Vor einigen Wochen bat mich eine langjährige Leserin, doch einmal wieder meine aktuelle Gesichtspflege zu beschreiben. Eine sehr gute Idee! Aber gar nicht so einfach umzusetzen für mich: Denn ich habe meine Routine auf ein neues Konzept umgestellt und bin noch auf der Suche nach passenden Produkten aus Deutschland oder Europa. Wie meine Gesichtspflege aussieht und welches Konzept ich verfolge, das gibt es in dieser Woche in meinem Beauty Briefing zu lesen. Viel Spaß beim Entdecken!
Zunächst zu meiner Haut: Glücklicherweise habe ich keine größeren Probleme mit meiner Haut. Sie wurde in den letzten Jahren tendenziell etwas trockener und feuchtigkeitsärmer, auch die zeitweisen Rötungen auf meinen Wangen haben zugenommen. Das heißt, dass ich auf eine gut hydratisierende, die Barriere stärkende und zugleich beruhigende Gesichtspflege setze.
Gesichtspflege-Konzept: Double Moisture
Bisher hat sich meine Gesichtspflege aus einer milden Reinigung, einem befeuchtenden Gesichtswasser, einem Serum und einer Creme zusammengesetzt. In meinem Blogpost ‚Wie baue ich eine sinnvolle Gesichtspflege auf‘ habe ich dieses Konzept ausführlich beschrieben. Grundsätzlich bleibe ich auch dabei, meiner Haut Feuchtigkeit und Wirkstoffe in mehreren Schritten zuzuführen und mit einer Creme in die Haut „einzuschließen“.
Als ich im November in Japan unterwegs war, habe ich mich ausführlich mit japanischer Gesichtspflege in allen Preisklassen beschäftigt. Ich habe Stunden in Drogeriemärkten, Naturkosmetik-Fachgeschäften und Kaufhäusern verbracht sowie japanische Beauty-Magazine und -Portale gelesen (mit Translator). Dabei wurde mir klar, dass die Basis der japanischen Gesichtspflege meist ein Duo aus einem befeuchtenden Gesichtswasser (Lotion oder im Westen manchmal auch Essence genannt) und einer Emulsion ist. Letzteres wird öfter auch als Moisture Milk (Feuchtigkeitsmilch) bezeichnet.
Es handelt sich dabei um eine Double Moisture-Routine. Sie kombiniert zwei sich ergänzende hydratisierende Produkte, um die Haut auf die anschließende Pflege vorzubereiten. Dadurch wird die Haut langfristig besser durchfeuchtet und ist weniger irritiert und gerötet:
- Im ersten Schritt nach der Reinigung wird ein wässriges oder leicht geliges Gesichtswasser auf der Haut verteilt, das möglichst stark hydratisierend wirkt.
- Im zweiten Schritt folgt dann eine leichte Emulsion, also ein feuchtigkeitsbetontes milchiges Fluid mit einem geringen öligen Anteil und einer geschmeidig-feuchten Textur.
Erst dann kommt eine Creme, um die Feuchtigkeit einzuschließen. Bei Bedarf kann vor der Creme auch noch ein Serum für ein bestimmtes Hautpflegeziel eingefügt werden.
Meine neue Double Moisture-Gesichtspflege
Bei der Reinigung setze ich seit Jahren auf Mizellenwasser (z.B. Eau Micellaire von So’Bio; eine nicht naturkosmetische, sehr gut funktionierende und günstige Alternative ist das Mizellenwasser Clean Crush von INAO by essence) und einen Gel-to-Milk Cleansing Balm (z.B. von Sanoflore, i+m oder neu auch von Logona und Lavera): Ich nehme mein Augen-Make-up und teils auch meinen Sonnenschutz und meine BB Cream mit einem mit Mizellenwasser getränkten Wattepad ab – reinige also grob vor. Anschließend verteile ich den ölig-geligen Reiniger auf meiner Haut, der in Kontakt mit Wasser zu einer Milch wird und sich leicht abspülen lässt.
Nun kommt das Duo aus Lotion und Emulsion an die Reihe: Ich habe mir beide Produkte, die Deep Moisture Lotion und die Deep Moisture Milk von F Organics, aus Japan mitgebracht. Sehr gern würde ich euch an dieser Stelle Empfehlungen für so ein Duo aus dem Bereich der Naturkosmetik in Europa geben, aber es ist nicht so einfach. Am ehesten lassen sich die befeuchtenden geligen Gesichtswasser finden (z.B. Deep Rich Toner von Whamisa, Deep Water Hydrator von i+m, Rosa Fresca Hydration Intense Aqua von Sanoflore, Peace Out Essence von Djusie oder auch der naturnahe Liquid Hydrator von No Cosmetics).
Mit den Emulsionen ist es schwieriger, da schaut man sich am besten bei der koreanischen Kosmetik um (z.B. Double Rich Lotion von Whamisa oder die naturnah formulierte Rice 70 Intensive Moisturizing Milk von Anua, die es sogar in einigen Drogeriemärkten bzw. in K-Beauty-Stores größeren Städten gibt). Die Face Lotions von Martina Gebhardt und die Tagesfluids von Dr. Hauschka sind für diese Art der Emulsion leider etwas zu sehr auf der öligen Seite formuliert. Wer auch konventionelle Kosmetik verwendet, kann die japanische Gesichtspflege von Muji ausprobieren, dort gibt es die Kombination aus Toner und Milks sogar für verschiedene Hautbedürfnisse – auch in Kleingrößen.
Alternativ zu diesem Double Moisture-Duo aus Lotion und Emulsion greife ich öfter zu einem Milky Toner und einem Serum: Milky Toner (wie der Milky Hydrating Toner von Hej Organic oder die Milky Drops von Merme) befeuchten die Haut und stabilisieren die Barriere; das Serum bringt ebenfalls Feuchtigkeit plus Wirkstoffe in die Haut (z.B. NAD+ Boost Longevity Serum von Sante).
Zum Schluss trage ich eine Creme für normale bis trockene Haut auf, hier bin ich noch auf der Suche nach der idealen Creme für mich, die nicht fettig, aber auch nicht zu leicht ist. Gerade verwende ich die aus England mitgebrachte Rejuvenating Frankincense Nourishing Cream von Neal’s Yard Remedies. Bei sehr heißen Temperaturen werde ich vermutlich auf sie verzichten und einfach eine Sonnencreme verwenden (mein aktueller Favorit ist die neue Sun Milk von No Cosmetics, mit modernen verkapselten synthetischen Filtern in einer natürlichen Basis).
Weshalb ich diese Double Moisture-Routine so schätze
Meine Haut ist dadurch deutlich ruhiger geworden und die Barriere ist stabiler. Das sieht man meiner Haut auch an, sie ist – altersgemäß – schön durchfeuchtet und sieht gesund aus. Vielleicht habt ihr ja nun auch Lust bekommen, das Double Moisture-Konzept einmal auszuprobieren. Ich hoffe, dass in den nächsten Jahren mehr dazu passende Produkte auf den deutschen Markt kommen.
Die hier gezeigten Produkte habe ich alle selbst gekauft.
Mit diesen Inspirationen zum Konzept meiner Gesichtspflege wünsche ich allen eine schöne Beauty-Woche!

