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Tokyo Tagebuch 10: Tenugui

tenugui

Dass ich verrückt nach japanischen Beauty-Produkten bin, ist keine Neuigkeit. Zu einer fast (aber nur fast!) ebenso großen Gefahr für meinen Geldbeutel haben sich hier in Tokyo die Tenugui entwickelt, die ich euch in diesem Tagebuch-Eintrag vorstellen möchte.

Entdeckt habe ich sie im Oktober im Ota Memorial Museum in Harajuku, in dem ich eine Ausstellung mit japanischen Farbholzschnitten angesehen habe. Im Museumsshop werden dort bedruckte Baumwolltücher verkauft, die Tenugui heißen und ein längliches Format von 34 x 90 cm haben. Traditionell werden sie seit der Edo-Zeit als Handtuch oder als Kopftuch eingesetzt, man kann darin aber auch ein Geschenk einwickeln oder sie als Wanddekoration verwenden. Flexibel einsetzbar also, diese Tenugui!

Eines davon mit einem japanischen Nadelbaum hängt bei mir zu Hause an einem Bücherregal – und das sieht so schön aus, dass ich nun schon drei weitere Tenugui gekauft habe.

Der Clou daran: Je nach Jahreszeit gibt es neue Motive! Gerade sind die Sommermotive in die Läden gekommen (es gibt eine Handvoll Verkaufsstellen in Tokyo), glücklicherweise konnte ich aber auch noch frühlingshafte Tenugui mit Kirschblüten kaufen. Hier kann man sich einige Designs auf der Homepage des Herstellers angucken.

Den Stil der Firma Kamawanu finde ich umwerfend schön, die Tenugui sind nicht kitschig, sondern sehr klar und stylish gestaltet. Bedruckt werden die Tücher übrigens per Hand mit einer Methode, die in der Meji-Zeit (1868-1912) entwickelt wurde.

Oben auf dem Foto seht ihr links blühende Kirschbäume, in der Mitte Kirschblüten und dann rechts Schwalben in den Wolken. Ich bin mir sicher, dass ich bald noch den Flagship-Store von Kamawanu im Stadtteil Daikanyama besuchen muss und weitere Tenugui kaufen werde… Ein Tenugui mit sommerlichem Sternenhimmel habe ich schon im Auge.

Seid ihr auch so anfällig für schöne Dinge, die man nicht unbedingt braucht, aber die einfach so schön sind? Und kanntet ihr vielleicht sogar Tenugui?

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34 thoughts on “Tokyo Tagebuch 10: Tenugui
  • Noemi B. sagt:

    Das eher grafische, japanisch-einfache Design gefällt mir ausserordentlich gut und die Motive sind wirklich reizend. Aber ich wüsste jetzt ehrlich gesagt nicht, was ich damit anfangen sollte und gegen Deckchen und Co. in der Wohnung bin ich allergisch…
    Wenns die nun als Schal gäbe, hätt ich garantiert schon ein halbes Dutzend! Dafür bin ich anfällig 😉 die Schublade ist schon voll, aber es gibt immer einen Grund für einen neuen Schal, bzw. ein hübsches Tuch.

    • beautyjagd sagt:

      Ich gehöre auch zu denjenigen, die ständig Tücher und Schals kaufen könnten! Und im letzten Oktober dachte ich im Shop auch noch, wie schade, dass es keine Tücher sind. Nun bin ich bekehrt und ganz wild – normalerweise bin ich gegen Stoff und Deckchen in der Wohnung auch nicht zu haben, aber hier mache ich eine Ausnahme *lach*

  • Johanna sagt:

    Da geht es mir wie Noemi, wenn es die in Tuch-Größe gäbe, würde ich mich damit totkaufen. Ich bin ein Tuchsuchti 🙂 Wobei, mit 90cm Länge könnte man sich die eigentlich ganz gut um den Hals legen. Diese zarten Farben und Designs, hach! Ich schaue mir gleich mal den Link an.

    • beautyjagd sagt:

      Ja, man kann sie sich um den Hals legen! Wenn man sie wäscht, wird der Stoff auch weicher.

  • Fayet sagt:

    Ja, kenne ich! Wir benutzen sie im Kyudo im Sommer, sie werden mit kaltem Wasser getränkt, gut ausgewrungen und als „Halstuch“ in den Halsausschnitt des Gi geschoben (das ist ein weißes Wickeloberteil, ähnlich wie die Jacke beim Karate, aber aus dünner Baumwolle. Wir tragen beim Schießen dabei Hakama, Hosenrockähnliche weite Beinkleider.) Leider habe ich selbst keins, was mir jeden Sommer wieder fehlt.. (Du hast nicht Lust, dich als Personal Shopper zu betätigen und mir eins mitzubringen? Ich bezahle Dich dafür, selbstverständlich.. 😀 )

    Deine Motive sind wunderschön! Ich habe aus Japan auch viel solche Tücher mitgebracht, aber weil ich damals noch nicht geschossen habe sind solche Spezialdinge unter den Tisch gefallen.

    • Fayet sagt:

      …und schon kommt mir meine Anfrage wieder als vieeeel zu frech vor. Tongue in cheek, bitte! Natürlich schicke ich Dich nicht einfach für mich einkaufen, liebe Julie.

      • beautyjagd sagt:

        Leider kann ich nicht Personalshopperin sein, auch wenn ich das liebend gern machen würde – aber mein Koffer platzt bereits jetzt aus allen Nähten! Falls ich ganz zum Schluss am Flughafen noch Gelegenheit hätte (da könnte es die auch geben), würde ich aber an dich denken 🙂
        Sehr interessant finde ich den Verwendungszweck von Dir!

  • Petra sagt:

    Die Tücher kenne ich zum Geschenke verpacken, schön und dazu nachhaltig, weil ewig verwendbar. Außerdem finde ich die Idee schön, mich eine Weile an etwas zu erfreuen und es dann weiterzureichen 😉
    Und natürlich bin ich anfällig für solchen Tüdelkram, gerade habe ich meinen alten Setzkasten aus den 70ern wieder aufgemotzt. Hoch Leben die internationalen Staubfänger! 😉

    • beautyjagd sagt:

      Normalerweise sind zum Einpacken ja die Furoshiki gedacht, die haben ein etwas anderes Format. Aber mit den Tenugui geht das schon auch, kommt eben auf die Form des Inhalts an.
      Hihi, internationale Staubfänger, da habe ich so einige Zu Hause 🙂

      • Petra sagt:

        Ha, du hast wie immer Recht, die Dinger meinte ich auch. Ich habe mich schon gewundert, warum mir der Name so gar nicht bekannt vorkam.

  • Birgit sagt:

    Tücher zum Verpacken zu nehmen ist eine schöne Idee. Von den Furoshiki(s) habe ich irgendwo schon mal gelesen.
    Wie Noemi und Johanna bin ich absoluter Tuchfan, muss mich schon immer bremsen nicht jeden Schal, der mir gefällt, zu kaufen. Inzwischen fühle ich mich so nackig, wenn ich kein Tuch um den Hals habe.
    Eigentlich will ich keinen Schnick-Schnack mehr rumstehen haben, aber alles kann ich auch nicht wegwerfen, an manchem hänge ich. Beim nächsten Umzug werde ich vielleicht mal wieder etwas großzügier Aussortieren.

    • ida* sagt:

      Hihi, lustig, wie viele Tuchfans sich hier tummeln – mir geht es auch so, meine Sammlung wächst stetig und ich habe eigentlich außer im Hochsommer immer ein Tuch dabei. Ist bei kurzen Haaren auch praktisch, sonst wird es im Nacken schnell kalt.

      Anfällig bin ich für Schnicki-Schnacki nur noch bedingt, zumindest Deko-Zeugs kaufe ich nur noch selten (ich hatte mal eine exzessive Teelichthalter-Phase). Für Kunstdrucke kann ich mich aber viel zu schnell erwärmen, wir ziehen ja nächste Woche um und ich habe schon jede Menge Bilder gekauft und auch gezeichnet. 😀 Gleichzeitig kann ich den Deko-Bestand vor dem Umzug hoffentlich noch etwas reduzieren.

      Die Tücher gefallen mir übrigens sehr gut, da könnte ich auch nicht nein sagen! Wahrscheinlich würde ich sie einrahmen und in die Bildersammlung einreihen.

      • beautyjagd sagt:

        Bei mir reihen sich die Tenugui letztlich auch in die Bilderreihe ein, sogar ungerahmt. Und ohne Halstuch findet man mich übrigens auch selten!

    • beautyjagd sagt:

      Ich kann auch nicht alles wegwerfen – obwohl bei meinem letzten Umzug schon viel wegkam. Die Tücher sind immerhin relativ platzsparend 🙂

  • Ellalei sagt:

    Deko ist ein ganz böses Wort, schließlich ist das doch auch Kunst! 😉 Von Hand bedruckt und so vielfältig.
    Mir gefallen die Designs auf der Website teilweise sehr gut, gerade die sehr klar grafischen und ornamenthaften. Zum Einpacken stelle ich es mir ideal vor, egal ob Furushiki oder nicht, weiß hier ja (kaum) einer. Petra hat recht, nachhaltig ist es und als Idee wunderbar, es immer weiterzugeben, quasi ein Wandergeschenk. Wer weiß, wo es eimal landet…

    Mit Naturkosmetik habe ich übrigens meine Deko-Sucht abgelöst was das Horten und Recherchieren angeht. Jetzt fange ich hoffentlich dank solcher Posts nicht wieder damit an, nee nee!!!
    Also Tuch würde ich die Dinger auch sofort kaufen. Mir wird immer ganz kalt wenn ich Menschen ohne etwas um den Hals umherlaufen sehe (in den 3 kalten Jahreszeiten :-D). Aber mir würden auch andere Verwendungsformen einfallen, die hätten jedoch eher was mit einer Nähmaschine zu tun und da bin ich leider raus. Beutel und Taschen, neben Tüchern meine zweite Sammelsucht (von vielen textilen leider).
    Meinst du, man kann damit Entspannungsrituale durchführen, zum Beispiel in Lavendelwasser etc. getränkt auf Gesicht und Dekolleté legen? Oder ist das mit der Farbe nicht so gut? Welche Fraben werden dafür verwendet, weiß du das?

    Ich kann dich gut verstehen, dass du hier noch Bedarf hast, dann viel Spaß bei weiteren Entdeckungen!

    • beautyjagd sagt:

      Bei der Beschreibung der Tenugui steht, dass man sie nicht heiß waschen darf, und dass die Farbe bei aggressiven Waschmitteln ausbluten würde. Ich nehme schwer an, dass das keine Pflanzenfarben sind – deswegen würde ich es für Gesichtsbehandlungen wahrscheinlich nur verwenden, wenn ich es schon ein paar Mal gewaschen hätte.

  • Petrina sagt:

    Finde die Motive der Tuecher sehr schoen, ich wuerde sie nuetzen fuer meine langen Haare, als Zopfband oder Stirnband … Kirschbluetenduft (Hana) in die Haare oder ein nettes Monoi-Oel … und die Welt ist in Ordnung 😉

    • beautyjagd sagt:

      Als Stirnband wurden sie früher wohl auch in Japan traditionell eingesetzt, steht auf meinem Erklärungsblatt.

  • peti sagt:

    Reihe mich mal in den Fanclub der Tücherträgerinnen ein 😉 Ich habe zu Hause 4 Haken an der Wand und die Tücher sind pro Haken nach Farben sortiert. Der 5. Haken lässt schon auf sich warten…
    Ja auch ich bin anfällig für schöne Dinge. War gerade mal auf der Internetseite die du angegeben hast, die diversen Muster gefallen mir in ihrer grafischen Schlichtheit sehr gut. Besonders die deutschen Übersetzungen dazu finde ich sehr anregend, ist ja fast schon lyrisch 😉 hat mir direkt ein Lächeln entlockt.
    Die Tenuguis kannte ich noch nicht. Ich finde es immer wieder toll, was ich durch deine Reisen noch so lerne 🙂 Ich würde es auch als Kunsthandwerk betrachten, als Geschenkverpackung ideal finde ich. Die Idee mit dem Haarband finde ich auch gut. Für einen Schal könnte mann auch 2 aneinandernähen.

    • beautyjagd sagt:

      Es gibt auch ganz einfache Muster auf den Tenuguis, die Auswahl ist viel größer als auf der Homepage. Leider habe ich den Gesamtkatalog auf der Seite nicht mehr gefunden, den gab es mal. Und die Übersetzungen sind immer der Knaller, Google Translator Japanisch-Deutsch bringt mich immer zum Lachen und Wundern.

  • Daniela aus Berlin sagt:

    Hach, da würde ich auch in einen Kaufrausch verfallen…wunderschöne Motive!

    Bei Japan fällt mir noch diese Cover-Version ein:

  • Ranunkel sagt:

    Ich finde die Tenugui wunderschön und würde mir sicher auch einige Motive zulegen.
    Ich würde sie mir gut als Tischdeko vorstellen können. Quer über die Tischdecke gelegt, um dann darauf die Teller von jeweils zwei gegenübersitzenden Gästen zu platzieren. Oder auch als Fahnen, die ich auf Terasse und im Garten dekorieren würde. Und als Geschenkverpackung finde ich sie auch entzückend.
    Japan ist wirklich sehr einfallsreich und dabei immer stilvoll. „Hello Kitty“ ausgenommen. Obwohl ich das auch mal süß fand…

    • beautyjagd sagt:

      Ja, als Fahnen im Garten kann ich mir die Tenugui auch gleich super vorstellen! ZB für ein Fest oder einen Nachmittag…

    • beautyjagd sagt:

      Ja, als Fahnen im Garten kann ich mir die Tenugui auch gleich super vorstellen! ZB für ein Fest oder einen Nachmittag…

  • Aorta sagt:

    Wer nicht nach Japan kann/möchte, für den wäre vielleicht die derzeitige Ausstellung im Frankfurter Museum für angewandte Kunst etwas?

    Hier entlang: http://www.museumangewandtekunst.de/item/id/83

    Werde ich mir auf jeden Fall irgendwann in den kommenden Monaten ansehen.

  • Cindy sagt:

    Hach schön 🙂 Für sowas ich mich auch total begeistern ^^

    Ich habe aber auch eine ungesunde (sagt mein Konto) Begeisterung für japanische Dinge. Zum Beispiel Grüntee und dazugehöriges Geschirr …

  • Ich sehe schon; als Schal- und Tuchverrückte, sollte ich wohl nie nach Japan reisen *lach

  • […] Tenuguis habe ich im Frühling 2014 schon einen eigenen Post auf dem Blog gewidmet, und ich bin noch immer wild auf sie: Die bedruckten traditionellen Tücher aus Baumwolle […]