Inspiration

Metamorphosen oder: Weshalb ich mich freue, 40 zu werden

metamorphosen

„Was ist Dein Ziel, was möchtest Du einmal werden?“ fragte mich mein Coach vor vielen Jahren bei einer unserer Sitzungen. Ohne groß zu überlegen kam spontan aus meinem Mund: „Eine weise alte Dame.“ Da es sich um ein Coaching zur Förderung meiner beruflichen Karriere handelte, wäre die Antwort „Abteilungsleiterin“ sicher passender gewesen 😉 – aber so war es eben nicht. An meine damalige impulsive Antwort musste ich in den letzten Jahren oft denken, denn noch immer erfasst sie meine Vision, was einmal aus mir werden soll.

In der letzten Zeit bin ich mehrmals Frauen begegnet, die sich etwas vor ihrem 30. Geburtstag gefürchtet haben. Obwohl ich nun noch längst nicht so alt und weise bin, wie ich es gern einmal sein möchte, habe ich ihnen versichert, dass es ab jetzt erst richtig interessant wird im Leben. Zumindest ist das meine Erfahrung, und ich ahne, dass das für die 40er, 50er und alle darauf folgenden Jahrzehnte wahrscheinlich erst recht gilt.

Interessant wird es deswegen, weil die Selbstbestimmung und die entsprechende persönliche Freiheit zunimmt und die Verunsicherung abnimmt. Selbstverständlich bin ich auch jetzt noch zeitweise unsicher und nicht immer selbstbestimmt, aber ich werde ja erst 40 – da geht also noch was! Es ist ein gutes Gefühl, wenn man sich im Laufe der Zeit immer besser kennenlernt. Abkürzungen in diesem Prozess gibt es übrigens nicht, da hilft offensichtlich nur älter werden. Deswegen freue ich mich darauf und prognostiziere ganz frech, dass ich mit 50 Jahren erst so richtig in Fahrt kommen werde. Davor muss ich allerdings noch ein paar Erfahrungen machen, schöne und vielleicht auch weniger schöne, das gehört zum Leben dazu.

Und wie ist das mit der Schönheit, die ja angeblich mit zunehmendem Alter weniger werden soll – wenn Haut und Figur nicht mehr ganz straff sind? In Frauenzeitschriften liest man ja gern mal, dass man mit dem Alter entspannter wird, was die Beurteilung der eigenen Schönheit angeht. Für mich gilt eher, dass ich einen neuen Blickwinkel auf das Thema entwickle. Während ich mich in meinen 20ern letztlich ganz schön viel damit beschäftigt habe, mich schön oder nicht schön zu finden, denke ich nun mehr über andere Aspekte des Lebens nach: Wo liegen meine Leidenschaften, was macht mich glücklich, was kann ich anderen Menschen geben? Schönheit im oberflächlichen Sinn rutscht in meiner Wichtigkeitsskala definitiv weiter nach unten.

Dafür kommt eine neue Schönheit nach oben, die ich früher – mangels unerfahrenem Auge – nicht gleich sehen konnte. Wenn ich Menschen begegne, achte ich nun viel eher darauf, welche Ausstrahlung sie haben: Funkeln die Augen lebendig, lächeln sie authentisch und sprechen sie mit Begeisterung? Und finde darin die Schönheit, die mich anspricht und denken lässt: Dich will ich kennenlernen, mit Dir will ich mich unterhalten und mehr über Dich erfahren. Nichts finde ich so langweilig, als wenn Menschen nichts zu sagen haben oder ihre Eigenheiten wenig durchscheinen lassen.

Mein Maß der Attraktivität ist also nicht etwa die Anzahl oder Tiefe der Falten, sondern die Neugierde auf das Leben, die ein Mensch in sich hat (und die für eine vitale Ausstrahlung sorgt). Um sich diese zu erhalten, muss man durchaus etwas tun: Sich z.B. mit freundlichen und lebensfreudigen Menschen umgeben, Offenheit üben und vorschnelle Vorurteile abbauen, einen wachen Geist bewahren und sich nicht abstumpfen lassen. Und gelegentlich auch mutig sein, um sich immer wieder auf neues Terrain vorzuwagen (was erst einmal verunsichern kann, weil man es nicht kennt, lohnt sich aber!).

Mein Leben ist durch die Jahrzehnte schöner geworden: Selbst wenn es Krisen gab, habe ich versucht, die positiven Aspekte darin zu sehen und meine innere Schönheit damit zu nähren. Was rate ich also meinem früheren 20jährigen Ich? Sich nicht auf das Aufhalten des Abbaus des Körpers zu konzentrieren, sondern vertrauensvoll auf die Erweiterung des Horizonts und des Herzens zu setzen und so neue Dimensionen an Menschlichkeit zu entdecken. Schritt für Schritt die Metamorphose des eigenen Lebens zu genießen, neugierig auf jede neue Erfahrung zu sein. Damit sich die richtig interessanten und spannenden Entwicklungen einen Weg bahnen können. Ich liebe das Leben und bin dankbar dafür, es von Anfang bis zum Ende leben zu können.

Und wenn das mal nicht ein Wort zum Sonntag war, dann weiß ich auch nicht… 😉 . In welchem Lebensjahrzehnt seid ihr gerade unterwegs, und wie geht es euch damit?

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114 Kommentare

  1. Liebe Julie, ein wirklich gelungenes Wort zum Sonntag (: …ich bin erst 23 geworden und auch noch oft unsicher, wie es in dem Alter offensichtlich normal ist, wenn ich deinen Text so lese (: …da macht es Lust auf die Zukunft, wenn man sich endlich nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen lässt und mehr Vertrauen in sich selbst hat. Was du über die Schönheit schreibst klingt doch schon sehr weise x) …Liebe Grüße und einen schönen (sonnigen) Sonntag (:

    • beautyjagd sagt am 1. Februar 2015

      Unsicherheit ist normal, ich glaube, das gehört einfach zum Leben dazu. In den 20ern wahrscheinlich noch mehr, aber auch jetzt und sicher auch später, immer wenn man sich auf neues unbekanntes Terrain begibt. Aber irgendwie bekommt man mit der Zeit mehr Erfahrung im Umgang mit der Unsicherheit, und deswegen lässt man sich dann nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen. Dir auch einen schönen Sonntag!

  2. Hallo,
    ich bin 48 Jahre jung und bei mir angekommen 🙂
    Ich sehe heute besser aus als mit 30. Schlanker, habe mein Stil entwickelt, weiß was meiner Haut gut tut. Nur mit meinen Haaren bin ich noch auf Kriegsfuß:), die wollen nicht so wie ich.
    Keiner schätzt mich älter, als Mitte 30 Anfang 40 und bis vor ein Jahr hat mir das noch sehr viel bedeutet. Mittlerweile nehme ich das Älter werden an, freue mich über meinen tollen 26 jährigen Sohn und weiß zu schätzen, was ich habe. Bei der Gesundheit hapert es bei mir, aber ich bin nicht alleine und das ist wichtiger als Schönheit und Reichtum.
    Ich möchte nicht mit einer Frau Geissen tauschen ( Ihr wisst schon ), die der Jugend hinterher läuft und wo alles perfekt sein muss.Ich fahre mit Bus jetzt mit meinen Hund zu Sohnemann und Schwiegertochter. Mein Hund wird die Beiden ein wenig aufmischen und auf Trab bringen, dann gehen wir zu Fuß den langen Weg nach Haus und heute Abend bin ich glücklich und zufrieden, sowie auch müde.
    Ach ja, ich denke jünger werde ich nicht nur geschätzt, weil ich noch faltenfrei bin, sondern weil ich gerne lache, auch mal den Kaspar spiele und vielleicht nur ! zweimal im Jahr ein wenig Angst vorm älter werden habe, aber damit kann ich leben.
    Du hast recht, das Leben muss man lieben, um entspannt alt werden zu können.
    LG Andrea

    • beautyjagd sagt am 1. Februar 2015

      Hihi, ich bin dagegen eher immer etwas irritiert, wenn Menschen mir sagen, dass ich doch noch nicht Ende 30 sein kann, sondern jünger wirke – ich finde schon, dass ich so alt aussehe wie ich bin, und möchte das sogar so haben 😉 . Wahrscheinlich deswegen, weil ich es schon kaum mehr erwarten kann, 50 zu sein, haha 😉 . Viel Spaß heute mit Familie und Hund 🙂

  3. artemisia sagt am 1. Februar 2015

    Hallo,

    ich bin inzwischen in der 2. Hälfte der 40er, und ich bin froh über all das, was ich ich meinem Erwachsenenleben inzwischen gelernt habe (schon ein ganz klein bisschen Weisheit in manchen Bereichen). Mit meinem Aussehen bin ich auch viel zufriedener als in meinen Zwanzigern und Dreißigern – ich bin sicherer in mir selbst. Meistens werde ich jünger geschätzt, als ich bin, was mich freut. Aber ich habe auch keine ernsthaften Probleme mit den inzwischen aufgetretenen Fältchen: sie gehören zu mir und sind „erlebt“: Spuren meines Lebens!
    Deine Antwort auf die Frage deines Coaches könnte meine sein. :o))
    Keine Angst vor deinen Vierzigern, und ebenso wenig vor den Fünfzigern: du kommst deinem Ziel der Weisheit nur näher.
    Alles Liebe (ich nehme an, dass dein Geburtstag nicht weit entfernt ist, wenn du dir über das Alter Gedanken machst)!

    • beautyjagd sagt am 1. Februar 2015

      Sind noch fast zwei Monate bis zum Geburtstag – aber das Thema beschäftigt mich oft, was vielleicht auch daran liegt, dass ich einen Beautyblog führe.
      Und ich stehe ja total auf Spuren des Lebens, auch auf Narben. Vielleicht deswegen, weil ich Geschichten liebe 🙂

  4. Ein wirklich gutes Wort zum Sonntag!
    Schönheit eines Menschen, dazu gehören vor allem die Inneren Werte, die du sehr schön beschrieben hast. Oberflächlichkeit läßt nur auf das Äußere achten, der Charakter ist es aber, der Freundschaften und Beziehungen anbahnt und festigt. Deshalb ist wahre Schönheit m. E. die Schönheit des Charakters. Und diese Charakterschönheit zeigt sich natürlich auch am Erscheinungsbild – man lacht und lächelt öfter, ist verständnisvoll und geht Probleme und Herausforderungen ruhig und mit Köpfchen an.
    Nichtsdestotrotz gehört die Körperpflege dazu und damit auch das Retuschieren der kleinen Fältchen. Diese werden aber dann gern übersehen, wenn eine lebensfrohe, optimistische und realistische Person vor uns steht.
    LG

    • beautyjagd sagt am 1. Februar 2015

      Charakter haben, das finde ich auch sehr gut – und zu sich zu stehen, das macht auch sehr attraktiv. Klar gehört Pflege für mich dazu, ich schreibe ja schließlich einen Beauty-Blog, und das auch noch aus ganz und gar freiem Willen 😉 Mit dem Retouchieren habe ich persönlich es nur bedingt, wichtiger sind für mich der Spaß und die Freude beim Verwenden der Kosmetik. Mein Pflege-Ziel ist es, eine schöne strahlende Haut zu haben, die meinem Alter entspricht. Und spannend finde ich auch, wie viele Lebensthemen das Thema Beauty so streift und mich immer wieder zum Nachdenken bringt.

  5. Ein wirklich toller Post, das hab ich dir ja schon gesagt!
    Selbst mit meinen knapp 25 Jahren merke ich schon, worauf du hinaus willst. Auch ich fühle mich sicherer und oft auch eher bei mir als noch vor 5 Jahren. Ich hatte einige schwere Jahre und werde gern mal älter geschätzt – für mich gehört das irgendwie zusammen und ich finde es auch okay. Insgesamt empfinde ich das eher als Kompliment als als Beleidigung, denn für mich ist älter werden gar nicht so schlimm und ich freue mich über die Reife, die mir manch einer scheinbar zuordnet.
    Ich finde auch, dass sich das Alter total verschoben hat in der heutigen Gesellschaft. Die 30 macht mir wirklich überhaupt keine Angst und auch 40 finde ich heutzutage kein Alter.
    Mit meinem Vater habe ich letztens übers 50-werden gesprochen und war schockiert, dass es ihn scheinbar ganzschön erwischt.
    Ich freue mich, auch irgendwann sagen zu können, dass ich angekommen bin. Altersmäßig und auch sonst!

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Mir geht’s ähnlich wie Dir – ich hab das ja schon in einem Kommentar weiter oben beschrieben, dass ich es sogar gut finde, wenn man mein Alter korrekt schätzt. Da ich ja viel übers Älterwerden nachdenke, hoffe ich, dass mich die Midlife Crises (oder wie auch immer man das nennt) nicht so kalt erwischt.

  6. Ich bin 25 und zufrieden mit mir selbst =)
    Ich lese und höre so oft, dass man erst ü30 selbstsicher und gelassen wird, dem kann ich für mich selbst nicht beipflichten.
    Insgesamt gefalle ich mir selbst, habe einen tollen Partner, noch tollere gute Freunde, Eltern, die mich in meinem Studium und bei allem sonst liebevoll unterstützen – es wird nur noch besser, wenn ich mal 30 bin, das Studium beendet habe und endlich die finanziellen Notlagen dadurch hinter mir lassen kann!

    Mein Traum ist übrigens, im Alter mal genau dieselben weißen Haare zu bekommen, die meine Oma hatte.

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Das ist großartig, dass Du Dich schon in Deinen 20ern nicht so irritieren lässt, von dem was da alles so von Außen auf einen einprasselt!!

  7. Ein wirklich schöner Text, Julie. Ich bin frisch 52 Jahre alt geworden und vollauf im Einklang damit. Die Alternative zum nicht Älterwerden ist jung zu sterben – und wer will das schon? Ich nicht – es ist auch längst zu spät dafür – too old to die young 😉
    Ich habe eine Zeitlang jüngere Kolleginnen gehabt, die wahnsinnige Panik vor ihrem 30. Geburtstag hatten. Das fand ich seltsam – ich habe mich damals auf meinen 30. sehr gefreut. Ich dachte, man wird dann automatisch reifer und erwachsener. Das stimmt so zwar nicht, aber man wird mit den Jahren einfach entspannter und das ist wahnsinnig viel wert. Klar erschrickt man manchmal kurz, wenn man sich beispielsweise über sein Handy beugt und auf einmal so viel Gesicht „runterfällt“ (na ja, übertrieben ausgedrückt), aber so ist das eben. Ich war beispielsweise noch nie schlank und kann heute gut damit leben. Es heißt doch, man muss sich im Alter entscheiden, ob Kuh oder Ziege, also dick oder dünn. Ich habe ein paar Kilos mehr auf den Rippen und daher auch ein paar weniger Falten. Aber letztlich ist auch das egal – im Alter kriegt man das Gesicht, was man verdient. Wer immer unzufrieden ist, strahlt das aus. Wer gerne lacht und genießt, strahlt auch das aus. Das finde ich wichtig – es gibt so tolle alte Gesichter, wo sich Herzensgüte, Charme und Humor spiegeln. Das ist mir allemal lieber als eine glatte Fassade. Mit Narben hatte ich früher mehr Probleme – heute sehe ich auch das entspannter. Wie die Bäume ihre Jahresringe bekommen, bekommen auch wir unsere Zeichen… Und das ist auch gut so 🙂

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Glatte Fassaden, die meine ich auch mit meinem Satz, dass mich Menschen nicht so sehr ansprechen, wenn sie irgendwie nichts zu sagen haben. Mein 30. Geburtstag hat mich nicht sehr beschäftigt, muss ich sagen, aber ich spürte deutlich, dass sich im kommenden Jahrzent einiges ändern muss – was auch so passiert ist. Glücklicherweise 🙂

  8. Ich bin in letztem Monat 29 geworden, und ich hatte mit 16 angefangen nur zertifizierte Naturkosmetik zu verwenden, deshalb glaube ich, dass ich nie große Probleme mit der Haut gehabt hab, vllt nur Unzufriedenheit mit dem Bodyimage….ich sehe heute noch aus wie eine 16jährige, daher wurde ich immer beim Alk nach Ausweis gefragt und Kindermenü im Restaurant bekommen…

    Dieses Jahr werde ich mein langjähriges Studium der Diplom-Mathematik beenden.
    Es ist ein sehr schwieriges Studium, v.a. wenn man weder finanzielle Unterstützung noch mathematisches Talent hat. Ich war im gesamten Studium wegen frauenfeindlichen Professoren und Kommiltonen depressiv und total unsicher geworden, das wirkte teilweise auch auf meinen Klausurergebnissen…. mein Story in den 20er…

    Aber nach der Abgabe der Diplomarbeit habe ich erst richtig gespürt, dass das Studium bald vorbei sein wird und eine neue Phase im Leben beginnt, da habe ich erst angefangen neue Hoffnungen auf mehr Freiheit (wenn man Mathe studiert, der weiß dass man so gut wie keine Freiheit hat) zu bauen. Neue Leute kennenlernen und neue Umgebung, endlich einen richtigen Lebenspartner finden, das Wichtigste ist v.a. keine finanzielle Unsicherheit mehr zu haben…

    Ich bedauere sehr, dass ich in den 20er nur studiert habe, und außerhalb Uni ziemlich vieles verpasst hab.

    Aber ich habe unglaubliche viele Neugierde und Hoffnungen auf die kommende neue Lebensphase, wenn ich 30 werde 🙂

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Oh ja, das Studentenleben ist nicht immer ein Zuckerschlecken, wie man das manchmal so liest. Mir hat mein Studium Spaß gemacht, auch weil ich dadurch in eine ganz neue Umgebung gekommen bin, die mir gut getan hat. Aber diese ewige Unsicherheit, was wohl mal aus einem werden wird, hat mir auch zu schaffen gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das noch härter ist, wenn dann die Umgebung an der Uni auch nicht glücklich macht wie in deinem Studiengang. Es ist sehr schön, dass Du mit viel Schwung in den neuen Lebensabschnitt starten wirst 🙂

  9. Waldfee sagt am 1. Februar 2015

    Ich bin 48 Jahre alt und werde mit zunehmendem Alter zufriedener. Wenn die Leute hören, das meine Tochter 28 ist, wundern sie sich immer. Ich sehe vielleicht nicht jünger aus, wirke aber wohl so. Denn ich lache gerne, viel und laut, bin manchmal albern und ansonsten zufrieden mit meinem Leben. Wenn ich aufs Handy runterschaue, fällt mein Gesicht auch der Schwerkraft zum Opfer, ich habe Augenfältchen und die Haare werden dünner. Meine Figur ist 38/40. Früher war ich schlanker, seit einem Jahr bin ich auf keine Waage mehr gestiegen. Ich habe einfach keine Lust mehr, beim Essen ständig aufs Gewicht zu achten.
    An mir gefallen mir meine reine Gesichtshaut und mein strammer Busen 🙂

    • Waldfee sagt am 1. Februar 2015

      Und ich mag zB Jutta Speidel. Die hat viele Falten und eine stramme Figur, wirkt aber zufrieden und angekommen und strahlt eine enorme Lebensfreude aus.

      • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

        Ich habe auch schon lange keine Waage mehr, ich halte wenig davon, Zahlen die Kontrolle über das eigene Leben zu geben. Und ja, lachen hält definitiv jung!!

  10. Veronika sagt am 1. Februar 2015

    Auch ich habe in diesem Jahr einen besonderen Geburtstag. Ich werde im Oktober 60 Jahre alt und staune manchmal, wie wenig Bedeutung diese Zahl für mich hat. Meine runden Geburtstage waren immer irgendwie besonders, beim 30sten hatte ich das Gefühl, nun ganz und gar erwachsen zu sein, den 40- und 50sten habe ich mit Spannung erwartet und auch immer das Gefühl gehabt, nun einen neuen Abschnitt zu erleben. Auf diesen nun kommenden freue ich mich und bin immer noch gespannt, was das Leben für mich bereithält.
    Immer noch nicht verlassen hat mich meine Neugier auf das Leben an sich, auf neue Menschen und Meinungen, aber auch auf neue Naturkosmetik (ich bin da Hardliner seit 30 Jahren), aber ohne Dich, liebe Julie, und Euch alle hätte ich z.B. nie was von den Maienfelsern oder all den anderen, hochinteressanten kleinen Manufakturen oder Nischenmarken gehört. Danke!
    Rein optisch kann ich durchaus mit so manch jüngerer Frau „mithalten“, interessant ist eher, dass das nicht mehr so wichtig ist, ebenso ein paar Kilo rauf oder runter. Mit 45 fand ich z.B. meine Oberarme so schrecklich, das ich sie immer bedeckte, heute bin ich froh, dass ich sie habe und sie tadellos funktionieren.
    Also, an alle jüngeren: Freut Euch auf jeden Geburtstag, es wird immer besser, und je älter man wird, umso höher ist der Grad der Entspannung sich selbst und auch allem anderen gegenüber!
    Hilfe, soviel wollte ich garnicht schreiben! Allen einen schönen Sonntag,
    Veronika

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      „Mithalten“ können, das ist auch so eine Sache – denn sie setzt ja den Vergleich voraus. Es ist nichts schlimmes, sich zu vergleichen, finde ich, aber Frauen gehen da manchmal schon sehr hart mit sich selbst ins Gericht. Ich übe auch weiterhin den freundlichen Umgang mit mir selbst, der wird einem ja leider via Medienbild und Gesellschaft nicht unbedingt näher gebracht.

  11. Ich bin dieses Jahr 28 geworden und konnte ebenso feststellen, dass man mit den Jahren eben immer reifer wird. Als meine Oma damals 90 wurde, habe ich sie gefragt, wie man sich mit 90 fühlt. Ihre Antwort: „Genauso, wie man sich mit 20 gefühlt hat, mit 30 oder mit 40.“ Ob nun also eine 3, eine 4 oder 5 vorne steht: Man bleibt im Kern eben man selbst…nur die Sichtweisen auf die Dinge im Leben ändern sich, Prioritäten verschieben sich.

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Sehr schön ausgedrückt! Ich glaube sogar, man findet im steigenden Alter immer mehr zu sich – und definitiv verändern sich die Sichtweisen im Laufe des Lebens, das ist ja gerade das spannende 🙂

  12. Bergamotte sagt am 1. Februar 2015

    Liebe Julie,

    eigentlich wollte ich gerade mal wieder auf Deinem Blog stöbern, ob Du etwas über die Marke L:a Bruket irgendwo geschrieben hast, denn Du bist in Sachen Meinung zu Naturkosmetik immer einer meiner ersten Anlaufpunkte, wenn ich etwas neues entdecke, da wir einiges gemeinsam haben 😉
    So…und jetzt lese ich „Weshalb ich mich freue 40 zu werden“ 🙂
    Ein paar wirklich schöne Gedanken und Erfahrungen, die Du da zusammengetragen hast und die ich einfach nur unterschreiben kann. Auch ich werde in diesem Jahr 40 (1975 – ein toller Jahrgang 😉 und hatte die ganze Zeit ein Lächeln auf dem Gesicht, als ich Deine Zeilen las. Ich habe mir Gott sei Dank nie wirklich Gedanken ums Älterwerden gemacht, aber lange vermutet, dass das Leben mit 30 ja wohl eigentlich zu Ende sein muss… man lag ich da sowas von falsch!!!! Ich finde die Zeit seit dem einfach nur toll, da ich – genau wie Du – immer entspannter, selbstsicherer und selbstbestimmter werde und nun auch Kleinigkeiten große Aufmerksamkeit schenke. Also…bevor ich hier noch einen Roman schreibe, wollte ich Dir nochmal danken für Dein wirklich tolles „Wort zum Sonntag“ und freue mich schon auf das nächste 😉
    Liebe Grüße aus Frankfurt
    Bergamotte

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Mit 25 fand ich Kollegen, die 40 waren, natürlich auch uralt. Ist ja auch klar, denn mein Umfeld war bis dahin sehr studentisch geprägt. Das vergesse ich auch nicht so schnell, denn dadurch kann ich mir ein bsischen vorstellen, wie es wohl für jüngere Menschen ist, mir gegenüber zu stehen 😉 .
      Und L:A Bruket, ich habe die Marke nur mal erwähnt bisher, aber nur die Lippenpflege ausprobiert http://beautyjagd.de/2013/05/01/mein-beauty-einkauf-bei-other-stories-in-berlin/. Bei der Puren Schönheit in HH habe ich aber den Körperpflegeprodukten gerochen, die Düfte sprachen mich sehr an.

  13. Liebe Julie,
    Dein Wort zum Sonntag , so wie Du es nennst, hat mich sehr angesprochen, denn diese Gedanken macht sich wohl jeder mal. Ich bin mittlerweile schon länger jenseits der 40 und werde dieses Jahr 47….
    Als ich 25 wurde, hatte ich eine kleine Krise, da ich ausgerechnet an dem Tag mein erstes graues Haar entdeckte und traurig war darüber…ich dachte irgendwie, dass ich binnen weniger Jahre komplett ergrauen würde , was ich natürlich in dem Alter schrecklich fand. Das war dann natürlich nicht der Fall und die Krise legte sich auch wieder…
    Mittlerweile töne ich meine Haare , komme aber bestens klar, wenn auch mal ein paar Silbersträhnen durchkommen durch die Pflanzenfärbung.
    Ich habe auch inzwischen ein paar Falten mehr, werde aber oft für jünger gehalten.
    Insgesamt halte ich auch die innere Einstellung für ganz wichtig und versuche, jeden Tag
    mein Leben zu geniessen und das Schöne zu sehen…
    durch eine Psychologin habe ich es fertiggebracht, mich von belastenden und nierderdrückenden Mustern aus der Vergangenheit einigermassen zu lösen und habe dadurch viel mehr Lebensfreude entwickelt. Diesen Mut, diesen Weg zu gehen, habe ich erst
    über 40 gehabt und bin heute froh darüber….
    mir geht es gut, ich habe eine tolle Familie und bin insgesamt entspannter als mit 20 oder 30.
    Jetzt habe ich auch mehr Selbstbewusstsein , mit schönen Lidschattenfarben und Lippenstiften zu experimentieren und der Mensch zu sein, der ich bin.

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Mit 20 habe ich mir lustigerweise auch die größten Sorgen wegen Cellulite etc gemacht, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem im Grunde alles noch schön straff ist… Vielleicht deswegen, weil das mit der kommenenden erfahrung noch wenig greifbar ist, man aber schon bemerkt, dass man (körperlich) nicht mehr ganz jung ist. Und für mich war es auch sehr wichtig, dass ich meine Verhaltensmuster besser durchblicke, ich in meinem damaligen Coaching in der Hinsicht immer noch sehr dankbar.

  14. Toller Post! (die nahenden 40 sind man Dir übrigens gar nicht an!)
    Ich muss heute noch über mich schmunzeln; als Teenager fand ich 30 so furchtbar und wollte mich lieber umbringen als so alt zu werden.^^ Als ich dann 30 wurde, war der Gedanke natürlich weg ;). Tatsächlich war ich eine der wenigen in meinem Freundeskreis, die sich sich dann ‚furchtbar‘ auf ihren 30. Geburtstag freute. „50 ist das neue 30″…jetzt habe ich also noch gute 27 Jahre um mich darauf zu freuen 😉

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Vorfreude ist die schönste Vorfreude 😉 . Und naja, im Vergleich zu früher sieht man mir die nahende 40 schon an, gerade wenn ichb alte Fotos ansehe, bemerke ich meine damalige Jungheit 😉 Aber mein Blick war damals irgendwie „gehetzer“ udn weniger ausgeglichen als jetzt.

  15. Ich hoffe, ich denke irgendwann mal wie du. Deine Einstellung is so positiv (und vor allem kommt sie authentisch rüber und nicht so gezwungen wie man es in manchen Frauenzeitschriften manchmal liest). Ich werd dieses Jahr 30 und hab irgendwie das Gefühl, dass mir die Zeit wegrennt. Und vom körperlichen Verfall will ich gar nicht erst anfangen 😉

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Ich finde das gut, dass Du so ehrlich zu Dir bist! Das ist eine gute Vorraussetzung 🙂 Dieses gehetzte Gefühl kenne ich auch aus meinen 20ern, irgendwie stand ich da auch deutlich mehr unter Druck. Das wird wirklich besser! Und dann rennt die Zeit auch nicht mehr so.

  16. Vielen Dank für deinen tollen und wie ich glaube sehr wahren Beitrag.
    Ich bin dieses Jahr „erst“ 30 geworden und hatte mich auch erst darüber geärgert die 2 vorne dran verloren zu haben. Aber man muss sich tatsächlich bewußt werden wieviel man durch Lebenserfahrung gewinnt.
    Und was das Äußerliche betrifft: Ich denke die Jahre müssen einem nicht das gute Aussehen nehmen. Wenn man auf den Körper und die Haut achtet und lernt was einem steht und was nicht gewinnt man vielleicht sogar eine gewisse Schönheit dazu. Ich zumindest fühle mich von Jahr zu Jahr schöner ,)

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Ich glaube, dass man das mit dem positiven Zuwachs der wachsenden Erfahrung in seinen 20ern noch gar nicht so begreifen kann, also ich konnte das irgendwie noch nicht. Und dann wäre ich gern schon weiter gewesen, aber das ging ja auch nicht auf Knopfdruck. Bei mir hat das oben beschriebene Coaching ganz viel ausgelöst, da war ich Anfang 30.

  17. Liebe Julie, jaja diese “ runden“ Geburtstage…
    Irgendwie lösen die mehr in unserer Seele aus als die anderen, stimmt’s ?! Der 40ste liegt bei mir nun auch schon über fünf Jahre zurück und ich habe mir damals auch viele Gedanken gemacht. Aber ich hatte ein einjähriges Kind und auch wenn mir das Thema
    “ späte Mutter“ damals mehr Sorgen gemacht hat als die Vergänglichkeit des Körpers ist es rückblickend eigentlich eine gute Sache, denn meine Kinder halten mich jung, sind aber nicht selten auch ein Grund, warum ich manchmal fertig und älter aussehe.
    Das Wichtigste für mich ist, daß ich rückblickend sagen kann, daß ich keine Entscheidung bereue, die ich in der Vergangenheit getroffen habe. Allerdings hatte ich eine Zeit zwischen 20 und 30, in der ich sehr träge war und auch sehr unsicher und teilweise unglücklich. Das ist eigentlich schade, denn das soll ja eigentlich die Zeit sein, in der frau am schönsten und begehrenswertesten sein soll, wenn man so den Medien glaubt. Weit gefehlt, zumindestens für meine Wenigkeit. Ab 40 kam meine beste Lebenszeit und es kann ja nur noch besser werden :()

    • Und gestern habe ich übrigens bis 4 Uhr morgens einen Riesen- Spaß auf einer Party gehabt, auch der niemand jünger als 40 war und habe getanzt und gefeiert wie der Lump am Stecken – genau wie alle anderen der “ betagten “ Gäste. Man muß das Leben feiern wie es kommt!!

      • apropos Party : Ranunkel , ich stimme dir zu, carpe diem ist auch
        mein Motto und die besten Parties meines Lebens habe ich jenseits
        der 40 gefeiert und zwar bei einem 50. Geburtstag und einem 60. Geburtstag getreu dem Motto “ Je oller, desto doller “ und es wurde sehr eifrig getanzt…..und alle hatten ihren Spaß. Die paar Falten sollten einem das Leben nicht vermiesen……

      • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

        Yay, Ranunkel, Du lässt es krachen, das ist toll!
        Ich bereue übrigens auch (fast) nichts in meinem Leben, das liegt glaube ich daran, dass wenn ich mich zu etwas entscheide, dann ist es so. Ein bisschen betrauert habe im Nachhinein eine Phase, in der so einiges nicht lief – aber auch das hat mir neue Einsichten gebracht.

  18. Liebe Julie,
    Ich bin letzten Monat 63 Jahre geworden!

    Ich fühle mich wie immer: mal lustig, mal traurig, mal nachdenklich, aber ehrlich gesagt nie alt!

    Weil ich das nicht zum Thema mache, machen das andere auch nicht.

    Ich arbeite immer noch, halte nichts vom Vorruhestand und habe an meinem
    Geburtstag mein 30. jähriges Jubiläum in der Firma gefeiert!
    Ich bin im Mai seit 45 Jahren verheiratet, habe einen tollen Sohn, netten Mann und
    goldigen Kater .
    Natürlich bin ich runder geworden, habe ein paar klitzkleine Faeltchen und meine Haare sind blond,braun, grau , na und?
    Ich finde das alles gut so, sich auf jung trimmen bringt nichts!!
    Ich pflege mich mit Naturkosmetik, ernähre mich gesund und lebe ohne Angst und Schrecken in einem friedlichen Land!

    Ich werde immer dankbarer für das, was ich habe und brauche vieles nicht mehr.
    Die meisten Frauen in meinem Alter sind nix für mich, weil es da nur um Krankheiten,
    Sorgen etc geht. Ich habe eine Freundin, die ist 42 und mein Arbeitskollege, mit dem ich das Zimmer teile, ist 33 Jahre alt und möchte mich nicht missen!

    Ich habe vielleicht auch deshalb eine natürliche Einstellung zum Aelterwerden,
    weil meine Schwester mit 50 Jahren an Krebs gestorben ist, ich glaube, sie hätte
    gern Falten gehabt und damit leben dürfen!

    Dein Blog, liebe Julie, ist toll, informativ und ich freue mich immer über Deine
    Neuheiten!
    Behalte Deine Einstellung, die ist gesund und richtig!

    Liebe Gruesse
    Witha

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Mich hat in meinem Berufsleben auch die Krebskrankheit einer Kollegin sehr wachgerüttelt, mir kam damals immer mehr der Gedanke, dass ich mein Leben für mich nutzen und genießen will, und nicht fremdbestimmt eine Tätigkeit auszuüben, die nicht mit meinen Werten übereinstimmte. Eben weil es wertvoll ist, leben zu können. Und mir ist auch sehr bewusst, dass ich hier in Deutschland in einer Umgebung lebe, in der nicht Krieg und Terror herrscht.

  19. Der Wind der Unendlichkeit weht
    durch Herz, Körper und Seele,
    schenkt mir den Atem
    des Neubeginns.
    (Nari)

    So sehe ich Alter. Gibt es Altern wirklich? Mir scheinen es eher Abbiegungen im Leben zu sein und Falten für den, der dank der westlich-konsumistischen Denkweise in pawlowscher Weise darauf konditioniert ist, das Äußere vorrangig zu bemerken.

    Für mich ist jeder Tag Neubeginn, jeder Moment. Ich bin jetzt über 65 und stelle für mich fest, dass ich immer alles so gemacht habe, wie es zu dem Zeitpunkt richtig für mich war. Später zu sagen, was für eine Idiotie irgendetwas war, ist müßig, weil der Verstand, der Geist sich entwickelt haben und mich jetzt vielleicht anders handeln lassen würden. Heute würde ich keine Eulenbrille der 70er mehr tragen und eine Mireille-Matthieu-Frisur für das Nonplusultra halten. Aber damals war es toll, so what.

    Ich fühle mich in meinem Leben und dem ‚alten‘ Körper mit Falten, grauen Haaren und unter eifriger Nutzung einer Lesebrille (Flohmarkt Modell ‚verarmter Landarzt 1. H. 20. Jh.‘) sauwohl, und die Freiheit, in zunehmender Selbsterkenntnis und dem daraus resultierenden Mut, erziehungs-/ gesellschaftsbedingte Konditionierungen mehr und mehr abzuschütteln, ist einfach unbezahlbar.

    Also, Ihr jungen Hüpfer hier: Herzlichen Glückwunsch zu Eurer tollen Lebenslinie und einem grandiosen Leben jenseits der Fuffzich!

    LG,
    Theo
    Tenryu-Ji Kloster, Matsuoka/ Japan

    PS. Schönes 2015 Euch allen!

    • Liebe (r) Theo,
      Dein Kommentar ist grandios und ich bin begeistert von Deinen Worten,
      denn aus ihnen spricht soviel Weisheit und auch Lebensfreude und auch sehr viel
      Selbsterkenntnis. Ich hoffe, dass ich auch noch dahin komme…..bis 50 habe ich ja noch
      ein paar Jährchen. Mittlerweile ist mir das, was andere über mich denken auch nicht mehr so wichtig……

      • Waldfee sagt am 1. Februar 2015

        Genauso geht es mir auch, Vera. Meine Mutter hat so oft gesagt: „Was sollen denn die Leute denken…“ Das ist mir heute schnurzpiepegal.

      • Liebe Vera, danke für Dein Lob, aber ich fürchte, ich bin alles andere als weise 🙂 Eher abgrundtief faul, deshalb habe ich Konventionen über Bord geworfen und mich auch von Besitz getrennt. Besitz verpflichtet, muss man pflegen. Koventionen engen ein, und irgendeinem macht man es sowieso nicht recht.

        Eigentlich bin ich auch auf Beautyjagd fehl am Platz, denn mit meinem Duschgel für alles, Gesichtsöl und einen Lippenstift als Deko (ab und an, wenn mich das wilde Einkaufvirus packt, kommen auch noch Mascara und Toner dazu) gehöre ich hier eher zur Suppenküche 🙂 Petra z. B. ist da das glatte und immer wieder lehrreiche Gegenteil von mir. Sie kennt – neben Julie – Produkte, die sind noch gar nicht erfunden.

        @ Waldfee Die WSDLD-Erziehung habe ich auch genießen dürfen – ein Verbrechen, aber hält die Menschen schön in der Spur. Nett ist auch ‚Solange du die Füsse unter meinem Tisch hast …‘ oder ‚Von meiner Frau/ meiner Tochter/ meiner Angestellten erwarte ich, dass …‘
        UAAAAH!!!

        LG,
        Theo

      • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

        Hier ist keiner fehl am Platz 🙂 Das macht die Vielfalt der Beautyjagd ja gerade aus 🙂

      • Yeah, das kenne ich auch noch so. Meine Eltern – und ich mit ihnen – haben nach außen hin immer perfekt funktioniert…

        Theo, wenn du wüsstest – zu einigen meiner hochpreisigsten Produkte hat dein Votum den Blindkauf initiiert, stelle mal dein Licht nicht so unter den Scheffel. Tiefstapeln gildet nicht 😉

        Meine Zäsur war der 30., ich dachte immer, dann wär’s Zeit zu Grieneisen zum Probeliegen zu gehen. Mittlerweile stapfe ich mit großen Schritten auf die 50 zu und halte es mit einem sehr lieben Kollegen: Lass die Leute reden, die reden über jeden. Mein Alter oder wie alt ich geschätzt werde geht mir ne Handbreit unterm Kiel… Ich finde kurz vor 50 völlig ok, das Leben hat noch so viel Neues und Spannendes zu bieten. Meine Vergangenheit kann ich nicht ändern, ich schaue nach vorn – heute ist morgen schon gestern. Doof ist höchstens, dass ich nicht mehr zwei, drei Nächte durchmachen kann 😉

        Was mir aber wirklich zusetzt und mich am Altern trifft ist der Verlust. Meine Mutter ist heute vor neun Jahren gestorben, meine engste Freundin vor sechs Jahren und auch bei meinem Vater ist es schon drei Jahre her; dazu kommen noch einige, die mir nicht ganz so nahe standen. Ich hoffe, irgendwann mal mit Verlust umgehen zu lernen um wirkliche Nähe zulassen zu können.

      • beautyjagd sagt am 4. Februar 2015

        @Petra: *ich umarm dich einfach mal* Das Thema Verlust von Menschen empfinde ich auch als heftige „Lektion“ im Leben beim Älterwerden.

      • Ellalei sagt am 4. Februar 2015

        Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man solche Erfahrungen mit dem Alter besser meistert. Das ist doch immer schlimm. Ich bin allerdings unglaublich dankbar, dass es in meiner Familie noch sehr lebendig zugeht * toi toi toi*. Da blicke ich dann schon eher traurig auf die meines Mannes, der schon früh Eltern und Bruder verlor. Ich habe kaum eine Schwiegerfamilie, aber was man nie kannte vermisst man auch nicht wirklich.
        Für unsere Tochter ist es schade, doch dieses „Nachwachsen“ von Familien mitzuerleben und aktiv zu gestalten empfinde ich als großes Glück und eine Chance.

        Zu dem Thema Kinder gab es hier schon Diskussionen und ich kann nur sagen: Selbst jetzt als „Bekindete“ blicke ich voller Verständnis auf Frauen, die ihren kinderlosen Weg gehen oder jene, die sich noch unsicher sind. Ist doch alles total normal und Okay! Egoistisch kann man auch das Mutter-Dasein nennen, das finde ich total albern, diese Argumentation so zu führen und da darf man sich gar nicht zusätzlich verunsichern lassen.
        Was habe ich mir jahrelang für einen Kopf gemacht! Es ist doch schon ausreichend anstrengend, diesen inneren Druck zu verspüren, den wir Frauen, so denke ich, schon emotional und genetisch in sich tragen.

        Ich habe keine Ahnung, ob es Männern ähnlich ergeht und diese Zerrissenheit auch an ihnen nagt oder ob sie emotional anders altern als wir Frauen vor dem Hintergrund der endlichen Fruchtbarkeit und der möglichen Verantwortung für das Weiterleben unserer Rasse. Brrrr, das macht Gänsehaut, so einen Druck sollte sich frau wirklich nicht aufladen. Und eine hier schrieb doch so schön: Die Erde wird nicht größer!
        Verantwortung trägt jeder in erster Linie für sich und erst dann für andere, solange man dazu bereit ist. Für unseren Planeten und dessen Fortbestand würde ich mich persönlich immer noch mehr einsetzen als für den der menschlichen Rasse, da mache ich mir keine Sorgen.

      • Liebe Julia,

        vielen Dank für deine Umarmung. So eine Depri-Stimmung wollte ich jetzt gar nicht erzeugen bzw. vermitteln. Dein Post hat mich nur zu einer Zeit erwischt, in der die Dunkelheit und Kälte bei mir – wie vermutlich bei vielen anderen auch – eine gewisse innere Einkehr auslöst und mich auch etwas dünnhäutiger macht.

        Ich komme gerade von einem mehrtätgigen Lehrgang, daher „hänge“ ich ein wenig beim Lesen. Dieser Beitrag ist aber doch einer, der zur Reflexion auffordert. Mit dem Altern selbst komme ich ganz gut zurecht. Einige Dinge gehen nicht mehr so gut wie früher, dafür gehen andere viel besser. Dazu haben sich auch deutlich meine Prioritäten verschoben. Ich lebe ganz klar im hier und jetzt und arbeite mich schon lange nicht mehr an Dingen ab, die ich ohnehin nicht ändern kann. Theo hat das wie so oft sehr treffend und schön formuliert…
        Altern bedeutet für mich auch einen ungemeinen Zuwachs an Autonomie. Ich bin sehr dankbar, dass ich mir meine Neugier und Freude am und über das Leben erhalten konnte – Hochs erleben zu dürfen bedeutet eben auch Tiefs aushalten zu müssen.

      • beautyjagd sagt am 5. Februar 2015

        @Petra: Ich habe das nicht als Depri aufgefasst 🙂 , sondern ich mochte die Ernsthaftigkeit Deines Kommentars 🙂
        @Ellalei: Und ich fürchte auch, dass das Verabschieden mit dem Älterwerden nicht leichter wird – nur eben von der statistischen Wahrscheinlichkeit häufiger.

      • Wow, liebe Ellalei – Dein Beitrag zum Thema Kinderkriegen war nun aber auch sehr weise und tiefgründig geschrieben!
        Möchte ich genauso unterschreiben 😉
        Tolle kommunity hier!!!!

    • Waldfee sagt am 1. Februar 2015

      Theoooo, ich hab dich vermisst. Schön, das es dich (noch) gibt. Ich liebe deine geistigen Ergüsse 🙂

    • Noemi B. sagt am 2. Februar 2015

      Theooo… endlich mal wieder ein Lebenszeichen von dir, wenn auch auch ein sehr fern-östliches (passt aber zu dir). Ich finde es extrem schade, dass du dich so selten zu Wort meldest – und nicht nur ich. Deine Kommentare sind immer weise, witzig und wortgewandt und wir vermissen sie sehr.
      Persönlich finde ich deine Lebenseinstellung bewundernswert, mal sehen, ob ich irgendwann ansatzweise auch so denken kann.
      Selbst das Zitat würde ich unterschreiben.
      Alles Liebe nach Japan, mögen dir die dortigen Erfahrungen Erfüllung bringen!

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Was für ein schönes Gedicht von Nari! Der Wind der Unendlichkeit ist ein wunderbares Bild. Und die Abbiegungen im Leben, die mag ich auch sehr. Ich empfinde es mittlerweile so, dass ich in meinem Leben den eigenen Weg suchen muss, und alle Umwege gehören dann zu mir und meiner Geschichte. Hab Dich hier auf dem Blog auch schon vermisst! Lass es Dir gut gehen im Kloster!

      • Ein Lebenszeichen von Theo! Deine japanischen Abenteuer würden mich ja sehr interessieren.. Grüße in den Osten – und vielen Dank für das wunderbare Gedicht.

    • queenie sagt am 6. Februar 2015

      Liebe Theo,
      wunderschön, was Du schreibst. Du bist in Reinen mit Dir selbst, das ist sehr schön. Auch mir geht es so, dass ich nichts in meinem Leben bereue. Klar habe ich viel Mist gebaut, aber zur jeweiligen Zeit hat es eben gepasst. Und ich bin happy so und möchte nichts missen.

      Du wirkst dennoch um einiges gelassener als ich, da möchte ich mir noch ein bisserl was von abgucken.

      Du bist in Japan? Da platze ich vor Neid…

  20. Liebe Julie,

    bei dem, was Du hier geschrieben hast, hast Du Dein Ziel doch längst erreicht 😉
    Finde Deine Gedanken und wie Du es schreibst sehr weise und erfahren und mein Wunsch, den ich allerdings keinem Coach, sondern gegenüber meinem Liebsten geäußert habe ist wie der Deine: Weisheit zu erlangen und selbst noch bei meinem letzten Atemzug etwas zu lernen.
    Vor sehr langer Zeit haben mein Mann und ich in einem Urlaub eine ältere Dame kennen gelernt, welche ihren Geburtstag nicht gefeiert hat, weil „Zahlen“ für sie keine Bedeutung hatten – dafür strahlte sie eine unglaubliche Weisheit aus.
    Mit ihr haben wir noch eine damals ca. sechzigjährige Frau getroffen, die so schön und jung ausgeschaut hat, dass es v. a. mich nie mehr losgelassen hat.
    Seit dieser Zeit haben wir aufgehört unsere Geburtstage zu feiern und leben – ähnlich zu Theo jeden Tag und jeden Moment ganz bewusst und wann immer es machbar ist in Verbindung zu unseren Herzen.
    Es ist heutzutage wichtiger denn je sich selber zu finden und sich so zu lieben und zu akzeptieren wie wir sind.
    Dann merkt man ziemlich schnell, dass die Erwartungen anderer nicht der Weg zum Glücklichsein sind und was unsere Nachbarn u. a. für eine Meinung über oder zu uns haben…
    Ein gutes Verhältnis zu Beauty gehört für mich genauso dazu wie das zur Gesundheit, weshalb wohl meine tolle Figur, schöne Haut, Haare, Ausstrahlung und eine gute Gesundheit ein Geschenk dafür sind.
    Vielleicht jedoch auch, weil mir die inneren Werte und ein gutes Herz weit wichtiger sind 😉
    Ein Gedanke von mir ist: Statt dem Verfall von Körper, Geist und Seele habe ich die Vorstellung und den Traum, dass wir uns statt dessen ENT-WICKELN und mit jedem Jahr schöner, gesünder und weiser werden.
    Eine Utopie? Glaube ich nicht einmal, wenn ich z. B. an diese schöne Frau von damals denke, meine Haare, welche aufgrund von Stress vor ein paar Jahren dünner und grauer geworden sind und nun seit letztem Jahr, wo ich mit Haaröl arbeite sie wieder schön dicht und gesund nachwachsen (an den wenigen grauen Haaren arbeite ich demnächst mit Kupfer), fühle mich heute gesünder und fitter wie in meinen Zwanziger- oder Dreißiger-Jahren und ebenfalls was uns die Welt da draußen bezüglich Sex und Partnerschaft einreden möchte stimmt aus eigener Erfahrung so gar nicht…
    Sorry, ist wieder etwas länger geworden – hoffentlich schaffe ich es mich bei meinem Neuseeland Beauty Beitrag kürzer zu fassen 😉

    • Für den NZ-Beitrag darf es hoffentlich durchaus etwas mehr werden, oder? 😉

      • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

        Ich freue mich schon auf Deinen Beitrag! Zu lang sollte er nicht werden, aber meine Texte sind ja auch nicht gerade für ihre Knappheit bekannt 😉

    • Noemi B. sagt am 2. Februar 2015

      Welches Haaröl hast du denn genommen, Sonja? Und ich nehme an, in die Kopfhaut massiert…?

      • Hallo Noemi B.,

        seit dem letzten Jahr nehme ich einmal in der Woche eine Mischung (gleiche Teile) aus Rizinusöl (derzeit von Akamuti) und von Dr. Hauschka die Neem Haarölkur, welche ich auch in die Kopfhaut einmassiere.
        Mit einem Handtuch drüber lasse ich es dann während meiner Hausarbeit ein paar Stunden einwirken.
        Was ich hier mal gelesen habe ist Kokosöl (derzeit Farfalla) vor dem Haarewaschen ins trockene Haar und nicht ganz so lange einwirken lassen (ohne Handtuch) – gibt super schöne und füllige Haare.
        Dieses Jahr habe ich zusätzlich mit dem Amla Haaröl von Khadi begonnen (mit und ohne Handtuch), hat eine gute Wirkung, doch meine ich, dass meinen Haaren die erste Variante insbesondere zum „Haarezüchten“ am besten gefällt.

        Lieber Gruß

        Sonja

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Das Ent-Wickeln gefällt mir sehr als Gedanke – und großartig finde ich auch die (in unserer westlichen Welt vollkommen absurd erscheinende) Idee, dass man mit jedem Jahr schöner, gesünder und weiser wird. Solche Visionen/Sichtweisen können ja sehr viel in Bewegung bringen, das sieht man ja auch am umgekehrten Beispiel, dass einem beständig eingeredet wird, dass Altern nur Abbau bedeutet (insbesondere bei Frauen). Am besten fängt man da bei sich an!

  21. Birgit (near Nürnberg) sagt am 2. Februar 2015

    Ich bin Mitte vierzig.

    Nachdem ich schon seit meiner Jugend Gewichtsprobleme habe, bin ich bezüglich „Schönheit der Jugend“ von Anfang an durch das Grobraster gefallen.

    Wo z.B. mit Mitte zwanzig keine straffen Oberschenkel sind, hat man auch mit dreißig oder vierzig keine zu erhalten.

    Wenn ich mich so lese, klingt das schon seltsam.

    Bezüglich Falten war ich lange verschont, das sind eben die Vorteile von etwas mehr Füllmenge.

    Um zum Thema zurückzukommen:
    Ich sehe das Ganze schön immer gelassen und für mich waren und sind die Werbegesichter eben Werbegesichter.

    Eure Aussagen mit der Ausstrahlung kann ich nur unterschreiben. Gerade das funkeln der Augen, die Begeisterung beim erzählen, die Leidenschaft bei Dingen, die man gerne tut….

    Ab einem bestimmten Alter merken immer mehr Menschen, daß sowas viel wichtiger ist.

    Trotzalledem kann und darf einem der eigene Körper wichtig sein. Man hat nur den einen.
    Meine Leidenschaft für Kosmetik ist ungebrochen.

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Meine Leidenschaft für Kosmetik ist auch ungebrochen, unglaublich, das geht mir ja schon seit meiner Teenie-Zeit so! Körper und Geist gehören auch für mich zusammen, und dass das Wort Kosmetik vom Verb „schmücken, ordnen“ kommt, tritt für mich auch immer weiter in den Vordergrund.
      Und herrje, das Grobraster – ich glaube auch, dass man da von vorne herein gleich eine ganz andere Blickweise entwickelt. Und hat dann den 30ern/40ern eigentlich was voraus 😉

  22. johannah sagt am 2. Februar 2015

    Ich rücke unaufhaltsam auf die 30 zu (noch 2 Jahre) und fühle mich irgendwie unter Druck, beruflich „was zu erreichen“, da man mit 30 einfach in die Kategorie „Erwachsener“ fällt, zu der in meiner Einschätzung eine innere selbstbewusste Haltung und Selbstständigkeit im Leben zählt. Meine Ideen sind im Moment etwas „alternativ“ im Gegensatz zu dem, was viele Menschen (Freunde und Familie) von mir „erwarten“. Sie sagen zwar, es wäre in Ordnung, wie ich mein Leben angehe, aber man merkt deutlich, dass Ihnen ein PhD oder Einstieg bei einer großen Firma lieber wäre als meine Ideen, mich selbstständig zu machen. Gerade mein Partner ist sehr dagegen. Einerseits verstehe ich seine Gründe, andererseits denke ich, dass er der erste sein sollte, der mich unterstützt. Ich bin aber selbst noch am suchen, was mit meiner Lebenssituation (meiner Gesundheit, meinen Wünschen, äußeren Umständen) zusammen passt und es fällt mir schwer nicht dem äußeren Druck nachzugeben. Das ist jetzt wohl nicht alterstypisch – oder doch? Irgendwie wäre ich gerne noch mal ein paar Jährchen jünger und mitten im Studentenleben. Andererseits fühle ich mich mit den Jahren immer wohler mit mir selbst, vertraue mehr auf mein Bauchgefühl und kenne meinen Körper besser. Trotzdem merke ich schon, dass ich auch körperlich älter werde und z.B. mehr tun muss, um meine körperliche Kondition zu halten. Meine Fältchen stören mich überhaupt nicht – die gehören zu mir. Mein erstes (gefundenes) graues Haar war aber schon so ein innerer Wendepunkt, in dem mir wirklich bewusst wurde: Die Zeit vergeht so schnell. Generell habe ich immer das Gefühl, dass das Leben so schnell an einem vorbeizieht – selbst wenn man den Moment genießt und erlebt. Eine Entspanntheit in Bezug darauf konnte ich noch nicht entwickeln. Ich freu mich für dich, dass du zufrieden mit dir selbst bist und deinen Lebensweg optimistisch weiter beschreitest.

    • Liebe Johannah, ich glaube, dass die Zeit um die 30 einer der schwierigtsen, wenn nicht sogar der schwerste Zeitabschnitt im Leben ist: Schule und Studium hat man gerade mehr oder minder erfolgreich gekillt und nun will man endlich seine Träume verwirklichen.

      Das Blöde ist, die werten Symbionten (Eltern, Verwandtschaft, Partner) wollen das auch! Und zwar genau die Träume, die sie selbst nicht verwirklicht haben (meist die Kriegs-/ Nachkriegsgeneration), weil sie selbst nicht konnten oder durften (Studium, akademische Laufbahn, glänzende Partie mit viel Knete, Villa in München-Bogenhausen …), sollen nun über das ‚Kind‘ verwirklicht werden. Eigene Vorstellungen des inzwischen von den Eltern unbemerkt erwachsen gewordenen Kindes sind natürlich völlig nebensächlich, zumal ja auch ‚die Leute‘ vor Neid auf die erfolgreiche Famiie erblassen sollen.

      Variante, aber deshalb nicht minder schlimm: Eltern sind bereits erfolgreich (Akademiker/ Unternehmer, glänzendes Geld erheiratet nebst bescheidener 24-Zimmer-Villa), und nun soll der daraufhin dressierte Zögling die Tradition des Erfolges natürlich fortsetzen und wenn möglich mit dem bürgerlichen Adelstitel eines Doktors und später Professors krönen.
      Eigene Wünsche verwirklichen, vielleicht sogar im Ashram eines höchst suspekten Gurus verschwinden? Flausen, die man am besten mit altbewährten Erpressungsmethoden niederknüppelt. Sehr beliebt und stets gerne geäußert sind eindringliche Sätze wie ‚Denk an unsere Familie‘, ‚Wir haben uns für dich geopfert, damit du das Superduper-Gymnasium/ Internat/ Cambridge (nicht Zutreffendes bitte streichen) besuchen kannst‘, ‚Wir erwarten‘, ‚Wir wollen‘, ‚Wie kannst du deine ganze Ausbildung wegwerfen für (bitte hier eigene Lebensvorstellung einsetzen)‘, ‚Nimm doch wenigstens Rücksicht auf (hier Namen der Verwandschaft, Eltern, Partners, Nachbarn einsetzen)‘.

      Und das ‚brave Kind‘ bekommt prompt Gewissensbisse, will es sich nicht mit den Menschen seines sozialen Umfeldes verderben und verschiebt seine Wunscherfüllung ‚auf später‘ (jenseits der 50, wenn die Ansprüche der Umgebung erfüllt sind), anstatt alle diese Lebensbremsen (ja, genau und ganz hart: Eltern und Partner) – zumindestens deren Ansichten und Einmischungen – in den Wind zu schießen!

      Ich weiß, ich hab gut reden, Johannah, zumal ich fröhlich auf die 30 zurückblicken kann, während Du mittendrin steckst, wodurch dir der Überblick verwehrt ist. Aber ich empfehle Dir von ganzem Herzen: Zieh Deine Wünsche j e t z t durch, j et z t hast Du die Kraft und die Ideen. Sollte es eine falsche Entscheidung sein, dann stehst Du eben wieder auf und machst das für Dich dann Anstehende, so einfach. Lass Dich nur von Deinem ‚Bauchgefühl‘ leiten und erkenne die Äußerungen Deiner Umgebung als das, was es ist: Manipulationen Deiner Person, um eigene Bedürfnisse und Vorstellungen durch Dich zu leben.

      Lass Dir nicht Dein Recht nehmen, Dein Leben nach Deinen Wünschen zu gestalten, Johannah.

      Ich wünsche Dir sehr viel Gegenkraft für die Machtspielchen Deines Umfeldes
      und viel Spass an der Erprobung Deines Lebensentwurfes – Änderungen vorbehalten 🙂

      LG,
      Theo

      • Liebe Theo,

        wow, was für ein toller Rat…darauf habe ich ewig gewartet…das jemand mal wirklich Klartext redet 🙂
        Ich fühle mich ähnlich mit gerade 30…alle warten auf irgendetwas – DER berufliche Erfolg oder eben das Mann-Kind-Haus Modell…es ist belastend, dass anscheinend alle im Umfeld ganz genau wissen, wie sie ihr Leben jetzt gestalten wollen und man selbst einfach alles auf sich zukommen lassen will. So bin ich eben, aber leider habe ich noch nicht die innere Stärke dazu zu stehen…stattdessen beuge ich mich ab und zu und verdränge die restlichen Entscheidungen konsequent…mein Partner ist auch verwirrt von meiner Untätigkeit und ich habe das Gefühl unter Druck zu stehen…

        was die äußerliche Schönheit angeht bin ich entspannter als noch vor 10 Jahren…ich muss nicht immer die Schönste sein und akzeptiere mich auch mit „bad hair days“, etwas zu schiefem Lidstrich etc…;) ..im Gegenteil – mich widert diese Hollywood Welt mit ihrem Perfektionismus und den ewigen Äußerlichkeiten oft nur noch an…laaaangweilig 🙂

        sag, Theo, bist du derzeit wirklich in einem Kloster? und wenn ja, ist das vorübergehend oder derzeit dein zu Hause?

        LG Mia

      • Theo, danke auch für diesen Kommentar, aus ihm spricht sehr viel psychologische Kenntnis. Für diese Themen interessiere ich mich auch schon seit Jahrzehnten . Diese Muster und die Manipulation durch andere zu durchbrechen lohnt sich auf jeden Fall, das finde ich auch und habe dadurch viele gute Erfahrungen gemacht.

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Den Druck aus den 20ern, dass man bis spätestens 30 etwas vorweisen können muss, den kenne ich auch nur zu gut! Und ich hatte damals den Eindruck, dass überall um mich herum übermäßig erfolgreiche 25jährige sind, die schon ganz viel geschafft hatten. Es ist gar nicht so einfach, sich von der Erwartungshaltung auch des Umfelds frei zu machen, bzw so viel Kraft aus sich selbst zu entwickeln, den eigenen Weg zu gehen. Ich habe dazu lange gebraucht, erst mit Anfang/Mitte 30 habe ich mich schrittweise aus einigen Fesseln befreit, die ich mir selbst angelegt hatte. Wenn ich damals in meinen 20ern irgendwie mehr Vertrauen gehabt hätte, dass sich alles hinordnen wird, dann hätte ich mir weniger Sorgen machen müssen und die Zeit sicher mehr genossen. Deswegen: mein Optimismus, den ich jetzt habe, habe ich mich auch erst erarbeiten müssen. Du wirst Deinen Weg sicher auch finden, Suchen und zweifeln gehört dazu (ist bei mir auch jetzt zeitweise so, und ich gehe davon aus, dass das immer wieder mal abschnittsweise so sein wird).

      • Toller Post Julie !! Bin begeistert von diesem Beitrag und all den ehrlichen Worten hierzu…

        LG Mia

    • Liebe Theo,

      wenn da nicht die pure Lebens-Weisheit aus Dir spricht 😉
      Irgendwie muss jeder diese Erfahrungen durchmachen und bei dem einen fängt das Aufwachen bzw. Neuorientieren früher, bei dem anderen etwas später an (manche wollen es auch nicht).
      Toll, wie Du alles auf einen Punkt bringst – ich lese Deine Beiträge wie andere hier ebenfalls sehr gerne!
      Das mit dem Besitz habe ich für mich mittlerweile auch verstanden und möchte mich v. a. in diesem Jahr von einigen Dingen trennen und ausmisten.
      Mir würde schon eine kleine Wohnung reichen, doch mein Liebster ist momentan noch anderer Meinung 🙂
      Freue mich jedenfalls wieder von Dir zu lesen…

      Herzliche Grüße

      Sonja

    • johannah sagt am 13. Februar 2015

      Ich hatte beinahe vergessen, mich für die ganzen tollen Antworten zu bedanken. Irgendwie sehr beruhigend, dass es anderen ganz ähnlich ging. Die Kommentare hier sind alle so toll, man merkt daran wie viele Menschen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Situationen den Blog lesen.

  23. Helisandur sagt am 2. Februar 2015

    Ein toller Post!
    Ich werde dieses Jahr 35. In den letzten Jahren habe ich meine Einstellung zum Leben und Prioritäten immer mehr erweitert und verändert. Anstatt bis zur Rente zu warten habe ich mir zusammen mit meinem Partner den Traum einer 1,5 jährigen Rucksackreise durch Asien erfüllt,die sehr viel Positives in unser Leben gebracht hat,u.a. tägliche Meditationspraxis.
    Und auch mein Wechsel zur Naturkosmetik (seit bald einem Jahr) gehört dazu und hat meine Einstellung meinem Körper gegenüber deutlich verbessert! An dieser Stelle auch nochmal danke an dich,Julie! Nur mit den immer zahlreicher werdenden grauen Haaren auf meinem Kopf, die ich für mein Alter viel zu frueh empfinde, kann ich mich noch nicht recht anfreunden…

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Das Warten auf bessere Zeiten, das war früher auch so eine Geisteshaltung von mir 😉 – ich finde es großartig, dass ihr euren Rucksack gepackt habt! So eine Reise kann auch im Nachhinein noch so viel auslösen, was das Leben positiv verändert.

  24. Noemi B. sagt am 2. Februar 2015

    Wieder mal ein toller Philosophie-Post 🙂
    Bisher hat mir noch kein runder Geburtstag Angst gemacht und das halbe Jahrhundert dieses Jahr wird kaum eine Ausnahme sein; viel Aufhebens werde ich nicht drum machen. Ich fühle mich nicht ander als mit 6, wohl weil Bewusstsein nicht altert. Noch tut mir nichts weh und ich mache uneingeschränkt was ich will; reicher wird man an Lebenserfahrung und Wissen, auch wenn der Körper nicht mehr makellos ist… mein Gewicht halte ich zwar seit ich 25 bin, aber die Haut erzählt von viel Sonne und den vergangenen Jahren. Da bin ich doch manchmal etwas hin und her gerissen, zwischen dem aktuellen Jugendwahn, der einem durch die Medien nonstop vermittelt wird und meinem Verstand, der sich dagegen wehrt.
    Doch schlussendlich ist es es ja so, dass Schönheit vergeht und wer einen schlechten Chrakter hat, dem bleibt nicht allzu viel, um zu glänzen.
    Der springende Punkt ist sicher die eigene Zufriedenheit, mit sich und der Welt, wenn das stimmt, können wir auf viele „Krücken“ verzichten. Wie man diese erreicht, muss jede selber rausfinden, von Krachen lassen bis Kloster ist die Spane ja breit genug 🙂

    • beautyjagd sagt am 3. Februar 2015

      Diese Spannbreite von Kloster bis Party macht für mich das Leben auch so spannend – und jede findet den eigenen Weg, vielleicht auch zu verschiedenen Lebensphasen 🙂
      Und der Jugendwahn, vielliecht ist der auch deswegen so populär, weil die Bevölkerung insgesamt demographisch ja eigentlich immer älter wird…

  25. Gestern habe ich schon interessiert den Post und Eure Kommentare gelesen und eigentlich wollte ich nichts hierzu schreiben aber bin ich wirklich die Einzige, die sich nicht über das Älterwerden freut? Ich genieße es keineswegs, meinen Körper beim langsamen Verfall zu beobachten: Falten, graue Haare, Erschlaffen der Haut und die Abnahme der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit- also ich könnte drauf verzichten. Ich bin jetzt Mitte Vierzig und fühle mich seit ein paar Jahren völlig im falschen Körper. Und das hat nichts mit seelischem Ungleichgewicht, mangelndem Selbstbewusst- oder Unglücklichsein zu tun.
    Geburtstage habe ich noch nie gefeiert, zumindest seit ich das selbst bestimmen darf. Zahlen bedeuten mir dabei nichts, auch den Horror, den manche vor einem runden Geburtstag haben, kenne ich überhaupt nicht. Wenn ich nach meinem Alter gefragt werde, muss ich sogar manchmal überlegen.
    Den Begriff „Schönheit“ mag ich als Beschreibung von Attraktivität irgendwie nicht, der impliziert so eine vorgestanzte Stereotype, ebenmäßige, nicht von der Norm abweichende Züge. Attraktiv wird ein Mensch für mich durch einen lebensbejahenden, freundlichen Ausdruck auch wenn da vielleicht die Nase zu groß oder schief ist. Hingegen ist das klassische Bulldoggen-Gesicht mit den schönsten Gesichtszügen immer unattraktiv. Deshalb: Lachen meine Damen 🙂

    • beautyjagd sagt am 2. Februar 2015

      Ich bin ganz sicher, dass Du nicht allein bist 🙂 ! Vielleicht ist es bei mir nur umgekehrt – und ich freue mich deswegen so, älter zu werden, weil ich mir schon immer irgendwie (seltsamerweise) älter vorkam? Und so langsam endlich in das (geistig und körperlich) reinwachse, wie ich mich fühle? Wer weiß, ich bin mir da selbst nicht sicher, warum das bei mir so ist. Und bei mir wiegt der „Abbau“ des Körpers deswegen nicht so schwer, weil ich auf einer anderen Ebene viel dazu gewinne.

  26. Diesen Sommer werd ich 45. Und ich fühl mich so gut, wie schon ganz lange nicht mehr 🙂

    Ja, ich bin sicherer, ruhe mehr in mir, bin definitiv selbstbewusster, auch wenn ich es mittlerweile echt genieße, doch mal wieder irgendwo unsicher zu sein. Hört sich komisch an, aber ich denke, alle, die irgendwann in dem Alter sind, wissen, wie ich das meine. Man fühlt sich ja doch gern noch mal wie 16. Aber ich bin auch wahnsinnig gerne 44 gerade. Ich habe meine Gesundheit das erste mal im Griff. Ich habe ganz viel neues entdeckt in den letzten 2 Jahren. Und ich wünsche mir, dass das mit dem Entdecken nicht so schnell aufhört! Aber wenn ich meine Freundin so betrachte, die mit 61 Jahren auch just dasselbe sagt, bin ich echt guter Hoffnung!

    Heißen „wir“ nicht auch schon „Best Agers“? ALSO! 🙂

    Liebe Grüße
    Bine

    • beautyjagd sagt am 3. Februar 2015

      Mir geht es in den letzten Jahren auch so gut wie lange nicht mehr – deswegen bin ich wahrscheinlich auch so guter Dinge, dass es so weiter gehen wird 🙂 Und das mit dem zwischendurch immer mal wieder unsicher sein, das ist für mich auch wichtig, weil das heißt ja, dass man etwas macht, was man davor nicht gemacht hat und wo man sich eben nicht gut auskennt.

  27. Ich fühle mich nicht anders als mit 10, 20, 30, 40… Ich bin hazel und das war ich auch als ganz kleines Kind schon, als junge Erwachsene, als junge Mutter und als ältere Mutter und das werde ich auch als Großmutter sein, sollte es mir vergönnt sein, meine 50, 60, 70… tbc auch ERLEBEN zu dürfen. Das ist für mich das große Problem am Älterwerden: dass es mir eben immer wieder sehr bewusst wird, wie begrenzt die Zeit hier ist. Wenn man dann noch dazunimmt, dass viele schreckliche Krankheiten dazukommen können, kann man schon eine Alters-Krise kriegen, oder?
    Bezogen auf jugendliches Aussehen kann ich sagen, dass mir das nie sooo wichtig war. Ich war z.B. immer sehr schlank, habe dann aber meinen veränderten Stoffwechsel, der mit den SS und Geburten einherging, so akzeptiert. Aber 5kg minus wären trotzdem ’schöner‘.
    Wie gesagt, mir ist Gesundheit am allerwichtigsten. Dadurch , dass meine Ernährung besser ist als noch vor 5-6 Jahren, meine Fitness eindeutig auch (durch regelmäßigen Sport und Yoga) und nicht zuletzt meine Haut ( 😉 ), kann ich sagen, dass mich DIE 50 als solche sicher nicht erschreckt.
    Jünger Aussehen WILL ich eigentlich gar nicht. Jünger geschätzt werde ich auch nicht, aber sicher auch deshalb, weil ich nie danach frage, wie alt man mich schätzt. 🙂
    Bringt ja nix…. , denn wenn ich an solche Fragerunden denke, habe ich (ein durchaus ehrlicher Mensch) immer schnell ein paar Jahre abgezogen, wenn ich jemanden schätzen sollte.
    Die meisten sehen schon genauso alt aus wie sie sind, meiner Erfahrung nach! 🙂

    Am Ende meiner Tage möchte ich sagen können, dass ich das Leben mit all seinen Widrigkeiten positiv angenommen und es würdevoll und meist glücklich und dankbar zu Ende gelebt habe.

    Ein Tipp für die jungen Damen hier (von einer älteren ;-)): Augen auf bei der Partnerwahl!
    Wenn man da geschlafen hat, ist es schwer, ein Inneres Leuchten hinzukriegen. Graue Haare sind auch vorprogrammiert. 🙂

    In diesem Sinne:
    THE BEST IS YET TO COME!

    • Liebe hazel, vielen, vielen Dank für Deinen tollen Kommentar. Du hast für mich den Nagel auf den Kopf getroffen, Du bist, die du bist, und das Leben zeigt Wege, Formen, Varianten dieses Seins. Danke für diese klugen Worte.

      • Liebe Ruth,
        vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar, den ich gleich heute früh gelesen habe und der mich SO gefreut hat!
        Einen ganz besonders schönen Tag wünsche ich Dir! 🙂

    • beautyjagd sagt am 3. Februar 2015

      Die begrenzte Zeit wurde mir in den letzten Jahren auch immer mehr bewusst, deswegen ja auch mein beruflicher Neuanfang! Jetzt, wo ich etwas mache, was mich erfüllt, habe ich auch nicht mehr so den Eindruck, dass mir die Zeit wegläuft.
      Und was ich auf jeden Fall unterschreiben kann: Deinen Tipp zur Partnerwahl. Ja, ja und nochmals ja. (Und gar nicht so einfach umzusetzen zugleich.)

      • Liebe Julie,
        das glaube ich gerne! Schön, dass dich deine Arbeit so erfüllen kann und auch noch dazu anderen so viel gibt.
        Du bist wirklich reich!
        Herzliche Grüße und danke wieder einmal! 🙂

  28. Das Thema Alter(n) hier bei beautyjagd bringt mich nach mehr als einem Jahr „nur lesen“ (also passive Jägerin)nun dazu ,mich als wahrscheinlich eine der Ältesten zu outen.
    Ich bin im Januar 71 geworden und damit knapp 40 Jahre begeisterte Nutzerin von NK.
    Das Erscheinungsbild meinerHaut ist so gut, daß ich schon mehrere Frauen überzeugt habe, auch auf NK umzustellen.
    Bis ca. Mitte 60 habe ich bis auf Lippenstift nur pflegende Kosmetik benutzt. Jetzt fühle ich mich mit etwas mehr Dekor sprich Farbe im Gesicht besser.

    Schönheitstipps, die hier auf dem Blog meiner Meinung nach zu kurz kommen sind .Ernährung , Ernährung und nochmal Ernährung und viel Gelassenheit auf allen Ebenen des Lebens. Durch die Werbung wird uns suggeriert, daß man die Haut von außen mit viel teurer Creme ernähren müßte. Viele Hautprobleme, die auch nach der 27. Creme immer noch bestehen, beruhen auf inneren Defiziten des Stoffwechsels.
    Aber ich gebe gerne zu, daß ich bis heute nicht immun bin, mir auch die27. Creme zu kaufen, einfach weil ich neugierig bin und es Spaß macht, sie anzuwenden. Und Spaß und Freude machen bestimmt eine gute Ausstrahlung.

    • Noemi B. sagt am 2. Februar 2015

      Huhu Gila, du solltest dich ruhig mehr zu Wort melden, wir schätzen die älteren Damen hier sehr… siehe Theo. Eine gute Freundin von mir (wenn nicht meine liebste) wird bald auch 70 und mit ihr unterhalte ich mich am liebsten; da kommt immer eine geballte Ladung Wissen, Kompetenz und Humor.
      Du hast sicher recht, Ernährung macht sehr viel aus… da bin ich leider nicht so konsquent wie bei der Kosmetik, vor allem Süsses und Alk könnten schon etwas weniger sein *seufz*. Ich geb mir Mühe, aber es klappt wirklich nicht immer 😉

      • Ellalei sagt am 2. Februar 2015

        Ach, Noemi, dem Spaß sollte man sich nun auch nicht nehmen lassen. Freude und Leidenschaft sind für mich Triebfeder für so vieles und da bin ich zum Beispiel lieber faltig um die Augen als dass ich zu viele Zornesfalten habe vom Ärger über ungeliebte Tätigkeiten, nur aus Pflichtgefühl selbst auferlegte Verbote oder Stress weil man es wieder allen anderen recht machen will.
        Schön und jung (im Kopf, denn alles andere kommt wie es kommt) fühle ich mich am meisten im Urlaub oder in Gesellschaft meiner Liebsten. Mein Alter spielt für mich nur eine Rolle wenn ich merke, dass ich mit meiner Kleinen nicht mehr so wild und unendlich toben kann wie ich es früher selbst tat. Selbst schuld, ich bin kein Sportfreak. 😉 Dennoch hält mich unser Kind jung und auch albern und vor allem zeigt sie mir, wie wunderbar ohne Vorbehalte und Scham in die Welt zu blicken. Das verlernen wir Erwachsene leider.

        Also Noemi, darauf ein Gläschen Wein und ein Stück gesunde dunkle Schoki! 😀

        Ich finde älter werden nIcht richtig klasse (ich sehe mich selbst im Spiegel oft immer noch als Kind) doch zeigen mir viele liebe ältere Menschen um mich herum, dass ich nicht zwangsläufig eine nörgelnde, uninspirierte graue Maus (innerlich wie äußerlich) sein muss, die mit lila Dauerwelle bestraft übers Wetter und die Jugend schimpft.
        Die Verjüngung der Gesellschaft bringt eben auch coole und neugierige RentnerInnen mit sich, die teilhaben wollen und ihr Leben selbstbestimmt Leben. Das wünsche ich mir (und euch natürlich), idealerweise in einem möglichst gesunden Körper! Schlimm finde ich die Stigmatisierung von Älteren und den Ausschluss aus Familien, die jedoch auch selbst daran arbeiten können, nicht aufs Abstellgleis verbannt zu werden.
        Das ist genauso schwer denke ich mir, wie es jetzt für uns ist, unseren Platz im Leben zu finden. Mit Mitte 30 bin ich noch unterwegs und ich weiß, meine Oma schüttelt den Kopf wenn sie sowas lesen würde. Alter und Zahlen brauche ich nicht, es gibt eben Phasen (dieses Wort habe ich erst als Mutter wirklich gelernt, haha).

        Wundervoll, wie offen ihr hier alle seid und lieben Dank auch an Julie für diesen Gedankenanstoß! Und dass dIes ein Thema ist, dass sich Verschollene und Passive ans Licht bringt freut mich und zeigt die Relevanz. Ich bewundere Euch, dass ihr so entspannt und im Reinen mit euch seid, dass ist ein ewiges Lernfeld für mich.

        Liebe Grüße in die Runde!

      • beautyjagd sagt am 4. Februar 2015

        @Ellalei: Wie kommst Du denn darauf, dass Du eine nörgelnde alte Dame wirst?? Kann ich mir niemals bei Dir vorstellen!

      • Hallo liebe Noemi, danke für deine nette Begrüßung,hat mich sehr gefreut.
        Falls du mal Begleitung durch den Hamburger Beautydschungel benötigst, bin ich gern dabei.

    • Noemi B. sagt am 2. Februar 2015

      Danke, liebe Ellalei 🙂 🙂 ganz ohne Sünden geht’s eben auch nicht und das wäre wohl auch langweilig – da streiten sich aber immer Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern.
      Da ich sonst fit und gesund bin, sehe ich gern über Solches hinweg, schliesslich sind wir keine Heiligen, oder? Manchmal muss man auch aus der Vernunft ausbrechen und etwas Albernes, Doofes oder Unsinniges tun, da fühlt man sich doch richtig lebendig, oder? Zu oft sind wir überlegt und vernünftig… darum ist es mir zwischendurch auch egal, wenn ich für etwas mehr Geld ausgebe als „es sich gehört“ (ML oder ähnlich…), das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen und lieber gebe ich es aus, als eine vergrämte, alte Schachtel zu werden!
      In dem Sinn: eine Runde Mojito für alle, damit es nicht zu ernst wird, Mädels! 🙂

      • Ellalei sagt am 2. Februar 2015

        Ganz genau so, Noemi!!! Kupfern wir mal ab: Jung ist wer Junges tut.

      • „…das letzte Hemd hat….“- bester Satz den ich seit langem gehört habe 😉 …würde ich sofort so unterschreiben – genau mein Gedanke, denn wenn ich eins garantiert nicht will, ist es, später irgendetwas ausgelassen zu haben..!

    • beautyjagd sagt am 3. Februar 2015

      Es freut mich echt sehr, dass sich Leserinnen von Anfang 20 bis über 70 versammeln, das ist wunderbar!!
      Und Du hast recht, ich klammere das Thema Ernährung hier aus – bewusst sogar, denn ich mag Diät-Tipps nicht, auch wenn sie unter einem anderen Deckmäntelchen versteckt sind, der sich dann eben nur anders nennt. Überhaupt mag ich diese Sichtweise „funktionelles“ Essen nicht – wie bei der Kosmetik bin ich lieber beim ausgewogenen Genuss von besten frischen (Bio-)Zutaten, das entspricht meiner persönlichen Philosophie mehr. Und um das alles zu umfassen, müsste ich dann eigentlich einen Food-/Koch-Blog eröffnen, und das wäre dann wieder ein ganz anderes Feld, was ich zeitlich nicht schaffe, zu beackern. Deswegen lasse ich die Finger von diesem Thema 🙂 , auch wenn es definitiv sehr eng mit dem Thema Beauty verwebt ist.

  29. annabella sagt am 3. Februar 2015

    Liebe Julie, liebe Leserinnen,

    eigentlich kommentiere ich selten bis nie, aber diesmal fühle ich mich wie einige vorschreiberinnen mehr als nur agesprochen. Dein Artikel macht mir Hoffnung, denn wenn ich mich mit aktuell 30 beschreiben würde, dann würde ich den Begriff der Suche wählen.
    Eigentlich habe ich alles was ich brauche: glücklich verheiratet, einen festen und gut bezahlten Job, tolle Freunde und eine Familie im Hintergrund.
    Dennoch habe ich im Moment mehr und mehr das Gefühl der Sinnlosigkeit und das etwas fehlt. Mein Job bringt mich ans Limit und wird mir oft zu viel. Gleichzeitig beschleicht ich der Eindruck ob ich vielleicht noch einen anderen Job ausprobieren sollte. Andererseits gibt es viele Dinge die ich an meinem Job mag und es gäbe keinen Weg zurück, wenn ich ihn aufgebe.
    In meinem Freundeskreis beginnt jetzt das große Kinder kriegen. Und auch hier frage ich mich, ob das mein Weg ist oder eher nicht, das muss ich zwar nicht sofort entscheiden aber früher oder später schon.
    Und ganz heimlich frage ich mich, inwiefern das wirklich ich bin, die zweifelt oder ob es nicht eher der gesellschaftliche Druck ist, den ich jetzt mit 30 deutlich mehr wahrnehme als mit. Und warum ich nicht einfach los lassen kann.
    In Bezug auf mein Verhältnis zu meinem Körper kann ich mich den anderen hier anschliessen und sagen, dass ich (meistens ;-)) deutlich zufriedener bin als mit 20. allerdings weiß ich auch, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist und wir körperlich zebrechlich sind.
    Auch deshalb frage ich mich gerade, was mein Weg sein wird.

    • ..dieses „große Kinderkriegen“ macht mich waaaahnsinnig – ich wurde tatsächlich schon für unfruchtbar gehalten nur weil ich noch keine Kugel vor mir rumtrage 😉
      nein, im Ernst…ich weiß auch nicht, ob das mein Weg ist, ob ich das wirklich möchte und was danach mit meinem Leben und auch ehrlich gesagt mit meinem Körper sein wird…aber ich möchte es auch nicht bereuen in ein paar Jahren und vielleicht ist dieses Gefühl der Sinnlosigkeit des Daseins ein Wink zum Erweitern des weiblichen Horizonts …

      LG Mia

  30. annabella sagt am 3. Februar 2015

    Das kann ich so unterstreichen allerdings bin ich manchmal fast schon ein bisschen neidisch auf die Menschen die einfach so ganz genau wissen was sie mit ihrem Leben anstellen möchten.
    Ist es nicht eine zu große Bürde für ein Kind wenn man den Anspruch hat dass dieses dem eigenen Leben Sinn geben soll?

  31. Auf jeden Fall! In meiner Idealvorstellung ist man rundum glücklich mit seinem Leben und möchte als Krönung des ganzen ein Kind in diese Welt setzen…und alberner Weise warte ich darauf immer noch…also auf diesen Zustand des Zufriedenseins 😉

  32. Ranunkel sagt am 3. Februar 2015

    Hmm, diese Frage wird ja immer wieder von ratlosen Frauen gestellt: soll man ein Kind bekommen um dem Leben einen Sinn zu geben. Ich würde mal sagen, ist es nicht auch irgendwie generell sinnvoll, Leben zu schenken? So besteht die menschliche Rasse ja weiter und wir sind ja auch alle ganz froh darüber, daß sich unsere Eltern dafür entschueden haben, uns in die Welt zu setzen. Ich finde, man bekommt Kinder um der Kinder willen und damit diese ein hoffentlich schönes und erfülltes Leben haben. Und nebenbei gesagt: das eigene Leben hört ja nicht auf schön zu sein, wenn man Kinder bekommt.

    • Das kann ich bestätigen – es ist eines der schönsten Dinge der Welt, Kinder zu haben. Und Leben schenken zu dürfen, ist ja nunmal uns Frauen vorbehalten, das kann ich als großes Geschenk begreifen.
      Zuviel planen und grübeln ist manchmal auch nicht „gesund“ – und das gilt nicht nur fürs Kinderhaben 😉

      • stimmt schon…man kann ja nicht alles bedenken und am Ende kommt es eh anders als erwartet – aber möchte man dem Kind was da in seine Welt kommt ein ideales Umfeld zum Leben bieten und wenn das auf grund der Unsicherheit der potenziellen Muter nicht gegeben ist…- viele Frauen haben ihn einfach von grund auf, so scheint es, diesen unbändigen Wunsch ein Kind zu bekommen…da gibts dann nichts mehr groß nachzudenken – das Ziel ist klar und das, beneide ich sehr…

        LG

  33. Nun mach‘ Dir mal nicht solchen Kopf, Mia. Anscheinend ist das Kinderthema bei Dir noch keines, eher das Deiner Umwelt. Na und? Dann eben noch nicht! Zum Glück kann die moderne Frau ja völlig entspannt entscheiden, wann und ob. Der Rest ist doch schon wieder der Druck von außen (‚Aufgabe der Frau‘, ‚Denk an dein Alter‘, ‚biologische Uhr‘, ‚Kinder sind die Erfüllung‘ usw.).

    Eins nach dem anderen und das in aller Ruhe nach Deinem Willen, Mia. Lass Dich nicht verunsichern und kümmere Dich um Dinge, die Du jetzt wichtig findest und nicht darum, was die Gesellschaft mit ihren merkwürdigen Wertevorstellungen für wichtig hält. Irgendwann bist Du Dir dann sicher, ob Kind und wenn ja, wann.

    Und sollte es nicht sein, ist das überhaupt kein Unglück! Es empfinden wirklich nicht alle Frauen Kinder als das Höchste oder Schönste, schämen sich aber, das den bekinderten Menschen gegenüber zuzugeben, weil es – z. Zt. – nicht gut angesehen ist (‚du bist ja selbstsüchtig!‘ ‚Aber deine Rente dürfen meine Kinder für dich miterwirtschaften‘, ‚bist du frigide/ unfruchtbar?’u. a. diskriminierende Nettigkeiten).

    Lass Dir alle Zeit der Welt.

    LG,
    Theo

  34. Danke liebe Theo, das werde ich …am Ende muss nur ich mich mit meinen Entscheidungen wohl fühlen und niemand anderes! Ja, dieser Druck von außen ist nicht schön, aber ich werde meinen Weg gehen…
    Danke für deine netten Worte 🙂

    LG

    • Noemi B. sagt am 3. Februar 2015

      Zum Glück hatte ich diese „Problem“ nie, mich nicht entscheiden zu können… mir war einfach nie danach und bisher vermisse ich es auch nicht (da sag ich immer „Hormonstörung“, *hust*). Und blöde Kommentare musste ich mir deswegen auch nie anhören – das soll jede(r) für sich entscheiden können, ohne lästigen Druck von aussen.
      Aber leider werden immer noch genug Kinder unüberlegt, einfach so, oder im Suff produziert, das finde ich besonders schlimm, wenn die armen Würmer noch in einem schlechten Umfeld aufwachsen müssen. Daher Hut ab vor allen, die den Gedanken 1000x wälzen, bevor scharf geschossen wird; schliesslich wird unsere Erde auch nicht grösser.

  35. annabelle sagt am 3. Februar 2015

    Liebe Theo ich denke auch dass du einige wirklich wichtige Punkte genannt hast. Es ist wirklich wichtig auf die eigenen Bedürfnisse zu hören, auch wenn es leider nicht immer so klar ist, was diese denn nun sind

    • beautyjagd sagt am 4. Februar 2015

      Und ich glaube, dass man sich in solchen Suche-Phasen auch leichter tut, wenn man das Suchen als eine Art Übergangsstadium akzeptiert, dann steht man nicht so unter Druck. Zumindest versuche ich das, denn Druck führt selten zu guten Ergebnissen – sei es beruflich, Kinderwunsch oder was auch immer. Darauf vertrauen, dass die Suche zu was führen wird – erst als ich das begriffen und umgesetzt habe, hat sich mir zB die Tür mit dem Bloggen geöffnet (und damit ein ganz ungeplanter neuer beruflicher Weg). Manchmal denke ich mir im Nachhinein sogar: Schade, dass ich die Suche nicht mehr genossen habe, denn auch das Ungewisse hat ja seinen Reiz, weil es so viele Möglichkeiten bietet. Aber die nächste Chance kommt bestimmt 😉

  36. queenie sagt am 6. Februar 2015

    Ein ganz wunderbarer Artikel, liebe Julie! Ich bin 44, hatte bis jetzt vor noch keinem Geburtstag und keiner Jahreszahl Angst – und habe, seit ich 40 bin, die Zeit meines Lebens! Inklusive Neuorientierung und baldigem Traumjob. Alter ist einfach nur eine Zahl, wer neugierig bleibt, muss eigentlich nichts befürchten…

    • beautyjagd sagt am 6. Februar 2015

      Neuorientierung und Traumjob, das klingt herrlich! Das freut mich echt sehr 🙂 .

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