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Savon Noir: Schwarze Seife aus dem Maghreb

Die schwarze Seife in dieser Dose entführt uns nach Nordafrika. Zum typischen Beauty-Ritual in den Ländern des Maghreb gehört nicht nur die Rhassoul-Erde oder das mittlerweile sehr bekannt gewordene Arganöl, sondern auch die „Savon Noir“.

Im Gegensatz zu Frankreich ist die schwarze Seife hier in Deutschland weniger bekannt. Mit ihr ist auch nicht die schwarze Dudu-Osun-Seife gemeint, die aus Nigeria kommt. (Diese besteht aus schwarzem Palmöl und Sheabutter.) Die nordafrikanische „Savon Noir“, die ich euch heute vorstelle, wird traditionellerweise nur aus Oliven hergestellt.

In Frankreich und in Belgien kann man Töpfe dieser schwarzen Seife nicht nur in marokkanischen Läden finden, sondern auch in Drogerien, Supermärkten oder Apotheken. Allerdings sollte man darauf achten, dass die schwarze Seife dann auch wirklich auf Olivenöl basiert.

Die „Savon Noir“ ist kein festes Seifenstück, sondern eine Paste. Sie wird sowohl in Töpfen als auch in Einzelsachets verkauft, die man – ausreichend für eine Anwendung – mit in den Hamam nehmen kann. Dort wird die Seife als Vorbereitung auf das Peeling mit dem Kessa-Handschuh verwendet.

Ich habe die „Savon Noir“ vor Jahren erstmals in Brüssel entdeckt, als ich in einem der vielen marokkanischen Läden in der Rue de Brabant gestöbert habe. Natürlich musste ich direkt einen ganzen Topf mitnehmen und die Seife ausprobieren 😉 .

Mittlerweile habe ich auch eine echte schwarze Seife gefunden, die von der französischen Firma Copar (gehört zu Biocos) hergestellt wird. Sie wird unter dem Namen „L’Orientale“ verkauft. Es gibt sie sowohl im belgischen Drogeriemarkt Di als auch in ausgewählten französischen Supermärkten.

Wenn man die Dose öffnet, sieht die Seife so aus:

Die unparfümierte Version riecht ähnlich wie eine Aleppo-Seife aus Olivenöl. Im Hamam wird häufig schwarze Seife mit Eukalyptus-Duft benutzt, ich habe auch schon Versionen mit Rosen- oder Neroli-Duft gesehen.

Die Anwendung funktioniert so: Zuerst duscht man sich mit warmen Wasser ab und verteilt dann ein Stück der schwarzen Seife auf der Haut. Dazu reicht ein kleines Stück der transparent-braunbeigen Paste völlig aus.

Die schwarze Seife schäumt nicht, aber sie wird im Kontakt mit Wasser cremig und lässt sich dann entweder mit der Hand oder einem Waschlappen gut verteilen. Danach lässt man die Seife einige Minuten einwirken. Sie reinigt gut und soll einen leicht peelenden Effekt haben, enthält aber keinerlei Peelingkörnchen.

Schließlich spült man sich mit klarem Wasser ab. Wenn man einen stärkeren Peeling-Effekt wünscht, kann man beim Abspülen einen Kessa-Handschuh nehmen. Die Haut fühlt sich nach einer Wäsche mit der schwarzen Seife überhaupt nicht fettig an, sondern sauber und gepflegt. Perfekt, um ein schönes Hautöl aufzutragen.

Manche verwenden die schwarze Seife auch für das Gesicht und die Haare. Ich habe das vor Jahren mal gemacht und fand das Ergebnis ganz in Ordung, aber auch nicht umwerfend. Ins Auge sollte die Seife natürlich nicht geraten.

Hergestellt wird die „Savon Noir“ aus verseiftem Olivenöl:

Der Topf „Véritable Savon Noir Naturel“ von Copar enthält 250 gr und kostet ca. 6,99 EUR. In marokkanischen Läden bekommt man die schwarze Seife meist günstiger.

Mein Fazit: Ich verwende die schwarze Seife einmal in der Woche und mag dieses traditionelle Beauty-Ritual aus Nordafrika sehr gern. Meine Haut fühlt sich nach der Anwendung weder ausgetrocknet noch ölig an.

Kennt ihr diese schwarze Seife? Falls ja, wo kauft ihr sie in Deutschland? Mögt ihr traditionelle Beauty-Produkte?

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12 thoughts on “Savon Noir: Schwarze Seife aus dem Maghreb
  • Jana sagt:

    Eine savon noir habe ich noch nicht ausprobiert. Mein „tradionellstes“ Beauty-Produkt ist Heilerde, welche ich mit Wasser und Honig mische und vlt einmal im Monat als Maske auflege. Der Honig verhindert dabei übrigens, dass die Maske zu schnell antrocknet und dann an meinen trockenen Wangen zerrt. Außerdem macht er die Haut weich 🙂

    • beautyjagd sagt:

      Heilerde mag ich ja auch sehr 🙂 . Schwarze Seife ist übrigens sogar als Produktkategorie in „unserem“ französischen Kosmetik-Guide drin, habe ich gerade gesehen.

  • Liv sagt:

    die schwarze seife kannte ich noch nicht. klingt jeden falls toll. mal schauen ob ich die in antwerpen bekommen kann wenn ich im herbst (hoffentlich) einen staedte trip mache. Heilerde kenne ich und mag ich sehr. die maske ins gesicht und grosse pickel an denen man viel zu viel gekribbelt hat heilen viel viel schneller ab – echt erste hilfe produkt wenn man am abend noch nen date oder ne party hat 😉 mein traditionelles beautyproduct is Kese aber lest selbst: http://puraliv.blogspot.com/search/label/Peeling%2F%20scrub
    lg liv

    • beautyjagd sagt:

      So einen Peelinghandschuh habe ich ja seit einiger Zeit auch 🙂 . Echt toll, was der so bewirkt, ich darf ihn nur nicht zu oft anwenden. Vielleicht bekommst Du schwarze Seife auch in Holland? Könnte ich mir zumindest vorstellen, denn da gibt es häufig „exotischere“ Sachen als in Deutschland.

  • Ich habe schon von der schwarzen Seife gehört, sie aber noch nicht ausprobiert. Ich finde es nervig, dass man sie ein paar Minuten einwirken lassen muss, in der Zwischenzeit steht man dann so blöd in der Dusche rum. Deine Erfahrungen haben mich aber neugierig gemacht.

    • beautyjagd sagt:

      Naja, du musst sie auch nicht einwirken lassen, ich mache da manchmal auch schneller, wenn ich es eilig habe 😉 . Man kann sie ja auch einfach als normale „Seife/Duschgel“ (ist ja sowas zwischendrin) verwenden. Und du hast es echt gut, in Frankreich bekommt man sie ja auch viel einfacher 🙂 .

  • juliaFL sagt:

    sehr interessantes produkt, danke für diesen beitrag. ich fühl mich immer in die fremde mitgenommen, wenn ich deinen blog lese , das befriedigt ein bisschen mein fernweh (:

  • Erbse sagt:

    Da erinnerst du mich an was.
    Ich war vor vielen Jahren mal mit einer Marokkanerin befreundet und diese ließ mich die schwarze Seife testen. Seitdem bin ich hier in Deutschland immer mal wieder auf der Suche danach und in den letzten Jahren ist das völlig in Vergessenheit geraten. Falls du eine Geheimadresse hast, diese auch irgendwo in Deutschland zu beziehen… bitte her damit. 😀
    Ich bin leider viel zu selten im Ausland.

  • keimonish sagt:

    Ich kenne und habe nur die Aleppo-Seife, die ja auch auf Olivenbasis beruht. DIE riecht aber so streng, dass mein Mann jedesmal einen Kommentar abgibt, den ich hier nicht wiederholen möchte.:-D) Und er fragt mich, auf was für einem Trip ich denn im Moment bin, weil jetzt öfter so ein …..Geruch aus meinem Bad kommt :-(:-)….ich solle nicht so viel im Internet lesen :-D)))

    Naja , ich habe sie pur und mit 2 verschiedenen Düften probiert aber den Geruch haben die Düfte nicht insgesamt verbessert. ICH finde es gar nicht so schlimm aber die „Kommetare“ stören mich *schmunzel*

    Wenn also „Deine“ schwarze Seife so ähnlich riecht wie die Alepposeife, dann darf sie nicht in mein Bad einziehen :-D)
    (abgesehen davon, habe ich sie gar nicht so gut vertragen:-/, ….Hautjucken und Pickel….warum auch immer)

    Liebe Grüße

    • beautyjagd sagt:

      Stimmt schon, so richtig sexy riecht die schwarze Seife nicht 😉 , aber für meine Nase auch nicht zu sehr olivig oder wie ich das beschreiben soll. Deswegen ist sie wahrscheinlich für dich bzw. für die Nase deines Manns eher nicht so geeignet 😉 🙂 . Aber es besteht ja keine Not deswegen, in deinem Bad wird sich schon noch die eine oder andere Seife finden, so wie ich dich einschätze 😉 🙂 . Liebe Grüße

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