Gesichtspflege Naturkosmetik

Auf Naturkosmetik umsteigen 3: Minimalistische Gesichtspflege

Auf Naturkosmetik umsteigen Minimalismus

Anfang diesen Jahres hatte ich die Idee, einen mehrteiligen Guide zu schreiben, wie man sich der Naturkosmetik unkompliziert nähern kann: Ohne zu viel theoretischen Hintergrund empfehle ich in dieser neuen Blogserie Produkte aus verschiedenen Preisklassen oder stelle interessante Pflegekonzepte vor. Im ersten Teil ging es ganz easy mit Naturkosmetik-Duschgels und Bodylotions los, dann folgte in Teil zwei die für schöne Haut so wichtige Gesichtsreinigung. In der heutigen dritten Folge beschäftige ich mich nun mit minimalistischer Gesichtspflege.

Wie sich Cremes zusammensetzen

Als ich vor vielen Jahren auf Naturkosmetik umgestiegen bin, habe ich mich gefragt, wie sich Cremes eigentlich zusammensetzen. Bereits Anfang der 2000er Jahre hatte ich erste praktische Erfahrungen in meiner Creme-Selbstrüher-Phase gemacht und dabei gelernt, dass die meisten Cremes Emulsionen sind. Diese setzen sich – grob gesagt – aus einem wässrigen Teil und einem fettigen Teil zusammen, die von einem Emulgator miteinander verbunden werden.

Dann entdeckte ich 2012 auf einer Reise nach New York Gesichtsöle für mich: In den USA machten sie zu dieser Zeit gerade Furore. Erst war ich skeptisch, ob pure Öle meiner damaligen Mischhaut wirklich gut tun würden. Und ob! Nach einer Weile hatte ich übrigens sogar den Eindruck, dass diese minimalistische Gesichtspflege meine Haut reiner macht. Gesichtsöle sind für mich seitdem unverzichtbar geworden (auch wenn ich inzwischen ausgewählte Cremes wieder schätze). Mit einem Gesichtsöl, das ich auf der feuchten Haut auftrage, gebe ich im Grund die beiden Teile einer Emulsion nacheinander auf die Haut: also erst Feuchtigkeit, dann das Öl.

Schritt 3: Minimalistische Gesichtspflege mit Hydrolat und Öl

Und so einfach funktioniert diese minimalistische Gesichtspflege: Nach der Gesichtsreinigung trage ich erst ein Hydrolat (Blütenwasser) und anschließend ein Gesichtsöl auf – fertig! Mit diesen zwei Schritten wird die Haut sowohl mit Feuchtigkeit als auch mit Lipiden versorgt.

Für die Hydratisierung der Haut eignen sich pflegende Gesichtswasser. Klassisches Rosenwasser ist dafür genauso beliebt wie ein Thermalwasser. Einfach auf die Haut aufsprühen und mit den Händen etwas in die Haut drücken – und dann die Feuchtigkeit mit einem Gesichtsöl in die Haut einschließen.

Hier kommen nun einige Tipps für die Anwendung von Gesichtsölen:

  • Wichtig ist, dass man nicht zu viel des Gesichtsöls verwendet (3-4 Tropfen genügen).
  • Bevorzugt auf feuchter Haut auftragen!
  • Unbedingt das zum individuellen Hauttyp / Hautzustand passende Öl wählen.

Mittlerweile ist die Auswahl an pfanzlichen Ölen riesig. Fette Öle unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung (=Fettsäuremuster), entsprechend sind die Texturen mal leicht oder auch mal schützend. In meinem Blogpost über Gesichtsöle könnt ihr einiges dazu nachlesen. Angeboten werden einzelne, reinsortige Öle wie z.B. Mandelöl oder Kameliensamenöl und natürlich auch Ölmischungen. So kann jeder ein zur eigenen Haut passendes Gesichtsöl finden.

Nun zu der Frage, wo man die Hydrolate und fette Öle (sie werden so genannt, um sie von den duftenden ätherischen Ölen zu unterscheiden) am besten kauft – die es übrigens in vielen Preislagen gibt. Warum nicht beim vertrauten Spezialisten beginnen: Marken wie Primavera, Farfalla oder Taoasis bieten eine große Auswahl an pflanzlichen Ölen und Hydrolaten in Bio-Qualität zu vernünftigen Preisen.

Ich mit meiner leicht trockenen Haut mag z.B. gern das Lindenblütenwasser von Farfalla und das Kameliensamenöl von Primavera. Unbedingt ausprobieren sollte man auch mal Wildrosenöl (=Hagebuttenöl), das eine leichte Textur hat und sowohl für unreine als auch reife Haut geeignet ist: Ein Klassiker ist das Rosehip Oil von Pai, das ich hier bereits ausführlich auf dem Blog vorgestellt habe.

Auf Naturkosmetik umsteigen Aloe Balm

Minimalismus mit Aloe Vera und Face Balms erweitert

Wenn es ein bisschen mehr Pflege sein soll (oder muss), kann man die oben von mir erklärte zweischrittige minimalistische Gesichtspflege ergänzen: Je nachdem, ob die Haut mehr Lipide (=Öl) oder aber Feuchtigkeit benötigt.

Als feuchtigkeitsspendendes „Serum“, das die Wirkung des Hydrolats unterstützt, eignet sich z.B. das Aloe Vera Gel pur ohne Duft von Santaverde. Man verteilt einfach einige Fingerspitzen davon auf dem Gesicht, bevor man anschließend das Gesichtsöl aufträgt.

Im Winter oder bei lipidarmer Haut ist ein Gesichtsöl eventuell nicht schützend genug. In diesem Fall kann ein wasserloser Balsam wie der Pure Elements Face Balm von GRN Shades of Nature oder eine klassische Sheabutter (ist besonders schützend) helfen. Ich erwärme eine erbsengroße Menge davon zwischen meinen Händen und trage den Balm auf meinen Wangen (oder auf dem gesamten Gesicht) auf. Der zarte Film bewahrt die Feuchtigkeit in der Haut.

Seit vielen Jahren variiere ich auf diese Weise meine Gesichtspflege. Ich habe gelernt, die Bedürfnisse meiner Haut besser zu erkennen und meine Pflege entsprechend zu justieren. Und manchmal brauche ich einfach eine Creme – auch diese kann man übrigens mit einem Gesichtsöl reichhaltiger machen.

Apropos individuell anpassen: Wenn man ein bisschen Erfahrung mit diesem minimalistischen Pflegekonzept gesammelt hat, kann man natürlich auch andere Produkte verwenden. Wie wäre  es, mal ein pflegendes, geliges Gesichtswasser (wie z.B. den Deep Rich Toner von Whamisa) oder andere Seren (wie z.B. das Hydra Firm Concentrate Jelly von Mádara) auszuprobieren…?

In der nächsten Folge dieser Serie widme ich mich dem Thema Deodorant, einem nicht ganz so einfachen Bereich in der Naturkosmetik. Viel Spaß aber erst mal beim Ausprobieren der minimalistischen Gesichtspflege mit Hydrolat und Öl!

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