International Naturkosmetik

Die begehbare Birchbox im Kaufhaus Bon Marché in Paris

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Mit der Erfindung der amerikanischen Birchbox im Jahr 2010 ist ein ganz neues Geschäftsmodell entstanden: Für eine Gebühr von etwa 10 Dollar kann man ein monatliches Überraschungspäckchen abonnieren, in dem sich Proben und Reisegrößen von Kosmetikprodukten befinden. Wundertüteneffekt inklusive. Zusätzlich gibt es in den Boxen immer mal wieder Rabattcodes als Anreiz, die Vollgröße eines Produkts zu erwerben.

Das Konzept vereint Werbung, PR-Maßnahme, Marktforschung und Vertrieb in einer Box: Frauen können die jeweiligen (Highend- oder Nischen-)Produkte unkompliziert ausprobieren, denn gerade bei Beautyprodukten will man vor dem Kauf oft lieber in Ruhe testen. Dazu berichten Youtuberinnen und Bloggerinnen in Unpackaging-Videos bzw. Blogposts über den Inhalt der Boxen und machen die darin enthaltenen Marken somit bekannter. Bei Abschluss eines Abonnements werden außerdem Daten zur Erstellung von Kundenprofilen erhoben, die für die Marktforschung verwendet werden. Und nicht zuletzt: Oft sind mit der Homepage der Box Online-Shops verbunden, über die man bei Gefallen das getestete Produkt erwerben kann.

Mittlerweile hat die Birchbox eine Reihe an Nachahmern auch außerhalb der USA gefunden, am bekanntesten dürfte in Deutschland die Glossybox sein. Sogar im Bereich der Naturkosmetik gibt es Anbieter, z.B. die von mir erst kürzlich gezeigte Fairy Box und Purity Bag.

Bislang war das Boxen-Business auf das Internet beschränkt, das Abonnement ließ sich ausschließlich online abschließen. Im Dezember habe ich jedoch in Paris im Kaufhaus Bon Marché einen Pop Up-Store entdeckt, der eine Art begehbare Birchbox ist (siehe Foto oben): Die Kundinnen können sich aus den vier Kategorien Makeup, Gesichtspflege, Körperpflege und Haar jeweils ihr liebstes Produkt auswählen. Wie in einer Kantine nimmt man sich zunächst ein Tablett mit vier Vertiefungen, in die man die Miniaturprodukte hineinlegt. Am Ende der Reihe wählt man dann noch eine hübsche Box aus (es standen zwei Farben zur Verfügung), eine Verkäuferin verpackt die Sachen und man bezahlt schließlich an der Kasse 15 Euro dafür. Günstiger wird die Box, wenn man sich vor Ort dazu entschließt, ein Abonnement abzuschließen, zusätzlich erhält man dann noch ein Geschenk. Eine charmante Verbindung von Online- und Offline-Welt – mit der Möglichkeit, die Auswahl der Produkte nicht dem Zufall zu überlassen.

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Selbstverständlich musste ich das in Paris ausprobieren! Auch deswegen, weil gleich mehrere Naturkosmetik-Produkte dabei waren. Sieht meine Weihnachts-Birchbox nicht wunderschön aus? Ein Heftchen gab es ebenfalls dazu, in dem alle Produkte auf Französisch und Englisch kurz vorgestellt werden.

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Das Entlanggehen an der Reihe der Miniatur-Produkten hatte mal wieder was von einem Süßigkeitenladen! Schließlich landeten folgende Produkte in meiner Box: Ein beige-tauper Nagellack in der Nuance Cream Tea von Ciaté (die Nagellacke aus UK mit dem Schleifchen), ein Mizellenwasser L’Eau Soir et Matin von der französischen Naturkosmetikfirma Absolution (praktisch für die Reise, ich hatte davon schon mal die Vollgröße), eine Body Butter Patagonia von der amerikanischen Marke Ayres (mit argentinischen Einflüssen, mehr Infos hier) und ein Trockenshampoo mit Kirschduft von Batiste (basiert auf Reispuder, ist aber keine Naturkosmetik, beim Haar gab es leider kein natürliches Ausweichprodukt). Gerne hätte ich stattdessen die Handcreme Siamese Water von Panpuri (einer amerikanisch-thailändischen Naturkosmetikmarke) oder das Gesichtspeeling von Huygens (Aromatherapie aus Paris) genommen, aber leider war das nicht möglich, da die Produkte eben zu einer anderen Kategorie gehörten (und man nur ein Produkt je Kategorie nehmen durfte). Vor Ort kann man übrigens alle Produkte ausprobieren, es gibt Tester.

Here you can find an English version of this article.

Wie findet ihr die Idee der Offline-Birchbox? Und wie steht ihr überhaupt zu Beautyboxen? Habt ihr eine davon im Abonnement?

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17 Kommentare

  1. Hihi, auf den ersten Blick dachte ich wirklich erst, dass das Bonbon-Abfüllstationen sind. 😀

    Eine sehr charmante Idee, diese Beauty-Kantine! 🙂 Da hätte ich mir auch nur zu gern eine Box zusammengestellt. Dass man die Produkte vorab testen kann und dann nicht den Wundertüten-Effekt hat, der ja meistens nicht komplett ins Schwarze trifft, finde ich super.

    Die Purity Bag ist bislang die Beauty-Box, die mich von den Marken und der Zusammenstellung her am meisten anspricht. Aber auch da waren in meiner Variante, die ich zum Testen erhalten habe, ein, zwei Sachen dabei, die ich mir selbst nicht ausgesucht hätte. Abonnieren werde ich sie deshalb vermutlich nicht.

    Liebe Grüße
    Ida

    • beautyjagd sagt am 7. Januar 2016

      Ich glaube, dass die Behältnisse auch so wie diese Bonbon-Stationen aussehen sollen, die Assoziation ist ja schon verlockender als die Sachen einfach in einer Art Wühltisch zu präsentieren 😉 . Schade fand ich nur, dass es nicht in jeder Kategorie ein Naturkosmetik-Produkt gab.

  2. Katje sagt am 7. Januar 2016

    Hi Julie,

    Dieser Box sieht wirklich gut aus. Finde ich eigentlich gut als Geschenk!
    Da ich irgendwie relativ viele Inhaltstoffe nicht vertrage versuche ich das mit diesem Boxen nicht. Ich teste sowieso schon genug 😉
    Ausserdem finde ich die relativ teuer. Da habe ich lieber ein Zeitschriftenabo ;-).
    Es sei denn man könnte sich regelmässig einen komplet selbst zusammengesetzen Box „schenken“ „Traum: punktlich zum Sommer kommen frische Produkte ins Haus und für den Winter wohlig wärmende Ölen: Das wäre doch schön!

    • beautyjagd sagt am 7. Januar 2016

      Ja, als kleines Geschenk wäre diese Box auch gut geeignet!
      Mir geht es bei den meisten Boxen auch so: ich teste als Bloggerin sowieso schon sehr viel – aber als normale Kundin fände ich das doch reizvoll (außer man ist eine passionierte Beautyjägerin, die auch schon viel testet, hihi). Diese selbstbestimmtere Art der Zusammensetzung der Box wie in Paris würde mir auch besser gefallen – dafür werden ja mittlerweile auch die Kundenprofile für die Boxen erhoben, damit passendere Produkte ausgewählt werden.

  3. Marianne sagt am 7. Januar 2016

    Hallo liebe Julia und die Beautyjagd-Gemeinde,

    zum neuen Jahr, für das ich Euch allen das Allerbeste wünsche, wollte ich doch auch mal ein Post loswerden.

    Ich verfolge den Blog, auf den ich über den Cosmia-Artikel aufmerksam gemacht wurde, seit Ende 2015 und habe schon meine sämtlichen Beauty-Produkte (die schon seit Jahren natur bzw. bio sind) aufgrund der hier gefundenen Superanregungen und -informationen umgestellt, vielen Dank an Julia und Euch alle dafür.

    Tja, und der Witz ist, dass ich in Paris arbeite, aber erst durch den Blog auf den Bon Marché und sonstige frz. Produkte (insbesondere Oolution) gekommen bin 😉

    Weiter so, und Euch allen noch einen schönen Tag!

    Marianne

    • beautyjagd sagt am 7. Januar 2016

      Dann grüße ich mal nach Paris zurück und freue mich sehr, dass Du hier auf dem Blog französische Schätzchen entdecken konntest 🙂 Übrigens ist dieser Birchbox-Pop Up-Store (falls er noch da ist) im zweiten Stock im Bon Marché.

  4. Ich liebe Beautyboxen oder überhaupt Ü-Boxen. Momentan habe ich die Fairy-Box und die Vegan Beauty Box und beide sind mit wirklich tollen Marken bestückt. Ich freue mich sehr, dass es mittlerweile auch Beautyboxen in der Naturkosmetikversion gibt. Es ist halt einfach schön, Ü-Boxen auszupacken 🙂 Gibt es die Birchbox eigentlich auch bei uns also online?

    • beautyjagd sagt am 7. Januar 2016

      Die Birchbox gibt es nicht in Deutschland, wahrscheinlich war die Konkurrenz hier zu schnell. Sie ist bisher nur in den USA, UK, Frankreich, Belgien, Spanien und Kanada erhältlich.

      • Petra sagt am 7. Januar 2016

        Ich glaube, ganz zu Anfang gab es die mal ein paar Monate, bin mir aber nicht ganz sicher. Oder die Wolken auf den Markt hier, haben sich dann aber mit Erscheinen der Glossy Box zurückgezogen.

      • beautyjagd sagt am 8. Januar 2016

        Das kann gut sein, dass es die Birchbox auch mal hier versucht hat… die Glossybox gibt es ja seit 2011, also ist relativ schnell nach der Erfindung der Birchbox entstanden.

  5. Die Idee finde ich ja total nett! Ich bin Boxen gegenüber immer sehr skeptisch, habe jetzt aber die my little box abonniert – die hat mich ziemlich vom Hocker gehauen und in Frankfreich scheint sie ja auch verdammt beliebt zu sein. Ich bin gespannt wie sie sich entwickelt.

    • Uh, die my little box klingt wirklich gut! Wenn es die mit NK-Produkten geben würde, wäre das vermutlich meine Traum-Box, denn die Mischung aus Beauty, Inspiration und Lifestyle und den wechselnden Mottos finde ich ziemlich gelungen.

  6. Petra sagt am 7. Januar 2016

    Oh wie cool! Ich musste auch sofort an die Bonbon-Theken von früher denken. In schweden gibt es die übrigens immer noch – gab es bei euch auch die Möglichkeit, für 10 oder 20 Pfennig ein Papiertütchen mit Süßigkeiten zu kaufen? Es gab auch immer Überraschungstütchen, die habe ich aber nie gekauft, weil da immer zu viele Sachen drin waren, die ich nicht mochte.

    Bei Beauy bin ich ja durchaus für Überraschungen zu haben, ich bestelle ja häufiger blind, nur auf Basis von INCIs und evtl. noch Empfehlungen. Ich habe auch eine Abo-Box, die Biobox. Da habe ich auch schon viele Schätzchen entdeckt, die ich sonst eher nicht ausprobiert hätte – z. B. von benecos. Allerdings überlege ich doch, diese abzubestellen – es wiederholt sich mittlerweile sehr viel – und mir stattdessen die Trendraider-Box zuzulegen. Allerdings ist der Preis für mich grenzwertig. 15 € gebe ich vergleichsweise schnell mal aus, das ist wie einmal auf die schnelle essen gehen – bei über 30 € wie bei der Trendraider-Box oder gar fast 60 € sieht das schon anders aus. Die Puritybag klingt natürlich schon sehr verlockend, aber für das vergleichsweise hohe Budget suche ich mir meine Produkte dann doch lieber geziehlt aus.

    • beautyjagd sagt am 7. Januar 2016

      Ich kenne solche Bonbongläser aus Kiosken in Köln, da habe ich mir gelegentlich mal ein Tütchen befüllt 🙂
      Von Trendraider hatte ich noch nie gehört, die Box habe ich mir gleich mal angeguckt. Into the woods wäre was für mich gewesen, wenn eine waldige Bodylotion darin enthalten gewesen wäre 🙂 Die Berlin-Box ist ja auch cool! Diese thematischen Zuasmmenstellungen sind schon schön!

  7. Birgit sagt am 7. Januar 2016

    Super die Birchbox, würde ich sofort reinstürmen.
    Ich muss gestehen, ich liebe die Überraschungsboxen, habe die Bio Box, die Vegan Bos, die Fairy Box und auch den Puritybag. Klar, es sind immer mal wieder Sachen drin mit denen ich nichts anfangen kann, aber als Mitbringsel oder Geschenk eignet es sich immer. Einmal hatte ich einen rosa Nagellack in einer der Boxen und ich dachte, oh je rosa, wie schrecklich und letztes Jahr im Sommer war er mein Lieblingslack.
    Aber ich überlege ob ich die Bio Box kündigen soll, es wird doch ein wenig zu viel, gerade im Lebensmittelbereich.

    • beautyjagd sagt am 7. Januar 2016

      Du bist wirklich ein echter Boxen-Fan 🙂 Und lustig, das ging mir auch schon manchmal so: da hab ich ein Produkt zugeschickt bekommen, das ich mir nie ausgesucht hätte – und dann ist es zu einem Liebling von mir geworden. Das macht echt den Reiz dieser Boxen aus, deren Inhalt man nicht groß beeinflussen kann.

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