleichzusetzen mit Arroganz!), etc. Da hilft meiner Meinung nach nur: Sich mit denen zusammentun, die man mag, und sich über die anderen möglichst wenig ärgern und das durchziehen lassen – und schon gar nicht die Freude an den Produkten verderben lassen. Wäre echt mal einen Post wert, das Thema…. 🙂 PS: Gilt übrigens alles für die gesamte Bloggerwelt, nicht nur NK.

      • hazel sagt am 29. Juni 2016

        Jetzt komm‘ Anajana, mach‘ auch mal langsam! Testgitte war doch nirgends unhöflich. Und im Ton vergriffen hat sie sich m.M. nach auch nicht.
        Das hat sie jetzt nicht verdient, dass hier solche Kommentare abgelassen werden. *find*.
        Frustriert war sie und das darf sie kundtun.
        @Testgitte: gräm‘ dich nicht! Petras Kommentar habe ich aber auch überhaupt nicht auf dich persönlich gemünzt gesehen… das hast du wirklich in den falschen (den empfindlichen ;-)) Hals bekommen.
        Ich verstehe aber schon auch, was du sagen wolltest!
        viele Grüße!

      • Anajana sagt am 29. Juni 2016

        Liebe hazel, ich möchte mich hier gar nicht streiten, und schon gar nicht mit dir. Aber ich finde es schon sehr unfreundlich Petras Kommentar als niveaulos hinzustellen. Schöne Grüße!

      • hazel sagt am 29. Juni 2016

        Ich will auch nicht streiten und auch schon gar nicht mit dir, anajana! ?
        Aber Petras Rat an Gitte, sich doch eine andere Branche zu suchen, war auch weder höflich noch dezent…
        Mir kam es einfach ungerecht vor, dass Gitte plötzlich immer mehr auf die Mütze kriegt, wie jemand, der hier null bekannt ist und rumpoltert (gabs ja auch schon). Gitte darf sich hier sehr wohl über ‚die Branche‘ (oder von mir aus auch alles andere) auskotzen, finde ich, ohne dass sie sich gleich ein neues Hobby suchen müsste. ?
        Und der Wind, den so ein Meckern mit sich bringt, ist frisch.
        I like it. ?

      • Petra sagt am 29. Juni 2016

        Liebe Anajana,

        vielen Dank, dass du versuchst, mir hier beizuspringen – aber ich denke, das ist gar nicht nötig. Testgittes Kommentare sind hinreichend aussagekräftig. Wenn sie sich mit der von mir beschriebenen Klientel nunmal partout identifizieren will, dann lass sie doch…

        Und ich kann es nur noch einmal betonen – Qualität setzt sich durch. Wie man einen hochwertigen NK-Blog qualifiziert und mit ganz eigener Handschrift als Neueinsteiger*in erfolgreich aufsetzt, hat uns allen doch z. B. Ida vor ziemlich genau zwei Jahren gezeigt.

        Liebe Grüße
        Petra

      • Liebe Julia,

        lieben Dank für deinen Einblick ins Nähkästchen, für deine Neutralität und dein Verständnis 🙂 Ich schätze deine Arbeit und dein Wissen sehr, deshalb treibe ich mich auch immer wieder hier herum.

        LG Brigittte

    • Hallo Ava,
      50% meiner verbloggten Sachen kaufe ich selbst und ich kennzeichne meine Berichte entsprechend. Ich glaube aber nicht, dass ein Blog automatisch nur dann seriös ist, wenn die Produkte selbst bezahlt sind. Ich schreibe grundsätzlich, was ich über ein Produkt denke. Wenn es Mist ist, ist es Mist. Vielleicht fällt die Formulierung höflicher aus, aber im Kern erkennt man in meinem Posting, das mir persönlich das Produkt nicht gefallen hat. Das hat aber alles nix mit der Arroganz so mancher NK-Firma oder so manchem NK-Blogger oder NK-Nutzer zu tun! Und ich betone nochmals MANCHER!

    • Waldfee sagt am 28. Juni 2016

      Hallo Testgitte
      Was ich jetzt nicht verstanden habe: wieso findest du Petras Einstellung überheblich? Ich habe jetzt ein paar mal ihren Post gelesen und finde das gar nicht. Es hört sich für mich so an, als ob du beim Bloggen schlechte Erfahrungen mit manchen Firmen gemacht hast. Das ist ärgerlich. Aber nicht jeder hat jeden Tag auch einen guten Tag. Oder stehe ich jetzt total auf dem Schlauch? Ich empfinde Petras Posts seit Jahren immer sachlich und gut informiert, aber nie überheblich. Und so manches Mal wäre ich auch gerne so, ich bin leider ein sehr impulsiver Mensch☺️

      • Petra sagt am 28. Juni 2016

        @Waldfee: Danek für die Blumen 😉

        @Testbrigitte70: Wenn dir die Branche so verleidet ist, findest du sicherlich eine andere, die dir mehr zusagt.

      • Liebe Waldfee,
        wenn dich jemand -der dich keine Spur kennt- als „Teenie mit zweifelhafter Selbsteinschätzung bezeichnet“ dann findest du das nicht überheblich ? Also ich finde das mehr als anmaßend und keineswegs als sachlich und gut informiert.

      • Waldfee sagt am 29. Juni 2016

        Also das mit dem Teenie habe ich eher als ironisch empfunden. Aber jetzt mal im Ernst: bevor ich ein Produkt kaufe, informiere ich mich im Netz und lese Reviews/ Erfahrungsberichte. Und so manches Mal stellen sich mir die Nackenhaare hoch, wenn ich lese, was da so verzapft wird. Da wird etwas belobt oder bepöbelt, wo ich mich frage, was das soll.
        Du wolltest diese Disskussion lostreten, oder? Sonst hättest du nicht „Feuer eröffnet“ geschrieben. Trotzdem hört es sich für mich nach schlechten Erfahrungen an, die du vielleicht machen musstest. Das ist natürlich schade.

      • Ich hab Petras „Teenie“-Kommentar überhaupt nicht so verstanden, als wäre er auf dich bezogen, Testgitte.
        Und ich denke, man darf nicht persönlich beleidigt sein, wenn Firmen einen nicht bemustern. Dann passt man halt nicht in deren Vorstellungen oder in deren Budget, was eben bei NK geringer ausfällt als bei KK-Riesen wie Beiersdorf, Garnier & Co.
        Ich möchte mit dem Geld, das ich bezahle, hochwertige Inhaltsstoffe bekommen, Bio-Anbau unterstützen, Fairtrade unterstützen und nicht zum größten Teil Werbeaktionen finanzieren. Wenn ich mich für Naturkosmetik entscheide, hat das ja eben Gründe.

      • @Testgitte Petras Kommentar habe ich in keinster Weise dir gegenüber negativ aufgefasst. Der letzte Satz war überspitzt aber nicht auf dich bezogen. Allerdings, und das stößt mir echt übel auf, empfinde ich als extrem unhöflich über andere NK-Bloggerinnen schlecht zu schreiben bzw. sie als arrogant zu bezeichnen. Verglichen mit den zig Bloggerinnen aus dem KK-Bereich sind wir eine kleine überschaubare Gemeinschaft, die ich bisher als freundlich und hilfsbereit erlebt habe.

      • hazel sagt am 30. Juni 2016

        @nurmalkurzgucken: aber warum sollte denn jemand, der das eben nicht (mehr) so empfindet, nicht schreiben dürfen?
        Verstehe ich nicht. Du empfindest die NK-Blogger als kleine, feine, hilfsbereite Gemeinschaft, Testgitte nicht oder nur zum Teil, keine Ahnung.
        Jetzt sollten andere Blogger schreiben, wie sie das sehen. Sagen alle, nurmalkurzgucken hat völlig recht, bei uns ist alles Tippi, muss testgitte über sich und ihre Wahrnehmung nachdenken. Wenn noch mehr kommen, kann diskutiert und können Probleme angesprochen/gelöst werden.
        Ich finde das einen guten Weg.
        Das Ansprechen per se zu verteufeln, das ist schlecht.

      • hazel sagt am 30. Juni 2016

        Ach so, das Diskutieren soll / muss natürlich nicht hier passieren. Geht uns nix an… interessiert mich z.B. auch nicht. Aber eine Klärung wäre doch schön für Euch.

      • @Nicole
        Wenn du es unhöflich findest, dass ich meine schlechten Erfahrungen öffentlich teile, dann darfst du das gerne tun. Ich habe keine Namen genannt und ich habe niemanden persönlich an den Pranger gestellt und dich persönlich schon gar nicht gemeint.

      • Hallo Testgitte
        Ich glaube Petra hat einfach flinke Finger. 98% ihrer Texte sind höflich.
        Insgesamt schreibt mir Hazel grad aus der Seele.
        So eine spannende Sache so ein Blog. Auf allen Ebenen.

        Liebe Grüsse!

      • @ Liebe Bloggerinnen, dieser Meinungsaustausch bietet mir Gelegenheit etwas loszuwerden, das mich schon recht lange beschäftigt: Erstens: Ihr habt vielleicht ein nette Community, aber ihr seid keine. Ihr seid Konkurrentinnen. Und das ist nichts Böses. – Da begegnet man sich mit Respekt, sofern die andere das verdient. Und falls nicht, hat man vermutlich wenig Zeit für einen Blog, der nicht gut genug ist, dass man ihn im Auge behält. Zweitens: Ein Blog ist nicht gut, wenn die Bloggerin mit kostenlosen Produkten zugemüllt wird, sondern wenn er gelesen wird. Drittens: Macht Euch bitte nicht zum Handlanger der Industrie. Berichtet sachlich, aber kritisch. So verschafft man sich Respekt. Es gibt genug schlechte NK-Produkte, vor denen die Konsumentin gewarnt werden will. Doch leider erfährt man das selten von den Bloggerinnnen, sondern eher aus den Kommentaren der Leserinnen.

      • beautyjagd sagt am 1. Juli 2016

        @Ruth: Oha….. Ratschläge! Für mich schwierig: Sind Rat-schläge nicht mehr Schläge als Rat? Stellt man sich nicht ein wenig über jemanden dabei? Dazu Pauschalisierungen: „Ihr seid keine Community, ihr seid Konkurrentinnen“ – ja, ist das so? Vielleicht in Deinen Augen, evtl. auch in anderen, aber sicher nicht bei allen… Deswegen nutze ich die Gelegenheit, um insgesamt daran zu erinnern, dass Sachverhalte (nicht nur in der Bloggerwelt, auch bei der Kosmetik etc) viel komplexere Angelegenheiten sind. Es gibt nicht gut und böse, also sowas wie: Unternehmen böse, Leser gut. Die berühmten Graustufen auf allen Seiten! Sicher ist es schwierig, sowas – gerade von aussen – zu beurteilen. Gerade deswegen würde ich mir mehr Ich-Kommunikation wünschen, wir alle sind Individuen (auch die Leserinnen kann ich hier nicht über einen Kamm scheren) und haben unseren eigenen Horizont und unsere eigene Brille auf. „Ich denke, dass…“ macht einfach einen anderen Ton als „ihr seid…“

        Denn: ich führe sogar Freundschaften zu einzelnen Bloggerinnen! Wir helfen uns, vertrauen uns, ich habe in einer grossen Notlage die Erfahrung gemacht, dass mir mehr als selbstlos zur Seite gesprungen wurde. Und ich hoffe, ich konnte da in der Zwischenzeit etwas zurückgeben… Ich betrachte auch nicht alle Menschen, die den gleichen Beruf wie ich haben, gleich als Konkurrenz – aber andere machen das vielleicht und das können sie, es ist eben ihre Sicht (aber nicht die allgemeine und für alle gültige Wahrheit). Ich halte nichts davon, Gräben aufzumachen zwischen „den kritischen Leserinnen“ und den „Handlangern der Industrie“. Gräben zwischen der richtigen Kosmetik und der falschen Kosmetik. Zwischen jung und alt. Zwischen reich und arm.
        Respekt haben sich in meiner Welt alle verdient, egal was für einen Blog oder was auch immer sie führen, es sind Menschen (manche vielleicht Konkurrentinnen, manche Freundinnen, manche Bekannte, manche Unbekannte, alles dabei) – da ist wahrscheinlich meine Definition von Respekt weitergefasst. So, das war mein Wort zum Freitag!

      • Liebe Ruth, mit deinem letzten Satz sprichst du mir aus der Seele!
        Ich wünsche mir unbedingt mehr Bloggerinnen, die auch kritisch und sehr kritisch Produkte bewerten. Nur so wird ein Blog für mich auch glaubwürdig in den positiven Aussagen. Die Diskussionen, die sich zwischen Leserinnen/Verbraucherinnen entwickeln, dürfen meiner Meinung nach nicht die ‚Hauptlast‘ der Kritik an Firmen, Inhaltsstoffen, Preisen oder was auch immer tragen.

      • Ruth sagt am 1. Juli 2016

        @ beautyjagd Schläge wollte ich nicht austeilen, aber vielleicht die Diskussion auf Themen lenken, die aus meiner Sicht relevanter sind, als das, ob man nun ausreichend bemustert wird oder nicht.
        Ich habe übrigens meine Kritik so eingeleitet, dass es sich dabei um meine Gedanken handelt. Danach habe ich zugegeben zugespitztl. Zum Thema Konkurrentin: Eine Konkurrentin im beruflichen Kontext ist aus meiner Sicht jemand, den man schätzt und ernst nimmt. Punkt. Dies steht privater Freundschaft im Übrigen nicht im Wege.
        Und zum Thema „Handlanger der Industrie“. Mir ist in der Diskussion wieder einmal stark aufgefallen, dass sich viel zuviel um die Industrie und ihre Befindlichkeiten dreht. Meinem Empfinden nach stimmt da etwas mit den Wertigkeiten nicht ganz. Ich bin halt der Ansicht, dass die Bloggerin und ihre Community die wichtigsten Parameter sind, und wenn das gut funktioniert, eine Meinungsmacht entsteht, die sämtliche Player in der Branche anerkennen werden. Vielleicht ist das naiv. Denn tatsächlich kenne ich die Komplexität hinter den Kulissen des Bloggens nicht. Das ist bestimmt ein Drahtseilakt, von dem die Leserinnen zumeist nichts mitbekommen.

      • Hmmm, ich verstehe diesen Wunsch nach Daumen hoch und Daumen runter nicht ganz – ich beziehe mich auf Hazels Kommentar von wegen „Es gibt genug schlechte NK-Produkte, vor denen die Konsumentin gewarnt werden will“. Wer kann/soll/will sich denn anmaßen, gute von schlechten Produkten unterscheiden zu können? Vor allem: Was sind bitte die Kriterien dafür? Für die eine ist Glycerin als Inhaltsstoff „böse“ (die Diskussion hatten wir hier ja schon), für die nächste Alkohol, die übernächste erkennt nur Sonnenschutz mit Zink und Titandioxid an, weil blabla. Die eine findet nur vegan gut, die andere steht auf exotische Inhaltsstoffe aus dem Land „Weit, weit weg“, wieder eine andere will regional ohne viel Chichi. Die eine pflegt reizarm, die nächste vertraut auf die Kraft ätherischer Öle etc. pp. Die eine gibt 40 Euro für eine Bodylotion aus, die andere hat eben nur 4 Euro im Budget. Ich für meinen Teil muss nicht von jemand anderem gesagt bekommen, was gut oder schlecht ist. Weil das für jeden – meiner Meinung nach – etwas anderes bedeutet und somit sehr individuell ist. Von daher finde ich es völlig okay, wenn Produkte vorgestellt werden, die die Bloggerin für sich (auch das ist ja individuell) gut findet – oder zumindest wert, präsentiert zu werden. Letztlich treffe ich die Entscheidung, was dann letztlich in meinem Badezimmerschrank landet, selbst – nach meinen Kriterien. Wobei Anregungen und Denkanstöße natürlich immer willkommen sind, aber ich für meinen Teil brauche keine Produktverrisse, um eine Bloggerin respektieren zu können. Lob funktioniert doch eh besser als Abstrafen 😉

      • Ich sehe mich nicht als Handlanger der Industrie und finde auch nicht, dass wir Bloggerinnen Konkurrentinnen sind. Denn viele schreiben salopp gesagt „just for fun“ in ihrer Freizeit, bekommen wenige bis gar keine PR-Samples und blicken nicht auf die Anzahl ihrer Follower.
        Welche NK-Produkte gut oder schlecht sind muss jeder für sich herausfinden. Ich kann noch so toll über ein Produkt berichten und es funktioniert dann für 8 von 10 Leserinnen nicht.

      • Ruth sagt am 1. Juli 2016

        @ Ava & Nicole Naja, es gibt schon Qualitätskriterien, die jenseits der individuellen Vorlieben gelten. Wenn ein Produkt etwa fürchterlich stinkt. Oder wenn es nicht hält, was es verspricht, wie ein wirkungsloses Antifett-Shampoo, das ich kenne. Oder das Produkt, das nicht hält, was draufsteht: Ein neues „Reinigungsöl“ fällt mir dazu ein, wo jede Menge anders Zeug drinnen ist. Manchmal erscheinen ja auch da und dort Beiträge so nach dem Motto: Zehn Produkte, die für mich überhaupt nicht funktioniert haben. Das ist dann zwar die persönliche Meinung der Bloggerin, aber nicht minder interessant zu lesen. Ich jedenfalls finde es spannend, was bei jemandem, der vieles kennt, nicht funktioniert hat und warum.

      • Ruth sagt am 1. Juli 2016

        @ Gila „Hauptlast der Kritik“ – das trifft es ziemlich gut, finde ich.

  8. blanca flor sagt am 28. Juni 2016

    Das klingt fast so als würde einer deiner nächsten Urlaube Richtung Peru bzw. Südamerika gehen?
    Tolles Zimmer, tolle Gegend, tolle Themen.
    Ins Allgäu werden wir sicher auch mal wieder fahren. Wir fahren jedes Jahr in die Berge zum Wandern. Einmal mit einigen Freunden, mit denen wir nun schon seit über 10 Jahren einmal pro Jahr gemeinsam für ein verlängertes Wochenende wandern gehen und manchmal dann auch nochmal zu zweit. Da hieß das Wanderziel auch schon Allgäu.

    • beautyjagd sagt am 28. Juni 2016

      Bisher hatte ich nicht den Plan, nach Peru oder Südamerika zu fahren – aber was nicht ist, kann ja noch werden! Und ich lasse mich da gern von allem möglichen anregen, das kann auch ein solcher Vortrag sein 🙂

  9. Klingt nach einem wundervollen Wochenende mit viel Spaß und mindestens genauso viel Input!
    Ich stelle es mir wahnsinnig spannend vor, viele interessante Leute dieser Branche auf einen Haufen versammelt zu sehen und Themen von verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.
    Ich könnte mich jetzt gar nicht festlegen, welche Themen ich am interessantesten fand.
    Uwe Schürmann scheint definitiv sehr unterhaltsam zu sein!

    Im Allgäu war ich „früher“ öfters, als ich zu Skispringen der Vierschanzentournee hingefahren bin. Hat mir wirklich gut dort gefallen, auch als „Preuße“. 😉

    Liebe Grüße,
    Meike

  10. Du warst ja superfix mit deinem Rückblick! 🙂 Und, hast du diese Woche schon die Gelegenheit gehabt, die „Energiedach-Fluss-Übung“ mal praktisch anzuwenden? Ich schon, aber habe es bislang einfach vergessen. 😀 Ich werde mir mal einen Zettel als Erinnerung direkt auf den Schreibtisch legen – und es dann einfach fließen lassen…

    Die Rückfahrt war klasse – vermutlich hätten wir auch einfach noch bis in den Harz durchschnattern können. 😀 Deinen Vorsatz, mehr Zeit in der Natur zu verbringen, teile ich übrigens voll und ganz.

    Liebe Grüße
    Ida

    • beautyjagd sagt am 30. Juni 2016

      Noch habe ich die Übung nicht anwenden können, aber ich bezweifle nicht, dass ich dazu bald auch die Möglichkeit haben werde 😉 Und dann muss ich echt dran denken…

      • Diese lustige Übung kam schon bei meiner Weiterreise nach München zum Einsatz; bislang hab ich in anstrengenden Situationen einfach versucht mich auf’s Atmen zu konzentrieren. Seit dem Vortrag stelle ich mir vor wie das Leichte an mir vorbeifließt und ich das nervige Schwere dazu werfe und dann alles schön in Mutter Erde abläuft – woraufhin ich grinsen muss, da ich das Bild etwas absurd finde und – schon fühlt sich alles leichter an. Wobei das Ganze den ultranervigen Typ im Zug nun auch nicht davon abbrachte zu nerven. Das mit dem „Essen von Schwere“, das haben wir ja leider nicht gelernt;-)

        Zu den Tagen beim Naturkosmetik Camp kann ich nur sagen – in meinem Kopf geistert immer noch das herum: „Viel zuviel und viel zuwenig.“ – beides zugleich. Das Programm war sehr ausfüllend und reichhaltig. 150 Teilnehmer sind echt viele Leute. Ich hätte gerne noch so viel mehr Leute kennengelernt und so viel mehr intensive Gespräche geführt. Der Nachhall dieser Tage ist sehr stark und ich verarbeite noch.
        Mitgenommen hab ich auch, dass viele Teilnehmer sich teilweise garnicht der unglaublichen Vielfalt und Reichhaltigkeit der Naturkosmetik-Produkte und NK-Szene bewusst sind. Um das wahrzunehmen muss man eben über den nationalen Tellerrand schauen – damit meine ich, man muss die internationalen Produkte und diese innovative Szene wahrnehmen. Und auch bei uns hat sich seit den Öko-Anfängen in den 80ern so unendlich viel getan – ich finde die Naturkosmetik-Szene darf ruhig etwas mehr Stolz zeigen. Ich bin auf alle Fälle stolz darauf ihr anzugehören und somit anständiger zu leben und zu arbeiten. Ich freu mich auf mehr!

  11. Noemi B. sagt am 30. Juni 2016

    Ooops, kaum schaut frau mal 2 Tage nicht rein, kräuseln sich die sonst so höflich-ruhigen Blog-Gewässer plötzlich zu spritzigen Wellen 🙂 🙂
    Jaa… auch hier darf mal das Adrenalin rausgelassen und nicht nur das Bett warmgepupst werden, solange das virtuelle Blut nicht an die Wände spritzt.

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