Gesichtspflege, Naturkosmetik

Hautpflege-Trend: Die 7 Skin Method aus Korea

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Ich begeistere mich gerade hemmunglos für eine neue Art, meine Haut zu pflegen. Vielleicht habt ihr von der 7 Skin Method schon einmal gelesen, in den letzten Wochen wurde sie auf vielen internationalen Blogs und Magazinen besprochen. Das musste ich mir dann natürlich auch näher ansehen und vor allem ausprobieren!

Die 7 Skin Method kommt aus Korea, woher sonst 😉 . Sie bedeutet im Grunde nichts anderes, als bei der Pflegeroutine am Abend sieben Schichten eines pflegenden Toners hintereinander aufzutragen – also statt einem Toner, einem Serum, einer Lotion, einer Essence und einer Ampoule (und wie die Produkte in der vielschrittigen koreanischen Hautpflege alle so heißen).

Dabei wird empfohlen, einen Toner zu wählen, der die Haut möglichst gut befeuchtet und nicht austrocknet, wie es bei manchen Tonern für unreine Haut der Fall ist. Ziel ist es, damit die Feuchtigkeit der Haut signifikant zu erhöhen. Falls ihr euch wundert, weshalb die Methode den Namen „7 Skin“ trägt: Auf Koreanisch wird mit dem Wort Skin auch der Toner bezeichnet.

Und so habe ich die 7 Skin Method durchgeführt: Nach der Reinigung habe ich z.B. den Deep Rich Toner von Whamisa genommen (er wird auf vielen Blogs für diese Methode empfohlen, wenn man dessen gelige Textur mag – ich sehr, er ist eines meiner Lieblingsprodukte von Whamisa). Man gibt zunächst die Menge eines Zwei Euro-Stücks auf einen Wattepad und streicht damit über das gesamte Gesicht. Nach etwa zwei Minuten Einwirkzeit folgt dann Schicht Nummer zwei, die ich mit der Handfläche und ohne Wattepad sanft in die Haut gepresst habe. Diesen Schritt habe ich dann noch fünf weitere Male vollzogen. Was ich in den Wartezeiten zwischen dem Auftragen des Toners mache? Solche Sachen wie Zähne putzen oder Zahnseide verwenden. Es ist erstaunlich, wie gut meine offenbar gerade doch eher feuchtigkeitsarme Haut den Toner bei jedem Schritt eingesogen hat. Zum Schluss fühlte sie sich so richtig gut gepflegt an, fast wie nach einer Kosmetikbehandlung.

Um die Feuchtigkeit in die Haut einzuschließen, kann man nach den sieben Schritten noch ein bisschen Creme (ich habe z.B. die Water Cream von Whamisa, Aqua Nature Feuchtigkeitscreme von Annemarie Börlind, Double Rose Rejuvenating Cream von The Organic Pharmacy ausprobiert) oder einfach ein paar Tropfen Öl auftragen. Manche Bloggerinnen haben auch – je nach Klima und Hauttyp – einfach gar nichts mehr danach verwendet. Ich würde empfehlen, dabei auf das eigene Hautgefühl zu achten. Es hängt sicherlich auch davon ab, welchen Toner man für die 7 Skin Method verwendet: Einige Menschen bevorzugen dabei wässrige Toner wie Blütenwasser/ Hydrolate, andere mehr die leicht angedickten Toner (so wie ich).

Um den Erfolg dieser Art Hautpflege nachzuvollziehen, kam mein Skinanalyzer zum Einsatz, den ich neulich in den Beauty-Notizen vorgestellt habe (dafür hatte ich ihn gekauft, tadaa!). Ich habe also in den letzten Wochen den Feuchtigkeits- und Fettgehalt meiner Haut vor der Abendroutine mit der 7 Skin Method gemessen, dann kurz vor dem Zubettgehen, morgens wieder vor der Reinigung und nach der Pflege und dann noch zwei Mal im Verlauf des Tages. Verglichen habe ich damit die Werte meiner „normalen“ Gesichtspflege, die aus einem geligen Toner-Serum und einer relativ reichhaltigen Creme oder einem Öl besteht.

Und hier das Ergebnis: Die 7 Skin Method erhöht bei mir tatsächlich den Feuchtigkeitswert um sagenhafte knapp 20%! (Von 28% auf 47%, ich finde, das ist wirklich viel.) Der Fettgehalt wird mit der 7 Skin Method etwas verringert, er liegt bei mir normalerweise sowieso etwas höher – also auch gut. Nun glaube ich natürlich nicht nur dem Maschinchen, sondern habe meine Haut auch genau angesehen: Meine Haut war sichtbar feuchter und praller als sonst, ich hatte deutlich weniger trockene Knitterfältchen, insbesondere in den ersten sechs Stunden nach der 7 Skin Method. Zu meinem Erstaunen hielt der Effekt sogar länger an, bis in den Nachmittag des nächsten Tages hinein gingen sie schrittweise zurück – dann waren die Werte wieder wie am Anfang. Spannend, oder?

Täglich werde ich die 7 Skin Method nun nicht machen, denn nach sieben Tagen in Folge hatte ich den Eindruck, dass es meiner Haut doch etwas zu viel des Guten wurde. Das kann natürlich auch an dem enorm reichhaltigen Toner von Whamisa liegen (der jedoch zuverlässig für Top-Feuchtigkeitswerte sorgt). Ein etwas leichterer Toner wie die Aqua Rosa Essence Botanique von Sanoflore bringt auch schon deutlich mehr Feuchtigkeit. Selbst wenn ich bisher nirgends etwas Negatives über die 7 Skin Method lesen konnte, gilt eben wie immer: Jeden Tag genau auf den eigenen Hautzustand achten und den jeweiligen Bedürfnissen nachgehen.

So eine Pflege ist in meinen Augen hervorragend vor einem größeren Event oder einem besonderen Abend geeignet, an dem man richtig gut aussehen möchte! Ich betrachte diese Art der Hautpflege wie eine Art wirksame Feuchtigkeitsmaske mit Soforteffekt, die ich zukünftig ca. 1-2 Mal die Woche machen werde. Außerdem werde ich immer dann zur 7 Skin Method greifen, wenn ich das Gefühl habe, dass meine Haut zu trocken und feuchtigkeitsarm ist – z.B. im Sommer nach der Sonne.

Zum Herantasten an diese Art der Hautpflege kann ich mir vorstellen, erst mal mit drei Schichten an Tonern zu arbeiten – das wäre dann die 3 Skin Method (die übrigens der Vorgänger der 7 Skin Method in Korea war). Sie geht schneller, die Feuchtigkeitswerte waren nicht ganz so hoch wie mit den sieben Tonerschritten, aber auch besser als sonst.

Hier noch ein paar Vorschläge für Toner, die ich für die 7 Skin Method geeignet finde. Mein Fokus lag dabei auf den pflegenden Tonern, die meist ein bisschen gelig sind. Man kann sich aber auch mit einem Hydrolat an der 7 Skin Method versuchen, davon habe ich öfter gelesen.

Wer feuchtigkeitsarme Haut hat, kann sich ja mal an dieser 7 Skin Method versuchen! Über die grundsätzliche Funktion eines Gesichtswassers habe ich bereits auf dem Blog geschrieben. Nun bin ich gespannt, ob der Trend hier in Europa auch ankommt – viel Spaß auf jeden Fall beim Auspobieren! Mich fasziniert diese Art der Pflege sehr 🙂

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