Natur Reise

Bonjour Provinz (9): Mehr Wald

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Neulich hatte ich ja schon erwähnt, dass die Region Franche-Comté zu knapp der Hälfte der Fläche aus Wald besteht und damit die waldreichste Gegend in Frankreich ist. Schon bei der Anfahrt auf Dole war ich erstaunt, wie plötzlich die Stadt aus Wald und Natur herausragte. Und genauso schnell ist man von Dole aus auch wieder draußen in der Natur, ohne Staus und lange Wege. Schon wieder eine kleine Freude in der französischen Provinz!

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Gerade jetzt im Frühling sind die verschiedenen Abstufungen der Grüntöne im Wald besonders schön: Das frische helle Grün der Laubbäume, das dunkle Grün der Nadelbäume, dazwischen durchaus noch blattlose Äste, die an den gar nicht so weit zurückliegenden Winter erinnern.

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Nicht umsonst sind auf meinem T-Shirt mit der Aufschrift Juraddiction Tannenzweige abgebildet! Miel de Sapin, also Honig vom Tannenbaum, ist eine meiner Lieblingshonigsorten – er ist im Jura weit verbreitet. Die jungen Tannenspitzen im Frühjahr können auch zu einem Gelee verarbeitet werden, ich habe neulich ein Glas davon im Bioladen gefunden und auf Instagram gezeigt.

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Ich liebe es, spazieren zu gehen. Schon seit meiner Kindheit stromere ich am liebsten ein bisschen herum: im Wald, auf dem Feld, am Bach. Angesagter wäre es natürlich, zu hiken, wandern, nordic zu walken oder sowas 😉 . Alles schön, für meine Ohren hört sich das irgendwie zu zielgerichtet, zu zweckgebunden an. Ich erkunde die Natur lieber ohne eine festgelegte Route. Das geht soweit, dass ich mich sofort kraftlos fühle, wenn mir ein Weg von 5km „von außen“ vorgegeben wird – ich aber locker über 10km freudig vor mich hingehe, wenn es viel zu sehen gibt und ich mich ungebunden und frei fühlen kann. Ja, schon lustig, ich weiß, aber sehr typisch für mich 😉 . Hat schon seinen Grund, weshalb ich selbstständig bin.

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Im Wald duftet es frisch, moosig, erdig und grün, die Vögel singen und es raschelt in den Büschen. Fasziniert hat mich der junge nachwachsende Farn im Jura-Wald, der sich zusammen mit dem Moos leuchtend grün von den dunkleren Tannenbäumen abhob.

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Im kleinen Supermarkt U in Tavaux bei Dole musste ich mir unbedingt den Bio-Joghurt mit Tannenlikör kaufen, den die örtliche „Molkereischule“ Enil im Örtchen Poligny (ca. 30km von Dole entfernt) herstellt. Er schmeckt ganz dezent süßlich nach Baum, ein großartiges Dessert! Der Likör dafür kommt aus Pontarlier von der Distillerie Guy, die auch für ihren Absinth bekannt ist. Ein superregionales und sehr besonderes Jura-Produkt, wie es mir gefällt, dieser Joghurt!

Wie ChezMatze sich fortbewegt, könnt ihr in seinem heutigen Post erfahren. Und welche kosmetische Entdeckung ich gerade gemacht habe, gibt es noch heute Nachmittag hier auf meinem Blog zu lesen. Und ihr, seid ihr auch Spaziergänger, gern in der Natur und im Wald unterwegs?

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14 Kommentare

  1. Hier! Ich bin auch Spaziergänger und stromere gern! 🙂 Bergig muss es dafür nach meinem Geschmack nicht unbedingt sein, aber Wald und Wiesen sind gern gesehen (und liegen bei mir direkt vor der Haustür – Luxus pur).

    Die satten Grüntöne sind eine Augenweide. Und der Farn erinnert mich daran, dass ich diese Woche noch Farndrucke mit Acrylfarben machen will. 🙂

    Viel Freude weiterhin in der Provinz, ich klicke jetzt gleich mal zu Chez Matze rüber,
    Ida

  2. Mandy sagt am 19. Mai 2016

    Wälder sind etwas wunderbares,so schöne reine Luft und die Ruhe,ein Stück Seelenfrieden!

    Liebe Grüße❤️

  3. Noemi B. sagt am 19. Mai 2016

    Rotkäppchen im Wald, fällt mir da spontan ein 🙂
    Und Herr Wolf hat sich als Radfahrer getarnt, doch ihre Wege kreuzen sich heute nicht, im Wald…

    Dieses gemeinsame Wochenprojekt gefällt mir übrigens sehr, echt witzig zu sehen, wie unterschiedlich das interpretier weden kann. Bitte mehr davon!!!
    Meinen Dank an Matze für die ausführliche Weintour, ich würde auch gern ein paar Kisten kaufen, aber leider kommt man von Ferne so schlecht ran!

    • beautyjagd sagt am 20. Mai 2016

      Ich richte es ihm aus 🙂 Und ich freu mich sehr, dass Dir das Projekt so gefällt, ist ja vielleicht etwas abwegiger, sowas auf einem Beauty-Blog zu finden….

  4. Oh ja, das geht mir auch so: Spazierengehen ja, Wandern, öhm, nein. Ich möchte halt immer eine Aussicht haben bzw. was zum Sehen und Riechen. Mal stehen bleiben, mal innehalten. Ich hab Freunde, denen geht es ums Laufen, möglichst weit und am besten auch mit einer Steigerung, also heute 20, beim nächsten Mal 30 Kilometer. Die sind dann stolz, wenn sie so-und-so-viele Höhenmeter oder Kilometer geschafft haben und die Route steht vorher fest. Ich laufe oder radele gern los und lasse mich treiben. Wenn ich keine Lust mehr hab, dreh ich um. Aber ich bin halt auch sonst nicht so der Fitnessfreak 😉
    Die Wälder sehen toll aus – diese Grünschattierungen! Herrlich, eine Augenweide …

    • beautyjagd sagt am 20. Mai 2016

      Ja, jeder ist da echt anders, was Wandern oder auch Sport im allgemeinen angeht – die Motivationen können sehr unterschiedlich sein. Ich lasse mich ja auch gern treiben 😉

  5. Birgit sagt am 19. Mai 2016

    Wunderschöne Fotos, toll. Ich finde eure wechselnden Berichte sehr unterhaltsam, würde mich Noemi anschließen, mehr davon.
    Ich fahre lieber mit dem Rad als das ich spazieren gehe. Schaue gleich mal zu Chez Matze.

  6. blanca flor sagt am 19. Mai 2016

    Da der Wald direkt vor unserer Haustüre ist – bin ich auch öfter im Wald. Ein Spaziergang im Wald ist wunderbar entspannend.
    Meistens und am liebsten gehe ich mit meinem Leihhund.
    Nur momentan möchte sie leider immer nur die gleiche Tour gehen und läßt sich davon auch nicht abbringen.
    Also etwas monoton, aber ich habe dafür in den letzten Wochen viele Rehe und Hasen aus unmittelbarer Nähe gesehen. Sie zum Glück nicht…. Am schönsten ist zu beobachten, wie sich der Wald im Laufe des Jahres immer wieder verändert, vor allem im Frühling und Herbst. Aber auch der Schnee hat was. Nur das Ungeziefer im Sommer ist sehr lästig und Zeckenalarm ist auch schon wieder seit einigen Wochen.

    Da ich gerade den Fahrrad-Bericht gelesen habe: als ich die Bilder sah, dachte ich spontan, dass könnte auch fast der Maintal-Radweg (Mainradweg) sein. Die Landschaften ähneln sich schon etwas.
    Wäre der nicht auch was für ChezMatze oder ist er den sogar schon einmal gefahren? Der ist ebenfalls direkt vor der Haustüre und nun auch nicht so weit weg von euch. Auf dem Weg gibt es auch den ein oder anderen Wein zu entdecken. Man kommt quasi gar nicht daran vorbei 🙂 Perfect match sozusagen…
    Hier sind derzeit auch schon wieder einige Radfahrer auf diesem Radweg unterwegs.

    • beautyjagd sagt am 20. Mai 2016

      Der Mainradweg würde Matze auch gefallen, aber leider eignet er sich nicht für die abendliche schnelle Radrunde, dafür ist er zu weit weg von uns. Eher mal fürs Wochenende 🙂

  7. Petra sagt am 20. Mai 2016

    Ich finde mich gerade total wieder in deinem Post. Meine Eltern sind mit mir als Kind immer in die Vulkaneifel gefahren. Dort sind sie dann gewandert, stundenlang, mit Stempeln und Marken am Stock mit allem drum und dran und mir im Schlepptau – ich habe es gehasst!!! Die Wanderungen haben auch immer höchst negativ für mich geendet, denn ich habe mich unendlich gelangweilt, habe gequengelt und bin meinen Eltern fürchterlich auf den Senkel gegangen. Aber die Wirkun war nachhaltig, bis heute hasse ich wandern, Wandertage und alles, was im entferntesten daran erinnert.

    Ganz anders war das zuhause. Dort gab es ein ausgedehntes Waldgebiet, in dem wir uns den ganzen Tag rumgetrieben haben und durchaus mal 20 km zurück gelegt haben. Und auch heute noch liebe ich ausgedehnte Waldspaziergänge – ohne vorgegebene Route und einziges Ziel ist der Startpunkt (zuhause, Bahnstation oder auch mal der Parkplatz). Allerdings bin ich da völlig ohne sportlichen Ehrgeiz und auch nur bei angenehmem Wetter unterwegs 😉

    Und der Joghurt mit Likör ist der Knaller! Wobei ich mir den Likör auch wunderbar ohne Joghurt vorstellen kann nach einem stundenlangen Waldspaziergang 😉

    • beautyjagd sagt am 20. Mai 2016

      Den Likör kann man hier natürlich auch solo genießen 😉 🙂
      Und diese Trauma mit dem Wandern mit den Eltern/Verwandten kenne ich schon auch, vielleicht mag ich es auch deswegen nicht mehr, einen vorher bestimmten Weg zu gehen… Außerdem mag ich nichts leisten/absolvieren, wenn ich unterwegs bin, sondern genießen 🙂

      • Den letzten Satz unterstreiche ich dreimal, ach was, hundertmal! Ich verstehe nicht, dass man sich zum Ausgleich zur stressigen Arbeit noch mal Freizeitstress draufpackt. Also Leistung im Büro bringen und dann Leistung in der Freizeit. Aber eben: Jeder Jeck ist anders! Ich hab’s auch nicht so mit der Selbstoptimierung, also hier noch ein Gramm weg, da einen Muskel aufbauen, hier zupfen, da zerren etc.

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